Fiat lux – Wie sehen Wellensittiche elektrische Lichtquellen?

Wegen der sehr hohen Aufmerksamheit und Relevanz dieses Beitrags, der dem letzten Newsletter entstammt, habe ich mich entschlossen, den Artikel auch als Blogbeitrag zu veröffentlichen. Die Abonnenten von Newsletter UND Blog bitte ich diese Doppelung zu entschuldigen. Erlaubt mir vorab noch drei Bemerkungen, mit der ich die häufigsten Fragen der unglaublichen Resonanz meiner Leser beantworten möchte:

1.) Viele Smartphones haben „versteckt“ in den Kameraeinstellungen eine Slow Motion-Funktion. Um diese schnell zu finden und gleichzeitig die „Bilder pro Sekunde“ herauszufinden, empfehle ich, das eigene Modell direkt im WWW zu googeln.

2.) Dieser Beitrag beschäftigt sich mit ALLEN Lichtquellen im Zimmer der Wellensittiche. Dementsprechend sollte man auch ALLE Lichtquellen überprüfen (TV, Bildschirme, Lampen, Lichterketter, Lavalampen, Stimmungslichter, beleuchtete Lichtschalter, etc.). Es handelt sich nicht konkret um einen Beitrag über spezielle UV-Lampen (auch wenn dies am Ende erwähnt wird). Völlig zurecht ist hier die Kritik laut geworden, dass jede BirdLamp Vor- und Nachteile hat. Ich denke, dass die Auswahl daher so beschränkt ist, weil die Nachfrage von Vogelhaltern leider noch viel zu klein ist. Man muss oft improvisieren und kann nur hoffen, dass irgendwann auch für uns die „eierlegende Wollmilchsau-Lampe“ auf den Markt kommt. Bis dahin rate ich zu einem gewissenhaften Umgang mit den quecksilberhaltigen Metalldampflampen.

3.) Wer sich partout nicht mit einer UV-Lampe anfreunden kann, dem (und allen anderen auch) empfehle ich, das fehlende Vitamin D3 künstlich zu supplementieren, um gravierende Mangelerscheinungen abzuwenden! Es gibt verschiedene Pulver, die man alle paar Tage (oder als Kur jeden Monat über sieben Tage) über das Trinkwasser oder das Frischfutter reichen kann. Da viele Wellensittiche Träger von Macrorhabdiose sind, sollte dringend auf ein zuckerfreies Präparat zurückgegriffen werden. Von meiner vogelkundigen Tierärztin habe ich das Präparat Prime* empfohlen bekommen und bin zufrieden, dass meine Megas-Patienten wunderbar damit klarkommen. Hier empfehle ich den Kauf der geringsten Mengeneinheit (20 g), da das Präparat durch die Luftfeuchte nach ein paar Monaten anfängt zu klumpen. Im weißen Pulver kann man immer schwer sehen, ob sich bereits Schimmel gebildet hat. Daher lieber kleine Mengen kaufen und regelmäßig austauschen.

So, und nun viel Spaß beim Lesen! 😉

 

Diesmal dreht sich alles um das Thema „Licht im Freiflugzimmer“. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit lassen wir tagsüber nicht nur vermehrt das Licht für unsere Wellensittiche an, sondern halten uns generell öfter und länger in unserer künstlich beleuchteten Wohnung auf. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie unsere Vögel ihre Umwelt wahrnehmen und wie wir es ihnen in der Winterzeit bei uns gemütlich machen.

Um zu verstehen, warum das Thema so wichtig ist, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Biologie machen und uns der Funktionsweise des Vogelauges bewusst werden: Bei Wellensittichen und anderen Vögeln beträgt die Zahl der wahrgenommenen Einzelbilder bis zu 180 Bilder pro Sekunde. Im Vergleich dazu: Menschen sehen je nach Bildkontrast und -helligkeit nur zwischen 10-70 Bilder in der Sekunde. Die Fähigkeit des Auges zur Auflösung eines Bewegungsablaufes in Einzelbildern nennt man übrigens Flickerfusion (also merken, falls ihr mal bei Günther Jauch seid und mir dann die Hälfte eurer Million überweisen 😉 ).

Flickerfusion: Wellensittiche sehen bis zu 180 Bilder pro Sekunde

Auf, wie ich finde, ziemlich beeindruckende Weise kann man im folgenden Video sehen, dass man sich niemals auf sein eigenes Empfinden verlassen sollte, was die Lichtquellen im Zimmer angeht, in dem die Vögel untergebracht sind. In der ersten Aufnahe zeige ich drei LED-Lichterketten, die für uns Menschen ein angenehmes und stimmungsvolles Licht verbreiten. In der Slow Motion-Einstellung hingegen sieht man die fundamentalen Unterschiede: Die Lichterkette in der Küche („Zimmer 1“) wäre für Wellensittiche ein echter Albtraum. Die im Schlafzimmer („Zimmer 2“) ist kurzfristig noch halbwegs erträglich für Vogelaugen und die Lichterkette im Wohnzimmer („Zimmer 3“) ist völlig flackerfrei. Alle drei Lichterketten sind vom selben Hersteller und zur gleichen Zeit am gleichen Ort gekauft worden. Die wenigsten vermuten derartige Unterschiede! Selbst preislich kann man nicht feststellen, ob es ein vogelfreundliches Leuchtmittel ist oder nicht.

Einfacher Test mit der Slow Motion-Funktion des Smartphones

Den Test im Video habe ich wegen der Vergleichbarkeit mit drei Lichterketten gemacht. Natürlich sollte man ausnahmslos JEDE Lichtquelle, wie Lampen, Stimmungslichter, Kontrolllämpchen, Lichterketten, Computer- und Fernsehbildschirme sowie alles andere an elektrischem Licht im Zimmer der Vögel prüfen! Am einfachsten macht ihr das mit der Slow Motion-Funktion eures Smartphones. Wenn ihr die Bilder pro Sekunde nicht selber einstellen könnt, googlet die voreingestellten B/S, damit ihr einen Orientierungswert habt. Sämtliche Lichtquellen, die flackern sollten möglichst aus dem Umfeld der Vögel entfernt werden. Beim Neukauf von Lampen & Co. führt man den Test am besten schon im Geschäft durch, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Falls ihr euch fragt: „Hat die Schacht allen Ernstes alle Leuchtmittel für ihr Vogelzimmer vorher im Baumarkt gefilmt?“ Ja, hab ich! Und ja, ich kam mir dabei saudoof vor… 😀

Eine Erfahrung, die ich in diesem Zusammenhang mit (LED-)Leuchtmitteln noch gerne mit euch teilen möchte: Flackerfreie LED-Lampen sind in der Regel nicht teuer (das ist der positive Teil des Satzes), müssen aber Zuhause regemäßig geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden (das ist der negative Teil, aber das habt ihr sicher schon geahnt!). Ich hatte mir damals einen schönen, flackerfreien Deckenfluter für meine Einraumwohnung geholt und ehrlich gesagt nicht wirklich daran gedacht, regelmäßig nachzuprüfen. Viereinhalb Jahre später habe ich durch Zufall ein Slow Motion-Flugvideo von Icaro gemacht und dabei ist mir erst aufgefallen, dass der Deckenfluter altersbedingt angefangen hat zu flackern. Meine „trägen“ Augen haben lediglich in den Monaten davor festgestellt, dass er nicht mehr so hell ist wie früher… Seitdem kontrolliere ich drei bis vier Mal im Jahr alle Leuchtmittel im Vogelzimmer! Das Prüfen aller Lichtquellen (ja, auch des Fernsehers!) sind wir unseren Wellensittichen mehr als schuldig und sollte keinesfalls als optionaler Schnickschnack abgetan werden!

UV-Vogellampen für Wellensittiche

wellensittiche blog bird lamp vogellampe bella und bonito
Das Licht der Bird Lamp sieht für uns Menschen oft wenig romantisch aus… die beiden Wellensittiche hingegen sehen das komplett anders. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders in den Wintermonaten kann ich allen Wellensittichhaltern ans Herz legen, sich zusätzlich für eine spezielle Bird Lamp* zu entscheiden. Wellensittichaugen haben nämlich die Fähigkeit zur Ultraviolett-Sicht (UV-Perzeption), die eine entscheidene Rolle bei der Balz, Partnerwahl und der Futteraufnahme spielt. Eine Vogellampe mit UVA-Spektrum ermöglicht es unseren gefiederten Lieblingen – zumindest in einem gewissen Radius – Farben richtig sehen zu können. Fast noch wichtiger ist der UVB-Anteil, der für einen funktionierenden Stoffwechel (zum Beispiel Calciumstoffwechsel oder Vitamin D-Produktion) bei Heimvögeln lebensnotwenigt ist. Selbst in hellen Zimmern und im Sommer sollte solch eine Vogellampe regelmäßig zum Einsatz kommen, da Glasscheiben sowohl für UVA- als auch für UVB-Strahlung undurchlässig sind. Einen guten und sehr ausführlichen Bericht zu dem Thema „Bird Lamp“ gibt es auf dem Sperlingspapageien Blog.

Meinen Bericht möchte ich abschließend mit einem Zitat aus dem Kompendium der Ziervogelkrankheiten* von Kaleta und Krautwald-Junghanns untermauern.

Aus der Fähigkeit der UV-Perzeption sowie der hohen Flickerfusionsfrequenz des Vogelauges ergeben sich Konsequenzen für eine artgemäße und tierschutzgerechte Haltung unter elektrischem Licht. Kunstlicht […] weist eine für das menschliche Auge kaum sichtbare Flickerfrequenz (Stroboskopeffekt infolge wechselstrombedingter Ein-Aus-Schaltungsrhythmen) auf. Hierdurch können möglicherweise Verhaltensstörungen wie Federpicken („Rupfen“, Anm. d. Red.), ausbleibendes Paarungsverhalten und Unsicherheiten bei der Nahrungsaufnahme ausgelöst oder begünstigt werden. Zur Gewährleistung einer artgemäßen und tierschutzgerechten Haltung ist daher bei Kunstlichthaltung die Verwendung von auch im UV-Spektrum emittierenden Neonröhren (sog. full spectrum light oder true light) anzustreben. Flackerfreies Licht […] kann durch Vorschaltung eines elektronischen Gleichrichters […] sichergestellt werden.

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Testbericht Luftreiniger, Luftbefeuchter, Luftwäscher

… oder wie man die Dinger noch so nennt! 😉 Im November-Newsletter ging es um das Thema, wie man als Vogelhalter richtig lüftet, um seine Wellensittiche gut durch die Heizperiode zu bringen. In diesem Zusammenhang bin ich auch kurz auf sogenannte Luftreiniger eingegangen. Da ich – wie viele von euch wissen – bis vor zwei Jahren mit meinem Wellensittichschwarm in einer 1-Zimmerwohnung gelebt habe, beschäftige ich mich schon eine ganze Weile mit solchen Geräten und deren Funktionsweise. Meine persönlichen Erfahrungen mit zwei völlig unterschiedlichen Luftreinigern möchte ich in diesem Beitrag gerne mit euch teilen.

Unabhängig davon, ob man sich mit seinen Wellensittichen ein (Wohn-)Zimmer teilt oder sie in einem separaten Vogelzimmer unterbringt, muss man in der Wohnungshaltung immer auf die Qualität der Raumluft achten. Nicht überall lassen sich Fenster mit Gittern absichern, sodass jederzeit unbedenklich gelüftet werden kann. Doch auch, wenn solche Vorkehrungen geschaffen worden sind, kann man als berufstätiger Mensch oder Schüler/ Student unter der Woche nicht im Zwei-Stunden-Takt das Fenster öffnen. Im Sommer mag es ja noch möglich sein, das gesichterte Fenster den ganzen Tag offen zu lassen. In der kalten Jahreszeit ist dies aber nicht ohne Weiteres möglich. Gute, staubfreie sowie bakterien- und virenarme Raumluft ist nicht nur für uns, sondern auch für unsere Wellensittiche, die meistens ihr Leben lang in ein und dem selben Zimmer bleiben, eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

Luftreiniger, Luftwäscher und Luftbefeuchter im Test

Als ich im Sommer 2015 von vier auf sechs Wellensittiche aufgestockt hatte, wurde der Druck nach einer Raumluft-Lösung immer dringender. Schließlich lebte, schlief, aß und lernte ich täglich mit meinen Wellis in einer 25 qm großen Einraumwohnung. Das Lüften des Raumes war nur über die Balkontür möglich, sodass keine Vergitterung machbar gewesen wäre, ohne dabei gänzlich auf meinen Balkon zu verzichten. Dritter Stock Südwestseite brachte auch im Sommer seine Tücken mit sich, da sich das Zimmer Dank der riesigen Fensterfront schnell aufheizte. Also googelte ich los, durchforstete Vogelforen und -gruppen und schrieb Halter an, auf deren Fotos ich Luftreiniger sah. Während der durchschnittliche Halter von zwei Wellensittichen in der Regel auf solche Geräte verzichtete (oder selber auf der Suche nach Infos ist), wurde ich in den (Groß-)Papageiengruppen fündig. Da die meisten Großsittiche und Papageien aus tropischen Gebieten kommen und eine höhere Luftfeuchte brauchen als unsere australischen Wüstenvögel (55% rel. Raumfeuchte reicht), hatten viele Halter dieser Arten schon Erfahrungen gesammelt. Immer wieder wurde begeistert vom Venta Luftwäscher geschrieben. Luftwäscher klingt erstmal richtig super, dachte ich, und auch der Preis war… studentenfreundlich. Einige wenige kritische Stimmen wurden in Foren gnadenlos niedergeredet. Ich vertraute der Schwarmintelligenz und legte mir also den Venta Luftwäscher LW15 zu.

Venta Luftwäscher LW15 Luftreiniger und Luftbefeuchter für Räume bis 20 qmVenta Luftwäscher LW15 Luftbefeuchter und Luftreiniger für Räume bis 20 qm in anthrazit*

Ein Video auf der Amazonseite, das über den oben genannten Link aufzurufen ist, erklärt selbst für Technikdödel wie mich ziemlich einfach, wie das Gerät funktioniert. Deckel auf, Leitungswasser rein und zwischen Stufe 1 oder 2 wählen. Ein eingebauter Propeller im Deckel saugt die Luft an und leitet sie auf eine Spule. Über die sich drehende Spule (mit einer Vielzahl von einzelnen Tellern) verdunstet das Wasser. Ist ein bestimmter Wasserstand unterschritten, schaltet sich der Luftwäscher automatisch ab. Um die Keimbelastung beim Verdunsten zu reduzieren, empfielt der Hersteller ein Hygienemittel, das die Wasseroberflächenspannung verändert. Das Hygienemittel soll laut Hersteller nicht verdunsten. Dennoch warnt der Hersteller vor Hautreizungen und schweren Augenreizungen sowie der Schädlichkeit für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Fazit Luftwäscher / Luftbefeuchter im Test

Mein Fazit nach 18 Monaten Nutzung: „#@!!! 🙁 %&# F***“! Übersetzt heißt das so viel, wie „für Vogelhalter meines Erachtens nicht geeigent“. Nach der anfänglichen Euphorie, nun endlich etwas Gutes für meine Tiere und mich zu tun, stieß das Gerät zunehmend mit der Pollenbelastung der Birken draußen und der Vögel drinnen an seine Grenzen. Das Wasser im Tank musste täglich neu ausgewechselt und der Behälter gereinigt werden. Obwohl der Luftbefeuchter „flüsterleise“ sein soll, brummte er stundenlang vor sich hin. Daher hatte ich das Gerät hauptsächlich an, während ich außer Haus auf der Arbeit war (ca. 10 Stunden täglich). Einen automatischen Timer hat das Gerät leider nicht. Das Hauptproblem war aber die mangelde Luftreinigung. Ich hatte mir davon ehrlich gesagt mehr versprochen! Selbst leichteste Daunenfedern, die zufällig über das Gerät flogen, wurden nur bruchteilhaft angesogen und im Wasser gebunden. Im Winter konnte ich den Luftwäscher immer nur abends in Anwesenheit kurz anschmeißen, da ich in der alten Wohnung ein grundsätzliches Problem mit Feuchtigkeit und Schimmel an frostigen Tagen hatte. Aufgrund eines fehlenden Sensors hat der Venta per Kaltverdunstung so viel Feuchtigkeit an die Umgebung abgegeben, wie diese eben aufnehmen konnte – und das war in meiner verhältnismäßig warmen Wohnung häufig zu viel. Auch die Reinigung des Gerätes überzeugte mich nicht: während sich der Wassertank noch ohne Probleme säubern ließ, war das Reinigen der Spule trotz empfohlenes Reinigungsmittel sowie Essig oder Zitronensäure nie vollständig möglich. Im Internet habe ich gelesen, dass man die Spule wohl im Geschirrspüler besser sauber bekommt. In meiner Einraumwohnung hatte ich allerdings keinen Platz für eine solche Arbeitserleichterung und musste alles per Hand putzen. Größtes Problem war, die Propellerblätter zu reinigen: da auf diese die staubige Luft trifft, mischten sich bereits nach kurzer Zeit Feinstaub und Feuchtigkeit zu einer schleimig-schmierigen Patina. Leider kommt man nur an die Unterseite des Propellers, nicht aber an die Oberseite, da dieser fest im Deckel eingebaut ist.

Zusammenfassung:

+ geringer Preis
+ Wassertank lässt sich leicht befüllen und reinigen
+ ohne Hygienemittel ist der Betrieb nur mit Leitungswasser sehr günstig
+ nur geringe Folgekosten bei der Reinigung mit Essig oder Zitronensäure (alternativ kann man sich auch für das Hygienemittel/Reinigungsmittel der Firma entscheiden)
+ unter Aufsicht und Kontrolle mit einem Thermo-Hygrometer* erreicht man eine gute Luftbefeuchtung

– Geringe Luftreinigung
– Propellerleistung auch auf hoher Stufe nicht stark genung, um die Raumluft umzuwälzen
– Luftreinigung ist nicht von der Luftbefeuchtung zu entkoppeln
– Spule ist schwer zu reinigen; Propeller und Deckel überhaupt nicht
– keine Sensoren oder Timer vorhanden, sodass sich das Gerät nicht steuern lässt
– auf das Hygienemittel sollte im Zimmer der Vögel vorsichtshalber verzichtet werden, da sie viel anfälliger für Schadstoffe sind als wir Menschen (gilt zum Beispiel auch für beschichtete Pfannen, etc.)

Der Venta Luftwäscher hat als Luftbefeuchter sicher seine Daseinsberechtigung und leistet unter Aufsicht und Kontrolle diesbezüglich eine gute Arbeit. Unter Luftwäscher stelle ich mir allerdings ein Gerät vor, dass mir zuverlässig den Feinstaub und den Federbruch aus der Luft holt und bindet. Für Vogelhalter, die sich ein Gerät für genau diese Zwecke anschaffen wollen, ist der Venta Luftwäscher meines Erachtens nicht die beste Wahl.

Luftreiniger für Vogelhalter

Bereits bei den ersten Recherchen fiel mir ein anderes Gerät auf, dessen hoher Anschaffungspreis mich als Studentin mit geringem Einkommen allerdings abschreckte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich im Nachhinein ärgere, dass ich mir nicht gleich das Kombigerät mit Dreifachfilter von Philips angeschafft habe. Gerade wenn man sich viel bis sehr viel mit seinen Vögeln in einem Zimmer aufhält (zum Beispiel Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Einraumwohnung) ist ein guter Luftreiniger unverzichtbar. Der feine Federbruch lagert sich überall ab und wird zum Teil auch von Mensch und Tier eingeatmet. Ich habe mal gelesen, dass das auf Dauer genauso schädlich sein kann, wie Zigaretten ohne Filter zu rauchen… LECKER! Gerade im Schlaf, wenn die Muskulatur besonders entspannt ist und man (über den Mund) tief ein- und ausatmet, nimmt man ungefiltert den meisten Dreck zu sich. Das Filtern der Luft sollte man dann doch lieber einem ordentlichen Gerät und nicht den eigenen Lungenflügeln überlassen… 😉

 

Philips AC4080/10 2-in-1 Kombigerät Luftbefeuchtung und Luftreinigung*

Auch beim Philips Kombigerät wird dem potenziellen Käufer auf Amazon mittels eines Videos erklärt, wie das Gerät funktioniert. Die Raumluft wird über einen Propeller angesaugt und trifft auf einen Vorfilter, der größere Verschmutzungen aufsammelt. Die vorgefilterte Luft wird dann durch einen Kohlefilter und einen HEPA-Filter geleitet. Wer sich für die kombinierte Luftreinigung mit Luftbefeuchtung entscheidet, kann letztere optional dazuschalten. In diesem Fall wird die dreifach gereinigte Luft über einen gesonderten Wasserfilter geleitet. Die NanoCloud-Technologie sorgt dafür, dass nur Wassermoleküle (H2O) und keine keimbelasteten Wassertropfen abgegeben werden. Sowohl die Luftreinigung als auch die Luftbefeuchtung werden im Automatikmodus via Sensoren gesteuert. Alternativ kann man aber manuell bestimmen, in welchem Reinigungsmodus man das Gerät laufen lassen möchte. Die Optionen sind:

  • Luftreinigung oder Luftreinigung mit Luftbefeuchtung
  • Luftbefeuchtung 40%, 50% oder 60%
  • Luftreinigung – automatisch angepasst, Nachtmodus (schaltet sich nur bei Bedarf ein und dann wieder aus), normale Reinigung, starke Reinigung
  • Timer für 1 Stunde, 4 Stunden oder 8 Stunden
  • Informationen zum Wassertank und den Filtern (auffüllen, säubern, ersetzen)

Luftreiniger Konsole

Fazit Luftreiniger im Test

Philips Luftreiniger VorfilterNach inzwischen 24 Monaten Nutzung kann ich persönlich nur Gutes über das Gerät sagen. Es ist erschreckend, was in dem Vorfilter alles zu finden ist und auch beim Reinigen des Kohlefilters bin ich glücklich, dass ich den weißlichen Feinstaub nicht mehr gänzlich einatmen muss. Die Reinigung der Filter ist sehr einfach: der Vorfilter kann abgesaugt und dann heißt abgewaschen werden und der kombinierte Kohle- und HEPA-Filter wird abgesaugt und auf dem Balkon gründlich ausgeklopft. Natürlich ist beim Saugen zu beachten, dass man einen Saubstauger* mit entsprechendem Filtersystem hat (Vorfilter sowie HEPA-Filter), sonst gelangt der Feinstaub wieder in die Raumluft. Der HEPA- und Aktivkohle-Kombifilter filtert effektiv Partikel bis 0,02 Mikrometer und befreit die Luft zu über 99% von Feinstaub, Rauch, Toner-Partikeln sowie Viren und Bakterien. Philips Luftreiniger FilterBesonders vorteilhaft finde ich die Möglichkeit, dass man das Gerät ganztägig im Luftreinigungsmodus laufen lassen kann, ohne dabei die Luftbefeuchtung mit einzuschalten. Diese schalte ich in den Wintermonaten nur bei Bedarf hinzu. Meistens lasse ich den Luftreiniger im Automatikmodus laufen, sodass er hochregelt, wenn die Sensoren höhere Verschmutzungen anzeigen und sich dann aber automatisch wieder in den Normalmodus schaltet, wenn die Raumluft wieder besser ist. Der Luftzug auf der höchsten Stufe ist schon ganz schön heftig – und das im gesamten 25 qm großen Zimmer, weshalb ich ihn selten manuell einschalte. Im Rekordsommer 2018 hingegen hat auch diese Funktion ihre Daseinsberechtigung gefunden: trotz der großen Fensterfront mit direkter Sonneneinstrahlung von Mittags bis zum Sonnenuntergang, waren die Temperaturen im Vogelzimmer erträglich (im Rest der Wohnung ist man zerflossen….). Auch die Timerfunktion finde ich praktisch, da das Gerät an Tagen, an denen Philips Ecarfich mal lange weg bin, nicht die ganze Zeit laufen muss. Zwei weitere Punkte, die mich schlussendlich zum Kauf bewegt haben, sind zum einen die „60 Tage Geld-zurück-Garantie“ von Philips und das ECARF-Siegel, die das Philips Kombigerät als allergikerfreundlich bescheinigen. Die Stiftung ECARF ist ein unabhängiges Forschungsinstitut in Berlin (Campus Charité Mitte), für die ich schon einige Male als Produkttesterin tätig war. Selber gesehen zu haben, mit welchem Aufwand dort Produkte getestet werden, macht das Siegel für mich vertrauenswürdig.

Zusammenfassung:

+ separater Reinigungs- und Befeuchtungsmodus
+ 3-Filtersystem
+ separater Wasserfilter
+ leichte Reinigung aller Filter und des Geräts
+ gute bis sehr gute Raumluft
+ sehr geräuscharm
+ Automatik und manuelle Schaltungen für individuellen Gebrauch
+ praktische Timerfunktionen

– relativ hohe Anschaffungskosten
– alle 24 Monate sollte der Kohle- und HEPA-Filter für ca 70 Euro ausgetauscht werden

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder Diskussionen zu diesem Thema zwischen Vogelhaltern verfolgt: Grundsätzlich scheinen Besitzer von Filter-Geräten trotz der oft höheren Anschaffungskosten unterm Strich zufriedener zu sein. In Diskussionen stellt sich bei den filterlosen Venta-Verfechtern oft heraus, dass diese nie ein anderes Gerät getestet haben. Wie gesagt, es ist ja auch kein schlechtes Gerät, aber meines Erachtens nicht das, was der durchschnittliche Vogelhalter von einem Luftreiniger/Luftwäscher erwartet… und auch benötigt.

Habt ihr Erfahrungen mit Luftreinigern, Luftwäschern oder Luftbefeuchtern? Wo sind eurer Meinung nach die Stärken und Schwächen eurer Geräte (bitte immer bezogen auf die Nutzung in Sittich- und Papageienhaushalten und den damit verbundenen Problemen)? Über ein Feedback in der Kommentarfunktion unter diesem Beitrag würde ich mich sehr freuen.

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Basiswissen Wellensittiche Teil 3 – Käfige und Käfigeinrichtung

In dem dritten Teil der Serie „Basiswissen Wellensittiche“ geht es um das Thema Käfige und Käfigeinrichtung. Dies ist ein Erfahrungsbericht, der konkrete Empfehlungen und Käfigbeispiele enthält, die ich persönlich gut finde. Meine Meinung ist nicht erkauft und muss auch nicht unbedingt immer stimmen. 😉

Rechtlicher Hinweis: Die im Folgenden verwendeten Bilder der Käfige sind größenteils nicht meine, sondern mit amazon verlinkt und enthalten sogenannte Affiliate-Links (Werbelinks). Wer mehr Produktempfehlungen von mir haben möchte, kann sich auf der neu eingerichteten Seite Produktempfehlungen umschauen.

San Remo II für zwei WellensitticheDen richtigen Käfig zu finden ist nicht einfach. Bei der Wahl des Käfigs sollte man auf einige Dinge achten, damit er sich später nicht als Fehlkauf herausstellt. Als ersten Punkt sollte man sich fragen, wie die Haltung der Wellensittiche aussehen soll. Also wie viele Vögel man halten möchte und wie lange am Tag die Tiere Freiflug bekommen. Bei ganztägigem Freiflug reicht für zwei Wellensittiche zum Beispiel eine San Remo II, während sie für acht Wellis unter gleichen Bedingungen selbst als Schlafkäfig zu klein wäre. Die Madeira Double hingegen ist eine gute Wahl für acht Vögel mit ganztägigem Freiflug oder für zwei Wellis, die nur stundenweise am Tag raus dürfen.

Neben der Käfiggröße sind die Qualität und die Materialien zwei weitere wichtige Punkte. Leider sind viele im Zoofachgeschäft erhältliche Käfige entweder verzinkt oder lackiert. Beides ist hochgradig gesundheitsschädigend für Wellensittiche und andere Ziervögel. Ich wusste das anfangs auch nicht und freute mich über ein vermeindliches Schnäppchen – glücklicherweise bin ich wenige Wochen nach dem Kauf von anderen Welli-Haltern darauf hingewiesen worden. Nach einigen Recherchen über Zinkvergiftungen habe ich mich für eine Madeira II von Montana Cages entschieden. Natürlich habe ich als Studentin kräfig schlucken müssen, da zwei Käfige in so kurzer Zeit ordentlich das Konto leerten und ich hatte mir insgeheim gewünscht, dass Zinkvergiftungen schon nicht so schlimm sein würden… Ich muss gestehen, dass ich ziemlich stinkig auf die bekannte Zoohandlungskette war und habe in der Zentrale nachgefragt, warum man solche Käfige überhaupt anbietet. Die Antwort war, dass im Kleingedruckten des Katalogs, der im Laden (eventuell) ausliegt, steht, dass es sich um „Quarantänekäfige“ handelt. Sorry, also das finde ich wirklich frech! Erstens wurden zu diesem Zeitpunkt (2012) keine Alternativen in den Läden angeboten und zweitens hat ein Test im Nachhinein ergeben, dass die Mitarbeiter ebenfalls keine Ahnung hatten, dass die Käfige beschichtet sind. Den Katalog gab es auch nur auf Nachfrage…

 


Ich habe die Entscheidung einen neuen Käfig zu kaufen, trotz des hohen Preises aber nie bereut. Inzwischen sind aus zwei Wellensittichen 12 geworden und ich habe eine zweite Madeira II an die vorhandene angebaut. Dazu gibt es auf meinem YouTube-Kanal auch ein Video. Wer von vornherein seinen Tieren mehr Platz gönnen möchte oder weiß, dass der Schwarm unter Umständen aufgestockt wird, kann sich das Umbauen sparen und sich gleich eine Madeira Double zulegen. Neuheit Madeira Doube mit AnflugklappenDas schöne an dieser Voliere ist, dass man sie dank des Anbaukits erweitern kann. Zukünfig soll es auch Käfige dieser Art mit den beliebten Anflugklappen geben. Der Hersteller antwortete auf meine Nachfrage, wann dies sein wird, dass es vom Abverkauf der bereits produzierten Volieren abhängt.

Anflugklappen sind wichtiger als man denkt. Oft sind sie für scheue Wellensittiche ein sicherer Platz, von dem aus sie langsam das Freiflugzimmer erkunden und trotzdem den Käfig als sicheren Rückzugsort im Rücken haben. Bei Modellen wie zum Beispiel der Memphis empfiehlt es sich ein Sitzbrettchen direkt vor dem Türbereich anzubringen. Kleiner Tipp: Wer etwas mehr Platz hat als für die Memphis I kann gleich auf das Modell San Remo II oder III umsteigen, da sie sich preislich kaum von Memphis II und III unterscheiden, aber um Längen besser, komfortabler und qualitativ hochwertiger sind. Die formschöne San Remo lässt sich oben öffnen und hat zudem – wie die Madeira – eine Anflugklappe sowie eine praktische und sichere große Tür, über die man leicht im Käfig putzen kann. Wer meine Videos kennt, der hat die San Remo II schon mal gesehen: Wir haben sie als einen von zwei Urlaubs- und Krankenkäfigen immer Einsatzbereit im Büro zu stehen.

Ein weiteres empfehlenswertes Modell ist die Paradiso, wobei die Paradiso 120 und 150 (die Zahlen geben die Breite der Volieren an) den Bedürfnissen unserer Flugsauriern näher kommt als die schmalen Paradiso 60 und 90. Die unter Wellensittich-Freunden scherzhaft genannten „Hubschraubervolieren“ sind nicht nur für flug- und bewegungsfreudige Wellensittiche ungünstig, sondern lassen sich auch schlechter einrichten als breite Volieren.

Hier ein paar wertvolle Tipps zur Einrichtung, damit sich nicht nur die Vögel wohlfühlen, sondern dem Halter auch das Reinigen erleichtert wird.

 

1. Die goldene Regel lautet: „Weniger ist mehr„! Wir meinen es oft zu gut und hängen viel zu viele Dinge in die Käfige. Dadurch nehmen wir unseren Tieren aber noch mehr Bewegungsfreiheit als eh schon und bekommen zudem leichter ein Hygieneproblem.

2. Zur besser strukturierten und pflegeleichten Einrichtung sollte man seinen Käfig gedanklich horizontal in vier Teile teilen.

Käfig richtig einrichten

  1. Das obere Viertel ist den Schlafschaukeln vorbehalten (Schlafebene). Das Käfigdach dient außerdem zur Aufhängung größerer Spielzeuge,
  2. die bequem von der Spiel- und Aufenthaltsebene erreicht werden können.
  3. Der Bereich darunter sollte nur am Rand mit Sitzbrettern oder leicht zu reinigenden Ästen ausgestattet werden, um den Vögeln ausreichend Platz zum Fliegen zu ermöglichen (Flug- und Foragingebene).
  4. Die Bretter haben zudem die Aufgabe, das Futter und Wasser auf der untersten Ebene (Nahrungsebene) vor Verkotungen von oben zu schützen.

Sitzbrett und Brücke für Wellensittiche3. Brücken und Sitzbretter sind eine willkommene Gelegenheit für viele Wellis sich tagsüber auszuruhen und schaffen mehr Ebenen im Käfig, auf denen Wühlkisten & Co angeboten werden können. Allerdings sind solche Sitz- und Liegegelegenheiten sehr pflegebedürftig, da der Kot meistens darauf liegen bleibt. Man muss daher einkalkulieren, dass man sie alle 1-2 Tage unter heißem Wasser abschrubben muss.

Blick in den Vogelkäfig4. Grundsätzlich sollten alle Sitzgelegenheiten so platziert werden, dass der Kot auf den Boden fällt und nicht auf darunterliegende Einrichtungsgegenstände, Spielzeuge oder Futter- und Trinknäpfe. Hier seht ihr ein Bild von meinem Vogelkäfig (seitlicher Blick in den Käfig).

Keinen Nistkasten nutzen5. NICHT zur Käfigausstattung gehören Nistkästen. Auch andere Dinge, die als Nistgelegenheiten genutzt werden können, sollten dringend vermieden werden! Denn Nachwuchs und Jungtieraufzucht gehört nicht in die Hände von Laien und Privatpersonen! Wer mehr Wellensittiche haben möchte, kann in Tierheimen, in Wellensittich-Foren oder auf unserer Vermittlungsseite nach passenden Kandidaten suchen.

In der nächsten Folge dreht sich alles um den Freiflug. Jetzt aber erstmal das Video und zum Schluss die anonyme Umfrage 🙂

Anonyme Umfrage nicht vergessen! 😀

Sicherheit im Freiflugzimmer


Wellensittiche sollten den größen Teil des Tages außerhalb des Käfigs sein dürfen. Dies erfordert in der Wohnungshaltung besondere Maßnahmen, um einen sicheren Freiflug gewähren zu können.

1. Fensterscheiben

Vögel können Fensterglas nicht als Barriere erkennen. Daher ist eine Sicherung der Fensterfront, zum Beispiel durch eine Jalousie, eine Gardine oder ein Gazetuch, dringend von Nöten. Entgegen vielen Behauptungen gewöhnen sich Wellensittiche nicht an Scheiben, die lediglich anfänglich mit Post it’s oder Vogelschutzstiften gekennzeichnet werden. Zwar fliegen Vögel in der Innenhaltung oft ihre gewohnten Flugbahnen, erschrecken sie sich aber plötzlich und geraten in Panik, so weichen sie von ihrer gewöhnlichen Strecke ab und wollen durch das Fenster flüchten. Schwere Anflugtrauma bis hin zum Genickbruch mit Todesfolge können bei ungesicherten Fensterscheiben die Konsequenz sein.

Bereits einfachste Aufhängungssysteme können dies verhindern und somit auch aus selten genutzten Räumen, wie einem Quarantänezimmer oder bei der Urlaubsbetreuung, im Handumdrehen einen sicheren Freiflugraum machen.

Auf Schnüre, Kordeln oder Zugbänder sind im Freiflugzimmer ebenfalls zu achten, da sich Wellensittiche darin verfangen und sich strangulieren können!

2. Offene Fenster & Türen

Geöffnete und ungesicherte Fenster sind die häufigste Ursache dafür, dass Wellensittiche entfliegen. Nur sehr wenige werden rechtzeitig gefunden oder fliegen irgendwo zu. Die meisten jedoch finden draußen ihren Tod. Daher sollten alle Fenster während des Freiflugs geschlossen bleiben, wenn keine stabile Vergitterung ins Fenster eingebaut wurde. Fliegengitter oder gekippte Fenster hinter Gardinen sind kein ausreichender Schutz!

Ebenso gründlich sollte man beim Öffnen und Schließen der Türen auf seine Tiere achten: Anflugtrauma, abgetrennte Gliedmaßen oder das komplette Einklemmen des Vogels mit Todesfolge sind sonst mögliche Konsequenzen.

3. Lampen, Kabel & Steckdosen

Wellensittiche haben zwei Eigenschaften, die ihnen schnell zum Verhängnis werden können: 1. sie landen am liebsten auf hohen Plätzen, um eine möglichst gute Übersicht über den Raum zu haben und 2. sie knabbern alles an. Daher sollte man beim Kauf der Zimmerbeleuchtung darauf achten, dass man möglichst eine Lampe ohne sichtbare Kabel und Glühbirnen wählt.

Erreichbare Steckdosen auf Tischhöhe und in der Nähe der Spielplätze oder der Voliere sollten mit einer Kindersicherung ausgerüstet sein.

4. Möbel

Ein ganz wichtiges Thema sind die Möbel im Freiflugzimmer. Immer wieder hört und ließt man von Vögeln, die hinter hohe Wandschränke fallen und dort ohne Aussicht auf Rettung stunden- oder gar tagelang im Todeskampf elendig zugrunde gehen. Grundsätzlich gilt daher: Alle Möbelstücke müssen weniger als 1,2 cm Abstand zur Wand aufweisen. Bei hohen, schweren Schränken oder Einbauschränken empfiehlt es sich, die Rückwand mindestens 20 cm vor dem Boden enden zu lassen. Sollte der Vogel hinter den Schrank fallen, besteht die Möglichkeit, dass man ihn unter wieder hervorholen kann. Bei größeren Abständen zur Wand, zum Beispiel durch Sockelleisten oder Viertelstäbe, müssen sowohl oben als auch an den Seiten Sicherungen in Form von Gittern oder Brettern angebracht werden. Am sichersten sind bei breiten Abständen zur Wand immer noch Sideboards von geringer Höhe auf Füßen.

5. Giftige Pflanzen

Die schlechte Nachricht: Die meisten Zimmerpflanzen sind für Wellensittiche giftig. Daher sollten am besten alle Pflanzen in ein anderes Zimmer gestellt werden, wenn man nicht ausreichend Platz in einem Zwischenfenster hat. Auf Grünzeug muss man dennoch nicht verzichten: Unsere Wellensittiche freuen sich über Kräutertöpfe, wie Basilikum, Kresse, Dill, Koriander, Zitronenmelisse, Salbei und einige mehr. Pflanzenampeln aus Golliwoog erfreuen deine Tiere und bieten ihnen neben vielen Mineralien & Vitaminen auch noch eine Menge Spaß.

6. Sonstige Gefahren im Freiflugzimmer, die man dringend vermeiden sollte:

  • Kerzen
  • Zigarettenrauch
  • Teflon-(oder Polytetrafluorethen-)dämpfe (zum Beispiel durch Pfannen oder Raclette)
  • Gegenstände aus Zink & Blei (zum Beispiel Bleibänder in Gardinen oder Tiffanylampen)
  • tiefe Vasen oder Gefäße
  • Tassen, Gläser & Teekannen, denn sie sind auch ungefüllt eine Todesfalle für kleine Vögel

Die Liste ist natürlich nicht vollständig! Man sollte daher seine eigene Wohnsituation aus der „Vogelperspektive“ betrachten und sich überlegen, ob es noch individuelle Gefahrenquellen im Zimmer geben könnte.

7. Vogelspielzeug

Auch von nicht geeignetem oder altem Vogelspielzeug können Gefahren ausgehen. Nicht geeignetes Vogelspielzeug sind Spiegel (Kropfentzündung), Plastikstangen (Ballengeschwüre) oder Plastikvögel (Verhaltensstörungen), da hier nicht den natürlichen Bedürfnissen unserer Wellensittiche nachgekommen wird, aber auch Spielzeug mit langen Fäden, denn hier besteht Strangulationsgefahr.

Auch altes Spielzeug sollte sich nicht länger in eurem Vogelzimmer befinden, sondern gegen neues ausgetauscht werden. Zum einen aus hygienischen Gründen, zum anderen, weil sich auch bei artgerechtem Spielzeug während der Nutzung Fäden oder ähnliches bilden können. Eine regelmäßige Kontrolle vorhandener Spielzeug ist daher von Nöten. Und Hand auf’s Herz: Welcher Wellensittich freut sich nicht über neue Spielzeuge?

Artgerechtes Spielzeug mit hohem Beschäftigungscharakter gibt es bei Wagner’s Papageien Paradies unter www.parrotshop.de

Das sind aktuell unsere Favoriten:

Wenn ihr wissen wollt, welche Spielzeuge für eure Wellensittiche geeignet sind, dann schaut euch das Video „Welcher Spielzeug-Typ ist dein Wellensittich“ an und macht den Spielzeug-Typen-Test.

Abschließend das neueste Video zum Thema „Sicherheit im Freiflugzimmer“. Oder wie es bei uns im Kino immer heißt: „Viel Spaß beim Fülm!“ 😀

Wellensittichkekse selber machen

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Die Regale in den Zoogeschäften und Supermärkten sind voll mit Crackern, Keksen und Knabberstangen. Schön bunt sehen sie aus und werben mit „extra viel Obst & Honig“. Warum aber gerade das ein Argument gegen den Kauf sein sollte und warum es sich lohnt, selber Kekse, Cracker und Co. für seine Wellensittiche herzustellen, erfährst du im folgenden Beitrag!

img_5115_2Vermutlich hatte jeder schon mal eine Packung Knabberstangen in der Hand und war gewillt, diese für seine Tiere zu kaufen. Die Hoffnung, seinen Tieren damit eine Freude zu machen und sie mit Futtersuche zu beschäftigen,schwingt mit. Obwohl viele Unternehmen mit Slogans wie „mit extra Honig“ oder „mit viel Obst“ werben, sollte man erstens kritisch die Zutatenliste lesen und zweitens wissen, was unsere Wellensittiche brauchen und vor allem, was ihnen schadet. Denn von den gesundheitlichen Problemen des Übergewichtes abgesehen, sind viele Wellensittiche mit dem Erreger Macrorhabdiose infiziert. Macrorhabdiose ist ein Hefepilz im Darm, bei dem das erkrankte Tier aufgenommene Nahrung mehr oder weniger unverdaut wieder ausscheidet und so verhungern kann. Wie alle Hefen braucht auch der Macrorhabdus ornithogaster Zucker (Saccharose und Fructose) zu wachsen. Da dieser Hefepilz bei vielen Wellensittichen latent vorliegt, d. h. akuten Symtome müssen nicht zwangsweise zu erkennen sein, sollte man grundsätzlich sehr vorsichtig mit der Gabe von Obst sein. Da Wellensittiche aus den eher kargen Regionen Australiens kommen, ist es nicht weiter schlimm, wenn man kein Obst füttert, sondern sich auf diverse Gräser, Samen und Kräuter bei der Fütterung konzentriert. Industriell gefertigte Produkte enthalten darüber hinaus neben dem gesundheitsschädlichen Zucker oft auch sogenannte „Bäckereinebenerzeugnisse“, was im Klartext auch altes Brot oder Kuchen sein kann. Diese Kümel werden oft bunt eingefärbt und dem Tierhalter als „Fruchtstücke“ verkauft.

img_5112 Doch was heißt das jetzt für uns Wellensittichhalter bezogen auf die Knabberstangen? Ja, richtig, ihr ahnt es schon: selber backen! Denn nur bei Selbstgemachtem wissen wir, was drin ist 😉

Bei der Suche im Internet ist mir aufgefallen, dass sich bereits viele Papageienfreunde mit dem Thema beschäftigt haben und diverse – gute, aber auch schlechte – Rezepte durch das World Wide Web kursieren. Vielleicht bin ich manchmal etwas zu kritisch, aber in Bezug auf die Wellikekse suchte ich die „eierlegende Wollmilchsau“. Oder besser: ein Rezept ohne Ei, Mehl, Honig, Zucker, Obst…

img_5096Ihr werdet es nicht erraten, wie ich auf die Lösung nach solchen Keksen kam: beim Abwaschen! Der Kartoffelstampf vom Mittagessen klebte nur wenige Stunden nach dem Essen so bombenfest am Teller, dass ich Mühe hatte, ihn abzubekommen. Und voila – damit haben wir auch schon unsere Grundlage für den „Teig“ unserer Wellipralinen: eine kleine, noch lauwarme Pellkartoffel (bitte ohne Salz kochen) und 2-3 EL Körnerfutter! Darauf aufbauend, kann man das Grundrezept um weitere Zutaten, wie verschiedene Hirsesorten, Amaranth, Pagima Green, Delicha, Fonio Paddy, Knaulgras, u. v.m., erweitern.

Zusammen mit der welliverrückten Tweety Mi-Familie haben wir zwei Kreationen der Wellikekse und Welliknabberkugeln für euch auf Video festgehalten.

Rezept für acht KörnerkugelnGemüsebällchen
„Scharfes Möhrchen“:
– eine kleine Möhre
– eine kleine Kartoffel
– 4-5 Blätter Basilikum
– 2 EL Körnerfutter

 

ACHTUNG: Wellensittiche mit Macrorhabdiose, also „Megapatienten“, bitte nicht ohne Rücksprache mit dem vogelkundigen Tierarzt mit den Kartoffelkeksen füttern, da die Stärke auch in Zucker umgewandelt werden kann! Bei Megapatienten bitte jede Futteränderung mit dem behandelnden Tierarzt abstimmen.

Möchtest du mich unterstützen? Unter Produktempfehlungen habe ich wellensittichgerechte Produkte mit amazon verlinkt. Kaufst du über diesen Link ein Produkt, erhalte ich von amazon eine kleine Provision. Der Preis ändert sich für dich nicht!

Quiz: Welcher Spielzeug-Typ ist dein Wellensittich?

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Kennt ihr das auch? Man kauft seinen Wellensittichen ein tolles, neues Spielzeug, freut sich wie Bolle, dass man seinen Tieren Spiel, Spaß und Spannung bietet… und dann löst es wilde Panikattacken aus oder – schlimmer – wird wochenlang ignoriert? Damit dir das künftig nicht mehr passiert, finde heraus, welche Spielzeug-Typen deine Wellensittiche sind und mache das Quiz!

Letztens habe ich nach neuen Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten für meine Wellensittiche gesucht. Obwohl auf der Seite des Parrotshops von Wagner’s Papageien Paradies mehr als 100 Spielzeuge angeboten werden, musste ich bei dem Nature Bell Fun sofort an Chiocciolina denken. „Das würde ihr gefallen!“, dachte ich grinsend und stellte mir meine kleine Mini-Henne vor, wie sie das Großsittichspielzeug binnen weniger Stunden in seine Bestandteile zerlegen würde…

Wer seine Tiere sehr gut kennt und sie regelmäßig beim Spielen beoachtet, der weiß, welche Vorlieben jedes seiner Wellensittiche hat: die einen mögen Kork, die anderen Schaukeln und wieder andere werden zu Meistern in Sachen Foraging Toys. Um „Fehlkäufe“ zu vermeiden sollte man sich vor der Wahl des Spielzeugs einige Fragen stellen, um herauszufinden, welche Spielzeug-Typen man in seinem Schwarm hat. Einige grundsätzliche Fragen habe ich in dem folgenden Quiz für euch zusammengestellt. Durchlaufe die Fragen für jedes einzelne deiner Tiere und finde heraus, welches Spielzeug zu deinem Wellensittich passen könnte!

Das Quiz kannst du entweder unter diesem Link als PDF aufrufen oder indem du auf die Grafik klickst! Die Auswertung nach Typen findest du unter der Grafik. Da ich ein neugieriger Mensch bin (also Typ 4 😉 ) würde ich mich freuen, wenn du für jeden deiner Wellis an der Umfrage am Ende des Blogbeitrages teilnimmst.

Quiz: Welcher Spielzeug-Typ ist dein Wellensittich?

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Typ 1: Anfänger (oder „kleine Schisser“)
Wellensittiche, die bisher aus den unterschiedlichsten Gründen in ihrem Leben wenig kennengelernt haben, sollte man langsam an neue Spielzeuge und Beschäftigungsmöglichkeiten heranführen. Besonders geeignet sind für den Anfang Äste aus Java-Holz, Korkenzieherhasel oder einfache Seile. Dieses Zubehör kann auch bei ängstlichen und/ oder körperlich eingeschränkten Tieren verwendet werden. Abwechslung schafft man, indem man die Sitzgelegenheiten oft im Käfig umgestaltet und regelmäßig gegen neue austauscht. Natürlich bieten Äste und Seile auch gesunden und verspielten Wellensittichen gern angenommene Ruheplätze. Daher gehören Sitzmöglichkeiten in unterschiedlichen Stärken und Materialien zur Grundausstattung eines jeden Käfigs/ Vogelzimmers.

Typ 2: Naturburschen
Je natürlicher, desto besser, denn Wellensittiche haben anfangs oft Angst vor bunten Spielzeugen. Mit Schaukeln aus Holz, Kokos und Weidenbällchen macht man nichts falsch! Mit wippenden Ästen, Zweigen und anderen Sitzgelegenheiten bietet man seinen Tieren ein naturnahes Feeling wie in Baumwipfeln. Besonders geeigent sind diese Sitz- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Hähne und Hennen mit geringem Nage- und Knabbertrieb. Dieses Zubehör – mit dem Hauch von „Wildnis“ – wird zudem auch gerne als Schlafplatz auserwählt. Typisch Naturburschen halt! 😉

Typ 3: Schredderlieschen
Wer kennt das nicht? Vor dem Schnabel einer Wellensittichhenne scheint nichts sicher zu sein. Doch statt verzweifelt zu versuchen seine Tapete zu retten, kann man mit Knabber-, Nage- und Schredderspielzeug seine Tiere wunderbar beschäftigen. Kork, Weide & Papier in bunt oder naturbelassen bieten tiergerechte Abwechslung für fleißige Schredderlieschen!

Typ 4: Entdecker
Je mehr man seinen Wellensittichen anbietet, desto mutiger und neugieriger werden sie. Einige entdecken sogar das Foraging für sich. Foraging bedeutet, dass man das Futter nicht einfach nur hinstellt, sondern dass die Tiere sich ihr Futter erarbeiten müssen. Besonders schwierig ist die Suche nach versteckten Leckerbissen; das setzt schon etwas Erfahrung voraus. Mit Foraging Toys könnt ihr eure Wellensittiche nicht nur beschäftigen, sondern auch ihre Intelligenz schulen.

WICHTIG
1. Lasst eure Tiere niemals mit Foraging-Spielzeug unbeaufsichtigt spielen und greift schnell ein, falls eure Wellensittiche irgendwo hängen bleiben oder sich einklemmen sollten!
2. Füttert nur einen Teil der täglichen Ration über Futterspielzeuge und achtet darauf, dass ihr eure Tiere nicht aus Hunger zwingt, sich damit zu beschäftigen!
3. Baut das Training langsam auf und geht lieber einen Schritt zurück, als dass ihr eure Wellensittiche überfordert. Tipps zum Foraging findet ihr in dem Video „Wellensittiche beschäftigen Teil 1 – Foraging„.

Allgemeine Hinweise:
Unabhängig von der Käfigeinrichtung und vom Spielzeugtyp eurer Wellensittiche achtet bitte auf Hygiene und Sicherheit. Kontrolliert daher täglich, ob Sitzstangen, Schaukeln und Spielzeug zugekotet worden sind und daher gesäubert werden müssen oder ob die Sachen kaputt sind und ausgewechselt werden sollten. Geht bei eurem Kontrollblick immer nach dem DAW-Prinzip (DAW= dümmster anzunehmender Wellensittich) vor: Oftmals achtet man nur auf potenzielle Gefahren, die man bereits mit seinen Wellensittichen erlebt hat. Wichtig ist aber auch vorausschauend und sehr kritisch seine Käfigeinrichtungsgegenstände auf das zu prüfen, was passieren könnte!

Wir sind jetzt auch über folgende Domain zu erreichen: www.wellensittiche-blog.de

Erlebniseinstreu für Wellensittiche

Der Beutel CHIPSI Forest Fresh und ich hatten den wohl schlechtesten Start seit es Mensch-Sack-Beziehungen gibt. Wie sich am Ende alles zum Guten wendet und warum ich die waldige Erlebnisstreu dennoch wärmstens empfehlen kann, lest selbst!

Wer meinen Beiträgen und Video-Tutorials regelmäßig folgt, der wird sicher schon bemerkt haben, dass meine Wellensittiche und ich Fans von CHIPSI Extra XXL* sind. Das grobe Buchenholzgranulat ist geradezu perfekt für Futtersuchspiele und auch auf dem Käfigboden um die Trink- und Futternäpfe herum hält es diese sandfrei, wenn meine Rabauken mal wieder erst baden und dann mit ihren nassen Latschfüßen durch den Sand hüpfen.

Da nicht nur draußen die ersten Krokusse, sondern auch drinnen der Hormonüberschuß meiner Wellensittiche den Frühling ankünden, bin ich derzeit ständig auf der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten – zum Schutz meiner Tapete… und meiner Nerven! Was wäre da also besser, als die Spielplätze und Futterstellen etwas aufzupeppen? Nachdem ich vor zwei Jahren mit dem Waldboden-Überstreu eines bekannten Futtermittelherstellers so ziemlich auf die Nase gefallen bin, hatte meine Experimentierfreude diesbezüglich abgenommen. Die Überstreu bestand zu mehr als zwei Dritteln aus Sägespänen, die jedes Mal durch das gesamte Zimmer wirbelten, wenn sich ein Vogel im Käfig bewegte. Neben dem höllischen Dreck machte es eine Bodenfütterung so gut wie unmöglich, da sich keiner mehr auf den Boden traute aus Angst vor dem Sägespän-Orkan!

Als ich letztes Wochenende auf der Suche nach neuen Ideen durch das World Wide Web streifte, entdeckte ich CHIPSI Forest Fresh*, ein Rindeneinstreu-Mix, der laut Hersteller sogar für Großpapageien empfohlen wird. Ich, aus Erfahrung nicht nur ein neugieriger, sondern auch kritischer Mensch, habe mich beim Hersteller erkundigt: CHIPSI Forest Fresh soll zu 100 % aus dem Holz europäischer Mischwälder bestehen – genauer gesagt, kommt das Basismaterial aus der Schweiz [Jodelahiti!, Anm. d. Red. 😉 ]. Durch ein ausgeklügeltes technisches Verfahren werden die Späne so getrocknet, sodass sie nicht stauben und optimale Hygiene gewährleisten – für mich eine Grundvoraussetzung, da ich –wie in 1-Zimmerwohnungen üblich- im selben Raum lebe, esse und schlafe wie meine Tiere. „Natürlich sorgen regelmäßige Labortests dafür, ein gleichmäßig hohes Qualitätsniveau sicherzustellen“, schreibt mir CHIPSI Heimtierstreu. Ich bin beruhigt und lasse mich auf das Experiment ein!

Gesagt, getan – ein paar Tage später begrüßt mich der typisch gelbe Zettel meines Lieblingszustellunternehmens bereits an der Haustür. Dass in einem Haus mit 63 Mietparteien keiner mein Paket annehmen wollte, wunderte mich nicht, denn die Woche zuvor kam meine amazon-Bestellung in fünf Einzellieferungen. „Strafe muss sein!“, dachte sich sicher auch der Paketbote und teilte mir auf besagtem Zettel mit, dass sich das Päckchen in dem von meinem Wohnort am weitesten entfernten Internet Café befände. Am nächsten Tag fuhr ich erwartungsvoll dort hin. Dass das Wetter umschlug, störte mich wenig, sah ich die Welt an jenem Abend im wahrsten Sinne des Wortes durch die „rosarote Brille“: meine neuen pinken Brillenbügel stimmten nun auch mich auf den Frühling ein!

Gebrüll riss mich aus meinen Gedanken: Vor dem Laden stritten zwei Männer in einer mir nicht mächtigen Sprache. Der eine drohte mit Fäusten und trat wütend mit den Füßen in die Luft. „Jetzt nur schnell in den Laden“, dachte ich und noch während ich selbigen betrat, entpuppte sich ebendieser Mann als der Ladenbesitzer. „Ausweis!“, blafft er mich an, als ich nach meinem Paket fragte. „Eh, Alter, was’n das???“, startete er seine Charmeoffensive und guckte ungläubig zwischen mir und dem Ausweisbild hin- und her, „Auf‘m Foto siehte besser aus, ey, voll so ohne Brille, ne?“ Sichtlich erfreut über seine kluge Erkenntnis ging er nach hinten, um mein Paket zu holen. Zugegeben, ich hatte mir den 6 kg-Sack CHIPSI Forest Fresh irgendwie kleiner und leichter vorgestellt und fragte, ob ich nur die Ware mitnehmen könnte, da das Paket sehr unhandlich war. Kaum hatte ich mein Heimtierstreu vom Karton befreit, grinste er mich an: „Karton kann ich nicht entsorgen, musste mitnehmen!“ Ich klemmte mir meine Handtasche unter die Achsel, schnappte mir den sperrigen Karton und schulterte mehr schlecht als recht die 30 Liter Rindeneinstreu. „Du blöder Sack“, murmelte ich beim Verlassen des Internet Cafés – wobei ich in dem Moment selbst nicht genau wusste, wem diese Worte (mehr) galten.

Nach einer Odyssee durch die Rush Hour des Berliner U-Bahnsystems kam ich endlich in meiner Straße an. Nur noch 800 m Fußweg trennten mich jetzt noch von meiner Wohnung… NUR 800 m? Merklich erschöpft kämpfte ich gegen das vom einsetzenden Nieselregen immer schwerer werdende sperrige Verpackungsmaterial, gegen das Gewicht auf meiner Schulter und gegen die Erdanziehungskraft, die auf meine Handtasche wirkte. Den Blick starr auf mein Haus gerichtet und die Fingernägel in Pappe und Plastiksack gekrallt, schleppte ich mich die Straße entlang. Da passierte es: Der Beutel mit dem Heimtiertreu reißt auf und panierte mir nicht nur die Haare mit dem Rindenmix, sondern sorgte gleich noch für eine großflächige Aufforstung der Berliner Innenstadt.

Endlich in meiner Wohnung angekommen, sah ich aus wie ein verschwitzter, strubbliger kleiner Waldschrat. Zu meinem Entsetzen war ich aber nicht die Einzige, die an diesem Abend dringend ein Bad nötig hatte: Fröhlich piepsend und nießend wurde ich von sechs staubigen Wichteln empfangen. In meiner Abwesenheit hatten meine Wellensittiche nicht nur einen guten halben Meter Tapete geschreddert, sondern gleich noch die Wände vom Zement befreit. Gleich morgen früh werde ich die Spiel- und Futterplätze mit der verbliebenden Waldstreu aufpeppen und so für mehr Abwechslung sorgen, hoffte ich. Eines weiß ich aber jetzt schon: CHIPSI Forest Fresh bekommt in der Kategorie „ERLEBNIS-Einstreu“ bereits vor dem Produkttest die volle Punktzahl! 😉

Erfahrungsbericht: „Waldmix, Sand und Buchenholz – Käfigeinstreu für Wellensittiche“

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