Teil 4 der Podcast-Serie von Ann Castro – Krankheiten (2)

Im vierten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro dreht sich alles um die am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten.

Im vorherigen Podcast ging es um Tumore, Viren und Macrorhabdiose (auch: Megas, Megabakterien oder Going-light-syndrome genannt). Auch redeten wir darüber, warum es so wichtig ist, sich die Ausscheidungen seiner Wellensittiche anzuschauen und täglich ein Auge darauf zu haben.

Parasiten (Milben und Trichomonaden)

Wellensittiche Blog ann castro und wencke sabrina schacht am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten
Zum Podcast hier klicken.

Im vierten und letzten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro sprechen wir über Parasiten und Aspergillose. Ich plaudere hier – leider wie man sagen muss – aus dem Nähkästchen, da ich alles bereits in meinem eigenen Wellischwarm erlebt habe. Bei den Parasiten geht es insbesondere um Milben und Trichomonaden. Wer meinem Blog schon länger folgt, der weiß, dass vor zwei Jahren Smeralda „Milbi“ bei uns eingezogen ist. Dass Grabmilben (auch Räudemilben genannt) kein lästiges Schönheitsproblem sind, sondern eine Krankheit, bei der es im fortgeschrittenen Stadium häufig um Leben und Tod geht, könnt ihr hier nachlesen. Milben müssen unbedingt von einem vogelkundigen Tierarzt behandelt werden! Sie sollten niemals mit Hausmittelchen oder Mitteln aus dem Zoofachladen in Eigenregie bekämpft werden!

Aspergillose bei Wellensittichen

Zu den am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten gehört auch Aspergillose. Aspergillose ist einfach gesprochen ein Pilz, der sich in den Luftsäcken befindet, und im fortschreitenden Verlauf das Atmen erschwert… bis der Vogel irgendwann qualvoll erstickt. Im Podcast erfahrt ihr mehr über das Erkennen von der Krankheit, über die Wichtigkeit von Röntgenbildern und über die Behandlung von Aspergillose. Um dem Pilz keine Chance zu geben, sich bei euren Vögel in die Atmungsorgane abzulagern, kontrolliert mit einem Hygrometer* die Räumfeuchte, lüftet regelmäßig und verbessert die Raumluft tagsüber mit einem Luftreiniger* mit Nanopartikelfilter. Mit qualitativ hochwertigem Futter und einer UV-Lampe* stärkt ihr zudem die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Immunsystems der Wellensittiche.

So, nun genug der trockenen Theorie und viel Spaß beim Hören des Podcasts! 😀


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Teil 3 der Podcast-Serie von Ann Castro – Krankheiten (1)

Zugegeben, am liebsten möchte man sich als Wellensittichhalter erst gar nicht mit dem Thema „Krankheiten“ beschäftigen. Dennoch ist es enorm wichtig, dass man die am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Erkrankungen kennt.

Wellensittiche Blog Podcast Teil 3 Krankheiten ann castro und wencke sabrina schacht
Zum Podcast bitte auf das Bild klicken.

Da man über Krankheiten ewig und drei Tage reden könnte (keine Angst, Ann und ich haben es nur zwei kurze Podcasts lang gemacht 😉 ), haben wir uns auf fünf Bereiche beschränkt: Tumore, Viren, Macrorhabdiose (auch: Megas, Megabakterien oder Going-light-syndrome genannt), Parasiten und Aspergillose. Im dritten Teil der Podcast-Serie „Wellensittiche halten“ reden Papageienexpertin Ann Castro und ich über gut- und bösartige Tumore, Viren, wie PBFD und Polyoma, sowie die allseits gefürchteten Megas… Wenn ihr jetzt denkt: „Ist ja kacke!“ Stimmt, über Vogelkot quatschen wir auch. Denn die „Wahrsageködel“ verraten mehr über den Gesundheitszustand, als man glauben mag. 😀

Nächste Woche geht es dann weiter mit dem letzten Teil der Podcast-Serie. Dort geht es um Parasiten, wie Milben und Trichomonaden, sowie Aspergillose. Reinhören lohnt sich also auf jeden Fall!

 

Über die Redner

Wellensittiche Blog Podcast Teil 1 Ann Castro Teaser

Ann Castro ist Papageientrainerin und bekannt aus diversen Tier-Formaten des Fernsehsenders VOX. In ihrer Vogelschule* geht es ihr darum, die Beziehung zwischen Haltern und Vögeln zu verbessern und Fehlverhalten zu korrigieren. Eines ihrer Herzensanliegen ist es auch, die Haltung und Ernährung zu optimieren, das Wohlbefinden und die Gesundheit zu steigern. Ann Castro ist Autorin diverser Bücher über Papageien und Sittiche.

 

Wellensittiche zahm im Schwarm teaser

Wencke Sabrina Schacht ist Wellensittichhalterin mit Laib und Seele. Seit frühester Kindheit begleiten sie die quirligen Australier. Im Laufe der Zeit hat sie viel Wissen über die Haltung, Pflege und Beschäftigung angesammelt. Ihren Erfahrungsschatz teilt Wencke regelmäßig auf ihrem Blog sowie auf ihren Social Media-Kanälen wie YouTube, Instagram, Facebook und Pinterest. Schaut gerne mal vorbei und lasst euch inspirieren!

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Teil 2 der Podcast-Serie von und mit Ann Castro

Im zweiten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro geht es um Spielzeug und Beschäftigung von Wellensittichen. In dem Podcast reden wir über Spielzeug-Typen, geben Tipps zur Einrichtung des Freiflugzimmers und als Goodie gibt es eine Bastelanleitung für die drei häufigsten Spielzeug-Typen zum Nachbasteln.

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Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast!

In der bekannten Podcast-Reihe „Besser leben mit Papageien & Sittichen“ spricht Ann Castro mit Experten aus verschiedenen Bereichen über die Haltung von Ziervögeln. Ann Castro verfügt als Papageien-Trainerin und langjährige Halterin von Sittichen und Papageien über einen reichen Erfahrungsschatz. Ihr Anliegen ist es, die Haltungsbedingungen der Vögel in menschlicher Obhut sowie die Beziehung zwischen Mensch und seinen gefiederten Mitbewohnern zu verbessern. In ihrer Vogelschule bietet sie Coachings zu diversen Themen an: Vertrauensaufbau, Medical Training & Erste Hilfe, Clickertraining und vieles mehr. Die Vogelschule könnt ihr über diesen Link* besuchen.

PS: Zum Thema Spielzeug-Typen ist in der Vergangenheit bereits ein ähnlicher Blogbeitrag erschienen. Schaut auch hier rein, um euch weitere Inspirationen zu holen. 😀

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Teil 1 der Podcast-Serie von und mit Ann Castro

Wer sich gewundert hat, warum es in den letzten Wochen so still hier war, bekommt jetzt die Antwort! Ich bin von Papageien-Expertin Ann Castro in ihren Podcast eingeladen worden…

Wellensittiche Blog Podcast Teil 1 Ann Castro Wellensittiche Grundlagen… und wie das so ist, wenn man erstmal ins Reden kommt: aus EINEM geplanten Podcast über Wellensittiche ist plötzlich eine DREITEILIGE Podcast-Serie geworden 😀

Im ersten Teil interviewt mich Papageien- und Sittichtrainerin Ann Castro, die Die Vogelschule* betreibt, zu den Basics der Wellensittichhaltung und zu den Haltungsbedingungen früher und heute. Zum Original-Beitrag inklusive Podcast kommt ihr über diesen Link. Unbedingt hören!

Im zweiten Teil, der nächste Woche am 25. April 2019 erscheint, reden wir über mein Lieblingsthema: Ich erkläre Spielzeugtypen und es wird als Goodie für euch… Aber das verrate ich noch nicht! Hihihi 😀

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Wellensittiche für Kinder? Ratgeber für Eltern!

Es gibt wohl kaum ein Kind, das seine Eltern nicht früher oder später nach einem Haustier fragt. Gerade wenn man als Mutter oder Vater selber mit einem Tier groß geworden ist, steigt die Bereitschaft seinen Kindern diesen Wunsch zu erfüllen.

Haustiere haben auf Kinder einen positiven Einfluss

Wellensittiche Blog Kinder HygienePro-Argumente gibt es viele: So lernen Kinder durch Haustiere zum Beispiel Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen sowie Rücksicht auf dessen Bedürfnisse zu nehmen und eigene Wünsche und Vorstellungen kurzfristig auch mal zurückzustellen. Zudem stärken Haustiere nicht nur das Immunsystem, sondern lassen Kinder auch psychisch Reifen. Der Umgang mit Tieren fördert das Selbstvertrauen, erhöht die Frustationstoleranz und erweitert das Einfühlungsvermögen. Sind das nicht alles Dinge, die wir als Eltern für die Entwicklung unserer Kinder wollen?

Sind Wellensittiche die richtigen Haustiere für Kinder?

Für einen Hund oder eine Katze ist oft kein Platz in der Wohnung und keine Zeit im Alltag. Hamster sind zwar klein, aber inzwischen müsste auch der letzte mitbekommen haben, dass die nachtaktiven Tiere keine gute Wahl für den eigenen Nachwuchs sind. Aber hatte Omi nicht einen superzahmen, sprechenden Welli? Viele Menschen erinnern sich mit Freude an die lustigen Vögelchen ihrer Kindheit. Schnell fällt daher die Wahl auf Wellensittiche. Sie sind klein, bunt, machen im Alltag wenig Arbeit und kosten weder in der Anschaffung, noch in der Haltung viel Geld. Außerdem kann man doch Wellensittiche platzsparend unterbringen und leicht während der Urlaubszeit zu Verwandten in Pflege geben. Wellensittiche sind also die perfekten Haustiere für Kinder! Oder vielleicht doch nicht?

Wellensittiche sind anspruchsvoll in der Haltung

 

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Als Mutter von zwei Kindern und langjährige Wellensittichhalterin kann ich sagen: „Klein und bunt – Ja, stimmt!“ Der Rest aber definitiv nicht (und viele erfahrene Wellihalter stimmen mir da mit Sicherheit zu)! Wellensittiche, als kleinere Vertreter aus der Familie der Eigentlichen Papageien, sind alles andere als anspruchslos in der Haltung und damit definitiv kein sogenanntes „Anfängertier“. Und schon gar nicht für Kinder! Wellensittiche benötigen einen großen Käfig, der täglich gereinig werden muss, haben den Anspruch auf viele Stunden Freiflug am Tag und kosten im Unterhalt mehr als man denkt. Ich bin in einer Beispielrechnung für zwei Wellensittiche über eine Dauer von 10 Jahren (durchschnittliche Lebenserwartung) auf rund 6.400 Euro gekommen. Darin enthalten sind keine Ersatz- oder Sonderanschaffungen und keine Tierarztkosten. Gerade letztere können schnell mal in die Höhe schießen. Zum einen ist es einem Tierarzt prinzipiell egal, ob er einen Hund oder einen Welli operiert – der Aufwand und die Arbeitszeit sind oft identisch – und zum anderen muss man mit seinen Wellensittichen einen spezialisierten vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, da Ziervogelmedizin ein Fachgebiet ist, dass im regulären Veterinärstudium kaum behandelt wird. Um als Eltern einen realistischen Eindruck von den Mindestanforderungen an die Wellensittichhaltung zu bekommen, lege ich jedem die 10-teilige Serie „Basiswissen Wellensittiche“ dringend ans Herz!

Wellensittiche sind keine Kuscheltiere

Entgegen der landläufigen Meinung werden Wellensittiche selten so zahm, dass sie den Erwartungen eines Kindes gerecht werden. Die Vögel, die mindestens zu zweit, besser aber in einem kleinen Schwarm gehalten werden sollten, haben ein komplexes Sozialverhalten und bleiben in der Regel lieber unter sich. Zwar bekommt man mit etwas Geduld und Zeit die Tiere dazu, Futter aus der Hand zu nehmen oder auch mal auf den Finger zu kommen – Kuscheltiere werden Wellis aber nie! Diese Tatsache, die selbst viele Erwachsene kaum akzeptieren können, ist für Kinder mehr als frustrierend.

Wellensittiche machen täglich Arbeit

Putzzeug WellensittichSo süß Wellensittiche auch sind, sie sind laut, teuer und machen eine Menge Dreck. Zwar können Kinder ab dem Grundschulalter unter Aufsicht der Eltern täglich das Futter und zweimal täglich das Wasser wechseln, dennoch bleibt der Großputz an den Erwachsenen hängen. Im Alltag mit Kindern, Haushalt und Job hat man in der Regel schon genug zu tun. Deshalb muss man als Mutter oder Vater vorher gut abwägen, ob man neben den täglichen Routineaufgaben, wie Füttern, Einstreuwechsel und Beschäftigung der Wellensittiche, noch mehrere Stunden pro Woche in die Reinigung von Käfig und Zimmer investieren kann und will!

Ab welchem Alter sind Wellensittiche für Kinder geeignet?

Bei der Frage, ab welchem Alter Wellensittiche für Kinder geeignet sind, scheiden sich die Geister. Das liegt zum einen daran, dass Kinder sehr unterschiedlich in der Entwicklung sind und zum anderen kommt es auch sehr stark auf die Hilfestellung der Eltern an. So kann ein gewissenhafter Zehnjähriger, der von seinen Eltern täglich an seine Aufgaben erinnert und bei diesen auch unterstützt wird, ein besserer Wellihalter sein als ein 17-Jähriger, der keinerlei Rückendeckung von seinen Eltern bekommt. Um die Frage aber zu beantworten: Als Richtwert sollte bei der Anschaffung der Wellensittiche das Kind mindestens sechs Jahre alt sein, da es zuverlässig alle Sicherheitsregeln verstehen muss, die in Zusammenhang mit den Tieren gelten. Beispielsweise dürfen die Fenster niemals während des Freiflugs geöffnet werden, auch nicht, wenn der Bruder provokativ gefurzt hat oder es im Sommer saumäßig heiß im Zimmer wird. Es ist allerdings davon auszugehen, dass ein sechsjähriges Kind nach ein paar Wochen bereits keine Lust mehr hat, sich an den täglichen Routinearbeiten zu beteiligen. Auch haben Kinder in diesem Alter noch zu viele andere Interessen, als sich jeden Tag um seine Wellensittiche zu kümmern – vor allem, wenn sich die Vögel als „undankbar“ erweisen und kaum Kontakt zum Menschen aufnehmen.

Wichtige Gedanken zur Anschaffung von Wellensittichen für Kinder

Wellensittiche haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von circa zehn Jahren – bei guten Genen und guter Haltung können sie aber auch bis zu 18 Jahre alt werden. Als Mutter oder Vater muss man sich daher fragen, ob man so lange eine Verpflichtung eingehen möchte. Jetzt mag der Sohn oder die Tochter noch zarte zehn Jahre alt sein und die Grundschule besuchen. Bis zum Tod der Wellensittiche wird das Kind aber vermutlich bereits die Ausbildung beendet oder das Abitur gemacht haben und studieren!

Wellensittich Kinder 1997
1997

Um zu verdeutlichen, was ich damit sagen will, erzähle ich gerne von meinem zweiten Wellensittich: Ich habe ihn bekommen, als ich in der 4. Klasse der Grundschule gewesen bin und er ist im Alter von elf Jahren gestorben, als ich bereits im 3. Semester meines Studiums an der Universität war! Ich habe bis dahin mehr als 50 % meines Lebens mit diesem Vogel verbracht und er musste in diesen elf Jahren alle meine Höhen und Tiefen, Entwicklungsschübe, Null-Bock-Phasen und die Backstreet Boys ertragen…

Für welche Familien sind Wellensittiche geeignet?

 

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Wellensittiche ausschließlich für die Kinder anzuschaffen, ohne als Erwachsener selber Interesse an den Tieren zu haben, ist aus den vielen zuvor genannten Gründen nicht zu empfehlen. Kann man sich aber als Mutter oder Vater für die Haltung der anspruchsvollen Mini-Papageien begeistern, sind Wellensittiche ein tolles Hobby für die ganze Familie. Kinder unter sechs Jahren sollte man allerdings niemals unbeaufsichtigt mit den Vögeln in einem Zimmer lassen. Ab sechs Jahren kann man beginnen, einige einfache Aufgaben unter Aufsicht an die Sprösslinge zu übertragen. Mit circa 14 Jahren können Kinder diese einfachen Aufgaben in der Regel eigenverantwortlich und alleine ausführen. Vor der Anschaffung sollte – egal wie alt das Kind ist – allen in der Familie klar sein, welche Aufgaben auf einen zukommen und welche Erwartungen man an die Wellensittichhaltung stellen darf. Neben den zahlreichen Beiträgen auf meinem Blog und meinem YouTube-Kanal lohnt sich auch ein Blick in aktuelle Bücher (obwohl diese selten auf die „negativen“ Seiten der Wellensittichhaltung hinweisen.

Die Verantwortung für ein Tier – auch in finanzieller Hinsicht – liegt bei Minderjährigen unter 18 Jahren aber immer bei den Erziehungsberechtigten. Leider werde ich über meine Social Media-Kanäle häufig von Kindern und Jugendlichen angeschrieben, die Hilfe und Rat bei mir suchen, da sich die Eltern weigern, die Vögel mit mindestens einem Partnertier zu halten, artgerecht unterzubrigen oder mit sichtlich kranken Wellensittichen zu einem (vogelkundigen) Tierarzt zu gehen. Das ist nicht nur tierschutzwidrig, sondern verhält sich auch konträr zu den positiven Effekten, die man mit der Haustierhaltung bei Kindern erreichen möchte. Man kann kein verantwortungsbewusstes Verhalten bei seinen Kindern fördern und fordern, wenn man sich selbst verantwortungslos zeigt.

Wellensittiche Blog Kinder HaustiereLiebe Eltern, denkt daran, mit Wellensittichen verhält es sich wie mit Kindern: sie sind günstig in der Anschaffung, teuer im Unterhalt, man muss sich täglich ohne Ausnahme um sie kümmern und sie werden immer dann krank, wenn es einem am wenigsten passt! 😉

 

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Fiat lux – Wie sehen Wellensittiche elektrische Lichtquellen?

Wegen der sehr hohen Aufmerksamheit und Relevanz dieses Beitrags, der dem letzten Newsletter entstammt, habe ich mich entschlossen, den Artikel auch als Blogbeitrag zu veröffentlichen. Die Abonnenten von Newsletter UND Blog bitte ich diese Doppelung zu entschuldigen. Erlaubt mir vorab noch drei Bemerkungen, mit der ich die häufigsten Fragen der unglaublichen Resonanz meiner Leser beantworten möchte:

1.) Viele Smartphones haben „versteckt“ in den Kameraeinstellungen eine Slow Motion-Funktion. Um diese schnell zu finden und gleichzeitig die „Bilder pro Sekunde“ herauszufinden, empfehle ich, das eigene Modell direkt im WWW zu googeln.

2.) Dieser Beitrag beschäftigt sich mit ALLEN Lichtquellen im Zimmer der Wellensittiche. Dementsprechend sollte man auch ALLE Lichtquellen überprüfen (TV, Bildschirme, Lampen, Lichterketter, Lavalampen, Stimmungslichter, beleuchtete Lichtschalter, etc.). Es handelt sich nicht konkret um einen Beitrag über spezielle UV-Lampen (auch wenn dies am Ende erwähnt wird). Völlig zurecht ist hier die Kritik laut geworden, dass jede BirdLamp Vor- und Nachteile hat. Ich denke, dass die Auswahl daher so beschränkt ist, weil die Nachfrage von Vogelhaltern leider noch viel zu klein ist. Man muss oft improvisieren und kann nur hoffen, dass irgendwann auch für uns die „eierlegende Wollmilchsau-Lampe“ auf den Markt kommt. Bis dahin rate ich zu einem gewissenhaften Umgang mit den quecksilberhaltigen Metalldampflampen.

3.) Wer sich partout nicht mit einer UV-Lampe anfreunden kann, dem (und allen anderen auch) empfehle ich, das fehlende Vitamin D3 künstlich zu supplementieren, um gravierende Mangelerscheinungen abzuwenden! Es gibt verschiedene Pulver, die man alle paar Tage (oder als Kur jeden Monat über sieben Tage) über das Trinkwasser oder das Frischfutter reichen kann. Da viele Wellensittiche Träger von Macrorhabdiose sind, sollte dringend auf ein zuckerfreies Präparat zurückgegriffen werden. Von meiner vogelkundigen Tierärztin habe ich das Präparat Prime* empfohlen bekommen und bin zufrieden, dass meine Megas-Patienten wunderbar damit klarkommen. Hier empfehle ich den Kauf der geringsten Mengeneinheit (20 g), da das Präparat durch die Luftfeuchte nach ein paar Monaten anfängt zu klumpen. Im weißen Pulver kann man immer schwer sehen, ob sich bereits Schimmel gebildet hat. Daher lieber kleine Mengen kaufen und regelmäßig austauschen.

So, und nun viel Spaß beim Lesen! 😉

 

Diesmal dreht sich alles um das Thema „Licht im Freiflugzimmer“. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit lassen wir tagsüber nicht nur vermehrt das Licht für unsere Wellensittiche an, sondern halten uns generell öfter und länger in unserer künstlich beleuchteten Wohnung auf. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie unsere Vögel ihre Umwelt wahrnehmen und wie wir es ihnen in der Winterzeit bei uns gemütlich machen.

Um zu verstehen, warum das Thema so wichtig ist, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Biologie machen und uns der Funktionsweise des Vogelauges bewusst werden: Bei Wellensittichen und anderen Vögeln beträgt die Zahl der wahrgenommenen Einzelbilder bis zu 180 Bilder pro Sekunde. Im Vergleich dazu: Menschen sehen je nach Bildkontrast und -helligkeit nur zwischen 10-70 Bilder in der Sekunde. Die Fähigkeit des Auges zur Auflösung eines Bewegungsablaufes in Einzelbildern nennt man übrigens Flickerfusion (also merken, falls ihr mal bei Günther Jauch seid und mir dann die Hälfte eurer Million überweisen 😉 ).

Flickerfusion: Wellensittiche sehen bis zu 180 Bilder pro Sekunde

Auf, wie ich finde, ziemlich beeindruckende Weise kann man im folgenden Video sehen, dass man sich niemals auf sein eigenes Empfinden verlassen sollte, was die Lichtquellen im Zimmer angeht, in dem die Vögel untergebracht sind. In der ersten Aufnahe zeige ich drei LED-Lichterketten, die für uns Menschen ein angenehmes und stimmungsvolles Licht verbreiten. In der Slow Motion-Einstellung hingegen sieht man die fundamentalen Unterschiede: Die Lichterkette in der Küche („Zimmer 1“) wäre für Wellensittiche ein echter Albtraum. Die im Schlafzimmer („Zimmer 2“) ist kurzfristig noch halbwegs erträglich für Vogelaugen und die Lichterkette im Wohnzimmer („Zimmer 3“) ist völlig flackerfrei. Alle drei Lichterketten sind vom selben Hersteller und zur gleichen Zeit am gleichen Ort gekauft worden. Die wenigsten vermuten derartige Unterschiede! Selbst preislich kann man nicht feststellen, ob es ein vogelfreundliches Leuchtmittel ist oder nicht.

Einfacher Test mit der Slow Motion-Funktion des Smartphones

Den Test im Video habe ich wegen der Vergleichbarkeit mit drei Lichterketten gemacht. Natürlich sollte man ausnahmslos JEDE Lichtquelle, wie Lampen, Stimmungslichter, Kontrolllämpchen, Lichterketten, Computer- und Fernsehbildschirme sowie alles andere an elektrischem Licht im Zimmer der Vögel prüfen! Am einfachsten macht ihr das mit der Slow Motion-Funktion eures Smartphones. Wenn ihr die Bilder pro Sekunde nicht selber einstellen könnt, googlet die voreingestellten B/S, damit ihr einen Orientierungswert habt. Sämtliche Lichtquellen, die flackern sollten möglichst aus dem Umfeld der Vögel entfernt werden. Beim Neukauf von Lampen & Co. führt man den Test am besten schon im Geschäft durch, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Falls ihr euch fragt: „Hat die Schacht allen Ernstes alle Leuchtmittel für ihr Vogelzimmer vorher im Baumarkt gefilmt?“ Ja, hab ich! Und ja, ich kam mir dabei saudoof vor… 😀

Eine Erfahrung, die ich in diesem Zusammenhang mit (LED-)Leuchtmitteln noch gerne mit euch teilen möchte: Flackerfreie LED-Lampen sind in der Regel nicht teuer (das ist der positive Teil des Satzes), müssen aber Zuhause regemäßig geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden (das ist der negative Teil, aber das habt ihr sicher schon geahnt!). Ich hatte mir damals einen schönen, flackerfreien Deckenfluter für meine Einraumwohnung geholt und ehrlich gesagt nicht wirklich daran gedacht, regelmäßig nachzuprüfen. Viereinhalb Jahre später habe ich durch Zufall ein Slow Motion-Flugvideo von Icaro gemacht und dabei ist mir erst aufgefallen, dass der Deckenfluter altersbedingt angefangen hat zu flackern. Meine „trägen“ Augen haben lediglich in den Monaten davor festgestellt, dass er nicht mehr so hell ist wie früher… Seitdem kontrolliere ich drei bis vier Mal im Jahr alle Leuchtmittel im Vogelzimmer! Das Prüfen aller Lichtquellen (ja, auch des Fernsehers!) sind wir unseren Wellensittichen mehr als schuldig und sollte keinesfalls als optionaler Schnickschnack abgetan werden!

UV-Vogellampen für Wellensittiche

wellensittiche blog bird lamp vogellampe bella und bonito
Das Licht der Bird Lamp sieht für uns Menschen oft wenig romantisch aus… die beiden Wellensittiche hingegen sehen das komplett anders. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders in den Wintermonaten kann ich allen Wellensittichhaltern ans Herz legen, sich zusätzlich für eine spezielle Bird Lamp* zu entscheiden. Wellensittichaugen haben nämlich die Fähigkeit zur Ultraviolett-Sicht (UV-Perzeption), die eine entscheidene Rolle bei der Balz, Partnerwahl und der Futteraufnahme spielt. Eine Vogellampe mit UVA-Spektrum ermöglicht es unseren gefiederten Lieblingen – zumindest in einem gewissen Radius – Farben richtig sehen zu können. Fast noch wichtiger ist der UVB-Anteil, der für einen funktionierenden Stoffwechel (zum Beispiel Calciumstoffwechsel oder Vitamin D-Produktion) bei Heimvögeln lebensnotwenigt ist. Selbst in hellen Zimmern und im Sommer sollte solch eine Vogellampe regelmäßig zum Einsatz kommen, da Glasscheiben sowohl für UVA- als auch für UVB-Strahlung undurchlässig sind. Einen guten und sehr ausführlichen Bericht zu dem Thema „Bird Lamp“ gibt es auf dem Sperlingspapageien Blog.

Meinen Bericht möchte ich abschließend mit einem Zitat aus dem Kompendium der Ziervogelkrankheiten* von Kaleta und Krautwald-Junghanns untermauern.

Aus der Fähigkeit der UV-Perzeption sowie der hohen Flickerfusionsfrequenz des Vogelauges ergeben sich Konsequenzen für eine artgemäße und tierschutzgerechte Haltung unter elektrischem Licht. Kunstlicht […] weist eine für das menschliche Auge kaum sichtbare Flickerfrequenz (Stroboskopeffekt infolge wechselstrombedingter Ein-Aus-Schaltungsrhythmen) auf. Hierdurch können möglicherweise Verhaltensstörungen wie Federpicken („Rupfen“, Anm. d. Red.), ausbleibendes Paarungsverhalten und Unsicherheiten bei der Nahrungsaufnahme ausgelöst oder begünstigt werden. Zur Gewährleistung einer artgemäßen und tierschutzgerechten Haltung ist daher bei Kunstlichthaltung die Verwendung von auch im UV-Spektrum emittierenden Neonröhren (sog. full spectrum light oder true light) anzustreben. Flackerfreies Licht […] kann durch Vorschaltung eines elektronischen Gleichrichters […] sichergestellt werden.

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Neue Serie: Häufige Krankheiten bei Wellensittichen

Mit diesem kurzen Blogbeitrag kündige ich eine neue Serie an, die viele sicher interessieren wird. Ich werde die fünf häufigsten Krankheiten und Krankheitsbilder bei Wellensittichen darstellen und die Berichte um persönliche Erfahrungen erweitern. Dafür bitte ich euch um Mithilfe.

Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich mich für eure zahlreichen Rückmeldungen auf die Umfrage „Themen 2019“ im Beitrag Rückblick 2018 bedanken. Eure Feedbacks sind mir sehr wichtig! So werde ich wunschgemäß künftig verstärkt meine Themenbeiträge mit entsprechenden Videos ergänzen. Bei der neuen Serie über Krankheiten würde ich mich daher über Bild- und Videomaterial sowie Röntgenbilder von euch freuen, um eine größere Variation der Krankheitsausprägungen zu zeigen. Auch eure persönlichen Erfahrungen zu den folgenden Krankheiten dürft ihr mir gerne schicken. Die fünf geplanten Beiträge sind:

  • Macrorhabdiose
  • Tumore
  • Trichomonaden
  • Aspergillose
  • Legenot

Sie ergänzen damit den beliebten Beitrag Milben bei Wellensittichen. Im Gegensatz zur Serie Basiswissen Wellensittiche werden die fünf Teile nicht hintereinander erscheinen, sondern über das ganze Jahr 2019 verteilt. Damit möchte ich vor allem jenen gerecht werden, die mit knapper Mehrheit für die Themenbereiche „Einrichtung, Ausstattung, Spielzeug“ sowie „Lustiges aus dem Alltag mit Wellensittichen“ gestimmt haben. Nach dem Beitrag über die Latte-Macchiato-Mutter haben sich diese beiden Topics im Ranking nämlich letzte Woche an den Krankheiten vorbeigeschummelt 😉

Zwei Sachen habe ich noch: Seit Mitte Dezember werden Jessica, Rebecca und ich wieder vermehrt mit Anfragen in Bezug auf Vermittlungen angesprochen. Derzeit suchen 20 Wellensittiche in den Ballungsräumen Berlin, Kiel und Sachsen teils alleine, teils zu zweit ein neues Zuhause. Liebe Menschen aus diesen Regionen mit freien Plätzen würde ich einladen, sich auf der Vermittlungsseite umzuschauen. Wetterbedingt möchten wir derzeit keine Wellensittiche in den süddeutschen Raum versenden, was die Vermittlungschance leider einschränkt. Dies ist aber möglich, sobald die Temperaturen wieder transportgerechter sind.


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Die Latte-Macchiato-Mutter

Oder: Wie man den Schein, alles unter Kontrolle zu haben, aufrechterhält.

‚Gebildete Großstadt-Frau in den 30ern, mit gut gepflegten Netzwerken, die im Bio-Supermarkt einkauft, einen Luxus-Kinderwagen schiebt und Ökostrom bezieht. […] Sie schlürft Soja-Frappuccino und für den kleinen Friedrich oder die süße Lotta gibt es ein Glas Milchschaum. Arbeitet in der Kreativ-Branche, vielleicht mit Home-Office. Hohes Maß an Work-Life-Balance!‘, lese ich im Internet.

Irgendwie fühle ich mich ertappt. Unangenehm berührt, schaue ich mich vorsichtig um. Sitzt der Autor dieser Definition vielleicht gerade am Nebentisch? Unwahrscheinlich. Dennoch fühle ich mich beobachtet. Der Begriff der Latte-Macchiato-Mutter hat, vermutlich auch weit über den Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg hinaus, eine negative Konnotation. Wieso eigentlich? Sozialneid? Oder weil man jenen Müttern unterstellt, trotz Kind scheinbar krampfhaft an ihrem alten Leben festhalten zu wollen? So dekadent es auch nach außen hin wirken mag, ich bin der festen Überzeugung, das jede ihren Grund hat und man ihr die 15 Minuten im Cafe doch bitte gönnen sollte!

wellensittiche blog_minerva auf der schaukelMein Grund heißt Minerva. Vorneweg, ich liebe sie. Wirklich! Sie ist das tierische Pendant zu meinem Sohn… Mit anderen Worten, der Teufel mit Engelsflügeln, der Wolf im Schafspelz, die Abrissbirne in Welliform! Auch akkustisch stehen sich Kind und Vogel in Nichts nach: Zwar sind wir noch etwas von den 188 db eines Pistolenkrebses entfernt, aber in der 50er Jahre-Wohnung mit seinen hohen Wänden und schlauchförmigen Zimmern, tut das Echo eines jeden Schreies sein Übriges. Jeder geht damit auf seine Weise um: mein Freund hat seine Arbeitszeit von 30 Wochenstunden auf 48 angehoben und lässt sich statt für 8-Stunden-Dienste lieber für die 12er-Schichten einteilen… und ich nehme mir eine Auszeit im Cafe. Und einen Latte-Macchiato gegen den Schlafmangel. Während Sohni in seinem „Farrari“ neben mir ein Nickerchen macht (warum jetzt und nicht in der Nacht???), sinniere ich über die Erziehung von Kindern und Wellensittichen.

wellensittiche blog_sofa aufgefressenErst letztens hatte ich eine interessante Debatte auf meinem Instagram-Account über die Erziehung von Wellensittichen. Auslöser war ein kurzes Video, auf dem drei meiner Hennen genüsslich dabei waren, mein Rattansofa zu schreddern. Viele Jahre lang hat es niemanden interessiert. Es stand da, in der hintersten, dunkelsten Ecke und war die letzte Bastion, die ich in meiner Wohnung mein Eigen nennen konnte. Seit der Geburt meines Sohnes und den damit verbundenen immer kürzer werdenden Aufenthalten im Vogelzimmer, ist nun auch sie gefallen. Minerva sei Dank!

Als mich am 2. Juli 2018 spät in der Nacht einen Hilferuf über meine Facebook-Seite ereilte, wusste ich noch nicht, dass das Unheil bereits seinen Lauf genommen hatte. Dem Bruder einer meiner Leserinnen ist ein Wellensittich direkt in die Küche geflogen und kackte fröhlich von der Deckenlampe auf den Esstisch. Warum ich da nicht schon gleich geschaltet hatte, weiß ich bis heute nicht.

Während im Winter das Entfliegen für Wellis oft bereits in der ersten Nacht das sichere Todesurteil bedeutet, haben sie im Sommer zumindest in den ersten Tagen eine gute Prognose gefunden und versorgt zu werden. Der Sommer 2018 war extrem: Meine Bekannte und ich waren noch nie so viel im Einsatz, entflogene Wellensittiche einzufangen. Leider lassen sich die meisten Halter der Fundwellis nicht mehr ausfindig machen. Gerade in den Sommerferien muss man damit rechnen, dass die Vögel nicht „freiwillig“ entflogen sind. Egal zu welcher Jahreszeit man einen Wellensittich findet, er muss in der Regel sofort tierärztlich versorgt werden. Zum einen, da Stubenwellis mit ihrem schnellen Stoffwechsel draußen nicht ausreichend zu fressen finden und oft so stark ausgehungert sind, dass die ersten Mahlzeiten sogar per Kropfsonde verabreicht werden müssen, und zum anderen, weil sich die geselligen Schwarmtiere gerne kleineren Singvögeln anschließen und sich ratzfatz Milben, Würmer, Trichomonaden und Co einfangen. Ein unverzüglicher Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt ist also auch dann immer ratsam, selbst wenn man den Fundvogel separat von seinen Wellis unterbringen könnte oder (aktuell) keine Vögel hält. Bedauerlicherweise bin ich schon oft von Menschen angeschrieben worden, die keine Ahnung von Wellensittichen hatten, und die weder zu einem vogelkundigen Tierarzt gehen wollten, noch mein Hilfsangebot, den Welli sofort abzuholen, annahmen. Ganz nach dem Motto: „Ich hab’s gefunden. Es ist süß und plüschig. Ich behalt’s!“ Oft tippt man sich in diesem Fall umsonst die Finger blutig. Das Ende vom Lied ist, dass diese (mit Sicherheit ja gut gemeinten) Selbstversuche oft mit dem Tod des betroffenen Tieres scheitern. Es macht mich immer sehr traurig und ehrlich gesagt auch wütend. Wenn man einen entlaufenen Hund findet, nimmt man ihn ja auch nicht mit nach Hause und guckt ihm dann seelenruhig beim Sterben zu, während man dabei völlig verdutzt feststellt, dass man weder Ahnung noch Futter hat. Ups!

wellensittiche blog_minervaMinerva hatte Glück! Sie hatte sich die Wohnung eines verantwortungsbewussten Juristen ausgesucht, der noch in der selben Nacht nach unserem Telefonat die Küchenfenster sicherte, Bügel als Landeplätze aufhing und alles Gefährliche aus der Küche räumte. Am nächsten Nachmittag war ich zum Keschern eingeladen worden, um den Luftwurm einzufangen und in eine Vogelpraxis zu bringen. Wie von Juristen zu erwarten, hatte er sich völlig korrekt verhalten und auf der zuständigen Polizeistation und im Tierheim eine Fundmeldung gemacht sowie Onlineanzeigen geschaltet und Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt. Da alles nun hochoffiziell war, musste ich mich an die Auflage halten, dass ich den Welli für sechs Monate behalten und nicht weitervermitteln durfte, falls sich in der Zeit der Besitzer meldet. Das nur als langatmige Erklärung, warum ein Welli kam, sie zu knechten, sie alle zu finden, in den Wahnsinn zu treiben und ewig zu binden… Seit dem 3. Januar 2019 ist Minerva nun offiziell in „mein Eigentum“ übergegangen, da niemand das kleine Biest wiederhaben wollte. Warum nur? Ich vermute eine Mischung aus Erleichterung, sie los zu sein, und Angst vor meinen seitenlangen Schadensersatzansprüchen.

wellensittiche blog_minerva lauertMinerva (ich hätte sie lieber Pandora nennen sollen!) ist wahnsinnig schlau. Das Problem bei schlauen Wesen ist, dass sie sich schnell langweilen. Genau wie mein Sohn scheint sie mir immer einen Schritt vorraus zu sein, egal wie sehr ich mich anstrenge, sie zu beschäftigen. Vor drei Wochen dann habe ich kapituliert: mein Repertoire an Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten war vorerst ausgeschöpft! Und über die Feiertage kam ich auch nicht an Nachschub. Das störte Minerva aber nicht sonderlich und fing an meine Tapete von der Wand zu pflücken. Ihre Girlgang, bestehend aus Daphna und Smeralda, machte fröhlich mit. Mit vielen Provisorien verhinderte ich den Durchbruch in die Nachbarwohnung und war glücklich, als die Nagewut scheinbar von einem auf den anderen Tag aufhörte. Ich wog mich in Sicherheit. Phase überstanden?! Die folgenden Tage war es verdächtig ruhig im Vogelzimmer. Aber jedes Mal, wenn ich die knarrende Tür öffnete, flatterte es kurz und noch bevor ich den Kopf durch den Spalt stecken konnte, saßen sie alle einträchtig und mit unschuldigem Blick auf dem Käfig.

Kurz vor Silvester machte ich dann meinen Jahresputz, bei dem ich auch alle Möbel abrücke, um dahinter zu saugen und zu wischen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir dabei das halbe Sofa in Granulatform entgegen kam. Boah, war ich stinkig!

wellensittiche blog_minerva im käfigAuf meinen hochemotionalen Post auf Instagram kamen dann Tipps, wie „laut ‚Nein!‘ sagen“ oder „verscheuchen“ und „einsperren“. Aus dem ersten Impuls heraus sicher menschlich. Nur leider verstehen Wellensittiche den Zusammenhang nicht, vor allem, wenn man sie nicht inflagranti erwischt, was bei meiner Tür und einem separaten Vogelzimmer nahezu unmöglich ist. Auch wenn uns unsere Tiere manchmal in den Wahnsinn treiben, ist Prävention besser als vermenschlichte Erziehung und Bestrafung. Also kaufte ich mir am Folgetag ein gigantisches Laken und deckte das Sofa ab. Jetzt kommt keiner mehr an das Rattan heran. Ich kann mich nun zwar auch nicht mehr draufsetzen, aber das ist… nun ja, mein Pech! Um zu verhindern, dass gleich wieder an die Tapete gegangen wird, habe ich große Weidentunnel und Weidenkugeln gekauft. „Äh, was sagst du?“ Ok, ‚kaufen lassen‘ soll ich schreiben, moppert mein Freund aus dem Nebenzimmer. Also, wie auch immer, wir haben Alternativen geschaffen, auf die wir jetzt die Aufmerksamkeit unserer Wellensittiche lenken.

Kurz und knapp: Habt ihr auch fliegende Abrissbirnen, dann legt euch nicht mit ihnen an. Ihr werdet eh den Kürzeren ziehen. Anbrüllen, einsperren, verjagen usw. macht das Verbotene noch spannender. Besser ist es, neue Anreize zu schaffen und das Interesse der Wellensittiche auf erlaubte Dinge umzulenken. Das schont die Nerven und ist tiergerechter!

Im Cafe denke ich beim letzten Schluck Latte-Macchiato wieder an die Definition aus dem Internet: „Arbeitet in der Kreativ-Branche…“ Es lässt sich definitiv nicht leugnen, dass wir Wellensittichhalter/innen mit Sicherheit die erfindungsreichsten und unkonventionellsten aller Tierhalter sind! Natürlich ist mir bewusst, dass die Lakenlösung nicht für die Ewigkeit ist. Bevor ich aufstehe und das Cafe verlasse, schnappe ich mir nochmal meinen Block und den Bleistift und rechne: ca. 714.000 cm² Rattan hat mein Sofa für 799,90 Euro. Würde ich die selbe Menge in Weidenkugeln haben wollen, wären dies rund 3.550 Kugeln für ingesamt 7.455 Euro. Kurzerhand beschließe ich, meinen Wellensittichen künftig einmal jählich ein neues Sofa zu kaufen. Damit ist nun auch mein „hohes Maß an Work-Life-Balance“ wieder hergestellt und ich kann zufrieden meinen Luxus-Kinderwagen wieder nach Hause schieben.

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Rückblick 2018

„An Kindern merkt man, wie schnell die Zeit vergeht“, heißt es immer und in der Tat kann ich es kaum glauben, dass schon wieder ein Jahr rum ist. Mir ist, als wäre es gestern gewesen, als ich am Laptop saß und den Rückblick 2017 verfasst hatte. Ich möchte nicht lügen, aber seit Einsetzen meiner Erinnerungen kann ich mich an kein besseres und glücklicheres Jahr als 2018 entsinnen.

Wie sicher die meisten wissen, bin ich Ende 2017 Mutter eines kleinen Sohnes geworden. Im gesamten Jahr 2018 bin ich daher in Elternzeit gewesen und habe neben dem Alltag mit Kind und Wellis auch viele Projekte und Dinge umsetzen können, zu denen mir bisher immer die Zeit gefehlt hat.

Vermittlungswellensittiche 2018Im Januar hatten wir als Pflegestelle den bisher größten Schwarm aufgenommen: zwei Elterntiere mit sechs Jungtieren. Die Eltern haben wir nach langem Zögern behalten, da der Hahn Megas-Patient (Macrorhabdiose) ist und lange separat behandelt werden musste. Für die Jungvögel haben wir richtig tolle, neue Zuhause gefunden. Da meine Freundin Jessi und ich strenge Kritierien an die neuen Zuhause von Vermittlungswellis haben, zogen die letzten Küken erst Ende März aus. Das Warten und Suchen hat sich aber gelohnt und allen Wellensittichen geht es wunderbar. An der Stelle liebe Grüße an Yiek, Hugo und Albert, Hansi, Nina und Tonks.

 

hundkatzemaus Diana Eichhorn Wellensittiche VOX Wencke Im Februar bin ich spontan vom hundkatzemaus-Team wegen eines Drehs über die häufigsten Fehler in der Wellensittichhaltung angesprochen worden. Der Drehtag war sehr aufregend und eine außergewöhnliche Erfahrung für mich und meine Wellensittiche. Die Folge war dann am 17. März 2018 auf VOX zu sehen und hat für ein großes Echo unter Wellihaltern gesorgt. Besonders gefreut habe ich mich über die vielen Zuschriften von Haltern, die ihre Tiere bisher in Einzelhaltung und/ oder zu kleinen Käfigen hielten und nach der Folge dies zum Positiven geändert haben.

Wencke_rbbKurz nach der Ausstrahlung im März kam ein Filmteam des rbb auf mich zu. Sie wollten für einen kurzen Einspieler mit mir in meinem Vogelzimmer drehen. Die Regie dachte sich wohl, dass es total lustig sei, einen „Fashion Punk“ zu zeigen, der scheinbar mit jemandem außerhalb der Kameraeinstellung flirtet und statt eines coolen Typen kommt dann ein Wellensittich angeflogen. Icaro war so nett und ließ sich trotz der aufregenden Kameratechnik und etlicher Wiederholungen artig per Handzeichen locken und auf meinem Finger nieder. Leider wurde der Trailer noch nicht ausgestrahlt, weshalb ich das Material nicht zeigen darf. Nur ein Foto hinter den Kulissen… *alleMalLachen* 😀

Im Niemandsland 2018 Hinter den Kulissen Filmtier WellensittichIm April flatterte uns der nächste Auftrag ins Haus. Für einen Spielfilm, der kurz nach dem Mauerfall spielt, wurde ein Wellensittich gesucht. Zwar ist die Szene, in der Numidio zu sehen sein wird, nur sehr kurz, aber seine Rolle als „Willi 3“ im Minikäfig ist Sinnbild für die Mauer… bla bla bla… so zumindest der Regisseur. Der Film „Im Niemandsland“ wird vermutlich erst dieses Jahr gezeigt.

 

Tierschutzfestival Berlin 2018Mein persönliches Highlight in Sachen „Wellensittiche“ war das Tierschutz Festival im Mai in der Kulturbrauerei Berlin. Hier hatte ich mit Welli-Freunden an einem Stand zur artgerechten Haltung von Wellensittichen beraten. Ich war schockiert, wie viele Wellensittiche noch einzeln gehalten werden und wie vehement die Halter/innen ihre Haltungsform verteidigen. Dennoch konnten wir einen Beitrag zur besseren Haltung bieten und Aufklärung leisten.

Ganz im Sinne meiner gesammelten Eindrücke startete ich im Mai/Juni die umfangreiche 10-teilige Serie „Basiswissen Wellensittiche“. In dieser Serie gehe ich leicht verständlich auf die zehn wichtigsten Punkte in der Haltung von Wellis ein und hoffe, über die diversen Social Media-Kanäle möglichst viele Menschen abzuholen. Besonderen Schwerpunkt habe ich dabei auf meinen YouTube-Kanal gelegt, da erfahrungsgemäß dort die meisten unerfahrenen Halter über Videos versuchen an Informationen zu kommen.

Bis Ende Juli/ Anfang August haben wir beschlossen, unsere Vermittlungsvoliere im Wohnzimmer abzubauen, da mein Sohn immer lebendiger geworden ist und anfing, alles aufzumampfen, was aus dem Käfig fiel. Natürlich bieten wir immer mal wieder einem Notfall eine mehr oder weniger lange Unterkunft bis zur Vermittlunga, aber nicht mehr in dem Umfang, wie von Dezember 2017 bis August 2018. Die bis zu 17 Wellensittichen in fünf Käfigen in drei Zimmern wurden mir zunehmend etwas zu viel… zumal der Sommer echt heiß, das Baby echt agil und ich „schon wieder“ schwanger bin. 😉

Zu Beginn der Elternzeit hatte ich mir eigentlich vorgenommen ein Buch zu schreiben. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder so nette und positive Rückmeldungen von euch erhalten, dass ich dieses Projekt wahr werden lassen wollte. Und wenn nicht während der Elternzeit, wann dann? Mit 12 Wellis, zwei Kindern, einem Fernstudium und einem 40-Stunden-Job so ein Projekt umzusetzen… eher nein! Wie ihr euch am „eigentlich“ schon denken könnt, ist daraus nicht mehr als ein vages Konzept und ein paar angefangene Kapitel geworden. Das ist aber nicht weiter schlimm, da ich Seit Mitte des Jahres in der Papageienzeit, einem Magazin für Sittich- und Papageienhalter, zwei Rubriken übernommen habe: die Kinderseite „Wenckes Wellis“ und den Extrateil „Wellis Welt“ für interessierte Wellensittichhalter. Im selben Verlag erscheint seit September auch das neue Magazin „HausTier Umschau“, das kostenlos in vielen Tierarztpraxen in Deutschland ausliegt oder über einige Futtermittelshops verteilt wird. Hier schreibe ich ebenfalls exklusiv für die Wellensittich-Rubrik.

Zur gleichen Zeit habe ich im Sommer einen viermonatigen Fortbildungskurs im Onlinemarketing belegt, dessen Inhalte ich gleich zur Verbesserung der Webseite anwenden konnte. So gibt es jetzt zum Beispiel unter „Themen“ eine Übersicht über alle bisher erschienen Blogbeiträge in chronologischer Reihenfolge und die Homepage ist um die Kategorie „Produktempfehlungen“ erweitert worden. Damit kann ich einen Großteil der Fragen zuvorkommen, woher ich viele meiner Sachen im Vogelzimmer her habe. Außerdem gibt es seit November einen monatlichen Newsletter, für den man sich hier separat anmelden kann. Mit dem Newsletter kann ich jahreszeitlich passende Themen ansprechen und auf aktuelle Termine hinweisen. Auch im November konnte ich mein Wissen in dem Ersten-Hilfe-Kurs für Papageienhalter auffrischen, der von der Vogelpraxis von Frau Dr. Kling und Frau Feder regelmäßig angeboten wird.

Das Jahr endete trotz all dieser vielen positiven Entwicklungen leider mit dem Verlust meines Wellis Numidio, bei dem Anfang Dezember ein Nierentumor festgestellt worden ist. Am 27. Dezember war es dann leider so weit und wir mussten uns von ihm verabschieden, da seine Atmung zunehmend schlechter geworden ist und der Tumor auf innere Organe und Nerven gedrückt hat. Wir vermissen den lebhaften, zutraulichen Welli sehr. Dennoch sind wir sehr glücklich, dass wir nach dem Horrorjahr 2017 ein gutes Jahr keine Verluste zu beklagen hatten, sondern übers Jahr verteilt sogar insgesamt sechs Wellensittichen ein neues, dauerhaftes Zuhause bieten konnten: neben Daphna und Daedalo, den Elterntieren aus dem Januarfall, kamen noch Ottaviano, ebenfalls starker Megas-Patient, die Fundhennen Ippolita und Minerva sowie Tibero zu uns.

Was erwartet euch im Jahr 2019? Ich werde versuchen, mit Beiträgen weiterhin gegen die Einzelhaltung vorzugehen und verstärkt auf die Probleme der (sinnlosen und unwissenden) Vermehrung von Wellensittichen in Laienhaltung hinzuweisen (Stichwort „Ich habe erst seit zwei Wochen Wellis und hänge jetzt mal einen Nistkasten rein, weil ich unbedingt eigene Küken brauche“). Diese beiden Themen vermehrt in die Öffentlichkeit zu bringen, soll helfen, dass Tierleid zumindest etwas zu verringern. Ich bitte jeden von euch, einen Beitrag zu leisten und online sowie offline Laien höflich, aber bestimmt über die fatalen Folgen aufzuklären.

Trotz der großen Ankündigungen wundert euch nicht, wenn das erste Quartal 2019 etwas ruhiger wird. Ich erwarte Ende Februar/Anfang März unser zweites Kind. Dennoch würde ich mich freuen, wenn ihr – wie in den letzten Jahren auch – an der Themenabstimmung teilnehmt, damit ich weiß, welche Themen euch aktuell am meisten interessieren.

Ein gesundes und glückliches Jahr 2019 wünscht euch und euren Wellensittichen,

eure Wencke