Richtig lüften und heizen im Vogelzimmer

Endlich mal sitzen! Ich schmeiße mich mit dem Laptop in den Sessel im Vogelzimmer und genieße es, in der Mittagspause mal nicht ‚MAAAMAAA!‘ sein zu müssen. Meine Wellensittiche haben sich im Käfig zu einem gemeinsamen Schläfchen zusammengefunden und nur selten vernehme ich einen Pieps. Mein Tee dampft vor sich hin, es ist kuschelig warm im Zimmer und die kleine Lampe verbreitet gemütlichen Charme. Das Kontrastprogramm draußen: dicker, schwerer Nebel, Nieselregen und Temperaturen im einstelligen Bereich. Ich wende den Blick schnell vom Fenster ab, um nicht in den Winterblues zu verfallen…

Aber? Ist die Gelegenheit nicht gerade günstig nochmal schnell zu lüften, bevor die Wellis ihre Mittagsruhe beenden und zum Spielen wieder aus ihrem Schlafkäfig kommen? „Ja, was muss, das muss“, denke ich widerwillig und schließe auf dem Weg zur Balkontür den Käfig. Als Vogelhalter wird man in der Heizperiode, die in einigen Teilen Deutschlands wetterbedingt schon Mitte Oktober beginnt, zum Drahtseiltänzer. Zum einen benötigen unsere gefiederten Freunde einen höheren Feuchtigkeitsanteil in der Luft und zum anderen wollen wir schimmelige Innenräume vermeiden. Wellensittichhalter haben es im Gegensatz zu Haltern tropischer Papageien- und Sitticharten geradezu gut: die australischen Wüsten- und Steppenbewohner kommen mit einer relativen Raumfeuchte von 55 % sehr gut zurecht.

Richtig lüften und heizen im Vogelzimmer ist wichtig

Im Winter ist das mit der Luftfeuchte ein Paradoxon, das ich gerne kurz erklären möchte. Zu hohe Feuchtigkeit führt zu Schimmel in und an den Wänden. Das ist hochgradig gesundheitsschädigend. Also möchte man meinen, dass eine geringe Luftfeuchte gesundheitsförderlich ist. Dem ist aber nicht so! Eine zu geringe Luftfeuchte führt nämlich dazu, dass bei Mensch und Vogel die schützenden Schleimhäute der oberen Atemorgane (Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum) austrocknen und damit Viren und Bakterien leichtes Spiel haben. Jeder hat das sicher selber schon mal erlebt: Abends ein weinig zu lange gelüftet (Luftfeuchte sinkt) und dann über Nacht die Heizung auf volle Pulle durchpowern lassen, weil man vergessen hat, sie wieder runterzuregulieren (hohe Temperatur). Das Ergebnis am nächsten Morgen ist ein kratzender Hals und eine verrotze Nase. In der Regel ist der gesundheitliche Preis für unsere Schusseligkeit nicht sonderlich hoch und lässt sich ohne weiteres Zutun in ein paar Tagen durchstehen.

Papageien und Sittiche sind allerdings sehr anfällig für Aspergillose, einer Schimmelpilzinfektion der Atemorgane/Luftsäcke. Ist ein Vogel bereits latent infiziert zu uns gekommen, kann bei (häufiger) Missachtung des Luftfeuchte-Temperatur-Gleichgewichts die Krankheit akut werden. Schwer atmend versuchen sich betroffene Tiere am Gitter hängend Erleichterung beim Atmen zu verschaffen. Mit weit geöffnetem Schnabel, leisen Knacklauten und schwer atmend, harren sie oft minutenlang dort aus. Spätestens bei diesen Anzeichen sollte der Halter den betroffenen Vogel zu einem vogelkundigen Tierarzt bringen. Therapiebegleitend ist es wichtig, dauerhaft die Raumluft zu verbessern. Nur, dass wir uns richtig verstehen, schlechtes Lüften alleine löst keine Aspergillose aus, aber begünstig sie ungemein. Andersherum brauchen sich Halter, die auf gutes Raumklima achten, keine Vorwürfe machen, wenn ihre Vögel Aspergillosepatienen sind/werden. Das ist wie bei Macrorhabdiose (Megabakterien/ Going-Light-Syndome) – oft bringen geschwächte Tiere das schon mit oder sind einfach anfälliger für Umgebungskeime und -pilze!

Wie lüfte ich richtig und vogelgerecht?

Richtig lüften und heizen im Vogelzimmer ist nicht schwer, fordert aber Konsequenz. Mehrmals täglich in regelmäßigen Abständen stoßlüften, raten die Experten. Wer gesicherte Fenster im Vogelzimmer hat und als Hausfrau/Hausmann 24/7 Zuhause ist, kann das wohl machen. Für die meisten von uns ist das im Wohn- und Vogelzimmer nur eingeschränkt „regelmäßig“ möglich: 1. wer in Vollzeit arbeitet, kann schwerlich tagsüber regelmäßig das Fenster öffnen und 2. wenn die Wellis im Wohnzimmer Freiflug haben, kann man auch nicht beliebig das Fenster aufreißen. Realistisch ist daher drei Mal täglich: morgens vor der Arbeit, nachmittags nach der Arbeit (wenn die Vögel so nett sind und sich gerade im Käfig befinden) und abends vor dem Schlafengehen.

Gelüftet sollte wie folgt (Stoßlüften der gesamten Wohnung): jeweils 8-10 Minuten im November, 4-6 Minuten von Dezember bis Februar und 8 Minuten im März. Im April und Oktober sind 12 bis 15 Minuten optimal (vgl. berlin.de). Steht der Käfig dicht am Fenster oder im Durchzug, so sollte man für diese Zeit eine Decke oder ein Tuch über den Käfig legen. Bei größeren Volieren sollten mindestens zwei Seiten abgedeckt werden. Vögel sind sehr zugempfindlich! Die Heizung würde ich dabei grundsätzlich auf „2“ stehen lassen, damit sie nicht komplett runterfährt und der Raum danach energiesparend wieder beheizt wird. Ein wichtiges Hilfsmittel ist ein Thermo-Hygrometer (Werbelink). Manche Vermieter stellen einem bei der Anmietung gleich eines zur Verfügung oder man kauft sich eins. Die Preise varieren stark, aber auch im unteren Preissegment findet man zweckerfüllende, kleine Geräte.

Wichtig sind konstante Temperaturen

In meinem Vogelzimmer versuche ich immer eine Temperatur von 20 °C bei einer relativen Luftfeuchte von 55 % zu erhalten und heize/lüfte dann entsprechend der angezeigten Werte mal kürzer oder länger. Konstante Temperaturen helfen unseren Vögeln auch, sich „federmäßig“ gut zu regulieren. Wer also tagsüber nicht Zuhause ist und die Raumtemperatur auf 15 °C absinken lässt, abends dann aber auf 25 °C heizt, braucht sich nicht wundern, wenn die Tiere scheinbar nicht mehr aus der Mauser herauskommen wollen und einen geschwächten Eindruck machen…

Richtig lüften und heizen im Vogelzimmer sollte zu einer konstanten Temperatur führen. Auch in der Nacht sollte die Raumtemperatur im Zimmer der Vögel keine großen Temperaturschwanken durchmachen. Man kann auf den Thermo-Hygrometern sehr gut erkennen, dass selbst winzige Temperaturunterschiede eine deutliche Auswirkung auf die relative Luftfeuchte im Raum haben (Foto 1+2: -0,1 °C = -2 % / Foto 3+4: +0,3 °C = +8 %). Bei einem fünf minütigen Stoßlüften ist es keine Seltenheit, dass man danach eine Raumfeuchte von unter 35 % hat. Den Vermieter freut’s – die Vögel nicht! Probiert am besten mit Hilfe eines zuverlässigen Messgerätes aus, welche Lüftungsdauer und Heiztemperatur bei euch zu dem optimalen Luftfeuchte-Temperatur-Gleichgewicht führt. Kleiner Tipp für große Räume (ab 20 m²): Stellt euch zwei Thermo-Hygrometer im Raum auf (am besten diagonal im Zimmer verteilt).

richtig lüften und heizen im Vogelzimmer mit Hygrometer

Um die Raumluft zusätzlich zu verbessern, kann ich aus eigener Erfahrung einen ordentlichen Luftreiniger (Werbelink) mit optional zuschaltbarer Befeuchtungsfunktion empfehlen. Wichtig ist, dass man Geräte mit verschiedenen Filtern (Vorfilter, Kohlefilter & HEPA-Filter) und einem separaten Wassertank nimmt. Reine Luftbefeuchter suggerieren zwar häufig auch eine bessere Raumluft, aber ohne gute Filter wird man der winterlichen Viren, Bakterien und Pilze nicht Herr. Einen ausführlichen Testbericht über zwei Geräte habe ich bereits auf meinem Blog veröffentlicht.

 

richtig lüften und heizen im vogelzimmer mit luftreiniger


wellensittiche blog psittia papageien tshirts tassen taschen

Newsletter abonnieren


Alles neu macht der Mai

Wer mir auch auf meinen Social Media-Kanälen folgt, der hat es sicher mitbekommen: wir haben ein neues Vogelzimmer! Ganz nach dem Motto: „Alles neu macht der Mai“ haben wir in den letzten Wochen die komplette Wohnung renoviert.

Ich dachte immer Umziehen ist das schlimmste, was man sich selber antun kann. Nein, falsch! Zimmertauschen und Renovieren ist es! Denn während einem bei einem Umzug zumindest kurzfristig oft doppelt zu viel Platz zur Verfügung steht, um seinen Scheiß irgendwo hinzuknallen, spielt man beim „Renovieren im Bestand“ fröhlich Tetris. So auch wir!

Warum musste renoviert werden?

Vogelzimmer WellensitticheAber alles der Reihe nach! Warum haben wir überhaupt renoviert? Wir sind vor gut zwei Jahren erst in unsere Wohnung eingezogen und haben alles neu gemacht. Damals – also wenn man bei einem so kurzen Zeitraum überhaupt von „damals“ sprechen kann – waren wir zu zweit mit zwölf Wellensittichen und konnten uns in der 70 Quadratmeter großen Mietwohnung so richtig breit machen. Die Wellis bekamen das größte Zimmer, Wohnzimmer und der Spiele-PC meines Freundes wanderten in den zweitgrößten Raum und Büro sowie das Schlafzimmer kamen jeweils in ein halbes Zimmer. Kurz und knapp: für Berliner Verhältnisse ein echter Luxus!

Wie das so ist, kaum hat man als Ü30-Jährige mehr Platz, wird man schwanger. 😀 Wir erweiterten das Büro kurzerhand um ein Kinderbett plus Wickelkommode. Als nun im Februar 2019 das zweite Kind kam, zwang uns das zum Umdenken. Der Platz im Kinderzimmer-Büro reichte nicht für ein zweites Kinderbett. Auch perspektivisch kann man dort keine zwei männlichen „Pubertiere“ halten… Und umziehen ist bei der aktuellen Mietpreisentwicklung in Berlin nicht möglich.

Bereits Anfang des Jahres brainstormten mein Freund und ich. Am Ende hatten wir sieben Kombinationen erarbeitet, wie man die Räume umgestalten und neu zusammenlegen kann. Erschwerend kommt nämlich dazu, dass mein Partner im Dreischichtsystem arbeitet und daher entweder morgens lange schläft, spät zurückkommt oder den ganzen Tag über pennt. Ein paar Kombinationen waren daher rein praktisch nicht möglich. Außerdem wünschte ich mir einen richtigen Essplatz. Bisher haben mein Freund und ich immer à laBig Bang Theory“ im Schneidersitz auf dem Sofa gegessen. Als Mutter wird man aber automatisch zur Spießerin. Darüber hinaus überzeugte mich die blöde ADHS-Göre einer Bekannten gänzlich von der Wichtigkeit eines Esstischs. Meine Kinder MÜSSEN lernen an einem Tisch zu sitzen! Alles andere ist ja echt nicht zumutbar!

Am Ende entschieden wir uns für die Lösung, dass das Wohnzimmer zum Kinderzimmer wird, das Vogelzimmer zum Wohnzimmer mit Esstisch und ohne Spiele-PC, das Kinderzimmer zum Vogelzimmer und im Schlafzimmer wird das Bett gedreht, um 50 cm mehr Platz zu gewinnen, und mit einer PC-Ecke versehen.

Alles neu macht der Mai

Obwohl ich alles akribisch geplant und vorbereitet hatte, brach ab dem 1. Mai das Chaos aus. Die alten Möbel, die zwar gut aussahen, aber keinen Stauraum für eine vierköpfige Familie boten, flogen raus. In den Folgetagen schoben wir Kisten von einem zum anderen Zimmer und stabelten täglich alles hin und her, da parallel in allen Räumen gearbeitet worden ist. Mit elf Wellensittichen, einem acht Wochen alten Baby und einem 18 Monate alten Kleinkind wird jeder Umbau zum Horrortripp.

Ist doch alles Scheiße!

Beim Umzug der Wellis habe ich auch gleich die Voliere komplett auseinander gebaut und richtig sauber gemacht. Auch die Schrauben. Wirklich alles! Allein diese Aktion hat einen ganzen Tag und zwei Findernägel gekostet. Es hat mir aber mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einmal im Jahr eine Grundreinigung zu machen. Ich kann das allen Vogelhaltern nur empfehlen! Vogelkot ist dermaßen agressiv und der weiße Urinanteil ist mega hartnäckig.

Nicht nur in Bezug auf den Käfig hat mich die Kacke in den Wahnsinn getrieben. Das Vogelzimmer musste dank Minerva neu tapeziert werden. Außerdem könnt ihr euch nicht vorstellen, wo Wellensittiche überall hinkacken können. Wie kommt denn bitte Vogelkacke in rauen Mengen an die Decke und an die Wände? Fliegen die Loopings oder wat?

Obwohl ich mich trotz der zwei Schwangerschaften in den letzten zwei Jahren unglaublich tapfer täglich mit Tuch, Schwamm und Staubsauger durch das Vogelzimmer gekämpft hatte, zeigte das das nackte Zimmer seinen perfiden Charme. Als die neue Tapete nach vier Tagen endlich an der Wand hing, fing das Putzen erst richtig an. Der Heizkörper war schon übel, aber der Boden gab uns den Rest. Bis kurz vor Mitternacht robbten mein Freund und ich auf Knieen durch das Zimmer. Bei Dirty Dancing sieht so was irgenwie erotischer aus. Stattdessen sog sich unsere Kleidung langsam mit kaltem Wischwasser voll, während wir müde und verschwitzt versuchten die Hinterlassenschaften meiner Vögel aus jeder noch so kleinen Rille im Boden zu popeln.

Die Nerven liegen blank

Der Schlafmangel seit der Geburt, der kräfteraubende Umzug und die langen, nie enden wollenden Renovierungstage setzten uns zu. Ich merkte, dass mein Freund an seine Grenzen kam. „Gleich haben wir es geschafft! Die Hälfte ist geputzt. Nur noch ein paar Quadratmeter!“, beschwor ich ihn mantraartig, um ihn zu motivieren. „Wir sind gleich fertig! Schon dreiviertel ist geschafft!“ Mein Freund funktelte mich böse an: „Hör auf! Du bist wie so ein nerviger, amerikanischer Call-Center-Instructor. ‚Gleich ist es geschafft! Noch 10 qm! Noch 9 qm!'“, äfft er mich mit aggressiv-hoher Stimme nach. Stille. Wir guckten uns an – „Noch 8 qm!“, flüsterte ich leise mit einem fetten Grinsen im Gesicht – und lachten laut los. Irgendwann wird auch diese Renovierung vorbeigehen. Eines habe ich aber gelernt: Man kann aus jedem x-beliebigen Wohnraum ein Vogelzimmer machen, aber aus einem Vogelzimmer nochmal einen Wohnraum? Lieber nicht!

Alle sind glücklich

Inzwischen ist das schlimmste Chaos beseitig und alle sind glücklich. Es ist in einer kleinen Wohnung immer schwierig allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich denke aber, dass es uns gut gelungen ist. Die Kinder haben endlich ein schönes, kindgerechtes Zimmer zum Spielen. Die Wellensittiche haben weiterhin ganztägig Freiflug in einem eigenen Raum. Selbst die Schlecht- und Nichtflieger sind glücklicher, da sie im neuen Vogelzimmer alle Plätze erreichen können. Mein Freund hat seine Spiele-PC-Ecke und ich, ich habe endlich einen Esstisch, an dem ich arbeiten, lernen und natürlich mit meiner Familie gemeinsam essen kann. Wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai!“

Das neue Vogelzimmer

Weitere Verbesserungen im Mai

Wellensittiche Blog Startseite Verbesserung Alles neu macht der MaiNicht nur unsere Wohnung hat sich im Mai ordentlich verändert. Auch online hieß es „Alles neu macht der Mai“! Die Startseite hat ein Update bekommen, sodass man künftig nicht mehr raten muss, welcher Beitrag sich hinter den schönen Bildchen verbirgt. Auf einen Blick sieht man nun das Thema des Beitrags. Ich muss mich an das neue Layout erst noch gewöhnen. Wie gefällt euch? Ist es mit Titeln übersichtlicher oder stört euch der blaue Balken? Feedback dringend erwünscht!

Wellensittiche Blog Newsletter 2019Auch der Newsletter ist klarer strukturiert worden. Jetzt sieht man die Themen ebenfalls auf einen Blick. Auch hier würde ich mich über ein Feedback freuen – sowohl bezogen auf den Inhalt als auch auf das Layout. Was gefällt euch? Was gefällt euch nicht?

 

Alles neu macht der Mai Veränderungen ProduktempfehlungenLast but not least: Die Seite Produktempfehlungen ist auch aktualisiert und layouttechnisch aufgewertet worden. Die Spielzeuge sind auf einen Blick nebeneinander angeordnet. Die anderen (hochpreisigeren) Kategorien haben weiterhin einen persönlichen Erfahrungsbericht. Über ein verlinktes Inhaltsverzeichnis springt man leicht hin und her.


Newsletter abonnieren


Fiat lux – Wie sehen Wellensittiche elektrische Lichtquellen?

Wegen der sehr hohen Aufmerksamheit und Relevanz dieses Beitrags, der dem letzten Newsletter entstammt, habe ich mich entschlossen, den Artikel auch als Blogbeitrag zu veröffentlichen. Die Abonnenten von Newsletter UND Blog bitte ich diese Doppelung zu entschuldigen. Erlaubt mir vorab noch drei Bemerkungen, mit der ich die häufigsten Fragen der unglaublichen Resonanz meiner Leser beantworten möchte:

1.) Viele Smartphones haben „versteckt“ in den Kameraeinstellungen eine Slow Motion-Funktion. Um diese schnell zu finden und gleichzeitig die „Bilder pro Sekunde“ herauszufinden, empfehle ich, das eigene Modell direkt im WWW zu googeln.

2.) Dieser Beitrag beschäftigt sich mit ALLEN Lichtquellen im Zimmer der Wellensittiche. Dementsprechend sollte man auch ALLE Lichtquellen überprüfen (TV, Bildschirme, Lampen, Lichterketter, Lavalampen, Stimmungslichter, beleuchtete Lichtschalter, etc.). Es handelt sich nicht konkret um einen Beitrag über spezielle UV-Lampen (auch wenn dies am Ende erwähnt wird). Völlig zurecht ist hier die Kritik laut geworden, dass jede BirdLamp Vor- und Nachteile hat. Ich denke, dass die Auswahl daher so beschränkt ist, weil die Nachfrage von Vogelhaltern leider noch viel zu klein ist. Man muss oft improvisieren und kann nur hoffen, dass irgendwann auch für uns die „eierlegende Wollmilchsau-Lampe“ auf den Markt kommt. Bis dahin rate ich zu einem gewissenhaften Umgang mit den quecksilberhaltigen Metalldampflampen.

3.) Wer sich partout nicht mit einer UV-Lampe anfreunden kann, dem (und allen anderen auch) empfehle ich, das fehlende Vitamin D3 künstlich zu supplementieren, um gravierende Mangelerscheinungen abzuwenden! Es gibt verschiedene Pulver, die man alle paar Tage (oder als Kur jeden Monat über sieben Tage) über das Trinkwasser oder das Frischfutter reichen kann. Da viele Wellensittiche Träger von Macrorhabdiose sind, sollte dringend auf ein zuckerfreies Präparat zurückgegriffen werden. Von meiner vogelkundigen Tierärztin habe ich das Präparat Prime* empfohlen bekommen und bin zufrieden, dass meine Megas-Patienten wunderbar damit klarkommen. Hier empfehle ich den Kauf der geringsten Mengeneinheit (20 g), da das Präparat durch die Luftfeuchte nach ein paar Monaten anfängt zu klumpen. Im weißen Pulver kann man immer schwer sehen, ob sich bereits Schimmel gebildet hat. Daher lieber kleine Mengen kaufen und regelmäßig austauschen.

So, und nun viel Spaß beim Lesen! 😉

 

Diesmal dreht sich alles um das Thema „Licht im Freiflugzimmer“. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit lassen wir tagsüber nicht nur vermehrt das Licht für unsere Wellensittiche an, sondern halten uns generell öfter und länger in unserer künstlich beleuchteten Wohnung auf. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie unsere Vögel ihre Umwelt wahrnehmen und wie wir es ihnen in der Winterzeit bei uns gemütlich machen.

Um zu verstehen, warum das Thema so wichtig ist, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Biologie machen und uns der Funktionsweise des Vogelauges bewusst werden: Bei Wellensittichen und anderen Vögeln beträgt die Zahl der wahrgenommenen Einzelbilder bis zu 180 Bilder pro Sekunde. Im Vergleich dazu: Menschen sehen je nach Bildkontrast und -helligkeit nur zwischen 10-70 Bilder in der Sekunde. Die Fähigkeit des Auges zur Auflösung eines Bewegungsablaufes in Einzelbildern nennt man übrigens Flickerfusion (also merken, falls ihr mal bei Günther Jauch seid und mir dann die Hälfte eurer Million überweisen 😉 ).

Flickerfusion: Wellensittiche sehen bis zu 180 Bilder pro Sekunde

Auf, wie ich finde, ziemlich beeindruckende Weise kann man im folgenden Video sehen, dass man sich niemals auf sein eigenes Empfinden verlassen sollte, was die Lichtquellen im Zimmer angeht, in dem die Vögel untergebracht sind. In der ersten Aufnahe zeige ich drei LED-Lichterketten, die für uns Menschen ein angenehmes und stimmungsvolles Licht verbreiten. In der Slow Motion-Einstellung hingegen sieht man die fundamentalen Unterschiede: Die Lichterkette in der Küche („Zimmer 1“) wäre für Wellensittiche ein echter Albtraum. Die im Schlafzimmer („Zimmer 2“) ist kurzfristig noch halbwegs erträglich für Vogelaugen und die Lichterkette im Wohnzimmer („Zimmer 3“) ist völlig flackerfrei. Alle drei Lichterketten sind vom selben Hersteller und zur gleichen Zeit am gleichen Ort gekauft worden. Die wenigsten vermuten derartige Unterschiede! Selbst preislich kann man nicht feststellen, ob es ein vogelfreundliches Leuchtmittel ist oder nicht.

Einfacher Test mit der Slow Motion-Funktion des Smartphones

Den Test im Video habe ich wegen der Vergleichbarkeit mit drei Lichterketten gemacht. Natürlich sollte man ausnahmslos JEDE Lichtquelle, wie Lampen, Stimmungslichter, Kontrolllämpchen, Lichterketten, Computer- und Fernsehbildschirme sowie alles andere an elektrischem Licht im Zimmer der Vögel prüfen! Am einfachsten macht ihr das mit der Slow Motion-Funktion eures Smartphones. Wenn ihr die Bilder pro Sekunde nicht selber einstellen könnt, googlet die voreingestellten B/S, damit ihr einen Orientierungswert habt. Sämtliche Lichtquellen, die flackern sollten möglichst aus dem Umfeld der Vögel entfernt werden. Beim Neukauf von Lampen & Co. führt man den Test am besten schon im Geschäft durch, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Falls ihr euch fragt: „Hat die Schacht allen Ernstes alle Leuchtmittel für ihr Vogelzimmer vorher im Baumarkt gefilmt?“ Ja, hab ich! Und ja, ich kam mir dabei saudoof vor… 😀

Eine Erfahrung, die ich in diesem Zusammenhang mit (LED-)Leuchtmitteln noch gerne mit euch teilen möchte: Flackerfreie LED-Lampen sind in der Regel nicht teuer (das ist der positive Teil des Satzes), müssen aber Zuhause regemäßig geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden (das ist der negative Teil, aber das habt ihr sicher schon geahnt!). Ich hatte mir damals einen schönen, flackerfreien Deckenfluter für meine Einraumwohnung geholt und ehrlich gesagt nicht wirklich daran gedacht, regelmäßig nachzuprüfen. Viereinhalb Jahre später habe ich durch Zufall ein Slow Motion-Flugvideo von Icaro gemacht und dabei ist mir erst aufgefallen, dass der Deckenfluter altersbedingt angefangen hat zu flackern. Meine „trägen“ Augen haben lediglich in den Monaten davor festgestellt, dass er nicht mehr so hell ist wie früher… Seitdem kontrolliere ich drei bis vier Mal im Jahr alle Leuchtmittel im Vogelzimmer! Das Prüfen aller Lichtquellen (ja, auch des Fernsehers!) sind wir unseren Wellensittichen mehr als schuldig und sollte keinesfalls als optionaler Schnickschnack abgetan werden!

UV-Vogellampen für Wellensittiche

wellensittiche blog bird lamp vogellampe bella und bonito
Das Licht der Bird Lamp sieht für uns Menschen oft wenig romantisch aus… die beiden Wellensittiche hingegen sehen das komplett anders. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Besonders in den Wintermonaten kann ich allen Wellensittichhaltern ans Herz legen, sich zusätzlich für eine spezielle Bird Lamp* zu entscheiden. Wellensittichaugen haben nämlich die Fähigkeit zur Ultraviolett-Sicht (UV-Perzeption), die eine entscheidene Rolle bei der Balz, Partnerwahl und der Futteraufnahme spielt. Eine Vogellampe mit UVA-Spektrum ermöglicht es unseren gefiederten Lieblingen – zumindest in einem gewissen Radius – Farben richtig sehen zu können. Fast noch wichtiger ist der UVB-Anteil, der für einen funktionierenden Stoffwechel (zum Beispiel Calciumstoffwechsel oder Vitamin D-Produktion) bei Heimvögeln lebensnotwenigt ist. Selbst in hellen Zimmern und im Sommer sollte solch eine Vogellampe regelmäßig zum Einsatz kommen, da Glasscheiben sowohl für UVA- als auch für UVB-Strahlung undurchlässig sind. Einen guten und sehr ausführlichen Bericht zu dem Thema „Bird Lamp“ gibt es auf dem Sperlingspapageien Blog.

Meinen Bericht möchte ich abschließend mit einem Zitat aus dem Kompendium der Ziervogelkrankheiten* von Kaleta und Krautwald-Junghanns untermauern.

Aus der Fähigkeit der UV-Perzeption sowie der hohen Flickerfusionsfrequenz des Vogelauges ergeben sich Konsequenzen für eine artgemäße und tierschutzgerechte Haltung unter elektrischem Licht. Kunstlicht […] weist eine für das menschliche Auge kaum sichtbare Flickerfrequenz (Stroboskopeffekt infolge wechselstrombedingter Ein-Aus-Schaltungsrhythmen) auf. Hierdurch können möglicherweise Verhaltensstörungen wie Federpicken („Rupfen“, Anm. d. Red.), ausbleibendes Paarungsverhalten und Unsicherheiten bei der Nahrungsaufnahme ausgelöst oder begünstigt werden. Zur Gewährleistung einer artgemäßen und tierschutzgerechten Haltung ist daher bei Kunstlichthaltung die Verwendung von auch im UV-Spektrum emittierenden Neonröhren (sog. full spectrum light oder true light) anzustreben. Flackerfreies Licht […] kann durch Vorschaltung eines elektronischen Gleichrichters […] sichergestellt werden.

*Affiliate-Werbelink zu Amazon

Newsletter abonnieren


Neue Serie: Häufige Krankheiten bei Wellensittichen

Mit diesem kurzen Blogbeitrag kündige ich eine neue Serie an, die viele sicher interessieren wird. Ich werde die fünf häufigsten Krankheiten und Krankheitsbilder bei Wellensittichen darstellen und die Berichte um persönliche Erfahrungen erweitern. Dafür bitte ich euch um Mithilfe.

Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich mich für eure zahlreichen Rückmeldungen auf die Umfrage „Themen 2019“ im Beitrag Rückblick 2018 bedanken. Eure Feedbacks sind mir sehr wichtig! So werde ich wunschgemäß künftig verstärkt meine Themenbeiträge mit entsprechenden Videos ergänzen. Bei der neuen Serie über Krankheiten würde ich mich daher über Bild- und Videomaterial sowie Röntgenbilder von euch freuen, um eine größere Variation der Krankheitsausprägungen zu zeigen. Auch eure persönlichen Erfahrungen zu den folgenden Krankheiten dürft ihr mir gerne schicken. Die fünf geplanten Beiträge sind:

  • Macrorhabdiose
  • Tumore
  • Trichomonaden
  • Aspergillose
  • Legenot

Sie ergänzen damit den beliebten Beitrag Milben bei Wellensittichen. Im Gegensatz zur Serie Basiswissen Wellensittiche werden die fünf Teile nicht hintereinander erscheinen, sondern über das ganze Jahr 2019 verteilt. Damit möchte ich vor allem jenen gerecht werden, die mit knapper Mehrheit für die Themenbereiche „Einrichtung, Ausstattung, Spielzeug“ sowie „Lustiges aus dem Alltag mit Wellensittichen“ gestimmt haben. Nach dem Beitrag über die Latte-Macchiato-Mutter haben sich diese beiden Topics im Ranking nämlich letzte Woche an den Krankheiten vorbeigeschummelt 😉

Zwei Sachen habe ich noch: Seit Mitte Dezember werden Jessica, Rebecca und ich wieder vermehrt mit Anfragen in Bezug auf Vermittlungen angesprochen. Derzeit suchen 20 Wellensittiche in den Ballungsräumen Berlin, Kiel und Sachsen teils alleine, teils zu zweit ein neues Zuhause. Liebe Menschen aus diesen Regionen mit freien Plätzen würde ich einladen, sich auf der Vermittlungsseite umzuschauen. Wetterbedingt möchten wir derzeit keine Wellensittiche in den süddeutschen Raum versenden, was die Vermittlungschance leider einschränkt. Dies ist aber möglich, sobald die Temperaturen wieder transportgerechter sind.


Newsletter abonnieren


Testbericht Luftreiniger, Luftbefeuchter, Luftwäscher

… oder wie man die Dinger noch so nennt! 😉 Im November-Newsletter ging es um das Thema, wie man als Vogelhalter richtig lüftet, um seine Wellensittiche gut durch die Heizperiode zu bringen. In diesem Zusammenhang bin ich auch kurz auf sogenannte Luftreiniger eingegangen. Da ich – wie viele von euch wissen – bis vor zwei Jahren mit meinem Wellensittichschwarm in einer 1-Zimmerwohnung gelebt habe, beschäftige ich mich schon eine ganze Weile mit solchen Geräten und deren Funktionsweise. Meine persönlichen Erfahrungen mit zwei völlig unterschiedlichen Luftreinigern möchte ich in diesem Beitrag gerne mit euch teilen.

Unabhängig davon, ob man sich mit seinen Wellensittichen ein (Wohn-)Zimmer teilt oder sie in einem separaten Vogelzimmer unterbringt, muss man in der Wohnungshaltung immer auf die Qualität der Raumluft achten. Nicht überall lassen sich Fenster mit Gittern absichern, sodass jederzeit unbedenklich gelüftet werden kann. Doch auch, wenn solche Vorkehrungen geschaffen worden sind, kann man als berufstätiger Mensch oder Schüler/ Student unter der Woche nicht im Zwei-Stunden-Takt das Fenster öffnen. Im Sommer mag es ja noch möglich sein, das gesichterte Fenster den ganzen Tag offen zu lassen. In der kalten Jahreszeit ist dies aber nicht ohne Weiteres möglich. Gute, staubfreie sowie bakterien- und virenarme Raumluft ist nicht nur für uns, sondern auch für unsere Wellensittiche, die meistens ihr Leben lang in ein und dem selben Zimmer bleiben, eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

Luftreiniger, Luftwäscher und Luftbefeuchter im Test

Als ich im Sommer 2015 von vier auf sechs Wellensittiche aufgestockt hatte, wurde der Druck nach einer Raumluft-Lösung immer dringender. Schließlich lebte, schlief, aß und lernte ich täglich mit meinen Wellis in einer 25 qm großen Einraumwohnung. Das Lüften des Raumes war nur über die Balkontür möglich, sodass keine Vergitterung machbar gewesen wäre, ohne dabei gänzlich auf meinen Balkon zu verzichten. Dritter Stock Südwestseite brachte auch im Sommer seine Tücken mit sich, da sich das Zimmer Dank der riesigen Fensterfront schnell aufheizte. Also googelte ich los, durchforstete Vogelforen und -gruppen und schrieb Halter an, auf deren Fotos ich Luftreiniger sah. Während der durchschnittliche Halter von zwei Wellensittichen in der Regel auf solche Geräte verzichtete (oder selber auf der Suche nach Infos ist), wurde ich in den (Groß-)Papageiengruppen fündig. Da die meisten Großsittiche und Papageien aus tropischen Gebieten kommen und eine höhere Luftfeuchte brauchen als unsere australischen Wüstenvögel (55% rel. Raumfeuchte reicht), hatten viele Halter dieser Arten schon Erfahrungen gesammelt. Immer wieder wurde begeistert vom Venta Luftwäscher geschrieben. Luftwäscher klingt erstmal richtig super, dachte ich, und auch der Preis war… studentenfreundlich. Einige wenige kritische Stimmen wurden in Foren gnadenlos niedergeredet. Ich vertraute der Schwarmintelligenz und legte mir also den Venta Luftwäscher LW15 zu.

Venta Luftwäscher LW15 Luftreiniger und Luftbefeuchter für Räume bis 20 qmVenta Luftwäscher LW15 Luftbefeuchter und Luftreiniger für Räume bis 20 qm in anthrazit*

Ein Video auf der Amazonseite, das über den oben genannten Link aufzurufen ist, erklärt selbst für Technikdödel wie mich ziemlich einfach, wie das Gerät funktioniert. Deckel auf, Leitungswasser rein und zwischen Stufe 1 oder 2 wählen. Ein eingebauter Propeller im Deckel saugt die Luft an und leitet sie auf eine Spule. Über die sich drehende Spule (mit einer Vielzahl von einzelnen Tellern) verdunstet das Wasser. Ist ein bestimmter Wasserstand unterschritten, schaltet sich der Luftwäscher automatisch ab. Um die Keimbelastung beim Verdunsten zu reduzieren, empfielt der Hersteller ein Hygienemittel, das die Wasseroberflächenspannung verändert. Das Hygienemittel soll laut Hersteller nicht verdunsten. Dennoch warnt der Hersteller vor Hautreizungen und schweren Augenreizungen sowie der Schädlichkeit für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Fazit Luftwäscher / Luftbefeuchter im Test

Mein Fazit nach 18 Monaten Nutzung: „#@!!! 🙁 %&# F***“! Übersetzt heißt das so viel, wie „für Vogelhalter meines Erachtens nicht geeigent“. Nach der anfänglichen Euphorie, nun endlich etwas Gutes für meine Tiere und mich zu tun, stieß das Gerät zunehmend mit der Pollenbelastung der Birken draußen und der Vögel drinnen an seine Grenzen. Das Wasser im Tank musste täglich neu ausgewechselt und der Behälter gereinigt werden. Obwohl der Luftbefeuchter „flüsterleise“ sein soll, brummte er stundenlang vor sich hin. Daher hatte ich das Gerät hauptsächlich an, während ich außer Haus auf der Arbeit war (ca. 10 Stunden täglich). Einen automatischen Timer hat das Gerät leider nicht. Das Hauptproblem war aber die mangelde Luftreinigung. Ich hatte mir davon ehrlich gesagt mehr versprochen! Selbst leichteste Daunenfedern, die zufällig über das Gerät flogen, wurden nur bruchteilhaft angesogen und im Wasser gebunden. Im Winter konnte ich den Luftwäscher immer nur abends in Anwesenheit kurz anschmeißen, da ich in der alten Wohnung ein grundsätzliches Problem mit Feuchtigkeit und Schimmel an frostigen Tagen hatte. Aufgrund eines fehlenden Sensors hat der Venta per Kaltverdunstung so viel Feuchtigkeit an die Umgebung abgegeben, wie diese eben aufnehmen konnte – und das war in meiner verhältnismäßig warmen Wohnung häufig zu viel. Auch die Reinigung des Gerätes überzeugte mich nicht: während sich der Wassertank noch ohne Probleme säubern ließ, war das Reinigen der Spule trotz empfohlenes Reinigungsmittel sowie Essig oder Zitronensäure nie vollständig möglich. Im Internet habe ich gelesen, dass man die Spule wohl im Geschirrspüler besser sauber bekommt. In meiner Einraumwohnung hatte ich allerdings keinen Platz für eine solche Arbeitserleichterung und musste alles per Hand putzen. Größtes Problem war, die Propellerblätter zu reinigen: da auf diese die staubige Luft trifft, mischten sich bereits nach kurzer Zeit Feinstaub und Feuchtigkeit zu einer schleimig-schmierigen Patina. Leider kommt man nur an die Unterseite des Propellers, nicht aber an die Oberseite, da dieser fest im Deckel eingebaut ist.

Zusammenfassung:

+ geringer Preis
+ Wassertank lässt sich leicht befüllen und reinigen
+ ohne Hygienemittel ist der Betrieb nur mit Leitungswasser sehr günstig
+ nur geringe Folgekosten bei der Reinigung mit Essig oder Zitronensäure (alternativ kann man sich auch für das Hygienemittel/Reinigungsmittel der Firma entscheiden)
+ unter Aufsicht und Kontrolle mit einem Thermo-Hygrometer* erreicht man eine gute Luftbefeuchtung

– Geringe Luftreinigung
– Propellerleistung auch auf hoher Stufe nicht stark genung, um die Raumluft umzuwälzen
– Luftreinigung ist nicht von der Luftbefeuchtung zu entkoppeln
– Spule ist schwer zu reinigen; Propeller und Deckel überhaupt nicht
– keine Sensoren oder Timer vorhanden, sodass sich das Gerät nicht steuern lässt
– auf das Hygienemittel sollte im Zimmer der Vögel vorsichtshalber verzichtet werden, da sie viel anfälliger für Schadstoffe sind als wir Menschen (gilt zum Beispiel auch für beschichtete Pfannen, etc.)

Der Venta Luftwäscher hat als Luftbefeuchter sicher seine Daseinsberechtigung und leistet unter Aufsicht und Kontrolle diesbezüglich eine gute Arbeit. Unter Luftwäscher stelle ich mir allerdings ein Gerät vor, dass mir zuverlässig den Feinstaub und den Federbruch aus der Luft holt und bindet. Für Vogelhalter, die sich ein Gerät für genau diese Zwecke anschaffen wollen, ist der Venta Luftwäscher meines Erachtens nicht die beste Wahl.

Luftreiniger für Vogelhalter

Bereits bei den ersten Recherchen fiel mir ein anderes Gerät auf, dessen hoher Anschaffungspreis mich als Studentin mit geringem Einkommen allerdings abschreckte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich im Nachhinein ärgere, dass ich mir nicht gleich das Kombigerät mit Dreifachfilter von Philips angeschafft habe. Gerade wenn man sich viel bis sehr viel mit seinen Vögeln in einem Zimmer aufhält (zum Beispiel Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Einraumwohnung) ist ein guter Luftreiniger unverzichtbar. Der feine Federbruch lagert sich überall ab und wird zum Teil auch von Mensch und Tier eingeatmet. Ich habe mal gelesen, dass das auf Dauer genauso schädlich sein kann, wie Zigaretten ohne Filter zu rauchen… LECKER! Gerade im Schlaf, wenn die Muskulatur besonders entspannt ist und man (über den Mund) tief ein- und ausatmet, nimmt man ungefiltert den meisten Dreck zu sich. Das Filtern der Luft sollte man dann doch lieber einem ordentlichen Gerät und nicht den eigenen Lungenflügeln überlassen… 😉

 

Philips AC4080/10 2-in-1 Kombigerät Luftbefeuchtung und Luftreinigung*

Auch beim Philips Kombigerät wird dem potenziellen Käufer auf Amazon mittels eines Videos erklärt, wie das Gerät funktioniert. Die Raumluft wird über einen Propeller angesaugt und trifft auf einen Vorfilter, der größere Verschmutzungen aufsammelt. Die vorgefilterte Luft wird dann durch einen Kohlefilter und einen HEPA-Filter geleitet. Wer sich für die kombinierte Luftreinigung mit Luftbefeuchtung entscheidet, kann letztere optional dazuschalten. In diesem Fall wird die dreifach gereinigte Luft über einen gesonderten Wasserfilter geleitet. Die NanoCloud-Technologie sorgt dafür, dass nur Wassermoleküle (H2O) und keine keimbelasteten Wassertropfen abgegeben werden. Sowohl die Luftreinigung als auch die Luftbefeuchtung werden im Automatikmodus via Sensoren gesteuert. Alternativ kann man aber manuell bestimmen, in welchem Reinigungsmodus man das Gerät laufen lassen möchte. Die Optionen sind:

  • Luftreinigung oder Luftreinigung mit Luftbefeuchtung
  • Luftbefeuchtung 40%, 50% oder 60%
  • Luftreinigung – automatisch angepasst, Nachtmodus (schaltet sich nur bei Bedarf ein und dann wieder aus), normale Reinigung, starke Reinigung
  • Timer für 1 Stunde, 4 Stunden oder 8 Stunden
  • Informationen zum Wassertank und den Filtern (auffüllen, säubern, ersetzen)

Luftreiniger Konsole

Fazit Luftreiniger im Test

Philips Luftreiniger VorfilterNach inzwischen 24 Monaten Nutzung kann ich persönlich nur Gutes über das Gerät sagen. Es ist erschreckend, was in dem Vorfilter alles zu finden ist und auch beim Reinigen des Kohlefilters bin ich glücklich, dass ich den weißlichen Feinstaub nicht mehr gänzlich einatmen muss. Die Reinigung der Filter ist sehr einfach: der Vorfilter kann abgesaugt und dann heißt abgewaschen werden und der kombinierte Kohle- und HEPA-Filter wird abgesaugt und auf dem Balkon gründlich ausgeklopft. Natürlich ist beim Saugen zu beachten, dass man einen Saubstauger* mit entsprechendem Filtersystem hat (Vorfilter sowie HEPA-Filter), sonst gelangt der Feinstaub wieder in die Raumluft. Der HEPA- und Aktivkohle-Kombifilter filtert effektiv Partikel bis 0,02 Mikrometer und befreit die Luft zu über 99% von Feinstaub, Rauch, Toner-Partikeln sowie Viren und Bakterien. Philips Luftreiniger FilterBesonders vorteilhaft finde ich die Möglichkeit, dass man das Gerät ganztägig im Luftreinigungsmodus laufen lassen kann, ohne dabei die Luftbefeuchtung mit einzuschalten. Diese schalte ich in den Wintermonaten nur bei Bedarf hinzu. Meistens lasse ich den Luftreiniger im Automatikmodus laufen, sodass er hochregelt, wenn die Sensoren höhere Verschmutzungen anzeigen und sich dann aber automatisch wieder in den Normalmodus schaltet, wenn die Raumluft wieder besser ist. Der Luftzug auf der höchsten Stufe ist schon ganz schön heftig – und das im gesamten 25 qm großen Zimmer, weshalb ich ihn selten manuell einschalte. Im Rekordsommer 2018 hingegen hat auch diese Funktion ihre Daseinsberechtigung gefunden: trotz der großen Fensterfront mit direkter Sonneneinstrahlung von Mittags bis zum Sonnenuntergang, waren die Temperaturen im Vogelzimmer erträglich (im Rest der Wohnung ist man zerflossen….). Auch die Timerfunktion finde ich praktisch, da das Gerät an Tagen, an denen Philips Ecarfich mal lange weg bin, nicht die ganze Zeit laufen muss. Zwei weitere Punkte, die mich schlussendlich zum Kauf bewegt haben, sind zum einen die „60 Tage Geld-zurück-Garantie“ von Philips und das ECARF-Siegel, die das Philips Kombigerät als allergikerfreundlich bescheinigen. Die Stiftung ECARF ist ein unabhängiges Forschungsinstitut in Berlin (Campus Charité Mitte), für die ich schon einige Male als Produkttesterin tätig war. Selber gesehen zu haben, mit welchem Aufwand dort Produkte getestet werden, macht das Siegel für mich vertrauenswürdig.

Zusammenfassung:

+ separater Reinigungs- und Befeuchtungsmodus
+ 3-Filtersystem
+ separater Wasserfilter
+ leichte Reinigung aller Filter und des Geräts
+ gute bis sehr gute Raumluft
+ sehr geräuscharm
+ Automatik und manuelle Schaltungen für individuellen Gebrauch
+ praktische Timerfunktionen

– relativ hohe Anschaffungskosten
– alle 24 Monate sollte der Kohle- und HEPA-Filter für ca 70 Euro ausgetauscht werden

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder Diskussionen zu diesem Thema zwischen Vogelhaltern verfolgt: Grundsätzlich scheinen Besitzer von Filter-Geräten trotz der oft höheren Anschaffungskosten unterm Strich zufriedener zu sein. In Diskussionen stellt sich bei den filterlosen Venta-Verfechtern oft heraus, dass diese nie ein anderes Gerät getestet haben. Wie gesagt, es ist ja auch kein schlechtes Gerät, aber meines Erachtens nicht das, was der durchschnittliche Vogelhalter von einem Luftreiniger/Luftwäscher erwartet… und auch benötigt.

Habt ihr Erfahrungen mit Luftreinigern, Luftwäschern oder Luftbefeuchtern? Wo sind eurer Meinung nach die Stärken und Schwächen eurer Geräte (bitte immer bezogen auf die Nutzung in Sittich- und Papageienhaushalten und den damit verbundenen Problemen)? Über ein Feedback in der Kommentarfunktion unter diesem Beitrag würde ich mich sehr freuen.

*Affiliate-Werbelink zu Amazon

Newsletter abonnieren


Basiswissen Wellensittiche Teil 9 – Hygiene & Sauberkeit

In dieser Folge geht es um ein unliebsames Thema, das allerdings zur Vogelhaltung unweigerlich dazugehört: nämlich die Hygiene und das Putzen.

Vogelzimmer WellensitticheVon Anfängern in der Wellensittichhaltung wird oft unterschätzt, wie viel Dreck und Arbeit Wellensittiche machen. Daher ist dies auch einer der häufigsten Abgabegründe, die von überforderten Haltern genannt werden. Auf vielen Bildern und Videos, die man von engagierten Vogelhaltern im Internet findet, sieht alles schön und sauber aus. Die Arbeit und den täglichen Zeitaufwand, den es braucht um Käfig und Zimmer in Stand zu halten, erkennt man als Laie oft nicht. Auch ich werde vor täglichem Putzen nicht verschont und investiere mindestens 30 Minuten pro Tag für die oberflächliche Reinigung sowie 3-4 Stunden wöchentlich für die Grundreinigung, also das gründliche Putzen von Voliere, Zimmer, Spielplätze und Boden. Regelmäßiges Putzen ist nicht nur ein optisches Muss in der Wohnungshaltung, sondern vor allem ein gesundheitliches – für Mensch und Tier!

Vogelkot ist gesundheitsschädlich

Zersetzter Vogelkot, Federbruch oder Sandstaub lagern sich in der Lunge ab und können im Extremfall zu Atemproblemen oder allergischen Reaktionen führen. Den Vögeln selber geht es in Innenräumen, die wegen des täglichen Freiflugs oft schlecht gelüftet werden, nicht besser: Auch bei ihnen sammelt sich der Feinstaub in den Atemorganen.

Wie kannst du die Hygiene verbessern und wie oft muss man was putzen?

Täglich:

  • Futter- und Trinknäpfe
  • Sand / Einstreu bei Bodenfütterung, ansonsten alle zwei Tage
  • Verkotete Stangen im Käfig, die täglich genutzt werden, wie zum Beispiel Schlafschaukeln und Lieblingsplätze
  • Zimmer saugen

Wöchentlich:

  • Käfiggitter abwischen
  • Bodenschalen heiß auswaschen
  • Spielplätze reinigen
  • gesamte Einrichtung im Käfig unter heißem Wasser abschrubben
  • Boden im Zimmer wischen

Putzzeug WellensittichZum Reinigen reicht in der Regel heißes Wasser und ein Mikrofasertuch sowie Schwamm und eine Bürste für angettrocknete Verschmutzungen. Bitte verwendet keine Chemikalien oder scharfe Putzmittel, da sie die Gesundheit eurer Wellensittiche gefährden. Muss etwas desinfiziert werden, so wendet das Desinfektionsmittel immerChemikalien Wellensittich außerhalb des Vogelzimmers an, lasst das behandelte Teil einen Tag durchtrocknen und spült es sicherheitshalber vor erneutem Gebrauch nochmal mit heißem Wasser ab.

Wie oft muss man die Einstreu wechseln?

Immer wieder werde ich gefragt, warum man so oft die Einstreu wechseln sollte. Wellensittiche – als australische Steppen- und Wüstenbewohner – haben einen sehr trockenen Kot. Dieser zersetzt sich bei Zimmertemperatur sehr schnell, sodass nach wenigen Tagen nur noch der weiße Urinanteil übrig bleibt. Der Kotanteil lagert sich als feiner Staub überall ab und wird von Mensch und Tier eingeatmet. Daher sollte man alle 1-2 Tage die Einstreu wechseln – egal, wie viele Wellensittiche man hält!

Außerdem empfehle ich allen, die ihre Vögel in der Wohnung halten, zusätzlich einen Luftreiniger* mit Hepa- und Kohlefilter anzuschaffen, um auch feinste Teilchen aus der Luft zu filtern. Nicht zu unterschätzen ist aber das tägliche, gründliche Lüften des Zimmers – am besten morgens und abends, wenn die Wellis noch im Käfig sind.

 

*Affilate-Werbelink zu Amazon

Newsletter abonnieren


Basiswissen Wellensittiche Teil 3 – Käfige und Käfigeinrichtung

In dem dritten Teil der Serie „Basiswissen Wellensittiche“ geht es um das Thema Käfige und Käfigeinrichtung. Dies ist ein Erfahrungsbericht, der konkrete Empfehlungen und Käfigbeispiele enthält, die ich persönlich gut finde. Meine Meinung ist nicht erkauft und muss auch nicht unbedingt immer stimmen. 😉

Rechtlicher Hinweis: Die im Folgenden verwendeten Bilder der Käfige sind größenteils nicht meine, sondern mit amazon verlinkt und enthalten sogenannte Affiliate-Links (Werbelinks). Wer mehr Produktempfehlungen von mir haben möchte, kann sich auf der neu eingerichteten Seite Produktempfehlungen umschauen.

San Remo II für zwei WellensitticheDen richtigen Käfig zu finden ist nicht einfach. Bei der Wahl des Käfigs sollte man auf einige Dinge achten, damit er sich später nicht als Fehlkauf herausstellt. Als ersten Punkt sollte man sich fragen, wie die Haltung der Wellensittiche aussehen soll. Also wie viele Vögel man halten möchte und wie lange am Tag die Tiere Freiflug bekommen. Bei ganztägigem Freiflug reicht für zwei Wellensittiche zum Beispiel eine San Remo II, während sie für acht Wellis unter gleichen Bedingungen selbst als Schlafkäfig zu klein wäre. Die Madeira Double hingegen ist eine gute Wahl für acht Vögel mit ganztägigem Freiflug oder für zwei Wellis, die nur stundenweise am Tag raus dürfen.

Neben der Käfiggröße sind die Qualität und die Materialien zwei weitere wichtige Punkte. Leider sind viele im Zoofachgeschäft erhältliche Käfige entweder verzinkt oder lackiert. Beides ist hochgradig gesundheitsschädigend für Wellensittiche und andere Ziervögel. Ich wusste das anfangs auch nicht und freute mich über ein vermeindliches Schnäppchen – glücklicherweise bin ich wenige Wochen nach dem Kauf von anderen Welli-Haltern darauf hingewiesen worden. Nach einigen Recherchen über Zinkvergiftungen habe ich mich für eine Madeira II von Montana Cages entschieden. Natürlich habe ich als Studentin kräfig schlucken müssen, da zwei Käfige in so kurzer Zeit ordentlich das Konto leerten und ich hatte mir insgeheim gewünscht, dass Zinkvergiftungen schon nicht so schlimm sein würden… Ich muss gestehen, dass ich ziemlich stinkig auf die bekannte Zoohandlungskette war und habe in der Zentrale nachgefragt, warum man solche Käfige überhaupt anbietet. Die Antwort war, dass im Kleingedruckten des Katalogs, der im Laden (eventuell) ausliegt, steht, dass es sich um „Quarantänekäfige“ handelt. Sorry, also das finde ich wirklich frech! Erstens wurden zu diesem Zeitpunkt (2012) keine Alternativen in den Läden angeboten und zweitens hat ein Test im Nachhinein ergeben, dass die Mitarbeiter ebenfalls keine Ahnung hatten, dass die Käfige beschichtet sind. Den Katalog gab es auch nur auf Nachfrage…

 


Ich habe die Entscheidung einen neuen Käfig zu kaufen, trotz des hohen Preises aber nie bereut. Inzwischen sind aus zwei Wellensittichen 12 geworden und ich habe eine zweite Madeira II an die vorhandene angebaut. Dazu gibt es auf meinem YouTube-Kanal auch ein Video. Wer von vornherein seinen Tieren mehr Platz gönnen möchte oder weiß, dass der Schwarm unter Umständen aufgestockt wird, kann sich das Umbauen sparen und sich gleich eine Madeira Double zulegen. Neuheit Madeira Doube mit AnflugklappenDas schöne an dieser Voliere ist, dass man sie dank des Anbaukits erweitern kann. Zukünfig soll es auch Käfige dieser Art mit den beliebten Anflugklappen geben. Der Hersteller antwortete auf meine Nachfrage, wann dies sein wird, dass es vom Abverkauf der bereits produzierten Volieren abhängt.

Anflugklappen sind wichtiger als man denkt. Oft sind sie für scheue Wellensittiche ein sicherer Platz, von dem aus sie langsam das Freiflugzimmer erkunden und trotzdem den Käfig als sicheren Rückzugsort im Rücken haben. Bei Modellen wie zum Beispiel der Memphis empfiehlt es sich ein Sitzbrettchen direkt vor dem Türbereich anzubringen. Kleiner Tipp: Wer etwas mehr Platz hat als für die Memphis I kann gleich auf das Modell San Remo II oder III umsteigen, da sie sich preislich kaum von Memphis II und III unterscheiden, aber um Längen besser, komfortabler und qualitativ hochwertiger sind. Die formschöne San Remo lässt sich oben öffnen und hat zudem – wie die Madeira – eine Anflugklappe sowie eine praktische und sichere große Tür, über die man leicht im Käfig putzen kann. Wer meine Videos kennt, der hat die San Remo II schon mal gesehen: Wir haben sie als einen von zwei Urlaubs- und Krankenkäfigen immer Einsatzbereit im Büro zu stehen.

Ein weiteres empfehlenswertes Modell ist die Paradiso, wobei die Paradiso 120 und 150 (die Zahlen geben die Breite der Volieren an) den Bedürfnissen unserer Flugsauriern näher kommt als die schmalen Paradiso 60 und 90. Die unter Wellensittich-Freunden scherzhaft genannten „Hubschraubervolieren“ sind nicht nur für flug- und bewegungsfreudige Wellensittiche ungünstig, sondern lassen sich auch schlechter einrichten als breite Volieren.

Hier ein paar wertvolle Tipps zur Einrichtung, damit sich nicht nur die Vögel wohlfühlen, sondern dem Halter auch das Reinigen erleichtert wird.

 

1. Die goldene Regel lautet: „Weniger ist mehr„! Wir meinen es oft zu gut und hängen viel zu viele Dinge in die Käfige. Dadurch nehmen wir unseren Tieren aber noch mehr Bewegungsfreiheit als eh schon und bekommen zudem leichter ein Hygieneproblem.

2. Zur besser strukturierten und pflegeleichten Einrichtung sollte man seinen Käfig gedanklich horizontal in vier Teile teilen.

Käfig richtig einrichten

  1. Das obere Viertel ist den Schlafschaukeln vorbehalten (Schlafebene). Das Käfigdach dient außerdem zur Aufhängung größerer Spielzeuge,
  2. die bequem von der Spiel- und Aufenthaltsebene erreicht werden können.
  3. Der Bereich darunter sollte nur am Rand mit Sitzbrettern oder leicht zu reinigenden Ästen ausgestattet werden, um den Vögeln ausreichend Platz zum Fliegen zu ermöglichen (Flug- und Foragingebene).
  4. Die Bretter haben zudem die Aufgabe, das Futter und Wasser auf der untersten Ebene (Nahrungsebene) vor Verkotungen von oben zu schützen.

Sitzbrett und Brücke für Wellensittiche3. Brücken und Sitzbretter sind eine willkommene Gelegenheit für viele Wellis sich tagsüber auszuruhen und schaffen mehr Ebenen im Käfig, auf denen Wühlkisten & Co angeboten werden können. Allerdings sind solche Sitz- und Liegegelegenheiten sehr pflegebedürftig, da der Kot meistens darauf liegen bleibt. Man muss daher einkalkulieren, dass man sie alle 1-2 Tage unter heißem Wasser abschrubben muss.

Blick in den Vogelkäfig4. Grundsätzlich sollten alle Sitzgelegenheiten so platziert werden, dass der Kot auf den Boden fällt und nicht auf darunterliegende Einrichtungsgegenstände, Spielzeuge oder Futter- und Trinknäpfe. Hier seht ihr ein Bild von meinem Vogelkäfig (seitlicher Blick in den Käfig).

Keinen Nistkasten nutzen5. NICHT zur Käfigausstattung gehören Nistkästen. Auch andere Dinge, die als Nistgelegenheiten genutzt werden können, sollten dringend vermieden werden! Denn Nachwuchs und Jungtieraufzucht gehört nicht in die Hände von Laien und Privatpersonen! Wer mehr Wellensittiche haben möchte, kann in Tierheimen, in Wellensittich-Foren oder auf unserer Vermittlungsseite nach passenden Kandidaten suchen.

In der nächsten Folge dreht sich alles um den Freiflug. Jetzt aber erstmal das Video und zum Schluss die anonyme Umfrage 🙂

Anonyme Umfrage nicht vergessen! 😀

Roomtour durch das Vogelzimmer


Spätestens nach dem letzten Beitrag über die Sicherheit im Freiflugzimmer wurden die Stimmen jener Vogelhalter lauter, die sich schon seit langem eine Roomtour durch mein Vogelzimmer wünschen. Dem möchte ich nun nachkommen.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass eine Roomtour visuell -sprich mit einem Video- besser dargestellt werden kann, als durch einen Blogbeitrag 😉 Da ich aber oft gefragt werde, wo ich was gekauft habe, folgt hier nun eine Inventur mit entsprechender Verlinkung. Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag enthält Produktverlinkungen („Werbung“).

Spielewand
Anbieter Parrotshop/amazon:
Color-Bell-Fun*
Balsaholzspielzeug*
Naturschaukel*
Holzring*

Anbieter Körnerbude/amazon:
Dreiecksschaukel*
Crushel-Korkröhre
Bird Kabob Schaukel*

Anbieter Fressnapf/amazon:
CHIPSI Buchenholzgranulat XXL*
CHIPSI Forest Fresh*
Multifit Papageiensand

Anbieter Trixie/amazon:
Weinreben* (sandgestrahlt)
Trixie Spielplatz X-Form*
Trixie Spielplatz H-Form*

Ikea:
Sideboard (Birkenfurnier; gekauft im Dezember 2016, aktuell nicht im Onlineprogramm gelistet; ggf. noch Restbestände in den Filialen)
RAGRUND (Bambusregal am Fenster)
DRAGAN (Bambuskisten für Kleinteile, wie Wäscheklammern, Spritzen, Futterzusätze, etc.)
SVALNÄS (Regalbretter aus Bambus – unterschiedliche Größen, z. T. zurechtgeschnitten)

Bauhaus:
Ringschrauben (Edelstahl!)
diverse Untersetzer (Plastik & Terrakotta)
Regalwinkel (aus Holz für die Bambusbretter & Schmuckwinkel für die Weinreben)
Fotorahmen (als Spritz- und Knabberschutz für die Tapete)

CEWE:
Gallery Print (eigenes Motiv – Antonia)


Sofawand
Massivum: Rattansofa mit Sitzkissen
Bauhaus: Tapete mit Amazonen
Ikea: Schaukelsessel

 


Käfigwand
Anbieter Parrotshop/amazon:
2x Madeira II – Platinum (Montana Cages) zu einer Madeira Double* zusammengebastelt; Bastelanleitung Madeira I, II oder III verbinden
Java Kletterstangen* (sehr leicht zu säubern und langlebig)
Naturschaukel* (sehr beliebt im Käfig und an der Kletterwand)
Super Shredding Ball Bird Toy-M* (aktuell unser Favorit – macht Dreck ohne Ende! Also perfekt für jeden, der schon mal bunte Papierschnipsel in der ganzen Wohnung haben wollte… und auf dem Butterbrot 😀 Aber die kleinen, süßen Plüschies lieben es, also eben erst sechs Bälle nachbestellt *seuftz*)
Triple Shred Boxen* mit bunten Papier
Nature-Bell-Fun
Shredder Korb

Körnerbude:
Hängeschaukeln
Buddha-Schaukel

Anbieter Fressnapf/amazon:
Mineralsteine
einfach Schlafschaukeln (dick, dünn)
Brücken aus der Nagerabteilung* (unterschiedliche Größen zum Spielen und als Tapetenschutz)
Sitzbretter aus der Nagerabteilung* (in unterschiedlichen Größen erhältlich)
Korkröhren*

Anbieter Futterhaus/amazon:
Lucky Reptile Compact Bird Lamp Set*

Bauhaus:
Flachsseile (Meterware)

Ikea:
MALM (Birkenfurnier; gibt es leider nur noch in anderen Farben)
MOLGER (Wandregal, Birke)
RIMFORSA (Futterbehälter)

Korkenzieherhaseläste: privat (kleiner Tipp: Wer keinen eigenen Garten hat, kann bei Nachbarn oder in Kleingartenkolonnien nachfragen. Beste Schnittzeit: Frühling und Herbst)


Fensterfront
Korkenzieherhaselast in einem Weihnachtsbaumständer: privat
Philips: 2-in-1 Kombigerät Luftreiniger und Luftbefeuchter* (ECARF geprüft: allergikerfreundlich)

Bauhaus: Deckenlampe mit verdeckten Kabeln und einstellbarer Farbtemperatur

Ikea:
Schreibtischunterlagen als Kotschutz
SATSUMAS (Halter mit fünf Übertöpfen im Zwischenfenster)
LILL (Gardinenstores als Anflugschutz)


Futter
Ricos Futterkiste: Hauptfutter (meistens WS2)
Körnerbude: Ergänzungsfutter (Fonio Paddy, Knaulgras, Pagima Green, etc.)
Parrotshop: Edelstahl Fruchtspieß

Quarantänekäfig
Parrotshop: San Remo II – Platinum* (Montana Cages)

Raumausstattung/ Raumpflege
Bauhaus: Tapete
Hometrend: Boden
iRobot: iRobot Braava jet 240 Wischroboter für Räume bis zu 25 m²)* mit den blauen Pads (Nasswischpads)
Sebo: Staubsauger* mit dreifachem Filtersystem (Hepa)


Hinweis: Bei allen Verlinkungen, die mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet sind, handelt es sich um affilate Links (Werbelinks). Wird ein Produkt über diesen Link gekauft, erhalte ich eine kleine Provision von amazon. Der Preis ändert sich für euch nicht! Alle verlinkten Produkte befinden sich in meinem Vogelzimmer (bei Spielzeug mal länger, mal weniger 😉 ). Es handelt sich bei meiner Aufzählung also um persönliche Erfahrungswerte, die ich gerne teilen möchte. Ich mache keine Werbung für Produkte, die ich nicht gut finde oder die tierschutzwidrig sind! Weitere Produkte, die ich positiv getestet habe, findet ihr auf der Unterseite Produktempfehlungen.

Die richtige (Käfig-)Einrichtung

Die richtige Einrichtung zu finden ist gar nicht so einfach und dabei kann auch vieles schiefgehen! Diese Erfahrung habe ich in der letzten Woche machen müssen.

Alles fing Anfang April an, als ich meine Wellensittiche mal wieder eine neue Einstreu testen lassen wollte. Da ich sowieso jeden Tag meine Voliere sauber mache, verbinde ich das Wechseln der Einstreu gerne mit einem neuen Anreiz zum Spielen und Suchen; diesmal testete ich CHIPSI Ultra. Durch die verschiedenen Materialien bleibt auch der Käfigboden für meine Wellensittich immer interessant und regt an, den gesamten Innenraum zu nutzen.

Nach meinem Paket-Dilemma beim letzten Versuch wog ich mich diesmal in dem Glauben ein ganz ausgebufftes Füchschen zu sein und bereitete meinen Freund bereits vor dem Bestellprozess mental darauf vor, dass das Päckchen wieder bei dem charmanten jungen Mann aus dem Späti zur Abholung bereitliegen wird. Mein Lieblingspaketdienst hat nämlich, zumindest wenn man nicht davon betroffen ist, eine durchaus belustigende Firmenphilosphie: Grundsätzlich werden zu den unmöglichsten Zeiten ahnungslose Nachbarn mit Klingelstreichen ärgert, um dann mit dem Paketen den Verschwindibus zu machen, bevor jemand öffnet.

Völlig gelassen harrte ich also der Dinge, die da kommen… oder eben nicht! Nach vier Wochen fragte ich beim Versender nach, ob denn mein Paket schon auf den Weg gebracht worden sei. Dies wurde überrascht bejaht und ich erhielt eine Tracking-Nummer, die ich sogleich überprüfte: DRINGENDER HANDLUNGSBEDARF! stand da in großen roten Buchstaben mit dem Hinweis, dass meine Sendung bereits seit Wochen bei „meinem“ Späti liegt. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt! „Schaaahaaatz?“, fragte ich vorsichtig bei meinem Freund an, „du liebst doch meine Wellensittiche, oder?“ Er witterte die Fangfrage: „Was muss ich tun?“

In einer Halsüberkopfaktion, die eher an ein Überfallkommando erinnerte, stürmte ich wenig später in den Späti, während mein Freund in zweiter Reihe ein Hubkonzert über sich ergehen lassen musste. Nach einer Predigt des Ladenbesitzers wusste ich beim Herauskommen dann alles über seine Lagerhaltung, den Aufwand des Zurücksendens, die Last der vielen Pakete, die er tagtäglich in Empfang nimmt und seinen Cousin dritten Grades…

Mit dem Auto daheim angekommen, setzte mich mein Freund mit dem Paket vor der Haustür ab und fuhr weiter zur Arbeit. Beglückt von dem Gedanken, dass ich meinen Wellensittichen gleich etwas Abwechslung bieten kann, stolperte ich auf dem Weg zum Hauseingang fast über ein kleines Hoppelhasi. „Was für ein süßes Kaninchaaaa… AAAAHHH!“, stieß ich hervor und wäre um Haaresbreite in einen toten Spatz getreten, der auf der Treppe zur Haustür lag. Wer mich kennt, der weiß, mein Tag war gelaufen! Ich kämpfte innerlich mit mir: Überwinde ich meine Angst und begrabe das Tier oder lass ich den Sperling liegen und lasse wohlmöglich noch einen Nachbarn reintreten? Nach einer gefühlten halben Stunde tat ich das einzig Richtige…

Fix und fertig kam ich oben an. Bereits auf dem Hausflur erschallten die lieblichen Stimmchen meiner hungrigen Wellensittiche… ein Wunder, dass meine Nachbarn noch nie die Polizei gerufen haben! Freudig kamen mir meine Tiere entgegengeflogen, als ich das Zimmer betrat. Oder war es eher panisch? Ich hatte einen komischen Geruch in der Nase…

Zwei Tage zuvor hatte ich bereits das Gefühl, dass in meiner Küchenecke irgendetwas nicht ganz frisch riecht, woraufhin ich meine Kochnische grundreinigte und desinfizierte. Doch nun war der Gestank penetranter und intensiver denn je. Verweifelt tat ich das, was alle jungen Menschen machen: ich googelte. Unter den Keywords „Kühlschrank stinkt nach toter Oma mit Tomate“ wurde ich endlich fündig: mein Kühlschrank ist vermutlich kaputt! Gut, zu dieser Erkenntnis wäre ich wohl auch gekommen, wenn ich einen Blick in das weiße Häufchen Elend geworfen hätte, das seinen Geist -zumindest dem abgetauten Kühlfach nach- schon vor einigen Tagen aufgegeben hatte. Nach einer ausgiebigen Recherche auf sämtlichen Immobilienseiten war klar: Umziehen stellt bei den derzeitigen Mietpreisen keine Alternative zum Neukauf eines Kühlschranks dar. Was ich an diesem Abend noch nicht wusste: wir hätten uns lieber doch ein neues Nest suchen sollen!

Am nächsten Tag marschierte ich zwischen Arbeit und Fitnessstudio wie selbstverständlich zum Elektrofachmarkt und kaufte mal eben einen Kühlschrank. Die Entscheidung fiel mir sehr leicht, da die Küche „Marke Eigenbau“ von der Wohnungsgenossenschaft sich an keine gängigen Normen hält und nur einer der Kühlschranke „so ungefähr“ passen könnte… wenn man die Füßchen runterschraubt, den Deckel abnimmt und hier und da eine Schraube weglässt. „Schwören Sie“, und dabei schaute ich den Verkäufer eindringlich an, „Schwören Sie beim Leben Ihrer Mutter (!), dass dieser Kühlschrank passt?“ Natürlich, alles sei total easy – Kühlschrank wird angeliefert, hingestellt und ich muss nur noch den Stecker reinstecken! Apropos anliefern, ich will doch, dass der Kühlschrank gegen Aufpreis mit Express am übernächsten Morgen angeliefert wird, oder? Schließlich sind ja da noch die Feiertage… Nicht zum ersten Mal in dieser Woche fühlte ich mich irgendwie unter Druck gesetzt. „Schaaahaaatz?“, fragte ich abends am Telefon vorsichtig meinen Freund, „du liebst doch meine Wellensittiche und MICH, oder?“ Er seuftzte: „Was muss ich tun?“

20160508_124127_resizedAls ich am nächsten Tag nachmittags nach Hause kam, war mein Freund dabei die Seitenwände meines Küchenschranks auseinanderzunehmen. Natürlich fragte ich halb inquisitorisch, halb besserwisserisch: „Schaaatz, also wenn du den alten Kühlschrank mit dem Kabel rausbekommen hast, wieso bekommst du den neuen Kühlschrank nicht mit dem Kabel rein?!“ „Hab ich nicht“, dabei blickte er mich mit seinen großen blauen Augen an und grinste, „ich hab das alte Kabel durchgeschnitten!“ Ich frage lieber nicht, ob er vorher daran gedacht hatte, den Stecker zu ziehen…

Man hatte damals von Seiten der Genossenschaft die Küchenzeile um den Kühlschrank herumgebaut, das Kabel eingemauert (!) und die Steckdose vom Kühlschrank mit einer geschlossenen Einbauwand voneinander getrennt, sodass man nicht „einfach mal so den Stecker ziehen“ konnte. Um es kurz zu machen: Die folgenden drei Tage war mein Freund damit beschäftigt, die Küche der Wohngenossenschaft auseinander zu nehmen und die Küchenzeile wieder zusammenzusetzen… Und natürlich war der neue Kühlschrank darüber hinaus trotz aller Maßnahmen noch einen Zentimeter zu groß!

20160508_132845_resized

Meine Wellensittiche schimpften lautstark, da sie während der Umbauarbeiten nicht raus durften, und ich war den Tränen nahe. Ich hatte eh schon kaum Platz in der Küchenecke und nun auch noch das! Am Abend hatte ich mich immer noch nicht eingekriegt und wetterte gegen alles und jeden. Sollte doch ganz Charlottenburg, ach was rede ich, ganz Berlin erfahren, was für einen blöden Kühlschrank ich hatte!

20160508_231549_resizedNachdem ich sämtliche Familienmitglieder in meine Probleme eingeweiht und damit eine regelrechte Pilgerwanderung in meine Küche ausgelöst hatte, kam abends auch der Vater meines Freundes vorbei. Er schmiss sich kurzerhand auf den Boden, sprang wieder auf, trat einmal fest gegen das weiße Ungetüm, so dass die Wellis fast von ihren Schlafschaukeln purzelten… und der Kühlapparat saß unschuldig in dem ihm zugewiesenen Platz, als hätte er nie etwas anderes gemacht!