Federtraumwelt – Individuelles Vogelspielzeug im Test

Federtraumwelt bietet individuelles Vogelspielzeug. Die in liebevoller Handarbeit gefertigten Spielzeuge und Schaukeln stelle ich dir in diesem Blogbeitrag vor. Am Ende des Produkttests führe ich noch ein interessantes Interview mit der Inhaberin von Federtraumwelt – Claudias Vogelshop.

Federtraumwelt – Individuelles Vogelspielzeug

Immer auf der Suche nach Beschäftigung

Meine Wellensittiche lieben Schredderspielzeug. Besonders beliebt war in den letzten Jahren eine bestimmte Schredderkugel, die ich vom Preis-Leistungsverhältnis gut fand. Aber wie das Schicksal es so will, gibt es sie natürlich nicht mehr. Daher suchte ich im letzten dreiviertel Jahr nach Alternativen. Angebote gibt es viele und meine Wellis sind immer offen für Neues. Mir ist bei Vogelspielzeug wichtig, dass es frei von Schadstoffen ist, keine Gefahren durch Fäden oder ähnlichem ausgeht und dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Zwei Alternativen habe ich auf Amazon gefunden und nach einem Test in meine Kategorie Produktempfehlungen aufgenommen. Zwar habe ich dort keine Angaben zu möglichen Schadstoffen, aber sie scheinen sicher zu sein und haben einen akzeptablen Preis. Als ich meine Erfahrungen vor einigen Wochen auf Facebook teilte, meldete sich daraufhin Claudia bei mir. Sie stellte sich als Shopbesitzerin für individuelles Vogelspielzeug vor und fragte mich, ob ich nicht mal ihre Schredderkugel testen möchte.

Die Testprodukte von Federtraumwelt

Wellensittiche Blog Federtraumwelt Schredderball FlokiGrundsätzlich empfehle ich nur Produkte, von denen ich überzeugt bin und die auch vom Preis so sind, dass ich sie mir selber kaufe. Daher zögerte ich einen Moment, als ich bei Schredderkugel Floki den Preis von 10,99 Euro sah. Ob sich das lohnt? Die alte Schredderkugel, die ich bisher immer hatte, lag so bei 6-7 Euro und war an manchen Tagen in zwei Stunden fachmännisch in ihre Atome zerlegt… 😀

Wellensittiche Blog Federtraumwelt RockyAls zweites Spielzeug suchte ich mir Schredderturm Rocky in der Ausführung A aus. Hier war ich bezüglich des Preises schon optimistischer. Rocky besteht in der Ausführung A aus Balsaholz, Kork, Crushelpapier, Weidenkugeln und Flechtröhrchen aus weichem Bambus. Hier erschien mir der Preis von 12,85 Euro auf den ersten Blick als gerechtfertigt. Ich war sehr gespannt, wie die Produkte in Natura wirkten und wie meine Wellensittiche das Spielzeug annehmen würden.

Der Produkttest

Drei Tage nach der Bestellung waren beide Produkte bereits bei mir angekommen. Dafür, dass Claudia nicht Amazon ist, ist die Versandzeit phänomenal. 😉 Die Standardausführungen, verrät sie mir, habe sie immer auf Lager. Nur besondere Kundenwünsche dauern ein paar Tage länger. Dazu im Interview am Ende des Produkttestes aber mehr.

Wellensittiche Blog Federtraumwelt PaketAls ich das Paket öffnete war ich überrascht: Die beiden Produkte waren viel größer und farbenfroher, als ich sie mir vorgestellt hatte. Die Fotos auf ihrer Seite täuschen! Auch waren die beiden Spielzeuge ordentlich einzeln verpackt. Für ein „Einfrauunternehmen“ machte es einen sehr guten und professionellen Eindruck. Das Preis-Leistungsverhältnis kann sich auch auf jeden Fall sehen lassen. Hält man die Schredderbälle alle nebeneinander, sieht man, dass man für mehr Geld auch wesentlich mehr bekommt!

Wellensittiche Blog Schredderbälle im Vergleich
10,99 Euro – nicht verfügbar – 8,90 Euro – 7,90 Euro

Ich war richtig begeistert und freute mich auf die Reaktion meiner Wellensittiche. Denn am Ende sind die Vögel diejenigen, die entscheiden, ob ein Produkt gut ist oder nicht. Kaum hingen die Spielzeuge an der Kletterwand, schon wurden sie gründlich untersucht.

Nach einer Woche Testphase ist sogar noch etwas übrig, obwohl sich die Wellis täglich damit beschäftigen. Der Schredderball Floki hat zwar schon eine Tonsur erhalten, ist aber so üppig mit Schredderpapier gefüllt, dass meine Wellensittiche sicher noch einige Zeit brauchen, bis alles zerlegt ist. Mein Urteil lautet: definitiv empfehlenswert!

Interview mit Claudia von Federtraumwelt

Wencke: Liebe Claudia, erzähl mal, wie kamst du dazu Vogelspielzeug herzustellen?

Claudia: Oh, das ist eigentlich eine lange Geschichte, aber ich versuche mal die Kurzversion 😉 Das ganze fing schon Mitte der 90er an. Damals hatte ich schon 20 Wellensittiche. Das Vogelspielzeug, das ich in den ganzen Zoogeschäften sah, gefiel mir nicht. Es war mir zu fade und zu langweilig und meine Wellis zeigten damals auch Null Interesse daran. Also überlegten wir, meine Mutter und ich, was wir machen könnten, um sie zu beschäftigen. So kam es, dass ich nach und nach immer wieder was Neues bastelte: mal eine Schaukel aus Gräser, mal ein Vogelbaum aus Ästen, mal was aus Heu, etc.

Wencke: Du bist also auch Vogelhalterin! Wie viele Plüschies leben denn derzeit bei dir?

Claudia: Ja, ich habe hier zurzeit sechs Wellensittiche und 21 Nymphensittiche. Es ist gar nicht so einfach für Vögel etwas zu basteln. Gefällt ihnen was nicht, wird es nicht beachtet. Du siehst, meine Piepser sind sehr wählerisch und sehr streng, was meine Produkte angeht. Doch wenn ihnen was gefällt, dann zeigen sie es mir und das wird dann sofort bearbeitet.

Wencke: Ja, das glaube ich! 😀 Wie viele Produkte bietest du derzeit eigentlich an?

Claudia: Momentan biete ich um die 50 Produkte an. Da drunter sind verschiedene Hängebrücken, Schreddertürme, Schaukeln und Einzelteile, wie Lederschnüre, Balsaholz, etc.

Wencke: Welches Produkt kommt bei deinen Vögeln am besten an?

Wellensittiche Blog Federtraumwelt Kletterwürfel FlockeClaudia: Hier kommt einiges gut an, aber ganz besonders Dinge, die richtig gut geschreddert werden können. Sie lieben zum Beispiel das Balsaholz. Das wird ruck zuck vernichtet. Andere Piepser lieben aber auch meine Schredderröhrchen. Da sind sie lange beschäftigt! 😀 Sogar die Nymphies fahren drauf ab und die sind ja richtige Schisser. Zum Schlafen werden die Hängebrücken bevorzugt und tagsüber sitzen sie gerne auf dem Kletterwürfel Flocke. Ganz besonders die Namensgeberin des Würfels sitzt da gerne drauf. 😉

Im Grunde aber hat hier jeder Piepser seine eigenen Vorlieben. Jeder mag etwas anderes. Der eine liebt Balsaholz, der andere Kork und wieder andere Schredderpapier oder die Schredderröhrchen. Aber alles, was ich bisher hier zum Testen rein hing, kam sehr gut an. Was ebenfalls eine sehr gute Beschäftigungsmöglichkeit ist, das sind Lederschnüre. Ich knote sie zu und die Vögel entknoten sie wieder. Auf diese Weise sind wir alle beschäftigt. 😀

Wencke: Hahaha, jaja, die lieben Kleinen. Halten einen immer auf Trab! Aber hast du auch Lieblingsprodukte?

Wellensittiche Blog Federtraumwelt WeihnachtsbaumschaukelClaudia: Ich finde den Schredderturm Rocky toll, dann den Schredderturm Casper, die Schredderkugel Floki, meine Hängebrücken, die Kletterwürfel Flocke und Clyde… Mein Highlight bisher war – und da bin ich auch ein klein bisschen stolz auf mich – die Weihnachtsbaumschaukel. Wie man sieht, ein direktes Lieblingsprodukt hab ich eigentlich nicht. Ich liebe sie einfach alle und es macht immer wieder Spaß, sie zu basteln und was Neues zu erstellen.

Wencke: Du hast wirklich alles im Sortiment, was ein Vogelherz höher schlagen lässt! Aber Gesetz der Fall, ich habe besonders anspruchsvolle Wellensittiche: Kann man sich auch ein Spielzeug nach eigenen Vorstellungen von dir zusammenstellen lassen?

Claudia: Ja, aber selbstverständlich! Das ist für mich sogar ganz wichtig, dass mir ein Vogelhalter sagt, was seine Piepser bevorzugen. Schließlich gibt es Vögelchen, die manch eine Farbe oder ein Material nicht mögen. Wenn mir das gesagt wird, kann ich auch etwas basteln, das auch wirklich angenommen wird.

Wencke: Was ist dir in Bezug auf das Vogelspielzeug besonders wichtig?

Claudia: Mir ist die Gesundheit der Piepser sehr wichtig! Das heißt, dass ich keine Materialien verwende, die irgendwie behandelt wurden. Auch ist mir wichtig, dass sich die Vögel nicht verletzen können. Nehmen wir als Beispiel Schredderkugeln: Diese sind ja allgemein sehr beliebt, auch bei meinen Pipsern. Mittlerweile bastele ich diese Kugeln selber, denn als ich sie noch kaufte, blieben meine Wellis immer in den Kugeln hängen. Die Tiere konnten sich nicht allein befreien. Der Grund lag darin, dass sie es nicht schnell genug schafften das Material durch zu knabbern, denn es ist oftmals schlichtweg einfach zu dick.

Wencke: Ja, ungiftige Materialien und eine hohe Sicherheit der Spielzeuge sind in der Tat extrem wichtig. Schließlich beknabbern Vögel ja alles mit ihrem Schnabel! Wir haben jetzt schon so viel über die Produkte geredet… Wo kann man deine Spielzeuge denn überhaupt kaufen?

Claudia: Ich habe auf Facebook eine Seite. Man findet sie dort unter „Federtraumwelt- Claudias Vogelshop“. Dort stell ich meine Produkte vor. Außerdem kann man auf Videos und Fotos meine Sittiche mit den Produkten in Aktion sehen. Ich verwende aber auch gerne Plüschnymphies und einen Plüschwelli: So sehen die Kunden in etwa, wie groß die einzelnen Produkte sind.

Wencke: Ich habe ehrlich gesagt noch nie etwas über Facebook gekauft. 😀 Wie läuft ein typischer Bestellprozess dort ab?

Claudia: Da mir der persönliche Kontakt sehr wichtig ist, hab ich keinen Bestellbutton eingerichtet, sondern einen Nachrichtenbutton. Man kann mir also ganz bequem eine Nachricht senden. Auf diese Weise kann mir der Kunde auch seine individuellen Wünsche mitteilen, beispielsweise welche Farben gewünscht werden, der Durchmesser von den Holzstangen bei den Hängebrücken und so weiter. Über Facebook kann man mir auch schreiben, wann die Produkte geliefert werden sollen oder mir auch Löcher über die Materialien in den Bauch fragen 😉 Oder was einem sonst noch auf dem Herzen liegt. Sofern es mir möglich ist, beantworte ich gerne auch all diese Fragen.

Auch erkläre ich dem Kunden, warum ich zurzeit nur Vorkasse anbiete und warum ich bei den günstigen Produktpreisen auch nicht versandkostenfrei liefern kann. Ich habe nicht nur Kunden in Deutschland, sondern auch Kunden in Österreich und der Schweiz. Wenn die Versandkosten übernommen werden, dann verschicke ich selbstverständlich auch dahin.

Wencke: Und wie lange dauert es in der Regel, bis man als Kunde seine Ware erhält?

Claudia: Das kommt immer drauf an, was bestellt wird. Ist es ein großes Produkt, wie die Seegrasschaukel, kann das bis zu 14 Tage dauern. Die Produkte werden individuell angefertigt, wobei jedoch die Einzelteile, die ich für die meisten Produkte benötige, schon fertig sind. Bei den meisten Produkten jedoch geht die Ware allgemein 2 bis 3 Tage nach Geldeingang raus.

Wencke: Neben den Spielzeugen bietest du ja auch noch einen Reparaturservice an. Was kann man darunter verstehen?

Claudia: Du kannst dir das so vorstellen: Man schickt mir sein kaputtes Spielzeug zu. Das wird hier als erstes desinfiziert! Danach geht es los. Ich ersetze die kaputten Teile durch neue. Nehmen wir beispielsweise eine Dreiecksschaukel: das Seil ist durchgeknabbert und die meisten Vogelhalter entsorgen diese dann, obwohl die Äste noch vollkommen in Ordnung sind. Schickt mir nun ein Kunde diese Schaukel, ersetze ich das Seil zum Beispiel durch Leder, wenn es gewünscht wird. Da kommt dann auch noch einiges an Schredderspaß hinzu!

Oder es gibt ja auch diese Hängeleitern. Da ist mal ganz schnell das geknüpfte Seil durch, denn diese sind sehr dünn geknüpft. Da viele aber genau diese Art von Seil behalten wollen, knüpfe ich hier ein stärkeres Seil. Diese Knüpftechnik ist ebenfalls Makramee, jedoch um einiges härter und stabiler, als das, was da zuvor dran war. Bei dieser Art zu knüpfen haben die meisten Vögel Schwierigkeiten überhaupt Fäden zu ziehen. Ich bin aus Sicherheitsgründen im Allgemein gegen Seile, aber das ist die einzige Art, die ich anbieten würde, falls nicht Leder oder Edelstahlketten vom Halter bevorzugt werden.

Wencke: Liebe Claudia, vielen lieben Dank für das interessante Interview! Und euch, liebe Leser, kann ich nur empfehlen, auch mal auf Claudias Vogelshop „Federtraumwelt vorbeizuschauen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Wer kein Facebook hat, kann sich per Telefon oder Mail an Claudia Winkler wenden:

Claudia Winkler
Telefon: 0171 3892882
E-Mail: fire-dragonSpeedy@t-online.de


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Wellensittiche zähmen in fünf Schritten

Das beliebte Video „Wellensittiche zähmen in fünf Schritten“ ist bereits über eine halbe Million mal gesehen worden und hat vielen Haltern geholfen. Beginne noch heute Vertrauen zu deinen Wellensittichen aufzubauen!

In diesem Beitrag geht es um die fünf wichtigsten Schritte, um das Vertrauen von Wellensittichen zu gewinnen. Der Artikel basiert auf dem Video „Wellensittiche zähmen in fünf Schritten“, das ich vor rund drei Jahren auf YouTube veröffentlicht habe (siehe Video am Ende des Beitrags). Es wurde bereits über eine halbe Million mal gesehen und hat vielen Haltern geholfen. Nur dass wir uns richtig verstehen, „in fünf Schritten“ heißt natürlich nicht „in fünf Minuten“. 😉 Vertrauen baut man über einen langen Zeitraum auf. Es dauert manchmal Wochen, manchmal Monate und in einigen Fällen auch Jahre, bis wir da sind, wo wir hin wollen. Außerdem hat jeder eine andere Definition von zahm.

Die Tipps in diesem Blogbeitrag stellen die Grundlage des Vertrauensaufbaus dar. Es handelt sich nicht um konkrete Übungen oder gar einen Trainingsplan. Auch wem es egal ist, ob seine Wellensittiche auf den Finger kommen oder nicht: die Schritte 1-3 kann jeder machen. Sie erleichtern den täglichen Umgang mit den Wellensittichen. Schließlich ist es für die Vögel nicht nur ein großer Stress, wenn sie ihrem Halter nicht vertrauen, sondern panische Flüge durch das Zimmer oder die Voliere birgen immer auch ein großes Verletzungsrisiko!

Die Grundlage der fünf Schritte basiert auf einem fairen Umgang und einer welligerechten Unterbringung. Denn eines ist klar: Ich bin absolut gegen Einzelhaltung! Auch eine temporäre Einzelhaltung zum Zwecke der Zähmung lehne ich ab. Des weiteren bin ich strikt dagegen, dass Küken zu früh von ihren Eltern getrennt oder gar von Hand aufgezogen werden, damit sie besser auf den Menschen fehlgeprägt werden.

 

Wellensittiche zähmen in fünf Schritten

1. Schritt: Käfig & Freiflugzimmer

Das Hauptproblem, weshalb Wellensittiche oft Panikattacken bekommen, ist, dass der Käfig falsch platziert ist. Damit sich eure Wellensittiche bei euch wohlfühlen und sich entspannen können, stellt den Käfig und die Spiel-/Landeplätze mindestens so hoch, dass die Tiere auf eurer Augenhöhe sind. Auch in der Natur sitzen Vögel immer oben im Baum und haben von dort eine gute Übersicht. Wellensittiche Blog Neues Vogelzimmer Käfig VoliereSteht der Käfig zu tief und können die Wellis ihrem Drang nach oben zu fliegen nicht nachkommen, bedeutet es unglaublichen Stress für die Tiere.

Damit sich Vögel sicher fühlen, brauchen sie Rückzugsorte. Daher ist es für den Vertrauensaufbau immens wichtig, dass ihr die Tiere nicht bedrängt. Aus diesem Grund solltet ihr niemals im Käfig üben. Der Käfig oder die Voliere ist – wie damals auf dem Schulhof beim Fangen – klipp(o)! Viele denken immer, der Käfig ist etwas Schlimmes und Unzumutbares für die Wellensittiche. Also macht ihn zu einem Ort, an dem sich eure Wellensittiche entspannen und zurückziehen können, wenn es ihnen im Freiflugzimmer zu stressig wird. Entspannte Wellis sind die Grundlage, um Vertrauen aufzubauen.

2. Schritt: Selbstvertrauen stärken

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Beschäftigt eure Tiere artgerecht und bietet ihnen täglich neue Umweltreize, zum Beispiel in Form von Spielzeug, Frischfutter und Co. Damit ihr nicht motivert anfangt und es nach ein paar Wochen im Alltag schleifen lasst, empfehle ich euch einen individuellen Beschäftigungsplan zu erstellen. Wie ihr das macht, erkläre ich euch in dem Beitrag Beschäftigungsplan für Wellensittiche. Ihr stärkt mit immer neuen Dingen das Selbstvertrauen eurer Wellensittiche. Das macht sie insgesamt mutiger. Und mutige Wellensittiche braucht ihr für das eigentliche Training.

Oft höre ich: „Aber meine Wellensittiche haben Angst vor Neuem“ oder „Meine Wellensittiche sind schon zu alt, um sich für Neues zu begeistern“. Nein! Es ist nie zu spät seine Wellensittiche mit welligerechtem Spielzeug zu beschäftigen. Oft sucht der Halter nur das falsche Spielzeug aus oder hängt es (aus Vogelsicht) an die falsche Stelle. Wechselt daher regelmäßig das Spielzeug aus oder hängt es einfach nur im Zimmer um! Ihr werdet sehen, bald können es eure Wellensittiche kaum erwarten etwas Neues zu erkunden!

3. Schritt: Vertrauen gewinnen durch das Käfiggitter

Ängstliche Wellensittiche fühlen sich oft nur in ihrem Käfig sicher. Verbringt daher am Anfang viel Zeit in der Nähe des Käfigs. Beschäftigt euch mit ruhigen Dingen, zum Bespiel lesen. Vermeidet direkten Blickkontakt und redet mit leiser Stimme. Flüchten die Tiere nicht mehr bei eurem Anblick, könnt ihr anfangen sie mit Hirse an das Gitter zu locken. Vermeidet auch hier am Anfang Blickkontakt und stellt euch ins Profil. Warum? Fluchttiere haben ihre Augen seitlich, um einen Rundumblick zu haben. Beutegreifer haben ihre Augen hingegen frontal, um Beutetiere besser fixieren zu können. Wellensittiche fühlen sich daher anfangs vom Menschen extrem bedroht, wenn wir sie direkt anschauen. Macht die Futterübung am besten jedes Mal, wenn ihr am Käfig vorbeikommt. Auch wenn diese Übung unspektakulär aussieht, ist sie der wichtigste Schritt im Vertrauensaufbau. Die Wellensittiche lernen nämlich folgende drei Dinge:

1. Der Käfig ist ein sicherer Ort; der Mensch mit seinen Händen bleibt vor dem Gitter.
2. Der Mensch, der kommt, bedrängt mich nicht.
3. Der Mensch ist toll, da er immer leckere Geschenke mitbringt. Ihr werdet sehen, schon bald werdet ihr freudig erwartet! 😀

Wellensittiche Blog Vogel am KäfiggitterBei übergewichtigen Wellis könnt ihn natürlich statt Hirse auch Basilikum, Salat oder anderes Grünzeug nehmen. Diese Futterübung ist übrigens nicht nur für den Vertrauensaufbau wichtig. Ängstlichen, kranken Wellensittichen kann man über diese Methode auch Medikamente geben. Meine Wellihenne Violetta musste eine Weile Schmerzmittel bekommen. Ich konnte sie wie gewohnt ans Gitter locken und sie nahm mir den Tropfen ab. Auch litt sie anfänglich an Ballengeschwüren, die lokal behandelt werden mussten. Auch hier konnte sie durch diese Übung stressfrei von mir versorgt werden. Ich habe sie so ans Gitter lockt, dass sie mit den Füßchen am Gitter hing und ich bequem die Salbe auftragen konnte. Alles ohne Fangen!

WICHTIG: Leider erlebe ich immer wieder, dass Halter sich weigern ihren Wellensittichen Freiflug zu gewähren, weil sie „noch nicht zahm“ sind. An dieser Stelle sei nochmal konkret darauf hingewiesen, dass in der Zeit, in der ihr am Käfiggitter übt, die Tiere selbstverständlich auch ihren täglichen Freiflug bekommen müssen! Also bitte denkt nicht, dass die Wellensittiche nicht rauskommen dürfen, nur weil die Gitter-Übung noch nicht sitzt! Am besten baut man diese Übung morgens und abends in seinen Alltag ein, wenn die Vögel noch, beziehungsweise schon im Käfig sind.

4. Schritt Vertrauen gewinnen im Freiflug

Die Übungen am Käfiggitter werden später im Freiflug fortgesetzt. Erst in der Nähe der Voliere, später im ganzen Zimmer. Um seine Tiere später im Training rufen zu können, verbindet die Hirse oder die Leckerei mit einem Wort, zum Beispiel: „Komm!“

Wichtig: Wenn ein Wellensittich vor eurer Hand zurückweicht, schiebt diese nicht hinterher, sondern nehmt Druck aus der Situation und weicht lieber zurück. Achtet auch auf winzigkleine Anzeichen: Ziehen sich die Pupillen zusammen? Legt der Vogel sein Gefieder an? Leht er sich mit dem Oberkörper leicht zurück oder macht sich steif? Dann die Hand soweit zurücknehmen, bis der Welli wieder völlig entspannt dasitzt! Das ist im Training übrigens der häufigste Fehler, den Halter machen. Viele merken erst, dass sie ihrem Sittich zu sehr bedrängt haben, wenn dieser bereits weggeflogen ist. Ups! 😉

5. Schritt: Erste kleine Übungen

Tägliche Trainingseinheiten von fünf bis zehn Minuten reichen. Die Devise lautet: lieber viele kleine Übungen, als die Tiere einmal in der Woche mit stundenlangem Training zu überfordern.

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Mal abgesehen davon, dass sich für uns die fünf Minuten am Tag leichter einbauen lassen, haben Wellensittiche auch keine große Aufmerksamkeitsspanne.

Zum Thema Zeitmanagement im Training von Papageien & Sittichen hat Ann Castro einen interessanten Podcast verfasst. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr mit euren Wellensittichen jetzt auch clickern. Clickertraining ist eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit und hat zudem den Vorteil, dass ihr gleich ein Medical Training für den Notfall mit einbauen könnt. Dazu gibt es auch ein Buch von Ann Castro: Clickertraining*. Ein persönliches Coaching könnt ihr direkt bei der Vogelschule* von Ann Castro buchen.

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Wellensittiche zähmen in fünf Schritten – Das Video

Hier ist das beliebte Video, dass bereits über 507.000 mal auf YouTube gesehen worden ist und vielen Haltern geholfen hat!


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Alles neu macht der Mai

Wer mir auch auf meinen Social Media-Kanälen folgt, der hat es sicher mitbekommen: wir haben ein neues Vogelzimmer! Ganz nach dem Motto: „Alles neu macht der Mai“ haben wir in den letzten Wochen die komplette Wohnung renoviert.

Ich dachte immer Umziehen ist das schlimmste, was man sich selber antun kann. Nein, falsch! Zimmertauschen und Renovieren ist es! Denn während einem bei einem Umzug zumindest kurzfristig oft doppelt zu viel Platz zur Verfügung steht, um seinen Scheiß irgendwo hinzuknallen, spielt man beim „Renovieren im Bestand“ fröhlich Tetris. So auch wir!

Warum musste renoviert werden?

Vogelzimmer WellensitticheAber alles der Reihe nach! Warum haben wir überhaupt renoviert? Wir sind vor gut zwei Jahren erst in unsere Wohnung eingezogen und haben alles neu gemacht. Damals – also wenn man bei einem so kurzen Zeitraum überhaupt von „damals“ sprechen kann – waren wir zu zweit mit zwölf Wellensittichen und konnten uns in der 70 Quadratmeter großen Mietwohnung so richtig breit machen. Die Wellis bekamen das größte Zimmer, Wohnzimmer und der Spiele-PC meines Freundes wanderten in den zweitgrößten Raum und Büro sowie das Schlafzimmer kamen jeweils in ein halbes Zimmer. Kurz und knapp: für Berliner Verhältnisse ein echter Luxus!

Wie das so ist, kaum hat man als Ü30-Jährige mehr Platz, wird man schwanger. 😀 Wir erweiterten das Büro kurzerhand um ein Kinderbett plus Wickelkommode. Als nun im Februar 2019 das zweite Kind kam, zwang uns das zum Umdenken. Der Platz im Kinderzimmer-Büro reichte nicht für ein zweites Kinderbett. Auch perspektivisch kann man dort keine zwei männlichen „Pubertiere“ halten… Und umziehen ist bei der aktuellen Mietpreisentwicklung in Berlin nicht möglich.

Bereits Anfang des Jahres brainstormten mein Freund und ich. Am Ende hatten wir sieben Kombinationen erarbeitet, wie man die Räume umgestalten und neu zusammenlegen kann. Erschwerend kommt nämlich dazu, dass mein Partner im Dreischichtsystem arbeitet und daher entweder morgens lange schläft, spät zurückkommt oder den ganzen Tag über pennt. Ein paar Kombinationen waren daher rein praktisch nicht möglich. Außerdem wünschte ich mir einen richtigen Essplatz. Bisher haben mein Freund und ich immer à laBig Bang Theory“ im Schneidersitz auf dem Sofa gegessen. Als Mutter wird man aber automatisch zur Spießerin. Darüber hinaus überzeugte mich die blöde ADHS-Göre einer Bekannten gänzlich von der Wichtigkeit eines Esstischs. Meine Kinder MÜSSEN lernen an einem Tisch zu sitzen! Alles andere ist ja echt nicht zumutbar!

Am Ende entschieden wir uns für die Lösung, dass das Wohnzimmer zum Kinderzimmer wird, das Vogelzimmer zum Wohnzimmer mit Esstisch und ohne Spiele-PC, das Kinderzimmer zum Vogelzimmer und im Schlafzimmer wird das Bett gedreht, um 50 cm mehr Platz zu gewinnen, und mit einer PC-Ecke versehen.

Alles neu macht der Mai

Obwohl ich alles akribisch geplant und vorbereitet hatte, brach ab dem 1. Mai das Chaos aus. Die alten Möbel, die zwar gut aussahen, aber keinen Stauraum für eine vierköpfige Familie boten, flogen raus. In den Folgetagen schoben wir Kisten von einem zum anderen Zimmer und stabelten täglich alles hin und her, da parallel in allen Räumen gearbeitet worden ist. Mit elf Wellensittichen, einem acht Wochen alten Baby und einem 18 Monate alten Kleinkind wird jeder Umbau zum Horrortripp.

Ist doch alles Scheiße!

Beim Umzug der Wellis habe ich auch gleich die Voliere komplett auseinander gebaut und richtig sauber gemacht. Auch die Schrauben. Wirklich alles! Allein diese Aktion hat einen ganzen Tag und zwei Findernägel gekostet. Es hat mir aber mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einmal im Jahr eine Grundreinigung zu machen. Ich kann das allen Vogelhaltern nur empfehlen! Vogelkot ist dermaßen agressiv und der weiße Urinanteil ist mega hartnäckig.

Nicht nur in Bezug auf den Käfig hat mich die Kacke in den Wahnsinn getrieben. Das Vogelzimmer musste dank Minerva neu tapeziert werden. Außerdem könnt ihr euch nicht vorstellen, wo Wellensittiche überall hinkacken können. Wie kommt denn bitte Vogelkacke in rauen Mengen an die Decke und an die Wände? Fliegen die Loopings oder wat?

Obwohl ich mich trotz der zwei Schwangerschaften in den letzten zwei Jahren unglaublich tapfer täglich mit Tuch, Schwamm und Staubsauger durch das Vogelzimmer gekämpft hatte, zeigte das das nackte Zimmer seinen perfiden Charme. Als die neue Tapete nach vier Tagen endlich an der Wand hing, fing das Putzen erst richtig an. Der Heizkörper war schon übel, aber der Boden gab uns den Rest. Bis kurz vor Mitternacht robbten mein Freund und ich auf Knieen durch das Zimmer. Bei Dirty Dancing sieht so was irgenwie erotischer aus. Stattdessen sog sich unsere Kleidung langsam mit kaltem Wischwasser voll, während wir müde und verschwitzt versuchten die Hinterlassenschaften meiner Vögel aus jeder noch so kleinen Rille im Boden zu popeln.

Die Nerven liegen blank

Der Schlafmangel seit der Geburt, der kräfteraubende Umzug und die langen, nie enden wollenden Renovierungstage setzten uns zu. Ich merkte, dass mein Freund an seine Grenzen kam. „Gleich haben wir es geschafft! Die Hälfte ist geputzt. Nur noch ein paar Quadratmeter!“, beschwor ich ihn mantraartig, um ihn zu motivieren. „Wir sind gleich fertig! Schon dreiviertel ist geschafft!“ Mein Freund funktelte mich böse an: „Hör auf! Du bist wie so ein nerviger, amerikanischer Call-Center-Instructor. ‚Gleich ist es geschafft! Noch 10 qm! Noch 9 qm!'“, äfft er mich mit aggressiv-hoher Stimme nach. Stille. Wir guckten uns an – „Noch 8 qm!“, flüsterte ich leise mit einem fetten Grinsen im Gesicht – und lachten laut los. Irgendwann wird auch diese Renovierung vorbeigehen. Eines habe ich aber gelernt: Man kann aus jedem x-beliebigen Wohnraum ein Vogelzimmer machen, aber aus einem Vogelzimmer nochmal einen Wohnraum? Lieber nicht!

Alle sind glücklich

Inzwischen ist das schlimmste Chaos beseitig und alle sind glücklich. Es ist in einer kleinen Wohnung immer schwierig allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich denke aber, dass es uns gut gelungen ist. Die Kinder haben endlich ein schönes, kindgerechtes Zimmer zum Spielen. Die Wellensittiche haben weiterhin ganztägig Freiflug in einem eigenen Raum. Selbst die Schlecht- und Nichtflieger sind glücklicher, da sie im neuen Vogelzimmer alle Plätze erreichen können. Mein Freund hat seine Spiele-PC-Ecke und ich, ich habe endlich einen Esstisch, an dem ich arbeiten, lernen und natürlich mit meiner Familie gemeinsam essen kann. Wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai!“

Das neue Vogelzimmer

Weitere Verbesserungen im Mai

Wellensittiche Blog Startseite Verbesserung Alles neu macht der MaiNicht nur unsere Wohnung hat sich im Mai ordentlich verändert. Auch online hieß es „Alles neu macht der Mai“! Die Startseite hat ein Update bekommen, sodass man künftig nicht mehr raten muss, welcher Beitrag sich hinter den schönen Bildchen verbirgt. Auf einen Blick sieht man nun das Thema des Beitrags. Ich muss mich an das neue Layout erst noch gewöhnen. Wie gefällt euch? Ist es mit Titeln übersichtlicher oder stört euch der blaue Balken? Feedback dringend erwünscht!

Wellensittiche Blog Newsletter 2019Auch der Newsletter ist klarer strukturiert worden. Jetzt sieht man die Themen ebenfalls auf einen Blick. Auch hier würde ich mich über ein Feedback freuen – sowohl bezogen auf den Inhalt als auch auf das Layout. Was gefällt euch? Was gefällt euch nicht?

 

Alles neu macht der Mai Veränderungen ProduktempfehlungenLast but not least: Die Seite Produktempfehlungen ist auch aktualisiert und layouttechnisch aufgewertet worden. Die Spielzeuge sind auf einen Blick nebeneinander angeordnet. Die anderen (hochpreisigeren) Kategorien haben weiterhin einen persönlichen Erfahrungsbericht. Über ein verlinktes Inhaltsverzeichnis springt man leicht hin und her.


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Teil 2 der Podcast-Serie von und mit Ann Castro

Im zweiten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro geht es um Spielzeug und Beschäftigung von Wellensittichen. In dem Podcast reden wir über Spielzeug-Typen, geben Tipps zur Einrichtung des Freiflugzimmers und als Goodie gibt es eine Bastelanleitung für die drei häufigsten Spielzeug-Typen zum Nachbasteln.

wellensittiche blog Spielzeug podcast ann castro 2
Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast!

In der bekannten Podcast-Reihe „Besser leben mit Papageien & Sittichen“ spricht Ann Castro mit Experten aus verschiedenen Bereichen über die Haltung von Ziervögeln. Ann Castro verfügt als Papageien-Trainerin und langjährige Halterin von Sittichen und Papageien über einen reichen Erfahrungsschatz. Ihr Anliegen ist es, die Haltungsbedingungen der Vögel in menschlicher Obhut sowie die Beziehung zwischen Mensch und seinen gefiederten Mitbewohnern zu verbessern. In ihrer Vogelschule bietet sie Coachings zu diversen Themen an: Vertrauensaufbau, Medical Training & Erste Hilfe, Clickertraining und vieles mehr. Die Vogelschule könnt ihr über diesen Link* besuchen.

PS: Zum Thema Spielzeug-Typen ist in der Vergangenheit bereits ein ähnlicher Blogbeitrag erschienen. Schaut auch hier rein, um euch weitere Inspirationen zu holen. 😀

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Die Latte-Macchiato-Mutter

Oder: Wie man den Schein, alles unter Kontrolle zu haben, aufrechterhält.

‚Gebildete Großstadt-Frau in den 30ern, mit gut gepflegten Netzwerken, die im Bio-Supermarkt einkauft, einen Luxus-Kinderwagen schiebt und Ökostrom bezieht. […] Sie schlürft Soja-Frappuccino und für den kleinen Friedrich oder die süße Lotta gibt es ein Glas Milchschaum. Arbeitet in der Kreativ-Branche, vielleicht mit Home-Office. Hohes Maß an Work-Life-Balance!‘, lese ich im Internet.

Irgendwie fühle ich mich ertappt. Unangenehm berührt, schaue ich mich vorsichtig um. Sitzt der Autor dieser Definition vielleicht gerade am Nebentisch? Unwahrscheinlich. Dennoch fühle ich mich beobachtet. Der Begriff der Latte-Macchiato-Mutter hat, vermutlich auch weit über den Berliner Szenebezirk Prenzlauer Berg hinaus, eine negative Konnotation. Wieso eigentlich? Sozialneid? Oder weil man jenen Müttern unterstellt, trotz Kind scheinbar krampfhaft an ihrem alten Leben festhalten zu wollen? So dekadent es auch nach außen hin wirken mag, ich bin der festen Überzeugung, das jede ihren Grund hat und man ihr die 15 Minuten im Cafe doch bitte gönnen sollte!

wellensittiche blog_minerva auf der schaukelMein Grund heißt Minerva. Vorneweg, ich liebe sie. Wirklich! Sie ist das tierische Pendant zu meinem Sohn… Mit anderen Worten, der Teufel mit Engelsflügeln, der Wolf im Schafspelz, die Abrissbirne in Welliform! Auch akkustisch stehen sich Kind und Vogel in Nichts nach: Zwar sind wir noch etwas von den 188 db eines Pistolenkrebses entfernt, aber in der 50er Jahre-Wohnung mit seinen hohen Wänden und schlauchförmigen Zimmern, tut das Echo eines jeden Schreies sein Übriges. Jeder geht damit auf seine Weise um: mein Freund hat seine Arbeitszeit von 30 Wochenstunden auf 48 angehoben und lässt sich statt für 8-Stunden-Dienste lieber für die 12er-Schichten einteilen… und ich nehme mir eine Auszeit im Cafe. Und einen Latte-Macchiato gegen den Schlafmangel. Während Sohni in seinem „Farrari“ neben mir ein Nickerchen macht (warum jetzt und nicht in der Nacht???), sinniere ich über die Erziehung von Kindern und Wellensittichen.

wellensittiche blog_sofa aufgefressenErst letztens hatte ich eine interessante Debatte auf meinem Instagram-Account über die Erziehung von Wellensittichen. Auslöser war ein kurzes Video, auf dem drei meiner Hennen genüsslich dabei waren, mein Rattansofa zu schreddern. Viele Jahre lang hat es niemanden interessiert. Es stand da, in der hintersten, dunkelsten Ecke und war die letzte Bastion, die ich in meiner Wohnung mein Eigen nennen konnte. Seit der Geburt meines Sohnes und den damit verbundenen immer kürzer werdenden Aufenthalten im Vogelzimmer, ist nun auch sie gefallen. Minerva sei Dank!

Als mich am 2. Juli 2018 spät in der Nacht einen Hilferuf über meine Facebook-Seite ereilte, wusste ich noch nicht, dass das Unheil bereits seinen Lauf genommen hatte. Dem Bruder einer meiner Leserinnen ist ein Wellensittich direkt in die Küche geflogen und kackte fröhlich von der Deckenlampe auf den Esstisch. Warum ich da nicht schon gleich geschaltet hatte, weiß ich bis heute nicht.

Während im Winter das Entfliegen für Wellis oft bereits in der ersten Nacht das sichere Todesurteil bedeutet, haben sie im Sommer zumindest in den ersten Tagen eine gute Prognose gefunden und versorgt zu werden. Der Sommer 2018 war extrem: Meine Bekannte und ich waren noch nie so viel im Einsatz, entflogene Wellensittiche einzufangen. Leider lassen sich die meisten Halter der Fundwellis nicht mehr ausfindig machen. Gerade in den Sommerferien muss man damit rechnen, dass die Vögel nicht „freiwillig“ entflogen sind. Egal zu welcher Jahreszeit man einen Wellensittich findet, er muss in der Regel sofort tierärztlich versorgt werden. Zum einen, da Stubenwellis mit ihrem schnellen Stoffwechsel draußen nicht ausreichend zu fressen finden und oft so stark ausgehungert sind, dass die ersten Mahlzeiten sogar per Kropfsonde verabreicht werden müssen, und zum anderen, weil sich die geselligen Schwarmtiere gerne kleineren Singvögeln anschließen und sich ratzfatz Milben, Würmer, Trichomonaden und Co einfangen. Ein unverzüglicher Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt ist also auch dann immer ratsam, selbst wenn man den Fundvogel separat von seinen Wellis unterbringen könnte oder (aktuell) keine Vögel hält. Bedauerlicherweise bin ich schon oft von Menschen angeschrieben worden, die keine Ahnung von Wellensittichen hatten, und die weder zu einem vogelkundigen Tierarzt gehen wollten, noch mein Hilfsangebot, den Welli sofort abzuholen, annahmen. Ganz nach dem Motto: „Ich hab’s gefunden. Es ist süß und plüschig. Ich behalt’s!“ Oft tippt man sich in diesem Fall umsonst die Finger blutig. Das Ende vom Lied ist, dass diese (mit Sicherheit ja gut gemeinten) Selbstversuche oft mit dem Tod des betroffenen Tieres scheitern. Es macht mich immer sehr traurig und ehrlich gesagt auch wütend. Wenn man einen entlaufenen Hund findet, nimmt man ihn ja auch nicht mit nach Hause und guckt ihm dann seelenruhig beim Sterben zu, während man dabei völlig verdutzt feststellt, dass man weder Ahnung noch Futter hat. Ups!

wellensittiche blog_minervaMinerva hatte Glück! Sie hatte sich die Wohnung eines verantwortungsbewussten Juristen ausgesucht, der noch in der selben Nacht nach unserem Telefonat die Küchenfenster sicherte, Bügel als Landeplätze aufhing und alles Gefährliche aus der Küche räumte. Am nächsten Nachmittag war ich zum Keschern eingeladen worden, um den Luftwurm einzufangen und in eine Vogelpraxis zu bringen. Wie von Juristen zu erwarten, hatte er sich völlig korrekt verhalten und auf der zuständigen Polizeistation und im Tierheim eine Fundmeldung gemacht sowie Onlineanzeigen geschaltet und Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt. Da alles nun hochoffiziell war, musste ich mich an die Auflage halten, dass ich den Welli für sechs Monate behalten und nicht weitervermitteln durfte, falls sich in der Zeit der Besitzer meldet. Das nur als langatmige Erklärung, warum ein Welli kam, sie zu knechten, sie alle zu finden, in den Wahnsinn zu treiben und ewig zu binden… Seit dem 3. Januar 2019 ist Minerva nun offiziell in „mein Eigentum“ übergegangen, da niemand das kleine Biest wiederhaben wollte. Warum nur? Ich vermute eine Mischung aus Erleichterung, sie los zu sein, und Angst vor meinen seitenlangen Schadensersatzansprüchen.

wellensittiche blog_minerva lauertMinerva (ich hätte sie lieber Pandora nennen sollen!) ist wahnsinnig schlau. Das Problem bei schlauen Wesen ist, dass sie sich schnell langweilen. Genau wie mein Sohn scheint sie mir immer einen Schritt vorraus zu sein, egal wie sehr ich mich anstrenge, sie zu beschäftigen. Vor drei Wochen dann habe ich kapituliert: mein Repertoire an Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten war vorerst ausgeschöpft! Und über die Feiertage kam ich auch nicht an Nachschub. Das störte Minerva aber nicht sonderlich und fing an meine Tapete von der Wand zu pflücken. Ihre Girlgang, bestehend aus Daphna und Smeralda, machte fröhlich mit. Mit vielen Provisorien verhinderte ich den Durchbruch in die Nachbarwohnung und war glücklich, als die Nagewut scheinbar von einem auf den anderen Tag aufhörte. Ich wog mich in Sicherheit. Phase überstanden?! Die folgenden Tage war es verdächtig ruhig im Vogelzimmer. Aber jedes Mal, wenn ich die knarrende Tür öffnete, flatterte es kurz und noch bevor ich den Kopf durch den Spalt stecken konnte, saßen sie alle einträchtig und mit unschuldigem Blick auf dem Käfig.

Kurz vor Silvester machte ich dann meinen Jahresputz, bei dem ich auch alle Möbel abrücke, um dahinter zu saugen und zu wischen. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir dabei das halbe Sofa in Granulatform entgegen kam. Boah, war ich stinkig!

wellensittiche blog_minerva im käfigAuf meinen hochemotionalen Post auf Instagram kamen dann Tipps, wie „laut ‚Nein!‘ sagen“ oder „verscheuchen“ und „einsperren“. Aus dem ersten Impuls heraus sicher menschlich. Nur leider verstehen Wellensittiche den Zusammenhang nicht, vor allem, wenn man sie nicht inflagranti erwischt, was bei meiner Tür und einem separaten Vogelzimmer nahezu unmöglich ist. Auch wenn uns unsere Tiere manchmal in den Wahnsinn treiben, ist Prävention besser als vermenschlichte Erziehung und Bestrafung. Also kaufte ich mir am Folgetag ein gigantisches Laken und deckte das Sofa ab. Jetzt kommt keiner mehr an das Rattan heran. Ich kann mich nun zwar auch nicht mehr draufsetzen, aber das ist… nun ja, mein Pech! Um zu verhindern, dass gleich wieder an die Tapete gegangen wird, habe ich große Weidentunnel und Weidenkugeln gekauft. „Äh, was sagst du?“ Ok, ‚kaufen lassen‘ soll ich schreiben, moppert mein Freund aus dem Nebenzimmer. Also, wie auch immer, wir haben Alternativen geschaffen, auf die wir jetzt die Aufmerksamkeit unserer Wellensittiche lenken.

Kurz und knapp: Habt ihr auch fliegende Abrissbirnen, dann legt euch nicht mit ihnen an. Ihr werdet eh den Kürzeren ziehen. Anbrüllen, einsperren, verjagen usw. macht das Verbotene noch spannender. Besser ist es, neue Anreize zu schaffen und das Interesse der Wellensittiche auf erlaubte Dinge umzulenken. Das schont die Nerven und ist tiergerechter!

Im Cafe denke ich beim letzten Schluck Latte-Macchiato wieder an die Definition aus dem Internet: „Arbeitet in der Kreativ-Branche…“ Es lässt sich definitiv nicht leugnen, dass wir Wellensittichhalter/innen mit Sicherheit die erfindungsreichsten und unkonventionellsten aller Tierhalter sind! Natürlich ist mir bewusst, dass die Lakenlösung nicht für die Ewigkeit ist. Bevor ich aufstehe und das Cafe verlasse, schnappe ich mir nochmal meinen Block und den Bleistift und rechne: ca. 714.000 cm² Rattan hat mein Sofa für 799,90 Euro. Würde ich die selbe Menge in Weidenkugeln haben wollen, wären dies rund 3.550 Kugeln für ingesamt 7.455 Euro. Kurzerhand beschließe ich, meinen Wellensittichen künftig einmal jählich ein neues Sofa zu kaufen. Damit ist nun auch mein „hohes Maß an Work-Life-Balance“ wieder hergestellt und ich kann zufrieden meinen Luxus-Kinderwagen wieder nach Hause schieben.

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Basiswissen Wellensittiche Teil 10 – (Wie) Werden Wellensittiche zahm?

Von einem zahmen Wellensittich, der sofort auf die Hand kommt oder sich vertrauensvoll durch das Zimmer tragen lässt und abends vorm Fernseher auf der Schulter sitzt und sich gemütlich an den Hals seines Menschen kuschelt, träumen die meisten Neu-Vogelhalter.

Wellensittich zähmenDie Realität sieht aber in den allermeisten Fällen ganz anders aus: Wochen, Monate oder sogar Jahre können vergehen, bis sich Wellensittiche auf die Hand ihrer Besitzer trauen. Die vielen Fotos und Videos im Internet suggerieren, dass Wellensittiche schnell zahm werden und die perfekten Kuscheltiere seien.

Umso enttäuschter sind die meisten Neu-Vogelhalter, wenn sie merken, dass ihre Wellensittiche sehr scheu und vorsichtig sind. Schnell wird dann die Schuld beim Vogel, beim Züchter oder beim Vorbesitzer gesucht und völlig vergessen, dass Wellensittiche – im Gegensatz zu Hund oder Katze – Fluchttiere sind, deren Überleben in der Natur von ihrer Vorsicht und ihrem Misstrauen abhängt. Obwohl Wellensittiche in Deutschland seit über 120 Jahren in menschlicher Obhut leben, lassen sie sich – wie fast alle (Zier-)Vögel – nur unzureichend domestizieren. Das bedeutet, dass ihr Fluchtverhalten noch immer grundlegend in ihnen verankert ist. Wer sich also Wellensittiche anschafft, sollte erstmal davon ausgehen, dass er ein Tier erwirbt, dass (vorerst) keinen Kontakt zum Menschen braucht oder wünscht.

„Aber war Omas Hansi nicht extrem anhänglich? Und konnte Tantes Peterle nicht sprechen?“, werden sich die einen oder anderen jetzt fragen. Leider wurden früher Wellensittiche aus Unwissenheit noch überwiegend einzeln gehalten. Seit ca. 20 Jahren ist man aber Dank der Verhaltensforschung und der Beobachtung von Haus- und Wildwellis schlauer und weiß, dass Wellensittiche als Schwarmtiere mindestens einen artgleichen Partner brauchen. Meine WellisDieser ist nicht nur wichtig, um dem Wellensittich Gesellschaft zu leisten, sondern Paar- oder Schwarmhaltung beugt auch verhaltensbedingte, krankhafte Störungen (zum Beispiel Kropfentzündungen durch erfolgloses Futterwürgen) und Selbstverstümmelungen (zum Beispiel Automutilationen durch Federrupfen) vor. Gegenseitige Gefiederpflege, fliegen und welligerecht spielen, kann nur ein anderer Wellensittich – nicht aber der Mensch!

Einzelhaltung von Wellensittichen ist tierschutzwidrig

Selbst bei einzeln gehaltenen Vögeln gibt es keine Garantie, dass sich der Wellensittich vor Verzweiflung an das einzige, in seinem traurigen Leben vorhandene Lebewesen, nämlich den Menschen, bindet. Vom Anfang bis zum Tod in totaler Einsamkeit zu leben, hat kein Wellensittich verdient! Die Ausrede mancher Halter, ihr Vogel würde sich mit Artgenossen nicht vertragen und deshalb einzeln gehalten werden, ist meistens auf eine unglückliche und vor allem unpassende Vergesellschaftung zurückzuführen. Der Mensch hat hier, vermutlich aus Unwissenheit, nicht auf das passende Alter, Charakter des Tieres oder das Geschlecht geachtet. Solltet ihr also bei einer Vergesellschaftung Pech haben und sich die Wellis nicht verstehen, dann probiert einen weiteren Partnervogel aus. Viele Tierheime und Pflegestellen können euch bei der Partnersuche helfen und beraten. Außerdem nehmen sie unpassende Partnertiere wieder zurück.

Einzelhaltung aus den rein egoistischen Gründen der mutmaßlichen Zahmheit ist dringend zu unterlassen, da es gegen das geltende Tierschutzgesetz verstößt und in einigen europäischen Ländern sogar unter Strafe steht!

Wellensittich vorzähmen?

Wellensittich ViolettaImmer wieder bekommen Neulinge in der Vogelhaltung empfohlen, sich erstmal nur einen Wellensittich zu holen und diesen in Einzelhaltung vorzuzähmen. Dass das aber gut funktioniert, ist ein Märchen. Die oft noch recht jungen Vögel erleiden alleine und in der neuen Umgebung daheim beim Halter einen Schock: Vor Angst zitternd sitzen sie wochenlang im Käfig, trauen sich nicht raus und fressen zu wenig. Vom Vertrauensaufbau keine Spur! Im Gegenteil, alles Schlechte, das der Vogel erlebt, wird mit dem Halter verknüpft. Die wenigsten Wellis fassen beim Vorzähmen in Einzelhaltung Vertrauen. Außerdem habe ich leider schon oft erlebt, dass Halter an ihren scheuen Wellensittichen nach ein paar Wochen das Interesse verloren haben oder warten wollen „bis der Vogel endlich zahm ist“ und nicht mehr bereit waren, einen weiteren Welli zu kaufen.

Besser ist ein neugieriger Wellensittich-Kumpel, mit dem man gemeinsam das neue Zuhause erkunden kann. Außerdem sticheln sich Wellis gegenseitig an, wenn der Halter Hirse oder andere Köstlichkeiten in der Hand hält.

Zähmen ist zwar ein geläufiges Wort in Bezug auf Wellensittiche, aber nicht ganz passend, schließlich dressiert man ja keine wilden Tiger, sondern muss sich das Vertrauen seiner Vögel über einen sehr langen Zeitraum erarbeiten. Einige Neu-Wellihalter möchten diesen Prozess des Vertrauensaufbaus beschleunigen und fallen auf ebay Kleinanzeigen oder Züchterversprechen herein, die „handzahme Wellensittiche“ anpreisen. Schaut beim Kauf genau hin: Warum sollen diese Tiere handzahm sein? Sind sie vielleicht einfach noch zu jung, um von den Eltern getrennt zu werden? Wurden sie ohne Notwenigkeit von Hand aufgezogen? Können die Küken aufgrund von Krankheiten (PBFD) vielleicht gar nicht fliegen und sind deshalb „zahm“? Alle Tatsachen könnten dazu führen, dass ihr kranke, nicht überlebensfähige oder völlig fehlgeprägte Wellensittiche für viel zu viel Geld kauft. Die Kükensterblichkeit ist in beiden Fällen sehr hoch. Daher unterstützt solche Verkäufer nicht! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass selbst ältere Wellis noch zahm werden können. Egal, was sie vorher erlebt haben und vorher sie kommen!

Denkt bitte daran, dass zahme Wellensittiche nicht zu jedem zutraulich sind. Selbst wenn der Züchter oder der Vorbesitzer mit viel Liebe und Geduld das Vertrauen gewonnen hat, lässt es sich nicht auf beliebige Personen übertragen. Jeder muss selber Vertrauen zu seinen Vögeln aufbauen und erarbeiten. Er gibt keinen Trick und auch keine Abkürzung, der diesen Vertrauensprozess verkürzt oder überspring.

Wellensittiche nicht brüten lassen!

Kommt auch bitte nicht auf die Idee zu denken, dass Küken aus der eigenen Vermehrung zahmer sind und es auch bleiben. Ihr holt euch damit nur noch mehr Probleme ins Haus! Wellensittichküken orientieren sich an ihren Eltern – und wenn diese Angst vor euch haben, habt ihr am Ende einen ganzen Schwarm ängstlicher Vögel in eurem Wohnzimmer.

Wellensittich NumidioVertrauen baut man zu neuen Wellensittichen auf, indem man sie in den ersten Wochen in Ruhe ankommen lässt. Die Vögel müssen sich erst an den neuen Käfig, das Zimmer und die Menschen gewöhnen. Gleiche Tages- und Handlungsabläufe beim Füttern und Putzen schaffen Sicherheit. Fasst nicht in den Käfig, solange die Wellis darin sind, sondern nur dann, wenn sie im Zimmer frei fliegen und jederzeit den Abstand zum Halter vergrößern können. Bedrängt eure Wellensittiche nicht! Haltet euch lieber viel im Zimmer auf, redet ruhig mit ihnen, lest was (laut vor) oder macht ruhige Hausarbeiten, damit die Vögel sich an euch gewöhnen und merken, dass von euch keine Gefahr ausgeht. Beobachtet, was eure Wellis gerne fressen und lockt sie damit später. Lasst sie aber auf keinen Fall hungern! Basisfutter und Wasser müssen immer zur Verfügung stehen. Mehr Tipps zum Vertrauensaufbau findet ihr im Video „Wellensittiche zähmen in fünf Schritten“.

Mit Ruhe und Geduld, Fairness und Liebe, Vertrauen und Gelassenheit kommt ihr ans Ziel. Vielleicht nicht sofort, dafür aber nachhaltig! Wer so Vertrauen aufbaut, braucht keine Rückschläge erwarten, wenn die Tiere krankheitsbedingt gefangen und behandelt werden müssen oder wenn man mal länger im Urlaub ist. Das Wichtigste, das ich Vogelhaltern mit auf den Weg geben möchte, ist: Passt eure Erwartungen an die Realität an und freut euch über jeden kleinen Schritt, den eure Plüschkugeln machen!

So, meine lieben Wellensittich-Freunde, das war’s für’s Erste mit der 10-teiligen Serie „Basiswissen Wellensittiche“. Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr konntet das eine oder andere für euch und eure Wellensittiche mitnehmen! Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung von euch freuen (per Mail oder per Kommentar unter diesem Artikel). Was hat euch besonders interessiert? Welches Thema sollte in einem der nächsten Beiträge noch weiter vertieft werden?

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Basiswissen Wellensittiche Teil 4 – Fragen & Antworten rund um den Freiflug

Wie versprochen, geht es in dem vierten Teil der Serie „Basiswissen Wellensittiche“ um das Thema Freiflug. Manch einer mag jetzt denken: „Was ist denn da das Problem? Käfigtür auf und fertig!“ Jaaa… fast! Zu kaum einem anderen Thema bekomme ich über meine Social Media Kanäle mehr Fragen gestellt, als zu diesem. Das ist auch richtig so, denn Freiflug ist ein wichtiger Bestandteil in der Vogelhaltung und sollte täglich mehrere Stunden, oder wenn möglich, sogar ganztägig angeboten werden.

Die Fragen und Probleme der Halter sind ganz unterschiedlicher Natur: Während der eine sich Gedanken über die Sicherheit im Freiflugzimmer macht, so hat der andere flugfaule Stubenhocker, die den Käfig nicht verlassen. Im Folgenden habe ich die häufigsten Fragen aufgeführt und beantwortet. Sollte euch noch eine Frage einfallen, dann schreibt mir in der Kommentarfunktion und ich werde eure Fragen im Text ergänzen.

Die elf häufigsten Fragen und Antworten zum Freiflug

1. Was bedeutet „Freiflug“?

Mit Freiflug ist gemeint, dass die Wellis außerhalb ihres Käfigs in einem Zimmer in der Wohnung fliegen dürfen. Mit Freiflug ist nicht gemeint, dass man die Vögel nach draußen „ins Freie“ entlässt! In Europa können Wellensittiche nicht in der Natur überleben. Immer wieder mal höre ich von einzelnen Menschen, die ihren Tiere aus Unwissenheit draußen Freiflug anbieten wollen oder von Leuten, die meinen besonders tierfreundlich zu sein, wenn sie ihren Wellensittichen „die Freiheit schenken“. Leider werden diese Wellis oftmals in den Tod geschickt und verenden elendig. Nur sehr wenige Ziervögel werden rechtzeitig gefunden und überleben solch einen Ausflug. Wer Ziervögel und andere Exoten hält, muss sich im Klaren darüber sein, dass man den Tieren ein großes Stück Freiheit nimmt. Umso wichtiger sind daher die Haltungsbedingungen!

2. Wie lange und wie oft muss ich meinen Wellensittichen Freiflug anbieten?

Bei der Dauer des Freiflugs gilt: je länger, desto besser! Ganztägiger Freiflug ist daher am besten. Sollte dies nicht möglich sein, so muss gewährleistet sein, dass die Tiere zumindest halbtägig (mind. 4 Stunden) tagsüber ihren Käfig verlassen dürfen. Auf lange Zeit gesehen, sollte man aber eine Lösung finden, dass die Wellensittiche den ganzen Tag raus dürfen. Oftmals liegt die Reduzierung des Freiflug an einem nicht-vogelsicheren Zimmer. Halter haben dann berechtigterweise Angst, dass ihren Tieren etwas in ihrer Abwesenheit passiert. Ich kenne das Problem: Nach meinem Umzug in meine 1-Zimmerwohnung hatte ich die ersten Wochen auch erst die Schwachstellen des Zimmer herausfinden müssen und ließ die Vögel nur unter Aufsicht raus. Nach dem „Aufrüsten“ hatte ich dann meinen Wellis ganztägigen Freiflug anbieten können.

3. Ich habe einen großen Käfig. Muss ich meine Wellensittiche trotzdem täglich rauslassen?

Ein großer Käfig alleine ist nicht ausreichend. Die Vögel müssen mehr als ein paar Flügelschläge machen können und müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Runden durch das Zimmer zu drehen. Außerdem dient der Freiflug auch der Beschäftigung unserer Stubenadler und beugt Langeweile sowie daraus resultierende psychische Erkrankungen, wie Automutilation durch Federrupfen, vor.

4. Warum ist Freiflug so wichtig?

Freiflug dient in erster Linie der Gesundheit, da Wellensittiche im australischen Outback bis zu 150 km (Strecke Berlin- Magdeburg!) am Tag fliegen und ihr Körper und ihre Fettverbrennung darauf eingestellt sind. Wellis in der Wohnungshaltung neigen zur Verfettung, was wiederum schwere gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Zum Beispiel, wenn die Fettpolster auf Organe und Nerven drücken, kann es zu Problemen beim Kotabsetzen kommen. Auch arbeitet der Luftsack (also die Vogellunge) nur richtig, wenn sich die Tiere fliegend fortbewegen. Und nur ein funktionierender Luftsack kann den Vogel mit genug Sauerstoff versorgen. Wellis, die gar nicht oder nur selten fliegen, haben ein größeres Risiko an Pilzerkrankungen der Lunge, wie Aspergillose, zu erkranken. Leider kommt diese Krankheit auch bei Nicht-Fliegern häuftig vor. Wer also Renner hat, sollte seinen vogelkundigen Tierarzt von Zeit zu Zeit bitten, genaustens auf den Luftsack zu achten. Auch regelmäßige Röntgenbilder können helfen. Meine Antonia hat eine leichte Form der PBFD sowie steife Schultergelenke. Da die Krankheiten schrittweise vorangegangen sind, habe ich lange nicht an die Sekundärerkrankungen gedacht. Bei einer Kontrolluntersuchung ist meiner Tierärztin vor 2 Jahren ein Knacken und Pfeifen in den Atemorganen aufgefallen. Nach einem Röntgenbild war klar, dass Antonia leider auch Aspergillose hat. Die Behandlung verlief gut, auch wenn Aspergillose nicht heilbar ist. Seitdem machen wir alle sechs Monate ein Röntgenbild sowie eine profilaktische Kur mit Vfend und/oder Lamisil. Das letzte Röntgenbild vor ein paar Tagen zeigte, dass wir zumindest mit der Aspergillose auf einem sehr guten Weg sind und die Luftsäcke schon viel besser aussehen als noch vor einem Jahr (und natürlich seeeehr viel besser als vor zwei Jahren).

5. Wie mache ich mein Zimmer „vogelsicher“?

YouTube Kanal Wellensittiche Blog FreiflugZu diesem Thema gibt es auf meinem Blog einen Bericht und auf meinem YouTube-Kanal ein Video. Beide heißen „Sicherheit im Freiflugzimmer für Wellensittiche„.

6. Kann man Wellensittiche so trainieren, dass sie nicht wegfliegen, wenn ich zum Beispiel kurz die Tür öffne, um auf den Balkon oder die Terrasse zu gehen?

Nein, Wellensittiche lassen sich dahingehend nicht zuverlässig trainieren. Auch finden Wohnungvögel nach dem Entfliegen nicht mehr alleine nach Hause zurück. Da Wellensittiche in unseren Breitengraden draußen nicht überleben und nur die allerwenigsten Wellis rechtzeitig gefunden und gerettet werden, muss man alle Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit sie nicht entfliegen. Daher müssen alle Fenster & Türen während des Freiflugs geschlossen bleiben! Ohne Ausnahme!!!

7. Reicht eine Gardine oder ein Fliegengitter aus, um gekippte Fenster zu sichern?

Nein, das reicht leider nicht aus! Wer Fenster und Türen sichern möchte, muss auf stabilen Edelstahldraht mit einer maximalen Maschenweite von 1×1 cm zurückgreifen. Immer wieder erzählen mir Halter, dass es bei ihnen mit Gardinen schon „seit Jahren“ klappt. Früher oder später wird eines der Tiere aber den Trick raus haben und dann für immer weg sein. Ich persönlich würde solch ein Risiko, das der Vogel am Ende sehr wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen muss, niemals eingehen!

8. Mein Hund/Meine Katze ist lieb und hat keinen Jagdtrieb. Darf ich sie während des Freiflugs mit ins Zimmer nehmen?

Nein, Hunde, Katzen und andere Tiere sollten nicht in das Zimmer genommen werden, in dem die Wellensittiche sind. Zum einen ist auch der liebste Hund und die bravste Katze unberechenbar, zum anderen werden Vögel alleine durch die bloße Anwesenheit der Raubtiere sehr gestresst. Das gleiche gilt auch für Räume mit vielen Menschen. Bei Festen, Feiern, Partys und Co. stellt den Käfig daher besser in ein ruhiges Zimmer. Sowohl eure Wellensittiche als auch eure Gäste werden es euch danken… 😉
Ab und an mal werde ich gefragt, ob Kaninchen und Meerschweinchen zusammen mit Wellis gehalten werden können. Auch hier kann es zu Verletzungen der Wellensittiche durch die Bodenbewohner kommen. Allerdings ist die Geräuschbelästigung der Wellensittiche für Kaninchen, Meerschweinchen, etc. auch nicht zu unterschätzen. Die unterschiedlichen Tag-Nacht-Rythmen sind ein weiteres Argument, diese Arten nicht zusammen in einem Raum zu halten.

9. Kann ich mein Baby/ mein Kleinkind mit den Wellensittichen alleine lassen?

Nein, da Babys und Kleinkinder noch zu grobmotorisch sind und aus dem Reflex heraus nach den Wellensittichen greifen oder treten könnten. Für den Vogel würde dies ernsthafte Verletzungen oder Quetschungen (zum Beispiel der Atemorgane) mit sich ziehen. Daher auch Kleinkinder niemals alleine mit den Wellis lassen!

10. Ich habe ein vogelsicheres Zimmer, aber meine Wellensittiche wollen nicht aus ihrem Käfig raus. Was kann ich tun?

Das kommt oft vor, aber keine Sorge: Neue Wellensittiche müssen sich nach dem Einzug erstmal an die neue Umgebung gewöhnen. In der Regel kommen sie nach 1-2 Tagen heraus. Den Ein- und Ausstieg kann man ihnen mit einer Anflugklappe oder einem Sitzbrettchen vor der Käfigtür erleichtern. Die Tür sollte sich im Käfig oben befinden. Modelle mit einer Käfigtür unten sind daher für Wellensittiche nicht so geeignet. Käfigmodelle, die ich für empfehlenswert halte, seht ihr hier. Der Käfig sollte außerdem so hoch stehen, dass die Tür auf Schulter- oder Augenhöhe des Halters ist. Auch sollte man viele Landemöglichkeiten im Freiflugzimmer schaffen, damit die Vögel wissen, wohin sie sollen und wo sie landen können. Eine fehlende Anflugklappe, ein zu tief stehender Käfig und mangelnde Lande- und Beschäftigungsmöglichkeiten über den Köpfen der Halter sind die Hauptgründe, weshalb Wellis nicht aus ihrem Käfig kommen.

11. Die Wellensittiche machen alles kaputt und koten überall hin. Was kann ich dagegen machen?

Bodenschutzmatten Wellensittich ZimmerNix! Hihihi 😀 Als Vogelhalter muss man leider damit rechnen, dass Tapeten angeknabbert, Bücher geschreddert und Böden, Möbel und Polster vollgekotet werden. Durch geschickte Platzierung von Sitz- und Spielplätzen sowie das Unterlegen von Zeitungen und Bodenschutzmatten kann man Verkotungen auf wenige Plätze im Zimmer konzentrieren und lenkt zudem durch interessante und vogelgerechte Spielplätze die Aufmerksamkeit ab von Büchern, Tapeten, Holzrahmen und Co.

Im nächsten Beitrag geht es um die verschiedenen Haltungsformen und um die Zusammensetzung von Wellensittichen.

Nun folgen wie immer das Video und eine anonyme Umfrage.

Warum gibt es jetzt eigentlich immer Umfragen? Eure Antworten helfen mir dabei festzustellen, wie relevant die Themen für euch sind. Schließlich betreibe ich den Blog ja für euch und will daher über Themen schreiben, die euch interessieren 🙂

Basiswissen Wellensittiche Teil 2 – Überlegungen vor der Anschaffung

In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Überlegungen vor der Anschaffung von Wellensittichen. Bevor man sich Tiere ins Haus holt, muss man sich im Klaren darüber sein, was einen erwartet. Denn ein Tier zu besitzen, bedeutet eine jahrelange Verpflichtung einzugehen.

Je größer das Tier ist, desto länger wird nachgedacht. Bei Kleintieren wie Hamstern, Mäusen oder eben Wellensittichen scheinen viele dies allerdings nicht zu tun. Nicht nur wegen des geringen Anschaffungspreises, sondern auch wegen falscher Vorstellungen wird schnell mal voreilig ein (oder besser zwei) Tiere besorgt. Und bei einem Kleintier kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen oder sich finanziell übernehmen! Oder etwa doch?

Wellensittich Kinder 1997
1997

Man muss sich vor der Anschaffung gründlich überlegen, ob Wellensittiche nicht nur heute, sondern auch noch in 10 oder 15 Jahren zur aktuellen Lebenssituation passen – denn Wellis können so alt werden! Für Kinder sind Wellensittiche unter anderem aufgrund der langen Lebensdauer eher nicht zu empfehlen, gerade wenn man als Eltern keine große Bindung zu den Tieren hat und sich nicht hauptverantwortlich darum kümmern möchte. Mein zweiter Wellensittich, Mäxchen, verdeutlicht sehr gut, was ich sagen will: Ich habe ihn bekommen, als ich in der 4. Klasse der Grundschule gewesen bin und er ist im Alter von 11 Jahren gestorben, als ich bereits im 3. Semester meines Studiums an der Universität war!

Wellensittich männlich mit junger Frau 2007
2007

Glücklicherweise hatte meine Mutter all die Jahre täglich ein Auge auf Mäxchen geworfen, sodass er auch versorgt wurde, als ich draußen Hopse spielte, pubertär bockig im Park abhing oder später zwischen Berlin und Rom pendelte. Aus dem 10 Jährigen Schulmädchen ist eine junge Frau geworden, die kurz vor ihren Auslandssemestern stand und darüber hinaus auch gerne reiste…

Die gleichen Gedanken sollte man sich auch bei alten Leuten machen; es ist keine gute Idee seiner Omi zur Gesellschaft zwei Wellensittiche zu kaufen, wenn man weiß, dass sie kaum selber für sich sorgen kann, vergesslich ist und bald in ein Pflegeheim kommt. Klingt brutal, aber man tut am Ende niemandem einen Gefallen: weder der überforderten Oma und schon gar nicht den Vögeln.

Mit der langen Lebensdauer kommen auch Kosten einher, die bei einem solch kleinen Vögelchen leicht unterschätzt werden. Daher folgt nun ein beispielhafter Kostencheck für zwei Wellensittiche über 10 Jahre.

  • Anschaffungskosten eines Pärchens: ca. 70 Euro / einmalig
  • Artgerechter Käfig: ca. 200 Euro / einmalig
  • Eingangsuntersuchung beider Wellensittiche: ca. 70 Euro / einmalig
  • Futterkosten: ca. 10 Euro / monatlich
  • Einstreu/Sand: ca. 15 Euro / monatlich
  • Spielsachen/Spielplätze: ca. 100 Euro / jährlich
  • Sonderausgaben für Tierarzt, Urlaubsbetreuung, etc.: ca. 200 Euro / jährlich

In 10 Jahren kommen nach dieser (erfahrungsgemäß recht idealistischen) Rechnung rund 6.400 Euro zusammen. Hättet ihr das gedacht? Diese Summe muss man vor der Anschaffung im Kopf haben und berücksichtigen. Gerade bei den Tierarztkosten darf man nicht am falschen Ende sparen. Wer die Verantwortung für ein Tier übernommen hat, muss sich auch in schweren Zeiten darum kümmern und dafür sorgen. Die 200 Euro sind ein Durchschnittswert: Es kann Jahre geben, da zahlt man nichts oder nur mal 15 Euro für die jährliche Kontrolle inklusive einmal Krallenschneiden pro Vogel. Und dann gibt es Jahre, da ist die 200 Euro-Rechnung nur eine von vielen. Für meine Chiocciolina, die chronisch mit den Nieren zu tun hatte, habe ich unzählige Tierarztbesuche durchgemacht sowie eine Dauermedikation, die auch nicht umsonst war. Das Finale war ein Tierarztmarathon nach einem Krampfanfall mit stationärem Aufenthalt, Röntgenbildern und Blutanalysen. Da kamen in einem Monat 1500 Euro zusammen. Oft kann man es vorher nicht kalkulieren, da eine Diagnose den Anstoß zu weiteren wichtigen Untersuchungen gibt. Wenn man schon Jahre lang mit seinem Tier zusammenlebt, dann hofft man auf eine Behandlung und schöpft alle Möglichkeiten aus. Die Entscheidung zur Euthanasie treffen sowohl Halter als auch Tierarzt nur im Fall der medizinischen Aussichtslosigkeit – nicht aber, weil der Halter keine Lust mehr hat oder keine finanziellen Mittel mehr locker machen möchte! Viele Wellensittiche sterben auch, weil die Besitzer nicht zum Tierarzt gehen wollen. Und das ist leider keine Seltenheit!

Natürlich sollte man neben der Kostenfrage noch weitere wesentliche Aspekte beachten:

  1. Wellensittiche brauchen viel Platz für ihren täglichen, besser sogar ganztägigen, Freiflug im Zimmer.
  2. Wellensittiche sind sehr laut und von früh bis spät immer am Brabbeln. Gemütliches Sitzen mit Freunden oder ein Fernsehabend hat also immer eine gewisse Geräuschkulisse, gegen die man lautstärketechnisch ankommen muss.
  3. Die süßen Minipapageien machen eine Menge Dreck und Knabbern gerne alles an – auch Tapeten oder Einrichtungsgegenstände. Tägliches Putzen und Saugen bleibt auch einem „Nur-zwei-Wellis“-Haushalt nicht erspart.
  4. Wellensittiche sind keine Kuscheltiere und nur sehr wenige Individuen fassen Vertrauen zu ihren Haltern und kommen gerne auf die Hand oder sitzen auf der Schulter.

Bei der Überlegung zur Anschaffung sollte man sich daher ehrlich fragen, ob es für einen in Ordnung ist, dass die Wellis vermutlich Zeit ihres Lebens eher Tiere zum Anschauen als zum Spielen oder gar Kuscheln sein werden. Auch das ist ein Grund, weshalb ich Wellensittiche nicht für Kinder empfehle. Es ist aber nicht nur für Kinder, sondern auch für viele Erwachsene sehr frustrierend, wenn man quasi „fliegende Goldfische“ hat, für die man Geld ausgibt und dann nur die Putze spielen darf. Während bei Vögeln von Kindern oftmals die Eltern die Reißleine ziehen und die Tiere (rechtzeitig) abgeben, dümpeln bei Erwachsenen die Vögel oft Jahrelang in einer Ecke vor sich hin. Ob es Scham ist oder infantile Bockigkeit, Verkennen der Situation oder pures Desinteresse – die schlimmsten Vermittlungsfälle kommen in der Regel nicht aus Kinderzimmern!

Anonyme Umfrage nicht vergessen 😉

Roomtour durch das Vogelzimmer


Spätestens nach dem letzten Beitrag über die Sicherheit im Freiflugzimmer wurden die Stimmen jener Vogelhalter lauter, die sich schon seit langem eine Roomtour durch mein Vogelzimmer wünschen. Dem möchte ich nun nachkommen.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass eine Roomtour visuell -sprich mit einem Video- besser dargestellt werden kann, als durch einen Blogbeitrag 😉 Da ich aber oft gefragt werde, wo ich was gekauft habe, folgt hier nun eine Inventur mit entsprechender Verlinkung. Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag enthält Produktverlinkungen („Werbung“).

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Bauhaus:
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diverse Untersetzer (Plastik & Terrakotta)
Regalwinkel (aus Holz für die Bambusbretter & Schmuckwinkel für die Weinreben)
Fotorahmen (als Spritz- und Knabberschutz für die Tapete)

CEWE:
Gallery Print (eigenes Motiv – Antonia)


Sofawand
Massivum: Rattansofa mit Sitzkissen
Bauhaus: Tapete mit Amazonen
Ikea: Schaukelsessel

 


Käfigwand
Anbieter Parrotshop/amazon:
2x Madeira II – Platinum (Montana Cages) zu einer Madeira Double* zusammengebastelt; Bastelanleitung Madeira I, II oder III verbinden
Java Kletterstangen* (sehr leicht zu säubern und langlebig)
Naturschaukel* (sehr beliebt im Käfig und an der Kletterwand)
Super Shredding Ball Bird Toy-M* (aktuell unser Favorit – macht Dreck ohne Ende! Also perfekt für jeden, der schon mal bunte Papierschnipsel in der ganzen Wohnung haben wollte… und auf dem Butterbrot 😀 Aber die kleinen, süßen Plüschies lieben es, also eben erst sechs Bälle nachbestellt *seuftz*)
Triple Shred Boxen* mit bunten Papier
Nature-Bell-Fun
Shredder Korb

Körnerbude:
Hängeschaukeln
Buddha-Schaukel

Anbieter Fressnapf/amazon:
Mineralsteine
einfach Schlafschaukeln (dick, dünn)
Brücken aus der Nagerabteilung* (unterschiedliche Größen zum Spielen und als Tapetenschutz)
Sitzbretter aus der Nagerabteilung* (in unterschiedlichen Größen erhältlich)
Korkröhren*

Anbieter Futterhaus/amazon:
Lucky Reptile Compact Bird Lamp Set*

Bauhaus:
Flachsseile (Meterware)

Ikea:
MALM (Birkenfurnier; gibt es leider nur noch in anderen Farben)
MOLGER (Wandregal, Birke)
RIMFORSA (Futterbehälter)

Korkenzieherhaseläste: privat (kleiner Tipp: Wer keinen eigenen Garten hat, kann bei Nachbarn oder in Kleingartenkolonnien nachfragen. Beste Schnittzeit: Frühling und Herbst)


Fensterfront
Korkenzieherhaselast in einem Weihnachtsbaumständer: privat
Philips: 2-in-1 Kombigerät Luftreiniger und Luftbefeuchter* (ECARF geprüft: allergikerfreundlich)

Bauhaus: Deckenlampe mit verdeckten Kabeln und einstellbarer Farbtemperatur

Ikea:
Schreibtischunterlagen als Kotschutz
SATSUMAS (Halter mit fünf Übertöpfen im Zwischenfenster)
LILL (Gardinenstores als Anflugschutz)


Futter
Ricos Futterkiste: Hauptfutter (meistens WS2)
Körnerbude: Ergänzungsfutter (Fonio Paddy, Knaulgras, Pagima Green, etc.)
Parrotshop: Edelstahl Fruchtspieß

Quarantänekäfig
Parrotshop: San Remo II – Platinum* (Montana Cages)

Raumausstattung/ Raumpflege
Bauhaus: Tapete
Hometrend: Boden
iRobot: iRobot Braava jet 240 Wischroboter für Räume bis zu 25 m²)* mit den blauen Pads (Nasswischpads)
Sebo: Staubsauger* mit dreifachem Filtersystem (Hepa)


Hinweis: Bei allen Verlinkungen, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, handelt es sich um affilate Links (Werbelinks). Wird ein Produkt über diesen Link gekauft, erhalte ich eine kleine Provision von amazon. Der Preis ändert sich für euch nicht! Alle verlinkten Produkte befinden sich in meinem Vogelzimmer (bei Spielzeug mal länger, mal weniger 😉 ). Es handelt sich bei meiner Aufzählung also um persönliche Erfahrungswerte, die ich gerne teilen möchte. Ich mache keine Werbung für Produkte, die ich nicht gut finde oder die tierschutzwidrig sind! Weitere Produkte, die ich positiv getestet habe, findet ihr auf der Unterseite Produktempfehlungen.