Federtraumwelt – Individuelles Vogelspielzeug im Test

Federtraumwelt bietet individuelles Vogelspielzeug. Die in liebevoller Handarbeit gefertigten Spielzeuge und Schaukeln stelle ich dir in diesem Blogbeitrag vor. Am Ende des Produkttests führe ich noch ein interessantes Interview mit der Inhaberin von Federtraumwelt – Claudias Vogelshop.

Federtraumwelt – Individuelles Vogelspielzeug

Immer auf der Suche nach Beschäftigung

Meine Wellensittiche lieben Schredderspielzeug. Besonders beliebt war in den letzten Jahren eine bestimmte Schredderkugel, die ich vom Preis-Leistungsverhältnis gut fand. Aber wie das Schicksal es so will, gibt es sie natürlich nicht mehr. Daher suchte ich im letzten dreiviertel Jahr nach Alternativen. Angebote gibt es viele und meine Wellis sind immer offen für Neues. Mir ist bei Vogelspielzeug wichtig, dass es frei von Schadstoffen ist, keine Gefahren durch Fäden oder ähnlichem ausgeht und dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Zwei Alternativen habe ich auf Amazon gefunden und nach einem Test in meine Kategorie Produktempfehlungen aufgenommen. Zwar habe ich dort keine Angaben zu möglichen Schadstoffen, aber sie scheinen sicher zu sein und haben einen akzeptablen Preis. Als ich meine Erfahrungen vor einigen Wochen auf Facebook teilte, meldete sich daraufhin Claudia bei mir. Sie stellte sich als Shopbesitzerin für individuelles Vogelspielzeug vor und fragte mich, ob ich nicht mal ihre Schredderkugel testen möchte.

Die Testprodukte von Federtraumwelt

Wellensittiche Blog Federtraumwelt Schredderball FlokiGrundsätzlich empfehle ich nur Produkte, von denen ich überzeugt bin und die auch vom Preis so sind, dass ich sie mir selber kaufe. Daher zögerte ich einen Moment, als ich bei Schredderkugel Floki den Preis von 10,99 Euro sah. Ob sich das lohnt? Die alte Schredderkugel, die ich bisher immer hatte, lag so bei 6-7 Euro und war an manchen Tagen in zwei Stunden fachmännisch in ihre Atome zerlegt… 😀

Wellensittiche Blog Federtraumwelt RockyAls zweites Spielzeug suchte ich mir Schredderturm Rocky in der Ausführung A aus. Hier war ich bezüglich des Preises schon optimistischer. Rocky besteht in der Ausführung A aus Balsaholz, Kork, Crushelpapier, Weidenkugeln und Flechtröhrchen aus weichem Bambus. Hier erschien mir der Preis von 12,85 Euro auf den ersten Blick als gerechtfertigt. Ich war sehr gespannt, wie die Produkte in Natura wirkten und wie meine Wellensittiche das Spielzeug annehmen würden.

Der Produkttest

Drei Tage nach der Bestellung waren beide Produkte bereits bei mir angekommen. Dafür, dass Claudia nicht Amazon ist, ist die Versandzeit phänomenal. 😉 Die Standardausführungen, verrät sie mir, habe sie immer auf Lager. Nur besondere Kundenwünsche dauern ein paar Tage länger. Dazu im Interview am Ende des Produkttestes aber mehr.

Wellensittiche Blog Federtraumwelt PaketAls ich das Paket öffnete war ich überrascht: Die beiden Produkte waren viel größer und farbenfroher, als ich sie mir vorgestellt hatte. Die Fotos auf ihrer Seite täuschen! Auch waren die beiden Spielzeuge ordentlich einzeln verpackt. Für ein „Einfrauunternehmen“ machte es einen sehr guten und professionellen Eindruck. Das Preis-Leistungsverhältnis kann sich auch auf jeden Fall sehen lassen. Hält man die Schredderbälle alle nebeneinander, sieht man, dass man für mehr Geld auch wesentlich mehr bekommt!

Wellensittiche Blog Schredderbälle im Vergleich
10,99 Euro – nicht verfügbar – 8,90 Euro – 7,90 Euro

Ich war richtig begeistert und freute mich auf die Reaktion meiner Wellensittiche. Denn am Ende sind die Vögel diejenigen, die entscheiden, ob ein Produkt gut ist oder nicht. Kaum hingen die Spielzeuge an der Kletterwand, schon wurden sie gründlich untersucht.

Nach einer Woche Testphase ist sogar noch etwas übrig, obwohl sich die Wellis täglich damit beschäftigen. Der Schredderball Floki hat zwar schon eine Tonsur erhalten, ist aber so üppig mit Schredderpapier gefüllt, dass meine Wellensittiche sicher noch einige Zeit brauchen, bis alles zerlegt ist. Mein Urteil lautet: definitiv empfehlenswert!

Interview mit Claudia von Federtraumwelt

Wencke: Liebe Claudia, erzähl mal, wie kamst du dazu Vogelspielzeug herzustellen?

Claudia: Oh, das ist eigentlich eine lange Geschichte, aber ich versuche mal die Kurzversion 😉 Das ganze fing schon Mitte der 90er an. Damals hatte ich schon 20 Wellensittiche. Das Vogelspielzeug, das ich in den ganzen Zoogeschäften sah, gefiel mir nicht. Es war mir zu fade und zu langweilig und meine Wellis zeigten damals auch Null Interesse daran. Also überlegten wir, meine Mutter und ich, was wir machen könnten, um sie zu beschäftigen. So kam es, dass ich nach und nach immer wieder was Neues bastelte: mal eine Schaukel aus Gräser, mal ein Vogelbaum aus Ästen, mal was aus Heu, etc.

Wencke: Du bist also auch Vogelhalterin! Wie viele Plüschies leben denn derzeit bei dir?

Claudia: Ja, ich habe hier zurzeit sechs Wellensittiche und 21 Nymphensittiche. Es ist gar nicht so einfach für Vögel etwas zu basteln. Gefällt ihnen was nicht, wird es nicht beachtet. Du siehst, meine Piepser sind sehr wählerisch und sehr streng, was meine Produkte angeht. Doch wenn ihnen was gefällt, dann zeigen sie es mir und das wird dann sofort bearbeitet.

Wencke: Ja, das glaube ich! 😀 Wie viele Produkte bietest du derzeit eigentlich an?

Claudia: Momentan biete ich um die 50 Produkte an. Da drunter sind verschiedene Hängebrücken, Schreddertürme, Schaukeln und Einzelteile, wie Lederschnüre, Balsaholz, etc.

Wencke: Welches Produkt kommt bei deinen Vögeln am besten an?

Wellensittiche Blog Federtraumwelt Kletterwürfel FlockeClaudia: Hier kommt einiges gut an, aber ganz besonders Dinge, die richtig gut geschreddert werden können. Sie lieben zum Beispiel das Balsaholz. Das wird ruck zuck vernichtet. Andere Piepser lieben aber auch meine Schredderröhrchen. Da sind sie lange beschäftigt! 😀 Sogar die Nymphies fahren drauf ab und die sind ja richtige Schisser. Zum Schlafen werden die Hängebrücken bevorzugt und tagsüber sitzen sie gerne auf dem Kletterwürfel Flocke. Ganz besonders die Namensgeberin des Würfels sitzt da gerne drauf. 😉

Im Grunde aber hat hier jeder Piepser seine eigenen Vorlieben. Jeder mag etwas anderes. Der eine liebt Balsaholz, der andere Kork und wieder andere Schredderpapier oder die Schredderröhrchen. Aber alles, was ich bisher hier zum Testen rein hing, kam sehr gut an. Was ebenfalls eine sehr gute Beschäftigungsmöglichkeit ist, das sind Lederschnüre. Ich knote sie zu und die Vögel entknoten sie wieder. Auf diese Weise sind wir alle beschäftigt. 😀

Wencke: Hahaha, jaja, die lieben Kleinen. Halten einen immer auf Trab! Aber hast du auch Lieblingsprodukte?

Wellensittiche Blog Federtraumwelt WeihnachtsbaumschaukelClaudia: Ich finde den Schredderturm Rocky toll, dann den Schredderturm Casper, die Schredderkugel Floki, meine Hängebrücken, die Kletterwürfel Flocke und Clyde… Mein Highlight bisher war – und da bin ich auch ein klein bisschen stolz auf mich – die Weihnachtsbaumschaukel. Wie man sieht, ein direktes Lieblingsprodukt hab ich eigentlich nicht. Ich liebe sie einfach alle und es macht immer wieder Spaß, sie zu basteln und was Neues zu erstellen.

Wencke: Du hast wirklich alles im Sortiment, was ein Vogelherz höher schlagen lässt! Aber Gesetz der Fall, ich habe besonders anspruchsvolle Wellensittiche: Kann man sich auch ein Spielzeug nach eigenen Vorstellungen von dir zusammenstellen lassen?

Claudia: Ja, aber selbstverständlich! Das ist für mich sogar ganz wichtig, dass mir ein Vogelhalter sagt, was seine Piepser bevorzugen. Schließlich gibt es Vögelchen, die manch eine Farbe oder ein Material nicht mögen. Wenn mir das gesagt wird, kann ich auch etwas basteln, das auch wirklich angenommen wird.

Wencke: Was ist dir in Bezug auf das Vogelspielzeug besonders wichtig?

Claudia: Mir ist die Gesundheit der Piepser sehr wichtig! Das heißt, dass ich keine Materialien verwende, die irgendwie behandelt wurden. Auch ist mir wichtig, dass sich die Vögel nicht verletzen können. Nehmen wir als Beispiel Schredderkugeln: Diese sind ja allgemein sehr beliebt, auch bei meinen Pipsern. Mittlerweile bastele ich diese Kugeln selber, denn als ich sie noch kaufte, blieben meine Wellis immer in den Kugeln hängen. Die Tiere konnten sich nicht allein befreien. Der Grund lag darin, dass sie es nicht schnell genug schafften das Material durch zu knabbern, denn es ist oftmals schlichtweg einfach zu dick.

Wencke: Ja, ungiftige Materialien und eine hohe Sicherheit der Spielzeuge sind in der Tat extrem wichtig. Schließlich beknabbern Vögel ja alles mit ihrem Schnabel! Wir haben jetzt schon so viel über die Produkte geredet… Wo kann man deine Spielzeuge denn überhaupt kaufen?

Claudia: Ich habe auf Facebook eine Seite. Man findet sie dort unter „Federtraumwelt- Claudias Vogelshop“. Dort stell ich meine Produkte vor. Außerdem kann man auf Videos und Fotos meine Sittiche mit den Produkten in Aktion sehen. Ich verwende aber auch gerne Plüschnymphies und einen Plüschwelli: So sehen die Kunden in etwa, wie groß die einzelnen Produkte sind.

Wencke: Ich habe ehrlich gesagt noch nie etwas über Facebook gekauft. 😀 Wie läuft ein typischer Bestellprozess dort ab?

Claudia: Da mir der persönliche Kontakt sehr wichtig ist, hab ich keinen Bestellbutton eingerichtet, sondern einen Nachrichtenbutton. Man kann mir also ganz bequem eine Nachricht senden. Auf diese Weise kann mir der Kunde auch seine individuellen Wünsche mitteilen, beispielsweise welche Farben gewünscht werden, der Durchmesser von den Holzstangen bei den Hängebrücken und so weiter. Über Facebook kann man mir auch schreiben, wann die Produkte geliefert werden sollen oder mir auch Löcher über die Materialien in den Bauch fragen 😉 Oder was einem sonst noch auf dem Herzen liegt. Sofern es mir möglich ist, beantworte ich gerne auch all diese Fragen.

Auch erkläre ich dem Kunden, warum ich zurzeit nur Vorkasse anbiete und warum ich bei den günstigen Produktpreisen auch nicht versandkostenfrei liefern kann. Ich habe nicht nur Kunden in Deutschland, sondern auch Kunden in Österreich und der Schweiz. Wenn die Versandkosten übernommen werden, dann verschicke ich selbstverständlich auch dahin.

Wencke: Und wie lange dauert es in der Regel, bis man als Kunde seine Ware erhält?

Claudia: Das kommt immer drauf an, was bestellt wird. Ist es ein großes Produkt, wie die Seegrasschaukel, kann das bis zu 14 Tage dauern. Die Produkte werden individuell angefertigt, wobei jedoch die Einzelteile, die ich für die meisten Produkte benötige, schon fertig sind. Bei den meisten Produkten jedoch geht die Ware allgemein 2 bis 3 Tage nach Geldeingang raus.

Wencke: Neben den Spielzeugen bietest du ja auch noch einen Reparaturservice an. Was kann man darunter verstehen?

Claudia: Du kannst dir das so vorstellen: Man schickt mir sein kaputtes Spielzeug zu. Das wird hier als erstes desinfiziert! Danach geht es los. Ich ersetze die kaputten Teile durch neue. Nehmen wir beispielsweise eine Dreiecksschaukel: das Seil ist durchgeknabbert und die meisten Vogelhalter entsorgen diese dann, obwohl die Äste noch vollkommen in Ordnung sind. Schickt mir nun ein Kunde diese Schaukel, ersetze ich das Seil zum Beispiel durch Leder, wenn es gewünscht wird. Da kommt dann auch noch einiges an Schredderspaß hinzu!

Oder es gibt ja auch diese Hängeleitern. Da ist mal ganz schnell das geknüpfte Seil durch, denn diese sind sehr dünn geknüpft. Da viele aber genau diese Art von Seil behalten wollen, knüpfe ich hier ein stärkeres Seil. Diese Knüpftechnik ist ebenfalls Makramee, jedoch um einiges härter und stabiler, als das, was da zuvor dran war. Bei dieser Art zu knüpfen haben die meisten Vögel Schwierigkeiten überhaupt Fäden zu ziehen. Ich bin aus Sicherheitsgründen im Allgemein gegen Seile, aber das ist die einzige Art, die ich anbieten würde, falls nicht Leder oder Edelstahlketten vom Halter bevorzugt werden.

Wencke: Liebe Claudia, vielen lieben Dank für das interessante Interview! Und euch, liebe Leser, kann ich nur empfehlen, auch mal auf Claudias Vogelshop „Federtraumwelt vorbeizuschauen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Wer kein Facebook hat, kann sich per Telefon oder Mail an Claudia Winkler wenden:

Claudia Winkler
Telefon: 0171 3892882
E-Mail: fire-dragonSpeedy@t-online.de


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Wellensittiche zähmen in fünf Schritten

Das beliebte Video „Wellensittiche zähmen in fünf Schritten“ ist bereits über eine halbe Million mal gesehen worden und hat vielen Haltern geholfen. Beginne noch heute Vertrauen zu deinen Wellensittichen aufzubauen!

In diesem Beitrag geht es um die fünf wichtigsten Schritte, um das Vertrauen von Wellensittichen zu gewinnen. Der Artikel basiert auf dem Video „Wellensittiche zähmen in fünf Schritten“, das ich vor rund drei Jahren auf YouTube veröffentlicht habe (siehe Video am Ende des Beitrags). Es wurde bereits über eine halbe Million mal gesehen und hat vielen Haltern geholfen. Nur dass wir uns richtig verstehen, „in fünf Schritten“ heißt natürlich nicht „in fünf Minuten“. 😉 Vertrauen baut man über einen langen Zeitraum auf. Es dauert manchmal Wochen, manchmal Monate und in einigen Fällen auch Jahre, bis wir da sind, wo wir hin wollen. Außerdem hat jeder eine andere Definition von zahm.

Die Tipps in diesem Blogbeitrag stellen die Grundlage des Vertrauensaufbaus dar. Es handelt sich nicht um konkrete Übungen oder gar einen Trainingsplan. Auch wem es egal ist, ob seine Wellensittiche auf den Finger kommen oder nicht: die Schritte 1-3 kann jeder machen. Sie erleichtern den täglichen Umgang mit den Wellensittichen. Schließlich ist es für die Vögel nicht nur ein großer Stress, wenn sie ihrem Halter nicht vertrauen, sondern panische Flüge durch das Zimmer oder die Voliere birgen immer auch ein großes Verletzungsrisiko!

Die Grundlage der fünf Schritte basiert auf einem fairen Umgang und einer welligerechten Unterbringung. Denn eines ist klar: Ich bin absolut gegen Einzelhaltung! Auch eine temporäre Einzelhaltung zum Zwecke der Zähmung lehne ich ab. Des weiteren bin ich strikt dagegen, dass Küken zu früh von ihren Eltern getrennt oder gar von Hand aufgezogen werden, damit sie besser auf den Menschen fehlgeprägt werden.

 

Wellensittiche zähmen in fünf Schritten

1. Schritt: Käfig & Freiflugzimmer

Das Hauptproblem, weshalb Wellensittiche oft Panikattacken bekommen, ist, dass der Käfig falsch platziert ist. Damit sich eure Wellensittiche bei euch wohlfühlen und sich entspannen können, stellt den Käfig und die Spiel-/Landeplätze mindestens so hoch, dass die Tiere auf eurer Augenhöhe sind. Auch in der Natur sitzen Vögel immer oben im Baum und haben von dort eine gute Übersicht. Wellensittiche Blog Neues Vogelzimmer Käfig VoliereSteht der Käfig zu tief und können die Wellis ihrem Drang nach oben zu fliegen nicht nachkommen, bedeutet es unglaublichen Stress für die Tiere.

Damit sich Vögel sicher fühlen, brauchen sie Rückzugsorte. Daher ist es für den Vertrauensaufbau immens wichtig, dass ihr die Tiere nicht bedrängt. Aus diesem Grund solltet ihr niemals im Käfig üben. Der Käfig oder die Voliere ist – wie damals auf dem Schulhof beim Fangen – klipp(o)! Viele denken immer, der Käfig ist etwas Schlimmes und Unzumutbares für die Wellensittiche. Also macht ihn zu einem Ort, an dem sich eure Wellensittiche entspannen und zurückziehen können, wenn es ihnen im Freiflugzimmer zu stressig wird. Entspannte Wellis sind die Grundlage, um Vertrauen aufzubauen.

2. Schritt: Selbstvertrauen stärken

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Beschäftigt eure Tiere artgerecht und bietet ihnen täglich neue Umweltreize, zum Beispiel in Form von Spielzeug, Frischfutter und Co. Damit ihr nicht motivert anfangt und es nach ein paar Wochen im Alltag schleifen lasst, empfehle ich euch einen individuellen Beschäftigungsplan zu erstellen. Wie ihr das macht, erkläre ich euch in dem Beitrag Beschäftigungsplan für Wellensittiche. Ihr stärkt mit immer neuen Dingen das Selbstvertrauen eurer Wellensittiche. Das macht sie insgesamt mutiger. Und mutige Wellensittiche braucht ihr für das eigentliche Training.

Oft höre ich: „Aber meine Wellensittiche haben Angst vor Neuem“ oder „Meine Wellensittiche sind schon zu alt, um sich für Neues zu begeistern“. Nein! Es ist nie zu spät seine Wellensittiche mit welligerechtem Spielzeug zu beschäftigen. Oft sucht der Halter nur das falsche Spielzeug aus oder hängt es (aus Vogelsicht) an die falsche Stelle. Wechselt daher regelmäßig das Spielzeug aus oder hängt es einfach nur im Zimmer um! Ihr werdet sehen, bald können es eure Wellensittiche kaum erwarten etwas Neues zu erkunden!

3. Schritt: Vertrauen gewinnen durch das Käfiggitter

Ängstliche Wellensittiche fühlen sich oft nur in ihrem Käfig sicher. Verbringt daher am Anfang viel Zeit in der Nähe des Käfigs. Beschäftigt euch mit ruhigen Dingen, zum Bespiel lesen. Vermeidet direkten Blickkontakt und redet mit leiser Stimme. Flüchten die Tiere nicht mehr bei eurem Anblick, könnt ihr anfangen sie mit Hirse an das Gitter zu locken. Vermeidet auch hier am Anfang Blickkontakt und stellt euch ins Profil. Warum? Fluchttiere haben ihre Augen seitlich, um einen Rundumblick zu haben. Beutegreifer haben ihre Augen hingegen frontal, um Beutetiere besser fixieren zu können. Wellensittiche fühlen sich daher anfangs vom Menschen extrem bedroht, wenn wir sie direkt anschauen. Macht die Futterübung am besten jedes Mal, wenn ihr am Käfig vorbeikommt. Auch wenn diese Übung unspektakulär aussieht, ist sie der wichtigste Schritt im Vertrauensaufbau. Die Wellensittiche lernen nämlich folgende drei Dinge:

1. Der Käfig ist ein sicherer Ort; der Mensch mit seinen Händen bleibt vor dem Gitter.
2. Der Mensch, der kommt, bedrängt mich nicht.
3. Der Mensch ist toll, da er immer leckere Geschenke mitbringt. Ihr werdet sehen, schon bald werdet ihr freudig erwartet! 😀

Wellensittiche Blog Vogel am KäfiggitterBei übergewichtigen Wellis könnt ihn natürlich statt Hirse auch Basilikum, Salat oder anderes Grünzeug nehmen. Diese Futterübung ist übrigens nicht nur für den Vertrauensaufbau wichtig. Ängstlichen, kranken Wellensittichen kann man über diese Methode auch Medikamente geben. Meine Wellihenne Violetta musste eine Weile Schmerzmittel bekommen. Ich konnte sie wie gewohnt ans Gitter locken und sie nahm mir den Tropfen ab. Auch litt sie anfänglich an Ballengeschwüren, die lokal behandelt werden mussten. Auch hier konnte sie durch diese Übung stressfrei von mir versorgt werden. Ich habe sie so ans Gitter lockt, dass sie mit den Füßchen am Gitter hing und ich bequem die Salbe auftragen konnte. Alles ohne Fangen!

WICHTIG: Leider erlebe ich immer wieder, dass Halter sich weigern ihren Wellensittichen Freiflug zu gewähren, weil sie „noch nicht zahm“ sind. An dieser Stelle sei nochmal konkret darauf hingewiesen, dass in der Zeit, in der ihr am Käfiggitter übt, die Tiere selbstverständlich auch ihren täglichen Freiflug bekommen müssen! Also bitte denkt nicht, dass die Wellensittiche nicht rauskommen dürfen, nur weil die Gitter-Übung noch nicht sitzt! Am besten baut man diese Übung morgens und abends in seinen Alltag ein, wenn die Vögel noch, beziehungsweise schon im Käfig sind.

4. Schritt Vertrauen gewinnen im Freiflug

Die Übungen am Käfiggitter werden später im Freiflug fortgesetzt. Erst in der Nähe der Voliere, später im ganzen Zimmer. Um seine Tiere später im Training rufen zu können, verbindet die Hirse oder die Leckerei mit einem Wort, zum Beispiel: „Komm!“

Wichtig: Wenn ein Wellensittich vor eurer Hand zurückweicht, schiebt diese nicht hinterher, sondern nehmt Druck aus der Situation und weicht lieber zurück. Achtet auch auf winzigkleine Anzeichen: Ziehen sich die Pupillen zusammen? Legt der Vogel sein Gefieder an? Leht er sich mit dem Oberkörper leicht zurück oder macht sich steif? Dann die Hand soweit zurücknehmen, bis der Welli wieder völlig entspannt dasitzt! Das ist im Training übrigens der häufigste Fehler, den Halter machen. Viele merken erst, dass sie ihrem Sittich zu sehr bedrängt haben, wenn dieser bereits weggeflogen ist. Ups! 😉

5. Schritt: Erste kleine Übungen

Tägliche Trainingseinheiten von fünf bis zehn Minuten reichen. Die Devise lautet: lieber viele kleine Übungen, als die Tiere einmal in der Woche mit stundenlangem Training zu überfordern.

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Mal abgesehen davon, dass sich für uns die fünf Minuten am Tag leichter einbauen lassen, haben Wellensittiche auch keine große Aufmerksamkeitsspanne.

Zum Thema Zeitmanagement im Training von Papageien & Sittichen hat Ann Castro einen interessanten Podcast verfasst. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr mit euren Wellensittichen jetzt auch clickern. Clickertraining ist eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit und hat zudem den Vorteil, dass ihr gleich ein Medical Training für den Notfall mit einbauen könnt. Dazu gibt es auch ein Buch von Ann Castro: Clickertraining*. Ein persönliches Coaching könnt ihr direkt bei der Vogelschule* von Ann Castro buchen.

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Wellensittiche zähmen in fünf Schritten – Das Video

Hier ist das beliebte Video, dass bereits über 507.000 mal auf YouTube gesehen worden ist und vielen Haltern geholfen hat!


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Alles neu macht der Mai

Wer mir auch auf meinen Social Media-Kanälen folgt, der hat es sicher mitbekommen: wir haben ein neues Vogelzimmer! Ganz nach dem Motto: „Alles neu macht der Mai“ haben wir in den letzten Wochen die komplette Wohnung renoviert.

Ich dachte immer Umziehen ist das schlimmste, was man sich selber antun kann. Nein, falsch! Zimmertauschen und Renovieren ist es! Denn während einem bei einem Umzug zumindest kurzfristig oft doppelt zu viel Platz zur Verfügung steht, um seinen Scheiß irgendwo hinzuknallen, spielt man beim „Renovieren im Bestand“ fröhlich Tetris. So auch wir!

Warum musste renoviert werden?

Vogelzimmer WellensitticheAber alles der Reihe nach! Warum haben wir überhaupt renoviert? Wir sind vor gut zwei Jahren erst in unsere Wohnung eingezogen und haben alles neu gemacht. Damals – also wenn man bei einem so kurzen Zeitraum überhaupt von „damals“ sprechen kann – waren wir zu zweit mit zwölf Wellensittichen und konnten uns in der 70 Quadratmeter großen Mietwohnung so richtig breit machen. Die Wellis bekamen das größte Zimmer, Wohnzimmer und der Spiele-PC meines Freundes wanderten in den zweitgrößten Raum und Büro sowie das Schlafzimmer kamen jeweils in ein halbes Zimmer. Kurz und knapp: für Berliner Verhältnisse ein echter Luxus!

Wie das so ist, kaum hat man als Ü30-Jährige mehr Platz, wird man schwanger. 😀 Wir erweiterten das Büro kurzerhand um ein Kinderbett plus Wickelkommode. Als nun im Februar 2019 das zweite Kind kam, zwang uns das zum Umdenken. Der Platz im Kinderzimmer-Büro reichte nicht für ein zweites Kinderbett. Auch perspektivisch kann man dort keine zwei männlichen „Pubertiere“ halten… Und umziehen ist bei der aktuellen Mietpreisentwicklung in Berlin nicht möglich.

Bereits Anfang des Jahres brainstormten mein Freund und ich. Am Ende hatten wir sieben Kombinationen erarbeitet, wie man die Räume umgestalten und neu zusammenlegen kann. Erschwerend kommt nämlich dazu, dass mein Partner im Dreischichtsystem arbeitet und daher entweder morgens lange schläft, spät zurückkommt oder den ganzen Tag über pennt. Ein paar Kombinationen waren daher rein praktisch nicht möglich. Außerdem wünschte ich mir einen richtigen Essplatz. Bisher haben mein Freund und ich immer à laBig Bang Theory“ im Schneidersitz auf dem Sofa gegessen. Als Mutter wird man aber automatisch zur Spießerin. Darüber hinaus überzeugte mich die blöde ADHS-Göre einer Bekannten gänzlich von der Wichtigkeit eines Esstischs. Meine Kinder MÜSSEN lernen an einem Tisch zu sitzen! Alles andere ist ja echt nicht zumutbar!

Am Ende entschieden wir uns für die Lösung, dass das Wohnzimmer zum Kinderzimmer wird, das Vogelzimmer zum Wohnzimmer mit Esstisch und ohne Spiele-PC, das Kinderzimmer zum Vogelzimmer und im Schlafzimmer wird das Bett gedreht, um 50 cm mehr Platz zu gewinnen, und mit einer PC-Ecke versehen.

Alles neu macht der Mai

Obwohl ich alles akribisch geplant und vorbereitet hatte, brach ab dem 1. Mai das Chaos aus. Die alten Möbel, die zwar gut aussahen, aber keinen Stauraum für eine vierköpfige Familie boten, flogen raus. In den Folgetagen schoben wir Kisten von einem zum anderen Zimmer und stabelten täglich alles hin und her, da parallel in allen Räumen gearbeitet worden ist. Mit elf Wellensittichen, einem acht Wochen alten Baby und einem 18 Monate alten Kleinkind wird jeder Umbau zum Horrortripp.

Ist doch alles Scheiße!

Beim Umzug der Wellis habe ich auch gleich die Voliere komplett auseinander gebaut und richtig sauber gemacht. Auch die Schrauben. Wirklich alles! Allein diese Aktion hat einen ganzen Tag und zwei Findernägel gekostet. Es hat mir aber mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einmal im Jahr eine Grundreinigung zu machen. Ich kann das allen Vogelhaltern nur empfehlen! Vogelkot ist dermaßen agressiv und der weiße Urinanteil ist mega hartnäckig.

Nicht nur in Bezug auf den Käfig hat mich die Kacke in den Wahnsinn getrieben. Das Vogelzimmer musste dank Minerva neu tapeziert werden. Außerdem könnt ihr euch nicht vorstellen, wo Wellensittiche überall hinkacken können. Wie kommt denn bitte Vogelkacke in rauen Mengen an die Decke und an die Wände? Fliegen die Loopings oder wat?

Obwohl ich mich trotz der zwei Schwangerschaften in den letzten zwei Jahren unglaublich tapfer täglich mit Tuch, Schwamm und Staubsauger durch das Vogelzimmer gekämpft hatte, zeigte das das nackte Zimmer seinen perfiden Charme. Als die neue Tapete nach vier Tagen endlich an der Wand hing, fing das Putzen erst richtig an. Der Heizkörper war schon übel, aber der Boden gab uns den Rest. Bis kurz vor Mitternacht robbten mein Freund und ich auf Knieen durch das Zimmer. Bei Dirty Dancing sieht so was irgenwie erotischer aus. Stattdessen sog sich unsere Kleidung langsam mit kaltem Wischwasser voll, während wir müde und verschwitzt versuchten die Hinterlassenschaften meiner Vögel aus jeder noch so kleinen Rille im Boden zu popeln.

Die Nerven liegen blank

Der Schlafmangel seit der Geburt, der kräfteraubende Umzug und die langen, nie enden wollenden Renovierungstage setzten uns zu. Ich merkte, dass mein Freund an seine Grenzen kam. „Gleich haben wir es geschafft! Die Hälfte ist geputzt. Nur noch ein paar Quadratmeter!“, beschwor ich ihn mantraartig, um ihn zu motivieren. „Wir sind gleich fertig! Schon dreiviertel ist geschafft!“ Mein Freund funktelte mich böse an: „Hör auf! Du bist wie so ein nerviger, amerikanischer Call-Center-Instructor. ‚Gleich ist es geschafft! Noch 10 qm! Noch 9 qm!'“, äfft er mich mit aggressiv-hoher Stimme nach. Stille. Wir guckten uns an – „Noch 8 qm!“, flüsterte ich leise mit einem fetten Grinsen im Gesicht – und lachten laut los. Irgendwann wird auch diese Renovierung vorbeigehen. Eines habe ich aber gelernt: Man kann aus jedem x-beliebigen Wohnraum ein Vogelzimmer machen, aber aus einem Vogelzimmer nochmal einen Wohnraum? Lieber nicht!

Alle sind glücklich

Inzwischen ist das schlimmste Chaos beseitig und alle sind glücklich. Es ist in einer kleinen Wohnung immer schwierig allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich denke aber, dass es uns gut gelungen ist. Die Kinder haben endlich ein schönes, kindgerechtes Zimmer zum Spielen. Die Wellensittiche haben weiterhin ganztägig Freiflug in einem eigenen Raum. Selbst die Schlecht- und Nichtflieger sind glücklicher, da sie im neuen Vogelzimmer alle Plätze erreichen können. Mein Freund hat seine Spiele-PC-Ecke und ich, ich habe endlich einen Esstisch, an dem ich arbeiten, lernen und natürlich mit meiner Familie gemeinsam essen kann. Wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai!“

Das neue Vogelzimmer

Weitere Verbesserungen im Mai

Wellensittiche Blog Startseite Verbesserung Alles neu macht der MaiNicht nur unsere Wohnung hat sich im Mai ordentlich verändert. Auch online hieß es „Alles neu macht der Mai“! Die Startseite hat ein Update bekommen, sodass man künftig nicht mehr raten muss, welcher Beitrag sich hinter den schönen Bildchen verbirgt. Auf einen Blick sieht man nun das Thema des Beitrags. Ich muss mich an das neue Layout erst noch gewöhnen. Wie gefällt euch? Ist es mit Titeln übersichtlicher oder stört euch der blaue Balken? Feedback dringend erwünscht!

Wellensittiche Blog Newsletter 2019Auch der Newsletter ist klarer strukturiert worden. Jetzt sieht man die Themen ebenfalls auf einen Blick. Auch hier würde ich mich über ein Feedback freuen – sowohl bezogen auf den Inhalt als auch auf das Layout. Was gefällt euch? Was gefällt euch nicht?

 

Alles neu macht der Mai Veränderungen ProduktempfehlungenLast but not least: Die Seite Produktempfehlungen ist auch aktualisiert und layouttechnisch aufgewertet worden. Die Spielzeuge sind auf einen Blick nebeneinander angeordnet. Die anderen (hochpreisigeren) Kategorien haben weiterhin einen persönlichen Erfahrungsbericht. Über ein verlinktes Inhaltsverzeichnis springt man leicht hin und her.


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Teil 4 der Podcast-Serie von Ann Castro – Krankheiten (2)

Im vierten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro dreht sich alles um die am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten.

Im vorherigen Podcast ging es um Tumore, Viren und Macrorhabdiose (auch: Megas, Megabakterien oder Going-light-syndrome genannt). Auch redeten wir darüber, warum es so wichtig ist, sich die Ausscheidungen seiner Wellensittiche anzuschauen und täglich ein Auge darauf zu haben.

Parasiten (Milben und Trichomonaden)

Wellensittiche Blog ann castro und wencke sabrina schacht am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten
Zum Podcast hier klicken.

Im vierten und letzten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro sprechen wir über Parasiten und Aspergillose. Ich plaudere hier – leider wie man sagen muss – aus dem Nähkästchen, da ich alles bereits in meinem eigenen Wellischwarm erlebt habe. Bei den Parasiten geht es insbesondere um Milben und Trichomonaden. Wer meinem Blog schon länger folgt, der weiß, dass vor zwei Jahren Smeralda „Milbi“ bei uns eingezogen ist. Dass Grabmilben (auch Räudemilben genannt) kein lästiges Schönheitsproblem sind, sondern eine Krankheit, bei der es im fortgeschrittenen Stadium häufig um Leben und Tod geht, könnt ihr hier nachlesen. Milben müssen unbedingt von einem vogelkundigen Tierarzt behandelt werden! Sie sollten niemals mit Hausmittelchen oder Mitteln aus dem Zoofachladen in Eigenregie bekämpft werden!

Aspergillose bei Wellensittichen

Zu den am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Krankheiten gehört auch Aspergillose. Aspergillose ist einfach gesprochen ein Pilz, der sich in den Luftsäcken befindet, und im fortschreitenden Verlauf das Atmen erschwert… bis der Vogel irgendwann qualvoll erstickt. Im Podcast erfahrt ihr mehr über das Erkennen von der Krankheit, über die Wichtigkeit von Röntgenbildern und über die Behandlung von Aspergillose. Um dem Pilz keine Chance zu geben, sich bei euren Vögel in die Atmungsorgane abzulagern, kontrolliert mit einem Hygrometer* die Räumfeuchte, lüftet regelmäßig und verbessert die Raumluft tagsüber mit einem Luftreiniger* mit Nanopartikelfilter. Mit qualitativ hochwertigem Futter und einer UV-Lampe* stärkt ihr zudem die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Immunsystems der Wellensittiche.

So, nun genug der trockenen Theorie und viel Spaß beim Hören des Podcasts! 😀


Buchauswahl von der Papageienexpertin Ann Castro*

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Teil 3 der Podcast-Serie von Ann Castro – Krankheiten (1)

Zugegeben, am liebsten möchte man sich als Wellensittichhalter erst gar nicht mit dem Thema „Krankheiten“ beschäftigen. Dennoch ist es enorm wichtig, dass man die am häufigsten bei Wellensittichen vorkommenden Erkrankungen kennt.

Wellensittiche Blog Podcast Teil 3 Krankheiten ann castro und wencke sabrina schacht
Zum Podcast bitte auf das Bild klicken.

Da man über Krankheiten ewig und drei Tage reden könnte (keine Angst, Ann und ich haben es nur zwei kurze Podcasts lang gemacht 😉 ), haben wir uns auf fünf Bereiche beschränkt: Tumore, Viren, Macrorhabdiose (auch: Megas, Megabakterien oder Going-light-syndrome genannt), Parasiten und Aspergillose. Im dritten Teil der Podcast-Serie „Wellensittiche halten“ reden Papageienexpertin Ann Castro und ich über gut- und bösartige Tumore, Viren, wie PBFD und Polyoma, sowie die allseits gefürchteten Megas… Wenn ihr jetzt denkt: „Ist ja kacke!“ Stimmt, über Vogelkot quatschen wir auch. Denn die „Wahrsageködel“ verraten mehr über den Gesundheitszustand, als man glauben mag. 😀

Nächste Woche geht es dann weiter mit dem letzten Teil der Podcast-Serie. Dort geht es um Parasiten, wie Milben und Trichomonaden, sowie Aspergillose. Reinhören lohnt sich also auf jeden Fall!

 

Über die Redner

Wellensittiche Blog Podcast Teil 1 Ann Castro Teaser

Ann Castro ist Papageientrainerin und bekannt aus diversen Tier-Formaten des Fernsehsenders VOX. In ihrer Vogelschule* geht es ihr darum, die Beziehung zwischen Haltern und Vögeln zu verbessern und Fehlverhalten zu korrigieren. Eines ihrer Herzensanliegen ist es auch, die Haltung und Ernährung zu optimieren, das Wohlbefinden und die Gesundheit zu steigern. Ann Castro ist Autorin diverser Bücher über Papageien und Sittiche.

 

Wellensittiche zahm im Schwarm teaser

Wencke Sabrina Schacht ist Wellensittichhalterin mit Laib und Seele. Seit frühester Kindheit begleiten sie die quirligen Australier. Im Laufe der Zeit hat sie viel Wissen über die Haltung, Pflege und Beschäftigung angesammelt. Ihren Erfahrungsschatz teilt Wencke regelmäßig auf ihrem Blog sowie auf ihren Social Media-Kanälen wie YouTube, Instagram, Facebook und Pinterest. Schaut gerne mal vorbei und lasst euch inspirieren!

Buchauswahl von der Papageientrainerin Ann Castro*

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Teil 2 der Podcast-Serie von und mit Ann Castro

Im zweiten Teil der Podcast-Serie von und mit Ann Castro geht es um Spielzeug und Beschäftigung von Wellensittichen. In dem Podcast reden wir über Spielzeug-Typen, geben Tipps zur Einrichtung des Freiflugzimmers und als Goodie gibt es eine Bastelanleitung für die drei häufigsten Spielzeug-Typen zum Nachbasteln.

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Mit einem Klick auf das Bild kommst du zum Podcast!

In der bekannten Podcast-Reihe „Besser leben mit Papageien & Sittichen“ spricht Ann Castro mit Experten aus verschiedenen Bereichen über die Haltung von Ziervögeln. Ann Castro verfügt als Papageien-Trainerin und langjährige Halterin von Sittichen und Papageien über einen reichen Erfahrungsschatz. Ihr Anliegen ist es, die Haltungsbedingungen der Vögel in menschlicher Obhut sowie die Beziehung zwischen Mensch und seinen gefiederten Mitbewohnern zu verbessern. In ihrer Vogelschule bietet sie Coachings zu diversen Themen an: Vertrauensaufbau, Medical Training & Erste Hilfe, Clickertraining und vieles mehr. Die Vogelschule könnt ihr über diesen Link* besuchen.

PS: Zum Thema Spielzeug-Typen ist in der Vergangenheit bereits ein ähnlicher Blogbeitrag erschienen. Schaut auch hier rein, um euch weitere Inspirationen zu holen. 😀

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Teil 1 der Podcast-Serie von und mit Ann Castro

Wer sich gewundert hat, warum es in den letzten Wochen so still hier war, bekommt jetzt die Antwort! Ich bin von Papageien-Expertin Ann Castro in ihren Podcast eingeladen worden…

Wellensittiche Blog Podcast Teil 1 Ann Castro Wellensittiche Grundlagen… und wie das so ist, wenn man erstmal ins Reden kommt: aus EINEM geplanten Podcast über Wellensittiche ist plötzlich eine DREITEILIGE Podcast-Serie geworden 😀

Im ersten Teil interviewt mich Papageien- und Sittichtrainerin Ann Castro, die Die Vogelschule* betreibt, zu den Basics der Wellensittichhaltung und zu den Haltungsbedingungen früher und heute. Zum Original-Beitrag inklusive Podcast kommt ihr über diesen Link. Unbedingt hören!

Im zweiten Teil, der nächste Woche am 25. April 2019 erscheint, reden wir über mein Lieblingsthema: Ich erkläre Spielzeugtypen und es wird als Goodie für euch… Aber das verrate ich noch nicht! Hihihi 😀

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Wellensittiche für Kinder? Ratgeber für Eltern!

Es gibt wohl kaum ein Kind, das seine Eltern nicht früher oder später nach einem Haustier fragt. Gerade wenn man als Mutter oder Vater selber mit einem Tier groß geworden ist, steigt die Bereitschaft seinen Kindern diesen Wunsch zu erfüllen.

Haustiere haben auf Kinder einen positiven Einfluss

Wellensittiche Blog Kinder HygienePro-Argumente gibt es viele: So lernen Kinder durch Haustiere zum Beispiel Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen sowie Rücksicht auf dessen Bedürfnisse zu nehmen und eigene Wünsche und Vorstellungen kurzfristig auch mal zurückzustellen. Zudem stärken Haustiere nicht nur das Immunsystem, sondern lassen Kinder auch psychisch Reifen. Der Umgang mit Tieren fördert das Selbstvertrauen, erhöht die Frustationstoleranz und erweitert das Einfühlungsvermögen. Sind das nicht alles Dinge, die wir als Eltern für die Entwicklung unserer Kinder wollen?

Sind Wellensittiche die richtigen Haustiere für Kinder?

Für einen Hund oder eine Katze ist oft kein Platz in der Wohnung und keine Zeit im Alltag. Hamster sind zwar klein, aber inzwischen müsste auch der letzte mitbekommen haben, dass die nachtaktiven Tiere keine gute Wahl für den eigenen Nachwuchs sind. Aber hatte Omi nicht einen superzahmen, sprechenden Welli? Viele Menschen erinnern sich mit Freude an die lustigen Vögelchen ihrer Kindheit. Schnell fällt daher die Wahl auf Wellensittiche. Sie sind klein, bunt, machen im Alltag wenig Arbeit und kosten weder in der Anschaffung, noch in der Haltung viel Geld. Außerdem kann man doch Wellensittiche platzsparend unterbringen und leicht während der Urlaubszeit zu Verwandten in Pflege geben. Wellensittiche sind also die perfekten Haustiere für Kinder! Oder vielleicht doch nicht?

Wellensittiche sind anspruchsvoll in der Haltung

 

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Als Mutter von zwei Kindern und langjährige Wellensittichhalterin kann ich sagen: „Klein und bunt – Ja, stimmt!“ Der Rest aber definitiv nicht (und viele erfahrene Wellihalter stimmen mir da mit Sicherheit zu)! Wellensittiche, als kleinere Vertreter aus der Familie der Eigentlichen Papageien, sind alles andere als anspruchslos in der Haltung und damit definitiv kein sogenanntes „Anfängertier“. Und schon gar nicht für Kinder! Wellensittiche benötigen einen großen Käfig, der täglich gereinig werden muss, haben den Anspruch auf viele Stunden Freiflug am Tag und kosten im Unterhalt mehr als man denkt. Ich bin in einer Beispielrechnung für zwei Wellensittiche über eine Dauer von 10 Jahren (durchschnittliche Lebenserwartung) auf rund 6.400 Euro gekommen. Darin enthalten sind keine Ersatz- oder Sonderanschaffungen und keine Tierarztkosten. Gerade letztere können schnell mal in die Höhe schießen. Zum einen ist es einem Tierarzt prinzipiell egal, ob er einen Hund oder einen Welli operiert – der Aufwand und die Arbeitszeit sind oft identisch – und zum anderen muss man mit seinen Wellensittichen einen spezialisierten vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, da Ziervogelmedizin ein Fachgebiet ist, dass im regulären Veterinärstudium kaum behandelt wird. Um als Eltern einen realistischen Eindruck von den Mindestanforderungen an die Wellensittichhaltung zu bekommen, lege ich jedem die 10-teilige Serie „Basiswissen Wellensittiche“ dringend ans Herz!

Wellensittiche sind keine Kuscheltiere

Entgegen der landläufigen Meinung werden Wellensittiche selten so zahm, dass sie den Erwartungen eines Kindes gerecht werden. Die Vögel, die mindestens zu zweit, besser aber in einem kleinen Schwarm gehalten werden sollten, haben ein komplexes Sozialverhalten und bleiben in der Regel lieber unter sich. Zwar bekommt man mit etwas Geduld und Zeit die Tiere dazu, Futter aus der Hand zu nehmen oder auch mal auf den Finger zu kommen – Kuscheltiere werden Wellis aber nie! Diese Tatsache, die selbst viele Erwachsene kaum akzeptieren können, ist für Kinder mehr als frustrierend.

Wellensittiche machen täglich Arbeit

Putzzeug WellensittichSo süß Wellensittiche auch sind, sie sind laut, teuer und machen eine Menge Dreck. Zwar können Kinder ab dem Grundschulalter unter Aufsicht der Eltern täglich das Futter und zweimal täglich das Wasser wechseln, dennoch bleibt der Großputz an den Erwachsenen hängen. Im Alltag mit Kindern, Haushalt und Job hat man in der Regel schon genug zu tun. Deshalb muss man als Mutter oder Vater vorher gut abwägen, ob man neben den täglichen Routineaufgaben, wie Füttern, Einstreuwechsel und Beschäftigung der Wellensittiche, noch mehrere Stunden pro Woche in die Reinigung von Käfig und Zimmer investieren kann und will!

Ab welchem Alter sind Wellensittiche für Kinder geeignet?

Bei der Frage, ab welchem Alter Wellensittiche für Kinder geeignet sind, scheiden sich die Geister. Das liegt zum einen daran, dass Kinder sehr unterschiedlich in der Entwicklung sind und zum anderen kommt es auch sehr stark auf die Hilfestellung der Eltern an. So kann ein gewissenhafter Zehnjähriger, der von seinen Eltern täglich an seine Aufgaben erinnert und bei diesen auch unterstützt wird, ein besserer Wellihalter sein als ein 17-Jähriger, der keinerlei Rückendeckung von seinen Eltern bekommt. Um die Frage aber zu beantworten: Als Richtwert sollte bei der Anschaffung der Wellensittiche das Kind mindestens sechs Jahre alt sein, da es zuverlässig alle Sicherheitsregeln verstehen muss, die in Zusammenhang mit den Tieren gelten. Beispielsweise dürfen die Fenster niemals während des Freiflugs geöffnet werden, auch nicht, wenn der Bruder provokativ gefurzt hat oder es im Sommer saumäßig heiß im Zimmer wird. Es ist allerdings davon auszugehen, dass ein sechsjähriges Kind nach ein paar Wochen bereits keine Lust mehr hat, sich an den täglichen Routinearbeiten zu beteiligen. Auch haben Kinder in diesem Alter noch zu viele andere Interessen, als sich jeden Tag um seine Wellensittiche zu kümmern – vor allem, wenn sich die Vögel als „undankbar“ erweisen und kaum Kontakt zum Menschen aufnehmen.

Wichtige Gedanken zur Anschaffung von Wellensittichen für Kinder

Wellensittiche haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von circa zehn Jahren – bei guten Genen und guter Haltung können sie aber auch bis zu 18 Jahre alt werden. Als Mutter oder Vater muss man sich daher fragen, ob man so lange eine Verpflichtung eingehen möchte. Jetzt mag der Sohn oder die Tochter noch zarte zehn Jahre alt sein und die Grundschule besuchen. Bis zum Tod der Wellensittiche wird das Kind aber vermutlich bereits die Ausbildung beendet oder das Abitur gemacht haben und studieren!

Wellensittich Kinder 1997
1997

Um zu verdeutlichen, was ich damit sagen will, erzähle ich gerne von meinem zweiten Wellensittich: Ich habe ihn bekommen, als ich in der 4. Klasse der Grundschule gewesen bin und er ist im Alter von elf Jahren gestorben, als ich bereits im 3. Semester meines Studiums an der Universität war! Ich habe bis dahin mehr als 50 % meines Lebens mit diesem Vogel verbracht und er musste in diesen elf Jahren alle meine Höhen und Tiefen, Entwicklungsschübe, Null-Bock-Phasen und die Backstreet Boys ertragen…

Für welche Familien sind Wellensittiche geeignet?

 

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Wellensittiche ausschließlich für die Kinder anzuschaffen, ohne als Erwachsener selber Interesse an den Tieren zu haben, ist aus den vielen zuvor genannten Gründen nicht zu empfehlen. Kann man sich aber als Mutter oder Vater für die Haltung der anspruchsvollen Mini-Papageien begeistern, sind Wellensittiche ein tolles Hobby für die ganze Familie. Kinder unter sechs Jahren sollte man allerdings niemals unbeaufsichtigt mit den Vögeln in einem Zimmer lassen. Ab sechs Jahren kann man beginnen, einige einfache Aufgaben unter Aufsicht an die Sprösslinge zu übertragen. Mit circa 14 Jahren können Kinder diese einfachen Aufgaben in der Regel eigenverantwortlich und alleine ausführen. Vor der Anschaffung sollte – egal wie alt das Kind ist – allen in der Familie klar sein, welche Aufgaben auf einen zukommen und welche Erwartungen man an die Wellensittichhaltung stellen darf. Neben den zahlreichen Beiträgen auf meinem Blog und meinem YouTube-Kanal lohnt sich auch ein Blick in aktuelle Bücher (obwohl diese selten auf die „negativen“ Seiten der Wellensittichhaltung hinweisen.

Die Verantwortung für ein Tier – auch in finanzieller Hinsicht – liegt bei Minderjährigen unter 18 Jahren aber immer bei den Erziehungsberechtigten. Leider werde ich über meine Social Media-Kanäle häufig von Kindern und Jugendlichen angeschrieben, die Hilfe und Rat bei mir suchen, da sich die Eltern weigern, die Vögel mit mindestens einem Partnertier zu halten, artgerecht unterzubrigen oder mit sichtlich kranken Wellensittichen zu einem (vogelkundigen) Tierarzt zu gehen. Das ist nicht nur tierschutzwidrig, sondern verhält sich auch konträr zu den positiven Effekten, die man mit der Haustierhaltung bei Kindern erreichen möchte. Man kann kein verantwortungsbewusstes Verhalten bei seinen Kindern fördern und fordern, wenn man sich selbst verantwortungslos zeigt.

Wellensittiche Blog Kinder HaustiereLiebe Eltern, denkt daran, mit Wellensittichen verhält es sich wie mit Kindern: sie sind günstig in der Anschaffung, teuer im Unterhalt, man muss sich täglich ohne Ausnahme um sie kümmern und sie werden immer dann krank, wenn es einem am wenigsten passt! 😉

 

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Fiat lux – Wie sehen Wellensittiche elektrische Lichtquellen?

Wegen der sehr hohen Aufmerksamheit und Relevanz dieses Beitrags, der dem letzten Newsletter entstammt, habe ich mich entschlossen, den Artikel auch als Blogbeitrag zu veröffentlichen. Die Abonnenten von Newsletter UND Blog bitte ich diese Doppelung zu entschuldigen. Erlaubt mir vorab noch drei Bemerkungen, mit der ich die häufigsten Fragen der unglaublichen Resonanz meiner Leser beantworten möchte:

1.) Viele Smartphones haben „versteckt“ in den Kameraeinstellungen eine Slow Motion-Funktion. Um diese schnell zu finden und gleichzeitig die „Bilder pro Sekunde“ herauszufinden, empfehle ich, das eigene Modell direkt im WWW zu googeln.

2.) Dieser Beitrag beschäftigt sich mit ALLEN Lichtquellen im Zimmer der Wellensittiche. Dementsprechend sollte man auch ALLE Lichtquellen überprüfen (TV, Bildschirme, Lampen, Lichterketter, Lavalampen, Stimmungslichter, beleuchtete Lichtschalter, etc.). Es handelt sich nicht konkret um einen Beitrag über spezielle UV-Lampen (auch wenn dies am Ende erwähnt wird). Völlig zurecht ist hier die Kritik laut geworden, dass jede BirdLamp Vor- und Nachteile hat. Ich denke, dass die Auswahl daher so beschränkt ist, weil die Nachfrage von Vogelhaltern leider noch viel zu klein ist. Man muss oft improvisieren und kann nur hoffen, dass irgendwann auch für uns die „eierlegende Wollmilchsau-Lampe“ auf den Markt kommt. Bis dahin rate ich zu einem gewissenhaften Umgang mit den quecksilberhaltigen Metalldampflampen.

3.) Wer sich partout nicht mit einer UV-Lampe anfreunden kann, dem (und allen anderen auch) empfehle ich, das fehlende Vitamin D3 künstlich zu supplementieren, um gravierende Mangelerscheinungen abzuwenden! Es gibt verschiedene Pulver, die man alle paar Tage (oder als Kur jeden Monat über sieben Tage) über das Trinkwasser oder das Frischfutter reichen kann. Da viele Wellensittiche Träger von Macrorhabdiose sind, sollte dringend auf ein zuckerfreies Präparat zurückgegriffen werden. Von meiner vogelkundigen Tierärztin habe ich das Präparat Prime* empfohlen bekommen und bin zufrieden, dass meine Megas-Patienten wunderbar damit klarkommen. Hier empfehle ich den Kauf der geringsten Mengeneinheit (20 g), da das Präparat durch die Luftfeuchte nach ein paar Monaten anfängt zu klumpen. Im weißen Pulver kann man immer schwer sehen, ob sich bereits Schimmel gebildet hat. Daher lieber kleine Mengen kaufen und regelmäßig austauschen.

So, und nun viel Spaß beim Lesen! 😉

 

Diesmal dreht sich alles um das Thema „Licht im Freiflugzimmer“. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit lassen wir tagsüber nicht nur vermehrt das Licht für unsere Wellensittiche an, sondern halten uns generell öfter und länger in unserer künstlich beleuchteten Wohnung auf. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie unsere Vögel ihre Umwelt wahrnehmen und wie wir es ihnen in der Winterzeit bei uns gemütlich machen.

Um zu verstehen, warum das Thema so wichtig ist, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Biologie machen und uns der Funktionsweise des Vogelauges bewusst werden: Bei Wellensittichen und anderen Vögeln beträgt die Zahl der wahrgenommenen Einzelbilder bis zu 180 Bilder pro Sekunde. Im Vergleich dazu: Menschen sehen je nach Bildkontrast und -helligkeit nur zwischen 10-70 Bilder in der Sekunde. Die Fähigkeit des Auges zur Auflösung eines Bewegungsablaufes in Einzelbildern nennt man übrigens Flickerfusion (also merken, falls ihr mal bei Günther Jauch seid und mir dann die Hälfte eurer Million überweisen 😉 ).

Flickerfusion: Wellensittiche sehen bis zu 180 Bilder pro Sekunde

Auf, wie ich finde, ziemlich beeindruckende Weise kann man im folgenden Video sehen, dass man sich niemals auf sein eigenes Empfinden verlassen sollte, was die Lichtquellen im Zimmer angeht, in dem die Vögel untergebracht sind. In der ersten Aufnahe zeige ich drei LED-Lichterketten, die für uns Menschen ein angenehmes und stimmungsvolles Licht verbreiten. In der Slow Motion-Einstellung hingegen sieht man die fundamentalen Unterschiede: Die Lichterkette in der Küche („Zimmer 1“) wäre für Wellensittiche ein echter Albtraum. Die im Schlafzimmer („Zimmer 2“) ist kurzfristig noch halbwegs erträglich für Vogelaugen und die Lichterkette im Wohnzimmer („Zimmer 3“) ist völlig flackerfrei. Alle drei Lichterketten sind vom selben Hersteller und zur gleichen Zeit am gleichen Ort gekauft worden. Die wenigsten vermuten derartige Unterschiede! Selbst preislich kann man nicht feststellen, ob es ein vogelfreundliches Leuchtmittel ist oder nicht.

Einfacher Test mit der Slow Motion-Funktion des Smartphones

Den Test im Video habe ich wegen der Vergleichbarkeit mit drei Lichterketten gemacht. Natürlich sollte man ausnahmslos JEDE Lichtquelle, wie Lampen, Stimmungslichter, Kontrolllämpchen, Lichterketten, Computer- und Fernsehbildschirme sowie alles andere an elektrischem Licht im Zimmer der Vögel prüfen! Am einfachsten macht ihr das mit der Slow Motion-Funktion eures Smartphones. Wenn ihr die Bilder pro Sekunde nicht selber einstellen könnt, googlet die voreingestellten B/S, damit ihr einen Orientierungswert habt. Sämtliche Lichtquellen, die flackern sollten möglichst aus dem Umfeld der Vögel entfernt werden. Beim Neukauf von Lampen & Co. führt man den Test am besten schon im Geschäft durch, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Falls ihr euch fragt: „Hat die Schacht allen Ernstes alle Leuchtmittel für ihr Vogelzimmer vorher im Baumarkt gefilmt?“ Ja, hab ich! Und ja, ich kam mir dabei saudoof vor… 😀

Eine Erfahrung, die ich in diesem Zusammenhang mit (LED-)Leuchtmitteln noch gerne mit euch teilen möchte: Flackerfreie LED-Lampen sind in der Regel nicht teuer (das ist der positive Teil des Satzes), müssen aber Zuhause regemäßig geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden (das ist der negative Teil, aber das habt ihr sicher schon geahnt!). Ich hatte mir damals einen schönen, flackerfreien Deckenfluter für meine Einraumwohnung geholt und ehrlich gesagt nicht wirklich daran gedacht, regelmäßig nachzuprüfen. Viereinhalb Jahre später habe ich durch Zufall ein Slow Motion-Flugvideo von Icaro gemacht und dabei ist mir erst aufgefallen, dass der Deckenfluter altersbedingt angefangen hat zu flackern. Meine „trägen“ Augen haben lediglich in den Monaten davor festgestellt, dass er nicht mehr so hell ist wie früher… Seitdem kontrolliere ich drei bis vier Mal im Jahr alle Leuchtmittel im Vogelzimmer! Das Prüfen aller Lichtquellen (ja, auch des Fernsehers!) sind wir unseren Wellensittichen mehr als schuldig und sollte keinesfalls als optionaler Schnickschnack abgetan werden!

UV-Vogellampen für Wellensittiche

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Das Licht der Bird Lamp sieht für uns Menschen oft wenig romantisch aus… die beiden Wellensittiche hingegen sehen das komplett anders. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders in den Wintermonaten kann ich allen Wellensittichhaltern ans Herz legen, sich zusätzlich für eine spezielle Bird Lamp* zu entscheiden. Wellensittichaugen haben nämlich die Fähigkeit zur Ultraviolett-Sicht (UV-Perzeption), die eine entscheidene Rolle bei der Balz, Partnerwahl und der Futteraufnahme spielt. Eine Vogellampe mit UVA-Spektrum ermöglicht es unseren gefiederten Lieblingen – zumindest in einem gewissen Radius – Farben richtig sehen zu können. Fast noch wichtiger ist der UVB-Anteil, der für einen funktionierenden Stoffwechel (zum Beispiel Calciumstoffwechsel oder Vitamin D-Produktion) bei Heimvögeln lebensnotwenigt ist. Selbst in hellen Zimmern und im Sommer sollte solch eine Vogellampe regelmäßig zum Einsatz kommen, da Glasscheiben sowohl für UVA- als auch für UVB-Strahlung undurchlässig sind. Einen guten und sehr ausführlichen Bericht zu dem Thema „Bird Lamp“ gibt es auf dem Sperlingspapageien Blog.

Meinen Bericht möchte ich abschließend mit einem Zitat aus dem Kompendium der Ziervogelkrankheiten* von Kaleta und Krautwald-Junghanns untermauern.

Aus der Fähigkeit der UV-Perzeption sowie der hohen Flickerfusionsfrequenz des Vogelauges ergeben sich Konsequenzen für eine artgemäße und tierschutzgerechte Haltung unter elektrischem Licht. Kunstlicht […] weist eine für das menschliche Auge kaum sichtbare Flickerfrequenz (Stroboskopeffekt infolge wechselstrombedingter Ein-Aus-Schaltungsrhythmen) auf. Hierdurch können möglicherweise Verhaltensstörungen wie Federpicken („Rupfen“, Anm. d. Red.), ausbleibendes Paarungsverhalten und Unsicherheiten bei der Nahrungsaufnahme ausgelöst oder begünstigt werden. Zur Gewährleistung einer artgemäßen und tierschutzgerechten Haltung ist daher bei Kunstlichthaltung die Verwendung von auch im UV-Spektrum emittierenden Neonröhren (sog. full spectrum light oder true light) anzustreben. Flackerfreies Licht […] kann durch Vorschaltung eines elektronischen Gleichrichters […] sichergestellt werden.

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