Basiswissen Wellensittiche Teil 4 – Fragen & Antworten rund um den Freiflug

Wie versprochen, geht es in dem vierten Teil der Serie „Basiswissen Wellensittiche“ um das Thema Freiflug. Manch einer mag jetzt denken: „Was ist denn da das Problem? Käfigtür auf und fertig!“ Jaaa… fast! Zu kaum einem anderen Thema bekomme ich über meine Social Media Kanäle mehr Fragen gestellt, als zu diesem. Das ist auch richtig so, denn Freiflug ist ein wichtiger Bestandteil in der Vogelhaltung und sollte täglich mehrere Stunden, oder wenn möglich, sogar ganztägig angeboten werden.

Die Fragen und Probleme der Halter sind ganz unterschiedlicher Natur: Während der eine sich Gedanken über die Sicherheit im Freiflugzimmer macht, so hat der andere flugfaule Stubenhocker, die den Käfig nicht verlassen. Im Folgenden habe ich die häufigsten Fragen aufgeführt und beantwortet. Sollte euch noch eine Frage einfallen, dann schreibt mir in der Kommentarfunktion und ich werde eure Fragen im Text ergänzen.

Die elf häufigsten Fragen und Antworten zum Freiflug

1. Was bedeutet „Freiflug“?

Mit Freiflug ist gemeint, dass die Wellis außerhalb ihres Käfigs in einem Zimmer in der Wohnung fliegen dürfen. Mit Freiflug ist nicht gemeint, dass man die Vögel nach draußen „ins Freie“ entlässt! In Europa können Wellensittiche nicht in der Natur überleben. Immer wieder mal höre ich von einzelnen Menschen, die ihren Tiere aus Unwissenheit draußen Freiflug anbieten wollen oder von Leuten, die meinen besonders tierfreundlich zu sein, wenn sie ihren Wellensittichen „die Freiheit schenken“. Leider werden diese Wellis oftmals in den Tod geschickt und verenden elendig. Nur sehr wenige Ziervögel werden rechtzeitig gefunden und überleben solch einen Ausflug. Wer Ziervögel und andere Exoten hält, muss sich im Klaren darüber sein, dass man den Tieren ein großes Stück Freiheit nimmt. Umso wichtiger sind daher die Haltungsbedingungen!

2. Wie lange und wie oft muss ich meinen Wellensittichen Freiflug anbieten?

Bei der Dauer des Freiflugs gilt: je länger, desto besser! Ganztägiger Freiflug ist daher am besten. Sollte dies nicht möglich sein, so muss gewährleistet sein, dass die Tiere zumindest halbtägig (mind. 4 Stunden) tagsüber ihren Käfig verlassen dürfen. Auf lange Zeit gesehen, sollte man aber eine Lösung finden, dass die Wellensittiche den ganzen Tag raus dürfen. Oftmals liegt die Reduzierung des Freiflug an einem nicht-vogelsicheren Zimmer. Halter haben dann berechtigterweise Angst, dass ihren Tieren etwas in ihrer Abwesenheit passiert. Ich kenne das Problem: Nach meinem Umzug in meine 1-Zimmerwohnung hatte ich die ersten Wochen auch erst die Schwachstellen des Zimmer herausfinden müssen und ließ die Vögel nur unter Aufsicht raus. Nach dem „Aufrüsten“ hatte ich dann meinen Wellis ganztägigen Freiflug anbieten können.

3. Ich habe einen großen Käfig. Muss ich meine Wellensittiche trotzdem täglich rauslassen?

Ein großer Käfig alleine ist nicht ausreichend. Die Vögel müssen mehr als ein paar Flügelschläge machen können und müssen die Möglichkeit bekommen, ihre Runden durch das Zimmer zu drehen. Außerdem dient der Freiflug auch der Beschäftigung unserer Stubenadler und beugt Langeweile sowie daraus resultierende psychische Erkrankungen, wie Automutilation durch Federrupfen, vor.

4. Warum ist Freiflug so wichtig?

Freiflug dient in erster Linie der Gesundheit, da Wellensittiche im australischen Outback bis zu 150 km (Strecke Berlin- Magdeburg!) am Tag fliegen und ihr Körper und ihre Fettverbrennung darauf eingestellt sind. Wellis in der Wohnungshaltung neigen zur Verfettung, was wiederum schwere gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Zum Beispiel, wenn die Fettpolster auf Organe und Nerven drücken, kann es zu Problemen beim Kotabsetzen kommen. Auch arbeitet der Luftsack (also die Vogellunge) nur richtig, wenn sich die Tiere fliegend fortbewegen. Und nur ein funktionierender Luftsack kann den Vogel mit genug Sauerstoff versorgen. Wellis, die gar nicht oder nur selten fliegen, haben ein größeres Risiko an Pilzerkrankungen der Lunge, wie Aspergillose, zu erkranken. Leider kommt diese Krankheit auch bei Nicht-Fliegern häuftig vor. Wer also Renner hat, sollte seinen vogelkundigen Tierarzt von Zeit zu Zeit bitten, genaustens auf den Luftsack zu achten. Auch regelmäßige Röntgenbilder können helfen. Meine Antonia hat eine leichte Form der PBFD sowie steife Schultergelenke. Da die Krankheiten schrittweise vorangegangen sind, habe ich lange nicht an die Sekundärerkrankungen gedacht. Bei einer Kontrolluntersuchung ist meiner Tierärztin vor 2 Jahren ein Knacken und Pfeifen in den Atemorganen aufgefallen. Nach einem Röntgenbild war klar, dass Antonia leider auch Aspergillose hat. Die Behandlung verlief gut, auch wenn Aspergillose nicht heilbar ist. Seitdem machen wir alle sechs Monate ein Röntgenbild sowie eine profilaktische Kur mit Vfend und/oder Lamisil. Das letzte Röntgenbild vor ein paar Tagen zeigte, dass wir zumindest mit der Aspergillose auf einem sehr guten Weg sind und die Luftsäcke schon viel besser aussehen als noch vor einem Jahr (und natürlich seeeehr viel besser als vor zwei Jahren).

5. Wie mache ich mein Zimmer „vogelsicher“?

YouTube Kanal Wellensittiche Blog FreiflugZu diesem Thema gibt es auf meinem Blog einen Bericht und auf meinem YouTube-Kanal ein Video. Beide heißen „Sicherheit im Freiflugzimmer für Wellensittiche„.

6. Kann man Wellensittiche so trainieren, dass sie nicht wegfliegen, wenn ich zum Beispiel kurz die Tür öffne, um auf den Balkon oder die Terrasse zu gehen?

Nein, Wellensittiche lassen sich dahingehend nicht zuverlässig trainieren. Auch finden Wohnungvögel nach dem Entfliegen nicht mehr alleine nach Hause zurück. Da Wellensittiche in unseren Breitengraden draußen nicht überleben und nur die allerwenigsten Wellis rechtzeitig gefunden und gerettet werden, muss man alle Sicherheitsvorkehrungen treffen, damit sie nicht entfliegen. Daher müssen alle Fenster & Türen während des Freiflugs geschlossen bleiben! Ohne Ausnahme!!!

7. Reicht eine Gardine oder ein Fliegengitter aus, um gekippte Fenster zu sichern?

Nein, das reicht leider nicht aus! Wer Fenster und Türen sichern möchte, muss auf stabilen Edelstahldraht mit einer maximalen Maschenweite von 1×1 cm zurückgreifen. Immer wieder erzählen mir Halter, dass es bei ihnen mit Gardinen schon „seit Jahren“ klappt. Früher oder später wird eines der Tiere aber den Trick raus haben und dann für immer weg sein. Ich persönlich würde solch ein Risiko, das der Vogel am Ende sehr wahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen muss, niemals eingehen!

8. Mein Hund/Meine Katze ist lieb und hat keinen Jagdtrieb. Darf ich sie während des Freiflugs mit ins Zimmer nehmen?

Nein, Hunde, Katzen und andere Tiere sollten nicht in das Zimmer genommen werden, in dem die Wellensittiche sind. Zum einen ist auch der liebste Hund und die bravste Katze unberechenbar, zum anderen werden Vögel alleine durch die bloße Anwesenheit der Raubtiere sehr gestresst. Das gleiche gilt auch für Räume mit vielen Menschen. Bei Festen, Feiern, Partys und Co. stellt den Käfig daher besser in ein ruhiges Zimmer. Sowohl eure Wellensittiche als auch eure Gäste werden es euch danken… 😉
Ab und an mal werde ich gefragt, ob Kaninchen und Meerschweinchen zusammen mit Wellis gehalten werden können. Auch hier kann es zu Verletzungen der Wellensittiche durch die Bodenbewohner kommen. Allerdings ist die Geräuschbelästigung der Wellensittiche für Kaninchen, Meerschweinchen, etc. auch nicht zu unterschätzen. Die unterschiedlichen Tag-Nacht-Rythmen sind ein weiteres Argument, diese Arten nicht zusammen in einem Raum zu halten.

9. Kann ich mein Baby/ mein Kleinkind mit den Wellensittichen alleine lassen?

Nein, da Babys und Kleinkinder noch zu grobmotorisch sind und aus dem Reflex heraus nach den Wellensittichen greifen oder treten könnten. Für den Vogel würde dies ernsthafte Verletzungen oder Quetschungen (zum Beispiel der Atemorgane) mit sich ziehen. Daher auch Kleinkinder niemals alleine mit den Wellis lassen!

10. Ich habe ein vogelsicheres Zimmer, aber meine Wellensittiche wollen nicht aus ihrem Käfig raus. Was kann ich tun?

Das kommt oft vor, aber keine Sorge: Neue Wellensittiche müssen sich nach dem Einzug erstmal an die neue Umgebung gewöhnen. In der Regel kommen sie nach 1-2 Tagen heraus. Den Ein- und Ausstieg kann man ihnen mit einer Anflugklappe oder einem Sitzbrettchen vor der Käfigtür erleichtern. Die Tür sollte sich im Käfig oben befinden. Modelle mit einer Käfigtür unten sind daher für Wellensittiche nicht so geeignet. Käfigmodelle, die ich für empfehlenswert halte, seht ihr hier. Der Käfig sollte außerdem so hoch stehen, dass die Tür auf Schulter- oder Augenhöhe des Halters ist. Auch sollte man viele Landemöglichkeiten im Freiflugzimmer schaffen, damit die Vögel wissen, wohin sie sollen und wo sie landen können. Eine fehlende Anflugklappe, ein zu tief stehender Käfig und mangelnde Lande- und Beschäftigungsmöglichkeiten über den Köpfen der Halter sind die Hauptgründe, weshalb Wellis nicht aus ihrem Käfig kommen.

11. Die Wellensittiche machen alles kaputt und koten überall hin. Was kann ich dagegen machen?

Bodenschutzmatten Wellensittich ZimmerNix! Hihihi 😀 Als Vogelhalter muss man leider damit rechnen, dass Tapeten angeknabbert, Bücher geschreddert und Böden, Möbel und Polster vollgekotet werden. Durch geschickte Platzierung von Sitz- und Spielplätzen sowie das Unterlegen von Zeitungen und Bodenschutzmatten kann man Verkotungen auf wenige Plätze im Zimmer konzentrieren und lenkt zudem durch interessante und vogelgerechte Spielplätze die Aufmerksamkeit ab von Büchern, Tapeten, Holzrahmen und Co.

Im nächsten Beitrag geht es um die verschiedenen Haltungsformen und um die Zusammensetzung von Wellensittichen.

Nun folgen wie immer das Video und eine anonyme Umfrage.

Warum gibt es jetzt eigentlich immer Umfragen? Eure Antworten helfen mir dabei festzustellen, wie relevant die Themen für euch sind. Schließlich betreibe ich den Blog ja für euch und will daher über Themen schreiben, die euch interessieren 🙂

Basiswissen Wellensittiche Teil 3 – Käfige und Käfigeinrichtung

In dem dritten Teil der Serie „Basiswissen Wellensittiche“ geht es um das Thema Käfige und Käfigeinrichtung. Dies ist ein Erfahrungsbericht, der konkrete Empfehlungen und Käfigbeispiele enthält, die ich persönlich gut finde. Meine Meinung ist nicht erkauft und muss auch nicht unbedingt immer stimmen. 😉

Rechtlicher Hinweis: Die im Folgenden verwendeten Bilder der Käfige sind größenteils nicht meine, sondern mit amazon verlinkt und enthalten sogenannte Affiliate-Links (Werbelinks). Wer mehr Produktempfehlungen von mir haben möchte, kann sich auf der neu eingerichteten Seite Produktempfehlungen umschauen.

San Remo II für zwei WellensitticheDen richtigen Käfig zu finden ist nicht einfach. Bei der Wahl des Käfigs sollte man auf einige Dinge achten, damit er sich später nicht als Fehlkauf herausstellt. Als ersten Punkt sollte man sich fragen, wie die Haltung der Wellensittiche aussehen soll. Also wie viele Vögel man halten möchte und wie lange am Tag die Tiere Freiflug bekommen. Bei ganztägigem Freiflug reicht für zwei Wellensittiche zum Beispiel eine San Remo II, während sie für acht Wellis unter gleichen Bedingungen selbst als Schlafkäfig zu klein wäre. Die Madeira Double hingegen ist eine gute Wahl für acht Vögel mit ganztägigem Freiflug oder für zwei Wellis, die nur stundenweise am Tag raus dürfen.

Neben der Käfiggröße sind die Qualität und die Materialien zwei weitere wichtige Punkte. Leider sind viele im Zoofachgeschäft erhältliche Käfige entweder verzinkt oder lackiert. Beides ist hochgradig gesundheitsschädigend für Wellensittiche und andere Ziervögel. Ich wusste das anfangs auch nicht und freute mich über ein vermeindliches Schnäppchen – glücklicherweise bin ich wenige Wochen nach dem Kauf von anderen Welli-Haltern darauf hingewiesen worden. Nach einigen Recherchen über Zinkvergiftungen habe ich mich für eine Madeira II von Montana Cages entschieden. Natürlich habe ich als Studentin kräfig schlucken müssen, da zwei Käfige in so kurzer Zeit ordentlich das Konto leerten und ich hatte mir insgeheim gewünscht, dass Zinkvergiftungen schon nicht so schlimm sein würden… Ich muss gestehen, dass ich ziemlich stinkig auf die bekannte Zoohandlungskette war und habe in der Zentrale nachgefragt, warum man solche Käfige überhaupt anbietet. Die Antwort war, dass im Kleingedruckten des Katalogs, der im Laden (eventuell) ausliegt, steht, dass es sich um „Quarantänekäfige“ handelt. Sorry, also das finde ich wirklich frech! Erstens wurden zu diesem Zeitpunkt (2012) keine Alternativen in den Läden angeboten und zweitens hat ein Test im Nachhinein ergeben, dass die Mitarbeiter ebenfalls keine Ahnung hatten, dass die Käfige beschichtet sind. Den Katalog gab es auch nur auf Nachfrage…

 


Ich habe die Entscheidung einen neuen Käfig zu kaufen, trotz des hohen Preises aber nie bereut. Inzwischen sind aus zwei Wellensittichen 12 geworden und ich habe eine zweite Madeira II an die vorhandene angebaut. Dazu gibt es auf meinem YouTube-Kanal auch ein Video. Wer von vornherein seinen Tieren mehr Platz gönnen möchte oder weiß, dass der Schwarm unter Umständen aufgestockt wird, kann sich das Umbauen sparen und sich gleich eine Madeira Double zulegen. Neuheit Madeira Doube mit AnflugklappenDas schöne an dieser Voliere ist, dass man sie dank des Anbaukits erweitern kann. Zukünfig soll es auch Käfige dieser Art mit den beliebten Anflugklappen geben. Der Hersteller antwortete auf meine Nachfrage, wann dies sein wird, dass es vom Abverkauf der bereits produzierten Volieren abhängt.

Anflugklappen sind wichtiger als man denkt. Oft sind sie für scheue Wellensittiche ein sicherer Platz, von dem aus sie langsam das Freiflugzimmer erkunden und trotzdem den Käfig als sicheren Rückzugsort im Rücken haben. Bei Modellen wie zum Beispiel der Memphis empfiehlt es sich ein Sitzbrettchen direkt vor dem Türbereich anzubringen. Kleiner Tipp: Wer etwas mehr Platz hat als für die Memphis I kann gleich auf das Modell San Remo II oder III umsteigen, da sie sich preislich kaum von Memphis II und III unterscheiden, aber um Längen besser, komfortabler und qualitativ hochwertiger sind. Die formschöne San Remo lässt sich oben öffnen und hat zudem – wie die Madeira – eine Anflugklappe sowie eine praktische und sichere große Tür, über die man leicht im Käfig putzen kann. Wer meine Videos kennt, der hat die San Remo II schon mal gesehen: Wir haben sie als einen von zwei Urlaubs- und Krankenkäfigen immer Einsatzbereit im Büro zu stehen.

Ein weiteres empfehlenswertes Modell ist die Paradiso, wobei die Paradiso 120 und 150 (die Zahlen geben die Breite der Volieren an) den Bedürfnissen unserer Flugsauriern näher kommt als die schmalen Paradiso 60 und 90. Die unter Wellensittich-Freunden scherzhaft genannten „Hubschraubervolieren“ sind nicht nur für flug- und bewegungsfreudige Wellensittiche ungünstig, sondern lassen sich auch schlechter einrichten als breite Volieren.

Hier ein paar wertvolle Tipps zur Einrichtung, damit sich nicht nur die Vögel wohlfühlen, sondern dem Halter auch das Reinigen erleichtert wird.

 

1. Die goldene Regel lautet: „Weniger ist mehr„! Wir meinen es oft zu gut und hängen viel zu viele Dinge in die Käfige. Dadurch nehmen wir unseren Tieren aber noch mehr Bewegungsfreiheit als eh schon und bekommen zudem leichter ein Hygieneproblem.

2. Zur besser strukturierten und pflegeleichten Einrichtung sollte man seinen Käfig gedanklich horizontal in vier Teile teilen.

Käfig richtig einrichten

  1. Das obere Viertel ist den Schlafschaukeln vorbehalten (Schlafebene). Das Käfigdach dient außerdem zur Aufhängung größerer Spielzeuge,
  2. die bequem von der Spiel- und Aufenthaltsebene erreicht werden können.
  3. Der Bereich darunter sollte nur am Rand mit Sitzbrettern oder leicht zu reinigenden Ästen ausgestattet werden, um den Vögeln ausreichend Platz zum Fliegen zu ermöglichen (Flug- und Foragingebene).
  4. Die Bretter haben zudem die Aufgabe, das Futter und Wasser auf der untersten Ebene (Nahrungsebene) vor Verkotungen von oben zu schützen.

Sitzbrett und Brücke für Wellensittiche3. Brücken und Sitzbretter sind eine willkommene Gelegenheit für viele Wellis sich tagsüber auszuruhen und schaffen mehr Ebenen im Käfig, auf denen Wühlkisten & Co angeboten werden können. Allerdings sind solche Sitz- und Liegegelegenheiten sehr pflegebedürftig, da der Kot meistens darauf liegen bleibt. Man muss daher einkalkulieren, dass man sie alle 1-2 Tage unter heißem Wasser abschrubben muss.

Blick in den Vogelkäfig4. Grundsätzlich sollten alle Sitzgelegenheiten so platziert werden, dass der Kot auf den Boden fällt und nicht auf darunterliegende Einrichtungsgegenstände, Spielzeuge oder Futter- und Trinknäpfe. Hier seht ihr ein Bild von meinem Vogelkäfig (seitlicher Blick in den Käfig).

Keinen Nistkasten nutzen5. NICHT zur Käfigausstattung gehören Nistkästen. Auch andere Dinge, die als Nistgelegenheiten genutzt werden können, sollten dringend vermieden werden! Denn Nachwuchs und Jungtieraufzucht gehört nicht in die Hände von Laien und Privatpersonen! Wer mehr Wellensittiche haben möchte, kann in Tierheimen, in Wellensittich-Foren oder auf unserer Vermittlungsseite nach passenden Kandidaten suchen.

In der nächsten Folge dreht sich alles um den Freiflug. Jetzt aber erstmal das Video und zum Schluss die anonyme Umfrage 🙂

Anonyme Umfrage nicht vergessen! 😀

Basiswissen Wellensittiche Teil 2 – Überlegungen vor der Anschaffung

In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Überlegungen vor der Anschaffung von Wellensittichen. Bevor man sich Tiere ins Haus holt, muss man sich im Klaren darüber sein, was einen erwartet. Denn ein Tier zu besitzen, bedeutet eine jahrelange Verpflichtung einzugehen.

Je größer das Tier ist, desto länger wird nachgedacht. Bei Kleintieren wie Hamstern, Mäusen oder eben Wellensittichen scheinen viele dies allerdings nicht zu tun. Nicht nur wegen des geringen Anschaffungspreises, sondern auch wegen falscher Vorstellungen wird schnell mal voreilig ein (oder besser zwei) Tiere besorgt. Und bei einem Kleintier kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen oder sich finanziell übernehmen! Oder etwa doch?

Wellensittich Kinder 1997
1997

Man muss sich vor der Anschaffung gründlich überlegen, ob Wellensittiche nicht nur heute, sondern auch noch in 10 oder 15 Jahren zur aktuellen Lebenssituation passen – denn Wellis können so alt werden! Für Kinder sind Wellensittiche unter anderem aufgrund der langen Lebensdauer eher nicht zu empfehlen, gerade wenn man als Eltern keine große Bindung zu den Tieren hat und sich nicht hauptverantwortlich darum kümmern möchte. Mein zweiter Wellensittich, Mäxchen, verdeutlicht sehr gut, was ich sagen will: Ich habe ihn bekommen, als ich in der 4. Klasse der Grundschule gewesen bin und er ist im Alter von 11 Jahren gestorben, als ich bereits im 3. Semester meines Studiums an der Universität war!

Wellensittich männlich mit junger Frau 2007
2007

Glücklicherweise hatte meine Mutter all die Jahre täglich ein Auge auf Mäxchen geworfen, sodass er auch versorgt wurde, als ich draußen Hopse spielte, pubertär bockig im Park abhing oder später zwischen Berlin und Rom pendelte. Aus dem 10 Jährigen Schulmädchen ist eine junge Frau geworden, die kurz vor ihren Auslandssemestern stand und darüber hinaus auch gerne reiste…

Die gleichen Gedanken sollte man sich auch bei alten Leuten machen; es ist keine gute Idee seiner Omi zur Gesellschaft zwei Wellensittiche zu kaufen, wenn man weiß, dass sie kaum selber für sich sorgen kann, vergesslich ist und bald in ein Pflegeheim kommt. Klingt brutal, aber man tut am Ende niemandem einen Gefallen: weder der überforderten Oma und schon gar nicht den Vögeln.

Mit der langen Lebensdauer kommen auch Kosten einher, die bei einem solch kleinen Vögelchen leicht unterschätzt werden. Daher folgt nun ein beispielhafter Kostencheck für zwei Wellensittiche über 10 Jahre.

  • Anschaffungskosten eines Pärchens: ca. 70 Euro / einmalig
  • Artgerechter Käfig: ca. 200 Euro / einmalig
  • Eingangsuntersuchung beider Wellensittiche: ca. 70 Euro / einmalig
  • Futterkosten: ca. 10 Euro / monatlich
  • Einstreu/Sand: ca. 15 Euro / monatlich
  • Spielsachen/Spielplätze: ca. 100 Euro / jährlich
  • Sonderausgaben für Tierarzt, Urlaubsbetreuung, etc.: ca. 200 Euro / jährlich

In 10 Jahren kommen nach dieser (erfahrungsgemäß recht idealistischen) Rechnung rund 6.400 Euro zusammen. Hättet ihr das gedacht? Diese Summe muss man vor der Anschaffung im Kopf haben und berücksichtigen. Gerade bei den Tierarztkosten darf man nicht am falschen Ende sparen. Wer die Verantwortung für ein Tier übernommen hat, muss sich auch in schweren Zeiten darum kümmern und dafür sorgen. Die 200 Euro sind ein Durchschnittswert: Es kann Jahre geben, da zahlt man nichts oder nur mal 15 Euro für die jährliche Kontrolle inklusive einmal Krallenschneiden pro Vogel. Und dann gibt es Jahre, da ist die 200 Euro-Rechnung nur eine von vielen. Für meine Chiocciolina, die chronisch mit den Nieren zu tun hatte, habe ich unzählige Tierarztbesuche durchgemacht sowie eine Dauermedikation, die auch nicht umsonst war. Das Finale war ein Tierarztmarathon nach einem Krampfanfall mit stationärem Aufenthalt, Röntgenbildern und Blutanalysen. Da kamen in einem Monat 1500 Euro zusammen. Oft kann man es vorher nicht kalkulieren, da eine Diagnose den Anstoß zu weiteren wichtigen Untersuchungen gibt. Wenn man schon Jahre lang mit seinem Tier zusammenlebt, dann hofft man auf eine Behandlung und schöpft alle Möglichkeiten aus. Die Entscheidung zur Euthanasie treffen sowohl Halter als auch Tierarzt nur im Fall der medizinischen Aussichtslosigkeit – nicht aber, weil der Halter keine Lust mehr hat oder keine finanziellen Mittel mehr locker machen möchte! Viele Wellensittiche sterben auch, weil die Besitzer nicht zum Tierarzt gehen wollen. Und das ist leider keine Seltenheit!

Natürlich sollte man neben der Kostenfrage noch weitere wesentliche Aspekte beachten:

  1. Wellensittiche brauchen viel Platz für ihren täglichen, besser sogar ganztägigen, Freiflug im Zimmer.
  2. Wellensittiche sind sehr laut und von früh bis spät immer am Brabbeln. Gemütliches Sitzen mit Freunden oder ein Fernsehabend hat also immer eine gewisse Geräuschkulisse, gegen die man lautstärketechnisch ankommen muss.
  3. Die süßen Minipapageien machen eine Menge Dreck und Knabbern gerne alles an – auch Tapeten oder Einrichtungsgegenstände. Tägliches Putzen und Saugen bleibt auch einem „Nur-zwei-Wellis“-Haushalt nicht erspart.
  4. Wellensittiche sind keine Kuscheltiere und nur sehr wenige Individuen fassen Vertrauen zu ihren Haltern und kommen gerne auf die Hand oder sitzen auf der Schulter.

Bei der Überlegung zur Anschaffung sollte man sich daher ehrlich fragen, ob es für einen in Ordnung ist, dass die Wellis vermutlich Zeit ihres Lebens eher Tiere zum Anschauen als zum Spielen oder gar Kuscheln sein werden. Auch das ist ein Grund, weshalb ich Wellensittiche nicht für Kinder empfehle. Es ist aber nicht nur für Kinder, sondern auch für viele Erwachsene sehr frustrierend, wenn man quasi „fliegende Goldfische“ hat, für die man Geld ausgibt und dann nur die Putze spielen darf. Während bei Vögeln von Kindern oftmals die Eltern die Reißleine ziehen und die Tiere (rechtzeitig) abgeben, dümpeln bei Erwachsenen die Vögel oft Jahrelang in einer Ecke vor sich hin. Ob es Scham ist oder infantile Bockigkeit, Verkennen der Situation oder pures Desinteresse – die schlimmsten Vermittlungsfälle kommen in der Regel nicht aus Kinderzimmern!

Anonyme Umfrage nicht vergessen 😉

Basiswissen Wellensittiche Teil 1 – Allgemeines rund um Wellensittiche

Wer ausschließlich meinem Blog folgt, der wundert sich vielleicht, weshalb hier monatelang nichts passiert ist. Nun ja, ich habe mir für solche Fragen eine Menge überzeugender Ausreden einfallen lassen:

Mein inzwischen 10 Monate alter Sohn hat krabbeln gelernt und stopft sich alles in den Mund, was er findet (ja, auch Buchenholzgranulat und … naja, das andere eben, was Wellis hinterlassen). Neben gefühlt 24 Stunden putzen, habe ich auch noch versucht mich erfolglos auf eine Klausur in Personalführung vorzubereiten, hatte bis Anfang August full house in Bezug auf gefiederte Gäste und… (taataaa!) habe an einer 10-teiligen Serie für YouTube gearbeitet.

Die Idee für die Serie kam mir mal wieder morgens beim Tee trinken (für mehr als einen Tee reicht die Zeit nicht). Warum auch immer, hatte ich mich an meinen „Basispass Pferdekunde“ erinnert, den ich vor vielen Jahren abgelegt hatte. Es ist eine theoretische Prüfung, die als Grundvoraussetzung für alle weiteren Prüfungen im Pferdesport gilt. Quasi analog zur Sachkundeprüfung bei Hunden. „Warum“, fragte ich mich plötzlich, „gibt es das eigentlich nicht für Wellensittiche?“ Es ist so wichtig, sich vor der Anschaffung ein paar theoretische Grundkenntnisse anzueignen. Eine gute Vorbereitung auf die Vogelhaltung erleichtert das Zusammenleben, hilft den Tieren und vermittelt dem Halter ein realistisches Bild von der Arbeit, die auf ihn zukommt. Wie ihr wisst, helfe ich meiner Freundin bei der Vermittlung von Wellensittichen im Großraum Berlin; immer wieder hören wir die gleichen Abgabegründe: Überforderung, viel Dreck, große Lautstärke, zerrissene Tapeten oder enttäuschte Erwartungen an die Zahmheit der Wellis. Oder wir bekommen Tiere, die aus schlechter und uninformierter Haltung kommen: Einzelhaltung, keinen Freiflug, falsches Futter, zu kleiner Käfig und keine Behandlung kranker Tiere, erst recht nicht durch einen vogelkundigen Tierarzt.

Da ich über kurze YouTube-Videos auch Menschen erreiche, die sich aus verschiedenen Gründen nicht durch Bücher, lange Foren, Blogs und Websites lesen möchten, hatte ich mich in den letzten Monaten erstmal weniger auf den Blog konzentriert, sondern meine wenige Freizeit in das Erstellen der Videos gesteckt. Die acht bisher veröffentlichten Videos wurden – Stand September 2018 – zusammen über 27.300 Mal in den letzten Wochen gesehen. Für einen kleinen Nischen-Kanal ein großer Erfolg! Daher möchte ich die Serie auch den Bloglesern schriftlich zur Verfügung stellen und einige ausführlichere Ergänzungen einfügen.

Bevor es jetzt mit Teil 1 losgeht, will ich noch kurz auf die Frage eingehen, die mich über diverse Social Media-Kanäle erreicht: wann kommen Teil 9 und 10? Teil 9 ist fast fertig und kommt nächstes Wochenende raus und Teil 10 folgt zwei Wochen später.

 

Basiswissen Wellensittiche Teil 1 – Allgemeines rund um Wellensittiche

Der Wellensittich (lat. Melopsittacus undulatus) gehört zur Familie der Papageien und ist weltweit die am häufigsten in Haushalten vorkommende Papageienart. In der Natur leben Wellensittiche in großen Schwärmen und ziehen als Nomaden durch das australische Outback. Als extreme Nahrungsspezialisten ernähren sie sich vor allem von Wellensittiche Australien Landschaft Lebensraum Nahrung Gräser Samen WikipediaGräsern und Samen von Bodendeckerpflanzen. Dies sollte bei der Ernährung der kleinen Flugakrobaten dringend berücksichtig werden, da Wellensittiche in Gefangenschaft zu Verfettungen und futterbedingten Erkrankungen neigen. Teil 8 der Serie behandelt das Thema „Ernährung“ noch ausführlicher.

 

Wellensittich Australien Nominatform grün normal wild wikipediaWellensittiche haben von Natur aus ein grünes Gefieder, ein gelbes Köpfchen und die charakteristische und namensgebende Wellenzeichnung, die sich vom Hinterkopf, über die Schultern und Flügel bis hin zum Rücken über den ganzen Körper zieht. Man kann es bei solch bunten Vögeln kaum glauben, aber die Nominatform ist perfekt an ihre Umgebung angepasst. Schaut man nämlich von unten hoch in einen Baum, so sieht man nur die grünen Bäuche, die optisch im Blätterwerk völlig verschwinden. Schaut man hingegen von oben auf die einzelnen Tiere, so verwinden diese im Spiel von Licht und Schatten zwischen den Gräsern oder den Blättern und Zweigen der Baumkronen.

 

Wellensittich Männchen Nominatform grün gelb normalDurch Züchtungen in den letzten 150 Jahren gibt es Wellensittiche in diversen Farben der Blau- und Grünreihe. Wie kommen aber die Farbschläge zustande, wenn es die Nominatform nur in Grün-Gelb gibt. Ganz vereinfacht erklärt gibt es im Gefieder zwei Farbstoffe – Gelbpigmente (Psittacine) und Dunkelpigmente (Eumelanine). Züchtet man den gelben Gefiederfarbstoff weg, bleibt ein weiß-blauer Wellensittich übrig. Je nach Farbintensität erhält man so diverse Farben und Wellenzeichnungen, da auch diese über die Eumelanine beeinflusst werden. Der rote Gefiederfarbstoff Psittacofulvin kommt bei Wellensittichen nicht vor, sodass es keine roten oder rosa Wellis gibt! Solltet ihr also mal ein Foto von solch einem „Farbschlag“ sehen, dann ist es entweder ein Fake oder ein Bourkesittich, der auf den ersten Blick einem Wellensittich ähnlich sieht. Wer sich im Detail für die Farbstoffe in Gefiedern interessiert, kann die Seite von birds-online besuchen.

Wellensittiche gibt es auch in unterschiedlichen Größen. Die kleineren, am häufigsten im Handel vorkommenden Wellensittiche nennt man Hansibubis. Die größeren, im Phänotyp stark veränderten Vögel bezeichnet man als Standardwellensittich oder auch Schauwellensittich, da es Zuchtwettbewerbe gibt, für die sie hauptsächlich gezüchtet werden. Da bei der Zucht leider häufig nur nach Größe und Gefieder selektiert wird, sind diese Vögel in der Regel Wellensittich groß Standard Standardwellensittich Schauwellensittichkrankheitsanfälliger und kurzlebiger. Auch ist ihre Fähigkeit zu fliegen stark eingeschränkt, sodass sie oft als „zahm“ verkauft werden. Fliegen ist aber ein essentielles Grundbedürfnis von Vögeln und sehr wichtig für die richtige Funktion der Atemorgane und der Sauerstoffversorgung. Bitte unterstützt daher keine Züchter, deren Wellensittiche nicht mehr fliegen können oder nach 1-2 Metern schon stark pumpend abschmieren.

Bei Wellensittichen kann man männliche von weiblichen Tieren sehr gut unterscheiden. Und zwar verrät die sogenannte Wachshaut, also die Haut, die die Nasenlöcher umgibt, das Geschlecht. Bei Männchen ist sie normalerweise dunkelblau. Bei einigen rezessiven Farbschlägen kann sie auch lila sein. Verfärbt sich die Wachshaut eines Männchens braun, so sollte er dringend einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Dies ist leider ein recht sicheres Zeichen dafür, dass eine tumoröse Veränderung vorliegt. Bei Weibchen ist die Wachshaut in hormonell aktiven Phasen („Brutigkeit“) braun und in hormonell inaktiven Phasen hellblau mit weißen Ringen, um die Nasenlöcher.

Fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse nochmal zusammen:

  1. Wellensittiche sind Schwarmtiere und sollten daher niemals alleine gehalten werden.Wellensittiche Australien Schwarm Wikipedia
  2. Männliche Tiere erkennt man an der blauen und weibliche an einer braunen oder hellblauen Wachshaut.
  3. Als Nahrungsspezialisten benötigen Wellensittiche artgerechtes Futter, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

In der nächsten Folge geht es um wichtige Überlegungen vor der Anschaffung von Wellensittichen. Schließlich können Wellensittiche 10 Jahre und älter werden!

Basiswissen Wellensittiche


Informationen zu diversen Themen werden heutzutage nur noch selten aus Büchern zusammengesucht, sondern am liebsten über Fernsehen und YouTube-Videos ergooglet. So scheint es auch bei der Wellensittichhaltung zu sein. Diesem Trend möchte ich nun gerecht werden und habe am 11. Mai 2018 meine 10-teilige Serie „Basiswissen Wellensittiche“ auf meinem YouTube-Kanal gestartet.

In meiner langjährigen Erfahrung als Wellensittichhalterin und Bloggerin merke ich immer wieder, dass viele Interessierte und Neulinge in der Vogelhaltung zu wenig über ihre gefiederten Mitbewohner wissen. Daher habe ich mich entschlossen, in zehn kleinen Videos die wichtigsten Aspekte der Ziervogelhaltung zusammenzufassen. Die Videos haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern informieren nur über das „Basiswissen“: Die 10-teilige Serie gibt einen Einblick in die Vogelhaltung und vermittelt das Basiswissen, das jeder Welli-Halter haben sollte! In der ersten Folge geht es um allgemeines Wissen rund um Wellensittiche. Denn um die Bedürfnisse der Tiere zu verstehen, muss man wissen, woher sie kommen und wie sie in der Natur leben.

Folgende Themen sollen in den nächsten Wochen behandelt werden (Änderungen vorbehalten):

  1. Allgemeines rund um Wellensittiche
  2. Überlegungen vor dem Kauf
  3. Käfig & Einrichtung
  4. Freiflug
  5. Zusammensetzung (in der Paarhaltung & im Schwarm)
  6. Wellensittiche erwerben
  7. Eingangsuntersuchung
  8. Futter, Wasser & Giftpflanzen
  9. Hygiene & richtig putzen
  10. Vertrauensaufbau & zähmen

Immer freitags erscheint im Laufe des Nachmittags ein neues Video auf meinem YouTube-Kanal. Also, seid dabei!

Schakeline-Schantaaal, komm’ma‘ bei die Mama!


Als ich letztens die Vogelpraxis betrat, waren Ursula und Renate schon mitten in einer hitzigen Diskussion vertieft. Während Jürgen seiner Frau argumentativ den Rücken stärkte, hielt Thorsten lieber den Schabel und harrte der Dinge, die gleich im Behandlungsraum auf ihn zukommen würden…

Ursula? Renate?? Jürgen??? Thorsten???? Es ist immer wieder faszinierend, wie die Wellensittiche anderer Leute heißen. Noch spannender ist, was die Namenswahl über die Halter und ihre Beziehung zu ihren Wellensittichen aussagt. Denn Tiernamen verraten viel über die Interessen, Hobbys, Lieblingsfilme oder über den Humor sowie das soziale Umfeld und das Alter des Halters. Mit anderen Worten, auch bei Wellensittichnamen gilt das Kevinometer – also wie viel „Alpha-Kevin“ in uns Haltern steckt 😀

Unser Neuzugang Daphna

Bevor jetzt jeder panisch anfängt seine Namenswahlen zu überdenken, machen wir einen kurzen Ausflug in die Zoonomastik. WAAASSS? ZOONOMASTIK? Keine Angst, auch dieser Blogbeitrag ist jugendfrei! Zoonomastik bedeutet nämlich nichts anderes als „Tiernamenforschung“. Jap, das gibt es wirklich! Als studierte Sprachwissenschaftlerin habe ich daher mal versucht mich für euch in die Materie einzulesen. Um es kurz zu machen, die Literatur ist recht überschaubar und ein Wikipedia-Artikel fasst die Erkenntnisse ziemlich gut zusammen: „Unter Tiernamen (Zoonymen) versteht man in der Onomastik Eigennamen, die (individuellen) Tieren gegeben werden.“ (1)

Auch Neuzugang Daedalo hat natürlich einen individuellen Namen bekommen.

Da die meisten Haustiere einen familienmitgliedähnlichen Status haben, erhalten sie fast immer einen Namen, während Zootiere nur vereinzelt aus marketingtechnischen Gründen (z. B. Eisbär Knut) individuell benannt werden. Nutztiere erhalten in der Regel gar keinen Namen. Das liegt nicht nur an der Menge der Tiere, sondern auch daran, dass (viele) Menschen emotionale Bindungen und Gefühle über Namen aufbauen. Und wer will schon Jenni oder Larissa auf dem Brot haben?

Emotionale Bindung und Gefühle über Namen? Das kennt jeder von uns! Wie stark wir Erinnerungen, Gefühle und Erlebtes an Personen und deren Namen knüpfen, fiel mir das erste Mal so richtig auf, als wir vor circa einem Jahr in der Namensfindung für unseren Sohn waren. Ich fand „Frederik“ super, während mein Freund dies vehement mit den Worten „unser Sohn ist doch kein Schweinchen!“ ablehnte. Auch „Matthias“ gefiel nicht, da ein ehemaliger Klassenkamerad mit selbigem Namen – Zitat – „strunzdumm“ gewesen sei… Kommt euch dieses Namenphänomen bekannt vor?

Wo wir gerade bei ehemaligen Klassenkameraden sind, ich finde, es ist Zeit für die Abrechnung, Mandy! Im Alter von 7 Jahren war ich ein wirklich süßes, schüchternes kleines Mädchen, das mit blonden Zöpfchen, Kleidchen und der lila Früchte-Scout-Mappe Tag ein, Tag aus zur Schule hüpfte. Ich war eine gute Schülerin und hatte zudem viele Freunde in der Klasse. Bis auf Mandy! Mandy lauerte mir auf dem Nachhauseweg regelmäßig auf, um mich zu mobben, mich mit Sand, Kieselsteinchen oder Stöcken zu bewerfen. Einmal, es war am Geburtstag meiner Mutter und ich dementsprechend niedlich zurecht gemacht, wartete sie mit einem hämischen Grinsen am Wegesrand auf mich. Bereits aus der Ferne sah ich Mandy und einmal mehr wünsche ich mir mich in einen Wellensittich verwandeln zu können, um dann einfach über sie hinweg zu fliegen. Dieser Pfad war ein verdammtes Nadelöhr und ein Umweg hätte mich als Kind 45 Minuten gekostet. Ich nahm also meinen ganzen Mut zusammen, atmete tief durch, verschnellerte meinen Schritt und machte die Augen zu… und das war, wie sich im Nachhinein herausstellte, auch gut so! Ich hörte nur noch neben mir, wie Mandy ihren Schnodder hochzog, um mir Sekunden später ihr gelbgrünliches Nasensekret ins Gesicht und auf die Haare zu spucken. Ein Ekelschauer erschütterte meinen kindlichen Körper und ich rannte davon, um nicht weiter ihr schallendes Gelächter ertragen zu müssen. Und vielleicht auch um Mandy nicht noch die Genugtuung zu geben, dass mir kleine, feuchte Kullertränen über das Gesicht liefen. Zuhause beim Haarewaschen versuchte meine Mutter mir meine Wut aus den Segeln zu nehmen, indem sie um mein Verständnis warb und mir erklärte, dass Kinder, deren Eltern sich gerade scheiden lassen, solche Dinge nun manchmal tun. Der kausale Zusammenhang erschließt sich mir zwar auch knapp zweieinhalb Jahrzehnte später nicht, führt aber dazu, dass ich mich noch heute reflexartig ducke, wenn ein Gegenüber seine geschiedenen Eltern erwähnt. Auch der Name Mandy ist für mich für alle Ewigkeit vorbelastet. Liebe Mandy, ich wünsche dir bis an dein Lebensende eine Intelligenzbestie als Mann, der abends neben dir auf der Couch mit einem rauen Grunzgeräusch seine Rotze aus der Nase bis in Gehirn hochzieht, dir den zähen, eitrigen Schleim auf seiner rausgestreckten, weißlich belegten Zunge präsentiert, um das Sekret dann genüsslich runterzuschlucken und dich mit saublödem „hähähä“ hämisch anzugrinsen! Und dein einziger Wunsch wird die Scheidung sein… Jap, die Vorstellung gefällt mir! Hähähä!

So, nachdem ich mich nun meiner frühkindlichen posttraumatischen Belastungsstörung entledigt habe, kommen wir zur Zoonomastik zurück. 😉 Namen können ja schließlich nicht nur negativ, sondern auch positiv belegt sein: Mäxchen, ein für Wellensittiche nicht unüblicher Name und häufig in Foren zu lesen, lässt mich jedesmal in Erinnerungen an den Welli meiner Kindheit schwelgen.

Seit Mäxchen sind die Namen meiner Wellensittiche für deutsche Ohren etwas ungewöhnlicher geworden und verschweigen nicht meine Liebe zu Italien (Briciolino, Antonia, Numidio, Piumetta, Chiocciolina, Filuzzo, Valentina, Violetta, Smeralda, Pulcina, Piumina, Antonella) und zu den „Metamorphosen“ von Ovid (Icaro, Daedalo, Daphna, Venilia). Dass viele Halter ebenfalls bestimmte Namenssysteme haben, erlebe ich immer wieder. Gerade vor ein paar Tagen ist eine Vermittlungshenne bei mir ausgezogen, die künftig „Ninfadora Tonks“ heißt und Partnerin von „Remus Lupin“ werden soll. Auch haben wir schon „Hades“ und „Persephone“ an Freunde der griechischen Mythologie vermitteln können. Bei einer Freundin ist alles tutti frutti – im wahrsten Sinne des Wortes; da sitzen Kiwi, Papaya & Co. fröhlich pfeiffend auf der Stange. Ein anderer Bekannte hingegen erklärt: „Bei uns gibt es traditionell einen Putzi im Schwarm.“ Getreu dem Motto „Hansi ist tot, es lebe Hansi“ ersetzt in einer weiteren Familie der kleine Vermittlungswelli Hansi – Überraschung – den alten Hansi.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch ein Namenssystem für eure Wellensittiche? Werden ehemalige Vermittlungswellis umbenannt oder behalten sie ihre Namen? Ich benenne meine Neuzugänge alle um. Schließlich ruft sich beim Training mit ehemaligen Vermittlungswellis ein „Daphna, komm“ leichter als „Schakeline-Schantall, komm‘ ma‘ bei die Mama!“… und ich muss mich in der Vogelpraxis nicht schämen, wenn wir aufgerufen werden! 😛


(1) Zitat: Wikipedia, aufgerufen am 24.2.2018, https://de.wikipedia.org/wiki/Tiername

Sendetermin bei hundkatzemaus


Wer mir auf den anderen Social Media-Kanälen folgt, der wird es vielleicht schon gelesen haben: Vor einigen Wochen war das Kamerateam von hundkatzemaus (VOX) mit der sympatischen Moderatorin Diana Eichhorn bei uns zu Besuch.

Am Samstag, den 17. März 2018 um 18 Uhr wird der Beitrag bei hundkatzemaus auf VOX ausgestrahlt. Wie ihr euch denken könnt, geht es um Wellensittiche 😉 Mehr verrate ich noch nicht…


… Außer vielleicht, dass ich WAHNSINNIG stolz auf meine sechs Wellis bin, die beim Dreh mitgemacht haben. Die beiden Flutlichter, die riesige Kamera, die vielen fremden Menschen vor und hinter den „Kulissen“, ein ganzer Drehtag Trubel und Hektik… und dann noch nicht mal die aufgeregte Welli-Mama als moralische Stütze! Dafür, dass meine Wellensittiche alles ältere, ehemalige Abgabetiere sind, die nicht „zahm“ im klassischen Sinne sind, haben sie es spitzenmäßig gemacht. Icaro und Briciolino ließen sich über Stunden auf Komando abrufen und in Szene setzen. Ich habe nicht gewusst, dass so viel Showmaster-Potenzial in meinen Zwergen steckt! Ich selber habe mich gefühlt wie Lottogewinner Erwin Lindemann aus dem Loriot-Sketch… „Ich heiße Welli Schacht, bin sechs Jahre alt und habe 31 Wenckes!“

In dem Sinne, viel Spaß beim Fernsehabend!

Hier ist der Link zum Video in der Mediathek (Beitrag ab ca. 30 Minuten Sendezeit):

https://www.tvnow.de/vox/hundkatzemaus/folge-18-11/player

 

Wellensittiche züchten


Schwarze Kulleraugen, große, tapsige Füße und ein plüschiges Gefieder – Wellensittichküken sind einfach goldig und es gibt kaum einen Wellensittichhalter, der bei diesem Anblick nicht dahinschmilzt. Bei vielen Haltern besteht daher der Wunsch selbst einmal kleine Küken zu haben. Aber ist züchten in den eigenen Wänden zu empfehlen?

Erfahrungen in der Handaufzucht? Nein? Dann Finger weg vom Züchten!

Ein Blick in die Suchmaschine genügt, um zu wissen, dass das Thema sehr populär ist. Über 120.000 Einträge (Stand Januar 2018; zum Vergleich „Wellensittiche artgerecht halten“ kommt nur auf 35.000 Einträge! Schämt euch!!!) geben Tipps zur Aufzucht gesunder Küken, zum „selber züchten“ und loben die Zucht als ein „großartiges Hobby“. Dass das keine gute Idee ist und was alles passieren kann, wird leider selten ausführlich beleuchtet. Aber es sollte jedem zu denken geben, dass erfahrene und langjähige Halter das Vermehren in der Regel strikt ablehnen!

Wellensittiche, als opportunistische Höhlenbrüter, vermehren sich unter günstigen Bedingungen sehr leicht. „Günstige Bedingungen“ sind leider nicht gleichbedeutend mit Sauberkeit, guter Haltung, hochwertigem Futter und erfahrenen Haltern, sondern mit dem Angebot an Nistmöglichkeiten. Unglücklicherweise kann man in jedem Zoofachgeschäft oder im Internet ohne jegliche Beratung Nistkästen erwerben.

Keine Ahnung haben, nicht zum vogelkundigen Tierarzt gehen und trotzdem Wellensittiche vermehren wollen? ~Cedrik

Doch warum sind so viele erfahrene Halter gegen das Züchten? Und warum sind es gerade Neulinge und uninformierte Vogelbesitzer, die züchten möchten? Wer schon lange Wellensittiche hält, der weiß um die vielen gesundheitlichen Gefahren für das Muttertier und die Küken: Legenot, Kloakenvorfall, Windeier, Mineralmangel, behinderte oder tote Küken, Spreizbeinchen, agressive Hennen, die ihre Küken regelrecht schreddern oder Gelege anderer Hennen zerstören… die Liste ist lang (eine gute und informative Übersicht findet ihr bei birds-online.de). Von Handaufzucht hat der Otto-Normal-Verbraucher in der Regel keine Ahnung –  ist aber auch egal, da geeignetes Handaufzuchtsfutter eh nicht im Haus ist. Eingangsuntersuchungen bei einem vogelkundigen Tierarzt für die Elterntiere? Fehlanzeige! „Wieso? Die sehen doch gesund aus!“, höre ich immer wieder (toll, dass man das so sehen kann, dann können sich die Tierärzte ja das jahrelange Veterinärstudium sparen!). Leider habe ich es zudem schon oft erlebt, dass unerfahrene Halter „einfach mal“ ein Nistkasten zu ihren zwei Wellis gestellt haben, die sie zur gleichen Zeit von der gleichen Verkaufsstelle geholt haben (Stichwort: „Inzucht bei Geschwistern“). Auch das Argument „ich will ja nur ein einziges Mal Wellensittichbabys haben“ oder die billige Rechtfertigung „Züchter haben ja auch mal angefangen“ von jemandem mit ein paar Monaten Wellensitticherfahrung löst bei mir Würgreiz aus. Ich sage es daher an der Stelle sehr deutlich:

Wir brauchen keine Wellensittiche aus eigener Vermehrung mehr! Und erst recht keine behinderten oder inzestösen Tiere, die den eh schon gesolaten, kränkelden Bestand in Deutschland weiter verschlechtern!

Total süß, der Kleine, oder? Sein Bruder auch. Der ist aber schon tot!

Wellensittiche legen häufig zwei Bruten hintereinander und pro Brut ca. 4-6 Eier; diese werden nicht mit einem Mal „ausgeworfen“, sondern immer mit einem Abstand von 1-2 Tagen. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass auch die Küken einen kleinen Altersabstand haben, der oft dazu führt, dass viele unerfahrene Halter den Zeitpunkt verpassen, zwischen dem jüngsten Küken des ersten Geleges und dem zweiten Gelege den Nistkasten zu entfernen. Mit anderen Worten: Innerhalb von 12 Wochen werden aus zwei Wellensittichen plötzlich 10-14 Tiere! Selbst wenn alles gut geht und die Tiere keine Behinderungen oder sichtbaren Krankheitsanzeichen haben, sollte man sich fragen, ob man nach einem halben Jahr (wenn die Jungmauser vorbei ist) mit so einem großen Schwarm adulter Wellensittiche im Wohnzimmer fertig wird. Der Schmutz, die Lautstärke und die Kosten sind enorm. Der Glaube, selbstgezogene Wellensittiche sind zahmer, ist übrigens falsch: Spätestens nach der Jungmauser interessieren sich die wenigsten Vögel noch für ihre Besitzer, sondern spielen und toben lieber mit ihresgleichen! Das führt mich direkt zu einem oft vernachlässigten Thema, dass mit der Vermehrung im Zusammenhang steht: Was passiert mit den Küken? Ich war in den letzten 12 Monaten unmittelbar in drei Fälle unüberlegter Vermehrung involviert… oder besser gesagt in die Vermittlung ganzer Familienschwärme völlig überforderter Halter! Jeder, der glaubt, mit Wellensittichen ließe sich Geld machen, der irrt. Ich mache seit über einem Jahr kostenlose Vermittlungen gesunder, zum Großteil bereits tiermedizinisch durchgecheckter Tiere und habe große Schwierigkeiten gute Plätze zu finden (und das in einer 3,5 Mio. Stadt mit einem großen Netzwerk an erfahrenen Wellensittich-Freunden!).

Hier die aktuellen Vermittlungsfälle (Stand Januar 2018):

Daher meine Bitte:
1. Lasst eure Wellensittiche nicht brüten! Auch nicht „nur ein einziges Mal“!
2. Sucht euch bei versehentlichen Gelegen noch vor dem Schlüpfen SOFORT Hilfe bei einem vogelkundigen Tierarzt in der Nähe und lasst euch aufklären und beraten sowie bei der Aufzucht fachkundig begleiten!
3. Küken niemals von Vermehrern kaufen – ihr unterstützt nur deren Geschäfte!
4. Küken gibt es massenhaft auch als Abgabe- und Vermittlungswellis im Tierheim, in Wellensittich-Foren und bei privaten Pflegestellen (fragt euren Tierarzt nach seriösen Pflegestellen)! Berliner und Brandenburger können sich gerne auf der Vermittlungsseite von Jessica und mir umschauen.

Rückblick 2017


Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu und ich möchte nicht nur die Gelegenheit nutzen, euch ein frohes und gesundes neues Jahr 2018 zu wünschen, sondern möchte mich auch bei euch, liebe Leserinnen und Leser, für ein weiteres gemeinsames Jahr bedanken.

Im Rückblick war 2017 das ereignisreichste Jahr meines Lebens. Im Januar ist mein Freund das Abenteuer eingegangen mit mir und meinen (zu diesem Zeitpunkt noch 12) Wellensittichen zusammenzuziehen. Da das in meiner kleinen 1-Zimmerwohnung schwer auszuhalten gewesen wäre, haben wir uns wohnungstechnisch vergrößert und in der Siedlung eine 2 2/2-Zimmerwohnung gemietet, in der die Wellis jetzt auch ihr eigenes Vogelzimmer (zum Beitrag hier klicken) haben.

Im Januar traten die zwei Vermittlungsküken, Terror-Alma und Luno, ihren Weg in ein neues Zuhause an und im Februar zogen ihre Eltern, Bella und Bonito, aus. Leider ist Bonito nach schwerer Krankheit im Sommer diesen Jahres verstorben.

Auch bei meinen Wellensittichen gab es in den vergangenen acht Monaten viele, schmerzhafte Verluste. Meine Lieblingshenne Chiocciolina verstarb am 13. April 2017. Ihr Partner Filuzzo, zu dem ich ebenfalls eine sehr intensive Beziehung hatte, folgte ihr am 17. Juli 2017. Zu diesem Zeitpunkt war bereits abzusehen, dass Willi-Valentina, die wir als 11-jährige Henne erst im Februar aufgenommen hatten, auch bald sterben würde. In der Nacht zum 29. August 2017 schlief sie in unseren Händen für immer ein. Am 1. Oktober wurde uns ein schwer krankes Notfallküken aus Dresden gebracht, das leider am Folgetag nach dem Tierarztbesuch verstarb. Es war bereits zu stark geschwächt gewesen und litt zudem an PBFD, Macrorhabdiose und hatte – wie die Obduktion ergab – stark vereiterte Luftsäcke. Der kleine Hahn wurde post mortem „Angelino“ (Engelchen) getauft und neben unseren verstorbenen Wellensittichen beigesetzt. Kurz vor Weihnachten mussten wir uns dann auch noch von Venilia verabschieden, deren Lebertumor ihrem Leben am 12. Dezember 2017 ein schnelles Ende bereitete. Es war demnach das schlimmste und verlustreichste Jahr seit dem Beginn meiner Wellensittichhaltung vor über 21 Jahren. Alle kleinen Federchen leben in unseren Gedanken und Herzen weiter <3

Aber nicht alles in diesem Jahr war traurig: Im April ist ein Vermittlungswelli, dessen Leben (und Schnabel) anfangs am seidenen Faden hing, bei uns eingezogen. Das Smeralda, die von der Vogelpraxis „Quasimodo“ getauft worden ist, bleiben sollte, war eigentlich nicht geplant gewesen. Die Heilung des extremen Milbenbefalls dauert allerdings noch immer an und der Schnabel muss von Zeit zu Zeit noch nachkorrigiert werden. Der Hauptgrund, weshalb sie nicht vermittelt worden ist, liegt aber an einem anderen Umstand: unser Dauer-Single Icaro hat sich Hals über Kopf in das süße Mädel verliebt… <3

Wo wir gerade über Vermittlungen reden: sicher ist treuen Lesern bereits die neue Kategorie „Vermittlungen“ aufgefallen, die seit September hier zu sehen ist. Dank der guten Zusammenarbeit mit den beiden Vogelpraxen in Berlin sowie vielen kooperativen Wellensittichhaltern konnten meine Freundin Jessi und ich dieses Jahr wieder für viele Fund- und Abgabewellis ein schönes neues Zuhause finden und erfolgreich vermitteln.

Das emotionalste Erlebnis in 2017 war für meinen Freund und mich die Geburt unseres ersten Kindes am 29. Oktober 2017. Der kleine Cedrik Justus wurde bereits pränatal auf seine zukünftigen Aufgaben als Welliretter vorbereitet, in dem ich die letzten Wochen vor der Entbindung die Tage im Vogelzimmer oder der Vogelpraxis verbrachte. Auch nach der Geburt ging es als ersten Ausflug seines Lebens in die Vogelpraxis.

Im Footer dieses Blogs findet ihr alle Links zu den Social Media-Kanälen.

Bei all den Ereignissen ist es nicht verwunderlich, dass ich in den vergangenen 12 Monaten nicht so viel bloggen konnte. Dennoch habt ihr meinem Blog die Treue gehalten: rund 50.000 Seitenaufrufe und über 14.200 Besucher hatte diese Seite in 2017. DANKE! Auch auf Facebook, Pinterest, Instagram, Google+ und YouTube ist ein großer Anstieg zu verzeichnen.

Hier noch einmal die Top 3 Beiträge aus 2017:

1. Die Mafiabraut

2. Beschäftigungsplan für Wellensittiche

3. Milben bei Wellensittichen

Welche Beiträge haben euch am besten gefallen? Möchtet ihr 2018 mehr informative Sachbeträge (z. B. Milben bei Wellensittichen) oder mehr Geschichten aus meinem Alltag mit meinen Wellensittichen (z. B. Die Mafiabraut)? Stimmt ab!

Auf ein weiteres wellireiches, lustiges und gesundes neues Jahr!

Eure Wencke