Wellensittiche richtig fotografieren

Wellensittiche sind einfach toll! Aber geht es euch nicht auch so, dass man die eigenen Plüschies am niedlichsten findet? In diesem Blog möchte ich ein paar Tipps & Ideen zur Wellensittich-Fotografie geben.

Ich nutze die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, um unter anderem meinen PC aufzuräumen und stelle dabei fest, dass sich in den letzten zwei Jahren* einiges an Bildmaterial angesammelt hat, obwohl ich sehr großzügig beim Aussortieren und Löschen von Bilder bin! Ziemlich überrascht stelle ich fest, dass ich mit dem aktuellen Fotobestand knapp 20 Jahreskalender füllen könnte – mit täglich wechselndem Motiv!!!

Mit den Wellensittichen kam auch mein Interesse für die Fotografie. Um eine liebe Freundin nicht dauernd mit Welli-Shootings nerven zu müssen, schaffte ich mir vor ein paar Monaten selber eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) an. Einige Tipps werden sich daher auf DSLRs beziehen, andere sind allgemeingültig. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man mit einer „richtigen“ Kamera natürlich bessere Ergebnisse (bezogen auf die Bildqualität) erhält, als beispielsweise mit einer Handykamera.

Überlegungen zum Motiv
Ja, oft verleitet ein süßer Blick oder eine lustige Situation zum Griff nach der Kamera. Für ein schönes Erinnerungsfoto, ein Kalenderblatt oder ein Poster sollte man sich aber im Vornherein grob überlegen, was, wo und wen man fotografieren möchte (zum Beispiel: Wellensittichhenne X beim Baden im Salat auf dem Käfigdach). Ich lege großen Wert darauf, dass ich meine Tiere immer in den für sie typischen Situationen zeige. Planen kann man bei „wilden Wohnzimmerwellis“ natürlich nichts, aber man kann Settings vorbereiten und sich dann mit der Kamera auf die Lauer legen. Ist also wie angeln, nur dass bei erfolgreichem Ende keiner stirbt 😉

Aus Erfahrung weiß ich, dass Gruppenfotos mit Wellensittichen mindestens eine gleichgroße Herausforderung ist, wie das jährliche Weihnachtsfoto mit der Familie: einer tanzt aus der Reihe, der nächste will nicht auf’s Bild, ein weiterer befindet sich nicht im Schärfebereich der gewählten Kameraeinstellungen. Ich habe daher beschlossen, keine solcher Gruppenfotos mehr zu machen und mich lieber auf Nahaufnahmen zu konzentrieren oder Interaktionen zwischen max. drei Tieren einzufangen.

Shooting vorbereiten
Nun kommt der aufwendigste Teil, denn die Überlegungen zum Motiv müssen umgesetzt werden. Unschön sind zum Beispiel Gitterelemente oder viele (farbige) Alltagsgegenstände im Hintergrund, die das Bild unruhig wirken lassen und den Wellensittich in einer völlig atypischen Umgebung zeigen. Auch sollte man auf Verunreinigungen durch Vogelkot achten – dass man gerade den Käfig grundgereinigt hat, scheint auf einige Wellis „verdauungsfördernt“ zu wirken. Ich fotografiere meine Vögel immer auf ihren Lieblingsspielplätzen (bestehend aus Korkröhre, Ästen oder Weidenkugeln) oder vor der homogen cremefarbenen Tapete.

Wellensittich BriciolinoUm den Stress für die Tiere zu minimieren, ist es wichtig seine Tiere regelmäßig zu fotografieren (die Bilder können nach ein paar Auslösern wieder gelöscht werden). Gerade bei DSLR-Kameras können untrainierte Wellensittiche sich durch das charakteristische Klacken erschrecken. Panische Wellensittiche sind nicht nur für’s Foto unschön! Da das Tierwohl an erster Stelle steht, sei hier darauf hingewiesen, dass man nur gesunde Tiere fotografieren sollte und bei Schlaf- oder Fressaufnahmen besser gänzlich auf Nahaufnahmen verzichtet. In Vorbereitung auf ein Shooting löse ich die Kamera immer mehrmals weit weg von den Wellis aus. Dann nähere ich mich vorsichtig. Wenn sie ruhig weiterspielen und sich durch mich nicht stören lassen, dann fange ich an. Wellensittiche trainiert? Alles geputzt? Lappen liegt bereit? Setting und „Requisiten“ sind vorbereitet? Dann geht’s los!

Erfahrungsbericht DSLR (Verschlusszeit, Blende, Brennweite)
Jetzt kommt das Wohnzimmerdilemma: Die Kameraeinstellungen sind sehr individuell und richten sich nach den Lichtverhältnissen und der konkreten Position im Raum. Ich habe unter dem Reiter Fotoarchiv einige Bilder hochgeladen. Unter allen steht, welche Verschlusszeit, Blende und Brennweite ich genutzt habe. Je nach Tageszeit und Wetter habe ich im Zimmer sehr unterschiedliche Lichtverhältnisse. Da mein Fenster zur Westseite liegt, habe ich morgens mehr mit Unterbelichtung und abends mehr mit Überbelichtung bei ein und der selben Einstellung zu kämpfen. Gehen wir aber von einem hellen Raum mit indirektem Licht aus, so kann man folgende Richtwerte bei einem Standardobjektiv (zum Beispiel 18 – 135 mm) nehmen:

  • Blende bei max. f/5.6
  • Brennweite bis 135 mm
  • Verschlusszeit ca. 1/60 Sek. bei schlafendem Welli, ca. 1/150 Sek. bei Welli in langsamer Tätigkeit (gucken, singen, fressen), ca. 1/400 Sek. bei Welli mit schnellen Bewegungen (baden, spielen) und ab 1/500 Sek. bei Aufnahmen im Flug
  • Bilder, wenn möglich, immer im RAW-Format machen (wichtig für die nachträgliche Bildbearbeitung)
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Glühwürmchenwelli – kleiner Scherz, aber bitte kein Blitz!

Wichtig: Wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, lieber den Fototermin verschieben, als zum Blitz zu greifen! Da Wellensittiche fluoreszierendes Gefieder haben, wirken die Farben durch den Blitz grell und unnatürlich. ‚Neonfarbener Knallbonbon auf Ast‘ ist schließlich selten das gewollte Ergebnis eines Shootings!

 

 

Genauso wichtig wie die Lichtverhältnisse ist der Fokus. Bei Wellensittichen sollten in Minimum Schnabel UND Augenpartie im Schärfebereich liegen, am besten jedoch der ganze Vogel (es sei denn, es ist eine gewisse Dynamik im Bild gewünscht)!

Bildbearbeitung
Die Bilder sind ‚im Kasten‘? Toll, dann nichts wie ran an den PC! Da in der Regel bei einem Fototermin viele Bilder entstehen, empfehle ich sich alles im Schnelldurchlauf anzusehen und misslungene Bilder gleich zu löschen. Je nach Programm lassen sich die Bilder auch per Stern oder Note markieren. Am liebsten sind mir meine 5-Sterne-Fotos: Diese Bilder muss ich nicht mehr nachbearbeiten und brauche sie nur noch von RAW in JPG umwandeln.

Je nach Bildbearbeitungsprogramm lässt sich mit wenigen Klicks eine leichte Unterbelichtung aufhellen, ein harmonischer Bildausschnitt wählen und per Weißabgleich die Farben korrigieren. Ich nutze das kostenfreie GIMP am liebsten (Handbuch hier), da man im Netz viele Infos und Tutorials findet.

Fotos, bei denen der Hintergrund zu unruhig/unharmonisch ist, kann man freistellen und in eine neutrale Umgebung setzen. Leicht verständliche Videos findet man bei YouTube, beispielsweise hier.

Ist der Hintergrund unschön? Kein Problem: einfach „verwischen“. In dem Tutorial wird gezeigt, wie es geht.

So, das war’s für’s erste 🙂 Vielleicht könnt ihr den einen oder anderen Tipp für euch mitnehmen und umsetzen. Ich würde mich über Feedbacks und/ oder eure Bilder freuen. Bei Fragen einfach ins Kommentarfeld schreiben.
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* Seit November 2013 habe ich nach knapp sechs Jahren Pause wieder Wellensittiche.

Hiobsbotschaften

Bei einem Papageientreffen wurde fröhlich in die Runde gefragt, ob jeder denn dieses Jahr schon mal beim vogelkundigen Tierarzt für den Jahrescheck war. Ich zwang mich zu einem Lächeln – ist die Vogelpraxis in den letzten Monaten doch zu so etwas wie meinem zweiten Zuhause geworden.

Eigentlich wollte ich meine freie Woche nutzen, um den zweiten Teil meines Videos über Beschäftigungsmöglichkeiten für Wellensittiche zu erstellen. Doch dann kam alles anders… Anfang Oktober berichtete ich von dem Bauchbruch (Hernie) bei Violetta. Da sie in Folge der Behandlung testweise Hormone (Durateston) bekam, sollte ich acht Wochen später zur Nachkontrolle kommen. Violetta geht es inzwischen auch wieder besser – nur leider ist ihr Gewicht dank Briciolino wieder von 49,8 g auf 59,9 g angestiegen.

Da ich die nierenkranke Chiocciolina zur ‚Kralliküre‘ mitnehmen wollte, fing ich beide Mädels schon am Abend vorher ein. Klar – es wurde lautstark protestiert und klar – man war bockig. Während Violetti, die eh schon einen Groll auf die Krankenbox hegte, fröhlich anfing den Käfig zu zerlegen, trat Chiocciolina in den Hungerstreik und saß wie versteinert auf dem oberen Seil.

Am nächsten Morgen wurden wir herzlich begrüßt – man kennt sich schließlich schon! Im Behandlungsraum wurden beide Mädels untersucht und mir geraten, von Chiocciolina ein Röntgenbild machen zu lassen. Ich tigerte derweil nervös durchs Wartezimmer, während ich im Behandlungsraum erst die eine, dann die andere Henne brüllen hörte. Ich versuchte mich zu beruhigen: „Solange meine Mädchen brüllen können“, sagte ich mir, „sind sie noch unter den Lebenden.“

Das Röntgenbild hingegen war weniger komisch und mir verschlug es fast die Sprache: Meine kleine Schnecke hat ein vergrößertes Herz, eine vergrößerte Leber, Pilzbefall der Atemwege und eingefallene Luftsäcke – zusätzlich zu der Niereninsuffizienz. Die Prognose der Tierärztin, „Wundern Sie sich nicht, wenn die morgens mal tot im Käfig liegt“, war ein Schock für mich, obwohl ich mit solch einer Diagnose etwas schon gerechnet habe, seit mein Baby vor zwei Jahren zu mir gekommen ist.

Daheim angekommen ging der Horror weiter: Während Violetta wieder durch das Zimmer watscheln konnte (ja, watscheln – daher auch der Spitzname „kleine Ente“), setzte Chiocciolina ihren Hungerstreik im Quarantänekäfig fort. Da half es auch nicht, dass sich der Schwarm solidarisch auf dem Käfig niederließ, von dort im wahrsten Sinne des Wortes auf das Antibiotikum schiss, ich den Innenraum mit Kolbenhirse spickte und Violetti von außen versuchte, die Gitterstangen zu schreddern.

Am Folgetag entschied ich mich, Filuzzo zu der Patientin in den Käfig zu setzen. Zwar frisst die Kleine immer noch nicht, aber lässt sich wenigstens von ihrem Partner füttern und kraulen – immernoch auf dem oberen Seil sitzend, auf dem sie nun schon seit vier Tagen wie versteinert ausharrt. Wenn das so weitergeht, dann frag ich mich, wie das Triplo an Baytril, Itrafungol und Catus/Crataegutt in den Vogel kommen soll.

Um mich abzulenken, bastle ich etwas an dem Layout meiner Seite. Der Blog auf der Startseite ist nun viel übersichtlicher und es gibt mit Fotoarchiv einen neuen Reiter. Derweil ist hier der totale Wahnsinn ausgebrochen: Ich bin permanent damit beschäftigt Violetta davon abzuhalten die Lackierung des Krankenkäfigs und/oder des Montana Cages zu fressen, Icaro und Briciolino hopsen laut quickend auf dem Dach über Filuzzo hinweg (ja, ich weiß, echte Liebe gibt es nur unter Hähnen) und Antonia brüllt sich die Seele aus dem Leib, in der Hoffnung beachtet zu werden. Nur eine sitzt da und streikt schweigend: Chiocciolina!

 

 

 

 

 

Gähnende Langeweile? Nicht mit diesen Tipps & Tricks

Die Tage werden kürzer und die Sonne lässt sich nur noch sehr selten Blicken. Nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Wellensittichen setzt der Winter-Blues ein.

Im ersten Teil meines kurzen Video-Clips dreht sich alles um das Thema „Foraging“, also das Suchen und Erarbeiten von Futter. Die Tipps & Tricks sind leicht umzusetzen, eigenen sich auch für Anfänger und verursachen keine Mehrkosten. Gerade das Umstellen der Futterplätze beansprucht keine Zeit, wenn ihr euch vorher 2 -3 Plätze ausgedacht habt.

TIPP Schreibt euch einen Wochenplan – dann muss man morgens, wenn es eh schon stressig ist, nicht lange nachdenken. Zum Beispiel:

  • Montag: Futternäpfe in Position 1
  • Dienstag: Hirse in der Buddelkiste verstecken + Futtermischung 1
  • Mittwoch: Möhrchen zum Schreddern in den Käfig klemmen + Futtermischung 2
  • Donnerstag: Futternäpfe in Position 2 + Keimfutter ansetzen
  • Freitag: Futtersuche außerhalb des Käfigs + Teewasser anbieten
  • Samstag: Keimfutter verfüttern (Käfig danach gründlich reinigen) + Basilikum/ Hirse aus der Handfüttern (spielen)
  • Sonntag: Futtersuche nur im Käfig, aber auf unterschiedlichen Ebenen + Gurke aus der Hand füttern (spielen)

WICHTIG: Jede Art von Futterspielen setzt vorraus, dass eure Tiere gesund sind und die Futterstellen auch erreichen können! Trainiert lieber in kleinen Schritten und lasst eure Tiere niemals hungern!

Neben den im Video gezeigen Futterspielen könnt ihr auch Folgendes tun:

  • Hirse in einer Korkröhre oder einem Weidentunnel verstecken
  • Grünfutter/Hirse aus der Hand füttern (auch das ist Abwechslung für die Wellis)
  • Trinkwasser mit stark verdünntem Tee (zum Beispiel Kamille) versetzen
  • Selbstgebackene Körnerkugeln anbieten*

*Rezept für acht Körnerkugeln: Gemüsebällchen
– eine kleine Möhre
– eine kleine Kartoffel
– 4-5 Blätter Basilikum
– 2 EL Körnerfutter/ Keimfutter

Die Kartoffel ohne Salz kochen (zum Beispeil wenn ihr für euch Pellkartoffeln macht) und später das Möhrchen hinzugeben. Beides in einen Topf mit wenig Wasser garen. Übriges Wasser abgießen und beides stampfen. Wenn der Teig klebrig wird, Basilikum und Körnerfutter hinzugeben. Kleine Kugeln formen und bei ca. 80 Grad Celsius rund 20 Min. im Ofen trocken lassen. Wenn die Bällchen hingegen zeitnah verfüttert werden sollen, würde ich die Bällchen nur an der Luft trocken lassen, da so der Nährstoffgehalt der Körner nicht verloren geht.
Das Rezept ist bewusst ei-, zucker- und honigfrei; die Kartoffelstärke hält alles zusammen.

 

Giftalarm?!?

Es scheint eine Gesetzmäßigkeit der Natur zu sein, dass kleine Lebewesen keine gegarten Möhrchen mögen und dass große Lebewesen es am Liebsten mögen, ebendiese Möhrchen in kleinen Lebewesen zu stecken.

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hier uns: Nach über drei Wochen sind Sunny und Purzel frisch gebadet, gefüttert und vollständig durchgemausert von ihren Wellieltern wieder abgeholt worden. Die Zeit ging schnell vorbei und die beiden sind immer herzlich willkommen. Bereits im Februar wird es wieder der Fall sein – oder wie es zwischen uns zum „Running gag“ geworden ist: „Bis zur nächsten Mauser!“

Die Mauser hat momentan alle Schwarmmitglieder voll im Griff: Violetta sieht aus wie ein gerupftes Suppenhuhn und Antonia lässt selbst Experten staunen: Seit Donnertag wächst ihr ein Federkiel aus dem Augenlid! Nachdem ich am Abend zuvor der Vogelpraxis eine Nahaufnahme geschickt hatte, erhielt ich am Freitagvormittag einen Anruf von dem Praxisteam. So etwas kommt auch nicht alle Tage vor und man riet mir, den (durchbluteten) Federkiel erst einmal in Ruhe zu lassen, solange sich Antonia daran nicht stört. Da ich demnächst mir Violetta zur Nachkontrolle wegen des Bauchbruchs muss, werde ich Antonia dann mitnehmen.

Während der Mauser ist eine ausreichende Vitaminzufuhr besonders wichtig. Kieselsäure sorgt für gesunde und glänzende Federn und ist in Gurke enthalten. Da Gurke aber sehr viel Wasser enthält und Welli davon flüssigen Kot bekommen, sollte sie nur in Maßen gefüttert werden. Glücklichweise lieben meine Plüschies alles was grün ist – inklusive meines Kapuzenpullis (jetzt Wellipulli)… und damit kommen wir zum eigentlichen Drama, das sich heute morgen in der Voliere abspielte.

Seit zwei Jahren versuche ich immer wieder erfolglos Möhren in die Flauschkugeln zu bekommen. Karotten wären einfach die ideale, gesunde Knabberstange: reich an Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Eisen, das für die Blutbildung wichtig ist, Mineralstoffe Kalzium und Zink sowie die Vitamine C & K und Folsäure! Ein echtes superfood, das ich diesen Sommer sogar selber in meinen Balkonkästen anpflanzte, um absolute Schadstofffreiheit zu garantieren… schön, dass wenigstens das Möhrengrün wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde.

Während ich die letzten zwei Jahre also den Hampelmann vorm Käfig mache, um den Kleinen meine Powermöhrchen schmackhaft zu machen, werden diese nicht mal mit dem Plüschpopo angesehen. Da kann ich machen, was ich will: am Stück, geschnitten, gewürfelt, julienne, gehackelt, geschreddert, gerieben, in Scheiben oder Blöcken – nix zu machen! Letzte Woche aber laß ich im Blog der Papageienbäckerei von gegarten Möhrchen in Kartoffelbällchen. Klar, dass ich diese letzte aller Möglichkeiten nicht auslassen wollte und bereitete am Samstagabend für das Sonntagsfrühstück alles vor.

Kaum waren die Möhrchenbällchen im Käfig, war der Käfig auch schon wellifrei. Panisch flogen alle sechs durch das Zimmer und brüllten ganz Berlin zusammen, als würde ich sie vergiften wollen. Ich blieb hart. Heute gibt es Möhrchen! Bockig sitzen wir vor dem Käfig. Schließlich siegt der Hunger – zumindest bei mir. Ich gehe in die Küche und höre plötzlich leise Tippelgeräusche auf dem Käfigboden. Die Gemüsebällchen scheinen zu schmecken.

Ganz euphorisch zerhacke ich abends eine weitere gegarte Möhre – man muss schließlich dran bleiben, denke ich. Damit das Möhrchen nicht übersehen wird, stelle ich den Futternapf auf die Anflugklappe des Käfigs. Bereits kurze Zeit später wuseln alle Wellensittiche im Topf rum. Solz stehe ich vor dem Käfig, um die leere (!) Tonschale wegzuräumen. Ich werde erwartungsvoll angesehen. Wieso eigentlich? Es war doch eine ganze gegarte Möhre! Hunger dürften die sechs eigentlich nicht mehr haben…

„TSCHÖÖÖÖÖP!“, werde ich angebrüllt, während sich der lauwarme Möhrchenbrei einen Weg durch die Unterseiten meiner Socken sucht. Ich seufze und tippel auf Zehenspitzen zum Regal mit dem Körnerfutter…

Viele Grüße nach Thailand…

… man hört uns doch bis dort hin, oder?

Nicht nur Wellimama und Wellipapa machen Urlaub, sondern auch Sunny und Purzel. Im 5 Sterne-Wellness-Hotel mit Vollpension und zweimal täglich Zimmerservice lassen es sich die beiden noch eine weitere Woche richtig gut gehen. Über die Tatsache, dass im Spa-Bereich gestern Federn vom Vorgänger lagen, haben sie sich heute in aller Frühe bei der noch leicht verpennten Rezeptionisten beschwert. Kommt nie wieder vor, versprochen!

Auf Wellimama und Wellipapa warten natürlich noch mehr schöne Bilder ihrer Lieblinge!

Die Glücksfederchen

Wie ihr wisst, bin ich seit dem Tod von Antonella und der guten Erfahrung mit Filuzzo und Violetta eine Befürworterin von sogenannten Abgabewellis.

Alles begann mit einem Foto: Ich bot einer befreundeten Bekannten aus der Welli.net-Gruppe an, zwei ihrer aktuellen Vermittlungsfälle in diversen Facebookgruppen zu teilen. Neben einem Foto der beiden Wellensittich bekam ich auch ein paar Infos, die zukünftige Besitzer wissen sollten.

Zwar erhielten wir eine Menge Likes und Kommentare, aber leider meldete sich vier Wochen lang keiner, der die beiden aufnehmen wollte. Als Ende September der Käfig für weitere Notfälle gebraucht wurde, bot ich mich an, das Pärchen als Pflegekinder aufzunehmen. Inzwischen sind Antonia und Icaro ein fester Bestandteil unseres Schwarms. Wie es dazu gekommen ist und wie mein Freund reagiert hat? Auf den jeweiligen Seiten findet ihr Bilder und Informationen zu den beiden. <3

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass man sich vor dem Kauf beim Züchter oder in der Zoohandlung auch bei ebay Kleinanzeigen, im Tierheim oder bei privaten Pflegestellen nach Abgabetieren erkundigen sollte. Es warten so viele, süße Wellensittiche (und andere Tiere) auf einen schönen Platz in einem neuen, liebevollen Zuhause. Nur weil man einen Wellensittich nicht von Anfang an hatte, heißt es nicht, dass diese Tiere nicht auch zutraulich werden. Auch das Argument „kleine Küken sind aber so süß“, sollte man selber kritisch hinterfragen: 1. In Zoohandlungen und bei vielen Züchtern werden Wellis leider viel zu früh abgegeben und 2. sind Wellensittiche nach der Jungmauser (mit ca. 15 Wochen) nicht mehr von adulten Tieren zu unterscheiden. Daher meine Bitte: Gebt Abgabetieren eine Chance!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ältere Tiere oft zutraulicher sind, als jüngere. Briciolino ist mein kleiner Wirbelwind und kam erst nach über 1,5 Jahren mal zu mir auf die Hand, obwohl ich ihn habe, seit er 9 Wochen alt ist. Die vierjähigen Abgabewellis Violetta und Filuzzo hingegen kamen bereits am zweiten Tag neugierig zu mir.

PS: Wer jetzt Abgabewellis eine Chance geben möchte und Hilfe benötig, kann mich gerne ansprechen.

Glücklich vereint!

Ganze zehn Tage haben wir um Violetti gebangt: nun ist sie glücklicherweise wieder fit und darf wieder zu den anderen!

Nachdem ich Violetta am 3. Oktober als Notfall zur Vogelpraxis gebracht habe, durfte ich sie am folgenden Montag abholen. Vor Ort wurde noch das Röntgenbild besprochen: glücklicherweise hat Violetta keinen Tumor, dafür aber einen Bauchbruch und komplett verkalkte Knochen. Man wollte mir nicht glauben, dass das kleine Pummelchen überhaupt fliegen kann! Zu dem Zeitpunkt brachte sie auch stolze 64 g auf die Waage.

Lass mich sofort raus!

Ich war froh, dass ich mein Plüschie wieder mit nach Hause nehmen durfte. Weniger froh war Violetti: Sie musste eine Woche lang einzeln sitzen, brav ihr Antibiotikum trinken und sich schonen. Gar nicht so einfach, wenn Briciolino den ganzen Tag über ihr auf dem Käfigdach rumhüpft und Randale macht.

Quarantänekäfige sind doof!

Vorgestern kam dann von der Tierärztin das Okay zu einer Wiederzusammenführung und ich war erleichtert… Apropo erleichtert: Violetta wog nach einer Woche ohne Zufütterung durch Briciolino (und durch den Stress natürlich) nur noch 49,6 g! Auch wenn das eine ganze Menge ist in einer so kurzen Zeit, hoffe ich, dass die Kleine das Gewicht halten und vielleicht noch etwas verringern kann. Beim Freiflug am Morgen merkte man den Unterschied deutlich: aus meinem plüschigen Pummelchen ist ein flitzendes Hummelchen geworden!

 

 

Es gibt nichts Schöneres an einem Sonntagmorgen…

… als daran erinnert zu werden, dass man Wellensittiche hat.

Seit Donnerstag sind die langerwarteten Feriengäste wieder da. Nach dem Check bei der Tierärztin haben meine Freundin und ihr Mann die beiden Kleinen vorbeigebracht. Zwar waren Sunny und Purzel das letzte Mal im Februar bei mir, aber sie haben sich von Anfang an wie „Zuhause“ gefühlt – oder besser gesagt, als wären sie erst gestern hier gewesen.

Die erste Nacht lief auch wieder so ab, wie damals… Purzel und Antonia konnten sich auf der Schlafschaukel nicht einigen, saßen die gesamte Nacht Flügel an Flügel in dem blöden Ring und zickten sich an. Der Freitag war nur mit einem doppelten Espresso zu überstehen und ich fasste den Entschluss, am Samstag weitere Schlafschaukeln zu kaufen!

Mein genialer Plan ging auf: Am Samstagabend saßen sieben plüschige Engelchen in meiner Voliere und schlummerten den Schlaf der Gerechten (oder besser der „recht Lauten“). Was für ein raffiniert ausgebuffter Hund ich doch war, hatte ich die kleinen Scheißerchen so einfach austricksen können, dachte ich, während ich mich ins Bett kuschelte und langsam ins Reich der Träume hinüberglitt.

2:37 Uhr: Ich stehe senkrecht im Bett. Es scheppert und knallt, Wellensittiche fliegen wie verrückt in der Voliere umher. Ich mache schnell Licht an und sehe nach, ob alle OK sind. Wollte da jemand mitten in der Nacht die Schaukel des Nachbarn probesitzen?

Die Nachtruhe ist dahin: eine weitere halbe Stunde spielt man in der Voliere „Reise nach Jerusalem“. Egal, morgen ist Sonntag und ich kann ausschlafen. Da hatte ich meine Rechnung allerdings ohne Sunny gemacht. Der Miniaturgeier meiner Freundin erinnerte mich bereits um kurz nach 7 Uhr daran, wie schön es ist, Wellensittiche zu haben – ganz nach dem Motto: „Wer früher aufsteht, hat länger was von uns!“ Ich seuftze und schleiche in die Küche: erstmal ein Espresso!

Ihr fragt euch jetzt: Wer bitte ist Antonia, warum gibt es Sunny doppelt und was ist mit Violetta? Im nächsten Blog erfahrt ihr mehr!

Violetta, werde gesund!

Seit letztem Wochenende bin ich gesundheitlich etwas angeschlagen und hatte mich daher auf ein ruhiges Wochenende gefreut, aber es kam alles anders.

Schon vor ein paar Tagen fiel mir die Atmung von Violetta auf. Wir waren ja gerade erst vor einem Monat zur Kontrolle und trotzdem gefiel mir irgendetwas nicht. Am Freitagabend nach der Arbeit sehe ich dann eine dicke Beule in der Kloakengegend und richtige Pumpatmung. Bei allen Ziervogelbesitzern gehen da natürlich die Alarmglocken an: Legenot?

Hektisch schaue ich auf die Uhr: Es ist kurz nach 18 Uhr, die Vogelpraxis ist bereits geschlossen und am Samstag ist Feiertag. Die Hektik droht in Panik umzuschlagen. Ich schreibe der Vogelpraxis trotzdem eine Mail – vielleicht habe ich ja Glück! Während ich den Tränen nahe in meinem Kompendium der Ziervogelkrankheiten blättere, watschelt Violetta mit den anderen auf dem Käfigboden rum und frisst ihr Abendbrot… „Oder das ‚Letzte Abendmahl'“, denke ich.

Violetta und Briciolino

Gegen 20.30 Uhr bekomme ich eine Antwort von Frau Doktor. Morgen ist offiziell geschlossen und ich solle mich im Notfall besser an eine andere Klink wenden… oder aber ich könnte morgen früh Violetti bei der Tierarzthelferin abgeben und sie würde dann im Laufe des Tagen nach der kleinen Patientin schauen. Ich atme erleichtert auf! Legenot kann zwar innerhalb von 12 Stunden für Wellensittiche tödlich sein, aber nach meiner Einschätzung ging ich davon aus, dass Violetta die Nacht übersteht.

Die Definition „morgen früh“ ist in der Regel recht relativ zu betrachten, vor allem, wenn es sich um einen Samstagmorgen handelt. Bei meinem Freund zum Beispiel heißt „samstagfrüh“ so etwas wie „man könnte sich ja mal vor dem Abendbrot blicken lassen“, ich hingegen schlief die Nacht nicht gut und stand vorsichtshalber um 6.30 Uhr auf. Violetti atmete derweil immer schwerer und drückte sich gegen die Gitterstangen. Ich wartete und wartete und wusch ab und wartete und wartete. Um kurz vor 8.30 Uhr dann der ersehnte Anruf. Wie der geölte Blitz schnappte ich mir Violetti, setzte sie in die Transportbox und packte diese mit mehreren Lagen Handtüchern auf eine Wärmflasche in einen Jutebeutel.

Für meine Mitreisenden in der U-Bahn mag der Anblick einer zerzausten jungen Frau, die ihren Jutebeutel herzte und liebvoll mit ihm sprach, etwas verwirrend gewesen sein… Also nicht die Tatsache, dass jemand eine emotionale Verbindung mit seinem Jutetäschen eingeht, sondern eher, dass dies im (fast) hipsterfreien Charlottenburg geschah.

In der Vogelpraxis angekommen, mussten wir uns auch schon verabschieden. Ich drückte meine Nase an die Transportbox und Violetti stupste mit ihrem Schnabel zart dageben – eigentlich unser Abendritual. Ich schluckte und ging.

Am Nachmittag kam der Anruf der Ärztin: Violetta muss noch bis mindestens Montag bleiben mit Verdacht auf einen Lungeninfekt und ein Ödem oder Tumor. Letzteres wird das Röntgenbild hoffentlich aufklären. Während ich telefonierte, ist weiterhin die Hölle los im Zimmer: Briciolino schreit seit Samstagfrüh und fliegt bis zur Erschöpfung durch das Zimmer, bzw. rastet im Käfig aus. Wir hoffen alle nur eines: Violetti, werde gesund!