Kämpferherz


Das Leben ist unfair. Da denkt man, dass man dem Schicksal ein Schnippchen geschlagen hat und dann erwischt es einen eiskalt. Dabei sah es so gut für uns aus!

Gestern war wieder einer der Tage, von denen ich in den letzten zwei Jahren bereits genug hatte. Nach Piumina, Antonella, Pulcina und Violetta ist nun auch mein Seelenvogel Chiocciolina von uns gegangen. Einfach so. Völlig unerwartet. Ich stehe noch unter Schock!

Die kleine Schwarmchefin hatte es nie leicht gehabt: Sie stammt aus einer verantwortungslosen Zucht und kam bereits mit mehreren organischen Vorerkrankungen am 23. Januar 2014 im zarten Alter von sechs Wochen zu mir. Obwohl die Prognosen von Anfang an sehr schlecht standen, eine Dauermedikation verordnet worden ist und halbjährliche Röntgenbilder zur Routine gehören, hielt mein kleines Kämpferherz tapfer durch und genoss das Leben in einem immer größer werdenden Schwarm.

Chiocciolina fand im August 2014 mit Filuzzo einen ruhigen und treuen Partner, der ihr auch in schweren Stunden beistand, sie fütterte und ihr Köpfchen kraulte. Er war es auch, der sie die zwei Wochen in der Vogelpraxis nicht alleine ließ, nachdem Chiocciolina am 7. März 2017 morgens mit einem sehr starken Krampfanfall am Käfigboden lag. Es war Glück im Unglück, dass ich sie gesehen habe, da in aller Früh beim Füttern und Säubern der Voliere noch alles in Ordnung zu sein schien. Kurz vorm Verlassen der Wohnung hatte ich nochmal ins Vogelzimmer geschaut. Erst dachte ich, sie hätte sich mit ihren Krallen im Seil verheddert, da sie so merkwürdig zuckte. Als ich am Käfig angekommen war, stürzte das kleine Welli-Mädchen zu Boden und krampfte dort. Ich schrie und weinte, da ich dachte, sie würde sterben. Mein Freund kam angelaufen und setzte Chiocciolina in die Transportbox, wo sie sich weniger verletzen konnte. Es war kurz vor 7 Uhr und die erste Vogelpraxis öffnete um 9 Uhr. Wie durch ein Wunder schaffte es mein kleines Kämpferherz trotz der zweistündigen Kämpfe durchzuhalten.

In der Praxis angekommen, wurde sie intensiv betreut, bekam Infusionen und Medikamente. Wir wussten schon aus vorherigen Untersuchungen, dass viele Organe Probleme hatten. Nach Tagen des Hoffens und Bangens wurde Chiocciolina zwei Wochen später mit einem Haufen Medikamenten entlassen. Obwohl sie zweimal täglich zur Medikamenteneingabe eingefangen werden musste und insgesamt sechs Medikamente verabreicht bekommen hatte, machte sie im Freiflug das Vogelzimmer unsicher, badete, schredderte Weidenkugeln und spielte in den Wühlkisten. Ganz vier Wochen und zwei Tage durften wir nach der Entlassung aus der Vogelpraxis noch zusammen verbringen, bis sie am 13. April 2017 mittags überraschend tot von meinem Freund aufgefunden worden ist. Kurz zuvor war er noch im Zimmer und es schien alles in Ordnung gewesen zu sein. Mein Freund zeigte mir später am Abend die Stelle, wo Chiocciolina lag, und erzählte mir, dass ihr Köpfchen leicht zur Seite zeigte – gerade so weit, um Filuzzo zu sehen, der auf seiner Lieblingsschaukel saß. Es gab vorher keine Anzeichen und auch im Einstreu sind keine Spuren eines Todeskampfes zu sehen. Wir hoffen sehr, dass die Kleine nicht lange leiden musste.

Die Nachricht meines Freundes traf mich in der Mittagspause auf Arbeit wie ein Schlag: Chiocciolina, mein kleiner Babybaustellenwelli, war immer mein Liebling gewesen. Sie war außerordentlich intelligent, bekam alles, was sie wollte, war frech und wenn sie Blödsinn gemacht hat, wusste sie genau, wie sie zu gucken hat, damit ich nicht schimpfe. Und sie war der hübscheste Wellensittich, den ich jemals hatte: In der Sonne glitzerten ihre Federn violett und ihre Augen waren immer offen und neugierig. Am meisten liebte ich es, wenn sie entspannt da saß und vor sich hin zwitscherte. Ihr glockenhelles Stimmchen war leicht von den anderen zu unterscheiden und beim Piepsen, hüpfte der ganze Köper mit. Der Anblick war einfach zu süß <3

Drei Jahr und drei Monate durften wir nur zusammen verbringen. Die meiste Zeit davon dicht an dicht in meiner Ein-Zimmer-Wohnung, was auch die enge Bindung erklärt. Nach dem Umzug in die größere Wohnung hatte ich so sehr gehofft, dass Chiocciolina noch den Außenbereich auf der Terrasse erleben kann, der für diesen Sommer geplant ist. Der Wunsch ist uns beiden nicht erfüllt worden.

Irgendwie schaffte ich es am Gründonnerstag halbwegs gefasst den Arbeitstag zu überstehen. Auf dem Weg nach Hause ging ich in ein Gartencenter, um Blumen für das Grab zu besorgen. Als ich das Center betrat und den Refrain des Songs High von der Lighthouse Family hörte, war es entgültig um mich geschehen und meine Tränen liefen mir in Strömen über das Gesicht.

And at the end of the day
you will remember the way
we stayed so close till the end
we’ll remember it was me and you
cause we are gonne be forever you and me
you will always keep me flying high in the sky of love.

Lighthouse Family – High (1997)

Im Gartencenter kennt man mich schon: Nachdem ich vor zwei Jahren das halbe Center in den Wahnsinn getrieben habe mit der Bestellung einer ungespritzten Bio-Korkenzieherhasel und sich letztes Jahr der Mitarbeiter nach der einstündigen Beratung über Möhrensamen mit „viel Grün und wenig Möhre“ beinahe mit dem nächstbesten Tonuntersetzter erschlagen hätte, wunderte man sich dort nur noch wenig darüber, dass ich gestern schluchsend und heulend vor den bunten Übertöpfen stand.

Mit einem „Tränenden Herz“ für Chiocciolinas Grab und je einer Blume für Pulcina und Violetti ging ich wenig später nach Hause. Obwohl schlechtes Wetter angesagt war, brach die Wolkendecke plötzlich auf und das goldene Abendlicht begleitete mich zusammen mit dem Glockengeläut der nahgelegenen Kirche bis zur Haustür. Drinnen war es ungewöhlich still: Das fröhliche Gezwitscher, dass mich sonst bereits an der Wohnungstür empfängt, war erstummt. Alle saßen bereits auf ihren Schlafschaukeln. Nur eine Schaukel war noch frei und wird es für immer auch bleiben…

Lebe wohl, meine kleine Prinzessin <3

Die Mafiabraut

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Bei dem Gedanken daran könnte ich mich noch heute ohrfeigen. Wie naiv kann man nur sein? Gefühlte hundertmal habe ich andere davor gewarnt, keine Wellensittiche von dubbiosen Vermehrern zu kaufen und dann das: Vor einem halben Jahr bin ich selbst auf so eine miese Masche reingefallen!

Nach Violettis Tod im Juli 2016 wollte ich drei Abgabewellensittichen bei mir ein neues Zuhause schenken. Als nach Venilia drei Wochen später Numidio bei uns einzog, fehlte nur noch eine kleine Henne, um das Geschlechterverhältnis wieder herzustellen und den Achterschwarm zu komplettieren. In den Sommerferien ist es leider sehr einfach an Abgabewellensittiche heran zu kommen und so hatte ich die Qual der Wahl aus unzähligen Annoncen die richtige Partnerin für Numidio zu finden. Gute Bekannte aus der Berliner Welli-Gruppe wussten davon und so dauerte es nur wenige Tage, bis mich eine Freundin anschrieb und mich auf eine ebay-Kleinanzeige, die in einer Notfeder-Gruppe geteilt worden ist, aufmerksam machte. Eine wildfarbene, sechsjährige Henne sollte da laut Text auf einen neuen Partner warten, da der alte Partner entflogen sein soll.

Nach einem kurzen Telefonat, in dem mir bestätigt worden ist, dass ich keine Transportbox brauchen würde, fuhr ich los in den tiefsten Osten der Stadt. Drei Stationen vorher sollte ich mich kurz melden, da der Verkäufer alles vorbereiten wollte. Mir war es nur recht, da auch an diesem Nachmittag das Termometer wieder über 30 Grad kletterte und ich keinem Wellensittich zumuten wollte, stundenlang in einer Transportbox ausharren zu müssen!

Der Weg führte durch Plattenhäuserschluchten und die breiten, vom kommunistischen Baustil geprägten Straßen waren wegen der Hitze menschenleer. An der Tramstation wurde ich beim Aussteigen von einem Mann angesprochen, ob ich wegen eines Wellensittichs hier war. Ich war völlig perplex, schließlich hatte ich ja eine Adresse genannt bekommen und ging davon aus, dass ich mir das Tier unverbindlich und in seiner gewohnten Umgebung ansehen dürfte. Nix da!

Der Mann, der mich abfing, hatte das Format eines PAX-Kleiderschranks von IKEA. Weniger nordisch war sein Äußeres: Die schwarze Kleidung, die dunklen, zurückgegelten Haare und die dunkle Sonnenbrille erinnerten eher an eine Mischung aus Mafioso und Rocker. Nun ging alles sehr schnell und man(n) nutze die Überrumpelungsstrategie aus: Ob ich das Geld dabei hätte?! „Wo ist der Wellensittich?“, fragte ich naiv und bereute meine Fragerei zugleich. „Wencke“, dachte ich, „fang jetzt bloß nicht an zu diskutieren!“, und schaute mich nach Fluchtmöglichkeiten um. Nix! Keine Menschenseele! Der Mann hielt mir eine Milchpackung hin: „20 Euro!“ „Ich lebe größtenteils vegan und habe zudem eine Laktoseintoleranz“, lag es mir auf der Zunge, aber ich konnte mich gerade noch so beherrschen und gab ihm das Geld. So ganz kampflos wollte ich mich aber nicht abzocken lassen und ließ mir noch den Packungsinhalt zeigen. Auf offener Straße öffnete er den Karton [mir blieb fast das Herz stehen] und zum Vorschein kam eine kleine, zerknautschte Henne, der an einem Ständer alle vier Krallen fehlten. „Der fehlt ein Fuß“, bemerkte ich. Der Typ glotzte den Vogel in seiner Hand an und murmelte etwas von „ist mir gar nicht aufgefallen“. „Ich dachte, Sie haben den Wellensittich seit sechs Jahren“, erwiderte ich forsch und brachte den Typen damit aus dem Konzept. Er stammelte etwas von seiner Freundin, die wohl die Besitzerin sei. Der PAX-Kleiderschrank reduzierte sich auf eine MALM-Kommode. Ich setzte nach und erkundigte mich, wieso der Vogel nicht in seinem Käfig abgegeben wird, wenn man doch laut ebay-Anzeige die Wellensittichhaltung aufgeben wollte. Er druckste rum, aber ich blieb nicht locker, bis er etwas von seiner Wellensittichzucht murmelte. Die Henne sei ihm aber zu alt, um sie in die Zucht aufzunehmen. Das Gespräch wurde ihm zunehmens unangenehmer, dann drehte er sich plötzlich grußlos um, sprang über das Gleisbett und verschwand in der Tram, die gerade gekommen war.

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Ich atmete auf, als ich die Häuserschluchten und glühenden Betonplatten-Straßen hinter mich lassen konnte und endlich wieder in der S-Bahn Richtung Charlottenburg fuhr. Auf dem Rückweg lieh ich mir von einer befreundeten Wellensittichhalterin einen Quarantänekäfig aus, da in meinem noch Numidio saß. Eigentlich wollte ich am Folgetag mit beiden Tieren zum Eingangscheck gehen, aber das Risiko durch die neue Henne war mir zu groß, sodass ich beide separat voneinander und natürlich von meinem getrennt Schwarm untergebracht habe.

Nachdem der Quarantänekäfig eingerichtet und die Henne versorgt war, schaute ich auf mein Smartphon und hatte eine Nachricht von der eingangs erwähnten Freundin im Postfach: „Also jetzt hat er mir gerade geschrieben, dass er die Henne am Montag oder Dienstag zu einem Bekannten bringt, wo sich das Paar nicht mag. Er hätte dann wohl einen blauen Welli im Angebot…

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Nur gut, dass die kleine Henne beim Eingangscheck war und nach der dreiwöchigen Quarantänezeit keine Auffälligkeiten mehr zeigte. Inzwischen ist Piumetta fester Bestandteil des Schwarms geworden und hat sich, wie erhofft mit Numidio zusammengetan.Zeit also, Resümee zu ziehen.

Trotz dieser Erlebnisse, bin ich weiterhin der Meinung, dass man Abgabewellensittichen immer den Vorzug gegenüber den (extra) gezüchteten Wellis geben sollte, um dem Vermehrertum durch eine Reduzierung der Nachfrage endlich Einhalt zu gebieten und um gleichzeitig unüberlegt angeschafften und nicht-artgerecht gehaltenen Tieren eine Chance auf ein besseres Leben zu geben! Dennoch seid achtsam, denn das Beispiel zeigt, dass sich nicht hinter jedem Abgabewelli auch wirklich ein (einsamer) Notfall verbirgt. Denn eines ist klar: noch weniger als Vermehrer sollte man dubbiose Tierhändler mit seinem Geld unterstützen! Daher achtet bei ebay Kleinanzeigen immer auf mitleidserregende Formulierungen wie „Partner weggeflogen/ von Katze gefressen/ gestorben“ oder „Kinder haben keine Lust mehr/ Allergie/ Vogel muss schnell weg“ und geht immer zu zweit zum Abholort, da man euch so nicht so schnell überrumpeln kann. Auch wenn es hart klingt und für das Individuum sicher sehr unschön ist: Lasst die Finger von dem Kauf, wenn ihr das Gefühl habt, ihr unterstützt dubbiose Tierhändler! Denn merke: Wer seinen Wellensittich (aus gutem Grund) wirklich schnell los werden möchte und/oder das Interesse verloren hat, der ist froh, dass ihr den Vogel nehmt und schenkt ihn euch. Wer seinen Wellensittich abgeben muss, aber möchte, dass es dem Tier gut geht, der „schützt“ es nicht mit einer „Schutzgebühr“, sondern schaut sich das neue Zuhause an, stellt euch viele Fragen, trifft dann, meist Tage oder gar Wochen später, eine Entscheidung für oder gegen euch und überlässt euch den Welli dann kostenfrei, wohl wissend, was alleine für den Eingangscheck auf den neuen Besitzer finanziell zukommt. Wer beim Einschätzen von ebay Kleinanzeigen unsicher ist, der sollte sich hinsichtlich der Aufnahme von Abgabewellensittichen nicht abschrecken lassen, sondern einfach in die Vermittlungsforen des VWFD.de oder bei Welli.net schauen.Habt keine Vorurteile gegenüber Abgabewellensittichen!

Die Geschichte sprach sich unter Tierfreunden und in Vermittlungsforen schnell rum. Bereits am nächsten Morgen begrüßte mich eine WhatsApp-Nachricht von Janina, Admina der Gruppe „Wellensittiche Senioren & Handicaps„, fröhlich mit den Worten: „Na, was macht die Mafiabraut? :D“ Was soll ich dazu sagen… seuftz *augenroll*


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Resümee 2016

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Es ist der 31.12.16 und Zeit Resümee zu ziehen, vor allem aber Danke an alle Leser meines Blogs, an alle Follower der Facebook– und Google+-Seite und an alle Zuschauer meiner Videos zu sagen!

Als ich im Mai 2015 angefangen hatte zu bloggen, wusste ich selbst nicht genau, wohin die Reise gegen sollte. Ich wollte weder staubtrockenes Wissen über Wellensittiche wiedergeben, noch mit bestehenden Blogs konkurrieren. Mit meinem Slogan „Wissenswertes, Spannendes und Lustiges rund um Wellensittiche“ hoffe ich, dass mir eine interessante Abwechslung zwischen persönlichen Erfahrungsberichten, Wissenswertem und Videos gelungen ist. Am wichtigsten ist mir, dass sich meine Begeisterung für die kleinen Australier auf andere überträgt und sich Wellensittichhalter nicht mehr verstecken müssen. Wir haben die besten, süßesten und coolsten Haustiere der Welt – also nix da von wegen „langweiliges Oma-Image“! Tragt auch ihr weiterhin dazu bei, mit positiven Beispielen das Image und die Haltung unserer „Stubenadler“ zu verbessern!

Das Jahr 2016 war bei uns von Höhen und Tiefen geprägt: Wir hatten mit Violetti und Küki Pulcina zwei sehr traurige Verluste und auch mit den anderen Wellis leider sehr viele begründete Tierarztbesuche.

Wellensittiche: Piumetta, Numidio und Venilia

Aber mit Venilia, Numidio und Piumetta hatten wir auch drei Neuzugänge, die sich wunderbar integriert haben. Insgesamt neun Gäste haben unser Schwarmleben dieses Jahr bereichert, davon sieben Vermittlungstiere, von denen fünf bereits ein neues Zuhause gefunden haben*.

Ende Dezember wurde ein langjähriger Traum endlich wahr: Ein Umzug in eine größere Wohnung ermöglichte nicht nur die langersehnte Schwarmerweiterung mit meinem „Welliretter“, der seit über vier Jahren meine Wellis füttert, aus der Gardine fischt, zum Tierarzt fährt, manchmal leider auch liebevoll beerdigt und Tränen trocknet, sondern auch einen funktionierenden Kühlschrank und eine hundehaarfreie Waschmaschine (adé, du stinkende Gemeinschaftsbakterienschleuder!)… äh, quatsch, ich wollte natürlich sagen: EIN EIGENES VOGELZIMMER! Künftig können sich meine acht Tiere auf 20 m² ganztägig austoben und an vielen horizontalen und vertikalen Spielplätzen ihrer Nagewut frönen.

Auch der Blick in die Seiten-Statistiken motiviert mich, weiterhin für euch über unser gemeinsames Hobby zu bloggen! So hat der Blog im Jahr 2016 knapp 10.000 Leser erreicht mit rund 40.000 Seitenaufrufen mit monatlich steigender Tendenz, auf YouTube sind es inzwischen über 940 Abonnenten und täglich kommen neue dazu. Auch Google+ und Pinterest zeigen eine erfreuliche Entwicklung. Mein besonderer Dank gilt allen, die mich mit Lob, konstruktiver Kritik und gemeinsamen Projekten unterstützt und weitergebracht haben! Für das Jahr 2017 sind weitere spannende Videos und interessante Artikel in Planung; gerne nehme ich aber auch eure Themenvorschläge auf und freue mich (weiterhin) über die Zusammenarbeit mit anderen Bloggern, YouTubern, Facebookgruppen, Vereinen, engagierten Wellensittichhaltern und und und… 😀

Damit alle gut in das neue Jahr kommen, hier noch ein Silvester-Tipp:

Auch wenn es für die Wellensittiche unschön ist, so sollte man seine Tiere zum Selbstschutz bei Einbruch der Dunkelheit in einen (kleinen) Käfig sperren und die Türen verschließen. Am besten bestückt man den Käfig mit beweglichen Spielzeugen, da von diesen ein geringeres Verletzungsrisiko ausgeht, wenn sich die Wellensittiche in der Nacht erschrecken. Am besten verdunkelt man die Fenster, stellt eine Lichtquelle in Fensternähe auf (reduziert das Blitzlicht, das ins Zimmer dringt) und lässt die ganz Nacht leise das Radio an.

Einen guten Rutsch und ein glückliches, gesundes und wellireiches Jahr 2017 wünschen,

Wencke
mit Briciolino, Chiocciolina, Filuzzo, Icaro, Antonia, Venilia, Numidio und Piumetta

<3 unvergessen Pepita, Mäxchen, Piumina, Antonella, Pulcina und Violetta <3

*Das 2-3 jährige zutrauliche und ruhige Wellensittichpärchen, Bella und Bonito, suchen noch nach einem liebevollen Zuhause. Transport kann deutschlandweit organisiert werden; beide sitzen derzeit bei mir in Berlin. Bewerbungen auf die beiden laufen bitte über den VWFD: vermittlungen@vwfd.de

Wellensittichkekse selber machen

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Die Regale in den Zoogeschäften und Supermärkten sind voll mit Crackern, Keksen und Knabberstangen. Schön bunt sehen sie aus und werben mit „extra viel Obst & Honig“. Warum aber gerade das ein Argument gegen den Kauf sein sollte und warum es sich lohnt, selber Kekse, Cracker und Co. für seine Wellensittiche herzustellen, erfährst du im folgenden Beitrag!

img_5115_2Vermutlich hatte jeder schon mal eine Packung Knabberstangen in der Hand und war gewillt, diese für seine Tiere zu kaufen. Die Hoffnung, seinen Tieren damit eine Freude zu machen und sie mit Futtersuche zu beschäftigen,schwingt mit. Obwohl viele Unternehmen mit Slogans wie „mit extra Honig“ oder „mit viel Obst“ werben, sollte man erstens kritisch die Zutatenliste lesen und zweitens wissen, was unsere Wellensittiche brauchen und vor allem, was ihnen schadet. Denn von den gesundheitlichen Problemen des Übergewichtes abgesehen, sind viele Wellensittiche mit dem Erreger Macrorhabdiose infiziert. Macrorhabdiose ist ein Hefepilz im Darm, bei dem das erkrankte Tier aufgenommene Nahrung mehr oder weniger unverdaut wieder ausscheidet und so verhungern kann. Wie alle Hefen braucht auch der Macrorhabdus ornithogaster Zucker (Saccharose und Fructose) zu wachsen. Da dieser Hefepilz bei vielen Wellensittichen latent vorliegt, d. h. akuten Symtome müssen nicht zwangsweise zu erkennen sein, sollte man grundsätzlich sehr vorsichtig mit der Gabe von Obst sein. Da Wellensittiche aus den eher kargen Regionen Australiens kommen, ist es nicht weiter schlimm, wenn man kein Obst füttert, sondern sich auf diverse Gräser, Samen und Kräuter bei der Fütterung konzentriert. Industriell gefertigte Produkte enthalten darüber hinaus neben dem gesundheitsschädlichen Zucker oft auch sogenannte „Bäckereinebenerzeugnisse“, was im Klartext auch altes Brot oder Kuchen sein kann. Diese Kümel werden oft bunt eingefärbt und dem Tierhalter als „Fruchtstücke“ verkauft.

img_5112 Doch was heißt das jetzt für uns Wellensittichhalter bezogen auf die Knabberstangen? Ja, richtig, ihr ahnt es schon: selber backen! Denn nur bei Selbstgemachtem wissen wir, was drin ist 😉

Bei der Suche im Internet ist mir aufgefallen, dass sich bereits viele Papageienfreunde mit dem Thema beschäftigt haben und diverse – gute, aber auch schlechte – Rezepte durch das World Wide Web kursieren. Vielleicht bin ich manchmal etwas zu kritisch, aber in Bezug auf die Wellikekse suchte ich die „eierlegende Wollmilchsau“. Oder besser: ein Rezept ohne Ei, Mehl, Honig, Zucker, Obst…

img_5096Ihr werdet es nicht erraten, wie ich auf die Lösung nach solchen Keksen kam: beim Abwaschen! Der Kartoffelstampf vom Mittagessen klebte nur wenige Stunden nach dem Essen so bombenfest am Teller, dass ich Mühe hatte, ihn abzubekommen. Und voila – damit haben wir auch schon unsere Grundlage für den „Teig“ unserer Wellipralinen: eine kleine, noch lauwarme Pellkartoffel (bitte ohne Salz kochen) und 2-3 EL Körnerfutter! Darauf aufbauend, kann man das Grundrezept um weitere Zutaten, wie verschiedene Hirsesorten, Amaranth, Pagima Green, Delicha, Fonio Paddy, Knaulgras, u. v.m., erweitern.

Zusammen mit der welliverrückten Tweety Mi-Familie haben wir zwei Kreationen der Wellikekse und Welliknabberkugeln für euch auf Video festgehalten.

Rezept für acht KörnerkugelnGemüsebällchen
„Scharfes Möhrchen“:
– eine kleine Möhre
– eine kleine Kartoffel
– 4-5 Blätter Basilikum
– 2 EL Körnerfutter

 

ACHTUNG: Wellensittiche mit Macrorhabdiose, also „Megapatienten“, bitte nicht ohne Rücksprache mit dem vogelkundigen Tierarzt mit den Kartoffelkeksen füttern, da die Stärke auch in Zucker umgewandelt werden kann! Bei Megapatienten bitte jede Futteränderung mit dem behandelnden Tierarzt abstimmen.

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Erste-Hilfe-Kurs für Wellensittichhalter

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Wer kennt es nicht? Es ist Samstagnachmittag, alle Vogelpraxen sind geschlossen und dann passiert es: einer der geliebten Wellensittiche braucht dringend Hilfe! Doch wie verhält man sich? Wie greift man das Tier richtig und wie leistet man Erste Hilfe? In einem Erste-Hilfe-Kurs der Vogelpraxis meines Vertrauens erlernten wir die wichtigsten Handgriffe.

Der Anlass zu diesem Kurs liegt schon Monate her: Ich hatte durch Zufall ein dehydriertes und unterernährtes Küken gefunden, das einige Tage zugefüttert werden musste. Von Samstagnachmittag bis Montagabend mühte ich mich redlich ab und brauchte pro Fütterung rund eine Stunde. Als ich nun am Montagabend in der Vogelpraxis neidisch dabei zusah, wie meine Tierärztin mit der Kropfsonde (oder auch Knopfkanüle) innerhalb weniger Sekunden mein hungriges Küken satt machte, fragte ich, ob man so etwas als „Otto-Normal-Tierhalter“ auch erlernen könne. Die Tierärztin griff meine Bitte gleich auf und so wurde der Erste-Hilfe-Kurs im November organisiert. 🙂

Ich wurde in den letzten Tagen von einigen Leser/innen über Facebook, eMails oder diesen Blog gebeten von dem Kurs zu berichten. Nun, theoretisch ist jedem interessierten Wellensittichhalter aus der (Fach-)Literatur bekannt, wie man sein Tier richtig einfängt, hält oder erstversorgt… aber eben nur theoretisch! In der Praxis zeigte sich einmal mehr, wie wichtig es ist, unter fachkundiger Anleitung auch die Basics, wie das Fangen und Halten, zu üben, denn das ist das A und O für alle weiteren Maßnahmen.

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Auch wir haben in einem 1-stündigen Vortrag nochmal in aller Kürze wie wichtigsten theoretischen Grundlagen aufgefrischt. Bei der Gelegenheit habe ich meine Tierärztin zu den gängigsten Fragen aus den Foren gelöchert.

  1. Wellensittiche können beim Tierarzt vor Stress sterben. Das ist falsch, denn kein gesundes Tier stirbt an Stress! Es kann aber durchaus sein, dass Tiere bereits so geschwächt durch ihre Krankheit sind, dass sie daran versterben. Erfahrende und vor allem vogelkundige Tierärzte können die Gefahr eines Kreislaufkollaps bei kranken Tieren aber in der Regel einschätzen und von einer Behandlung, die das Greifen erfordert, absehen und stattdessen kreislaufunterstützende Maßnahmen einleiten. Es ist daher wichtig, immer rechtzeitig und bei ersten Anzeichen von Krankheitssymptomen zum vogelkundigen Tierarzt zu gehen!!!
  2. Petersilie ist giftig. Jein, die Menge macht’s. Petersilie enthält wertvolle Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Da Petersilie aber leicht toxisch, also giftig, ist, sollte man sie nur in Maßen füttern und am besten die Stiele weglassen, da dort das meiste „Gift“ sitzt.
  3. Wellensittiche verbluten sehr schnell. Die gute Nachricht für alle, die ein so zartes Gemüt haben wie ich: Ihr habt in der Regel genug Zeit erst in Ohnmacht zu fallen und dann zu handeln! Durch den Schock, der häufig den Verletzungsvorgang begleitet, gerinnt die Blutung sehr schnell. Selbst Vögel mit angetrennten Gliedmaßen haben daher eine gute Überlebenschance, wenn zügig ein vogelkundiger Tierarzt aufgesucht wird.

Nach einer kurzen Pause kam der Teil des Nachmittags, auf den ich mich seit Monaten gleichermaßen freute und fürchtete: der Praxisteil! Um individueller geschult zu werden, wurden die elf Teilnehmer auf zwei Gruppen aufgeteilt. Da ich bereits während der Pause die toten „Übungsengel“ der Gruppe 1 gesehen habe (die Wellis waren einfach zu süß und sahen aus, wie meine :'( ), wählte ich Gruppe 2. Da ich mich kenne, hatte ich vorsorglich meinen Freund mitgenommen. Er ist Krankpfleger auf einer Rettungsstelle und zudem noch freiwilliger Feuerwehrmann – ich wusste also, dass ich im Notfall beruhigt in Ohnmacht fallen konnte. Wir hatten ausgemacht, dass, wenn immer mir schwarz vor Augen wurde, ich ganz beschäftigt zum Fotoapparat eilen würde, denn durch das Mini-Guckloch (auch Sucher genannt 😉 ) sieht alles nicht mehr ganz so schlimm aus. Es entstanden einge Fotos… natürlich völlig gewollt und geplant! 😛 Spaß bei Seite – ich finde, ich habe mich wacker geschlagen und nach einer Gewöhnungsphase auch alles mitgemacht.

Das Üben an den toten Wellensittichen hat uns auf den Erstfall vorbereitet: Ein Schwarm Kanarienvögel und einige Fundwellensittiche brauchten etwas gegen Trichomonaden per Kropfsonde und ein Spot-on gegen Milben. So hatte unsere Übung gleich einen ernsten Hintergrund.

Die 4 1/2 Stunden sind wie im Flug vergangen! Es war ein hochinteressanter, spannender und lehrreicher Tag gewesen. Zum Abschied bekommen wir von der Vogelpraxis noch einen Erste-Hilfe-Kit mit. Enthalten sind eine Kropfkanüle & passende Einwegspritzen, blutstillende Mittel, Verbandszeug sowie ein leichtes Schmerzmittel (Traumeel) für die Erstversorgung, bzw. um die Zeit des Transports zum Tierarzt zu überbrücken. Wir scheinen artige und aufmerksame Schüler/innen gewesen zu sein, denn unsere Tierärztin regte an, dass man nächstes Jahr wieder einen Kurs mit weiteren Themen machen könnte. Ich kann es kaum erwarten und freue mich auf die Fortsetzung!

Ein herzliches Dankeschön an Frau Dr. Kling und Frau Feder von der Vogelpraxis Dr. Kling für ihre Zeit, Geduld und Mühen sowie diesen aufregenden, lehrreichen und spannenden Erste-Hilfe-Kurs!

Körnerschubse

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„Was für eine Nacht“, denke ich verpennt, als mich der Wecker um 5:30 Uhr aus dem Bett klingelt! Um Mitternacht in die Federn gekommen, ließ mich gegen drei Uhr die erste Panikattacke in der Voliere senkrecht im Bett stehen… nach dem vierten „Night fright“ in Folge schaltete ich das Licht erst gar nicht mehr aus, sondern ließ es die restlichen Stunden bis zum Morgen an. Ich war erledigt und fragte mich, ob ich den Tag überstehen würde!

„Tschööööp, tschööööp!“, werde ich fröhlich angebrüllt, während ich im Schummerlicht Richtung Badezimmer schlurfe. „Tschööö-höööp!“, setzt es etwas lauter und eindringlicher nach, als ich Anstalten mache, die Tür hinter mir zuzuziehen. Leicht genervt drehe ich mich um und schleppe mich ergeben zur Futterbar hin, um die Näpfe zu füllen. „Sch***** W*****, ihr kleinen Ter****, wenn ihr noch einmal ****, dann ******! [Anm. der Red.: Dieser Teil des Monologs ist aus tierschutzrechtlichen Gründen zensiert worden!] Ihr frühen Vögel könnt **** mal!“, brabbel ich vor mich hin, als ich die Näpfe brav im Käfig verteile. Meine Wellensittiche schauen mich sichtlich zufrieden an, hatte ich schlussendlich doch die gewohnte Reihenfolge eingehalten: erst füttern, dann duschen! Für mein Frühstück bleibt meist keine Zeit mehr, unnötig also, es mit aufzuzählen. „Frühstück wird eh überbewertet!“, rede ich mir seit Jahren ein.

Als ich unter Zeitdruck und noch mit nassen Haaren wieder ins Zimmer hechte, um nach Portemonnaie und Schlüsseln zu angeln, sitzen die kleinen Rabauken ganz friedlich auf ihren Schlafschaukeln, Köpfchen unter den Flügeln und holen den Schlaf der Gerechten nach.

War es Hassliebe oder blanker Neid, den ich in diesem Moment verspürte, als ich die Tür ins Schloss fallen ließ und mich in die verregnete, windig-kalte Dunkelheit Richtung Arbeitsstelle begab? Ich weiß ich es nicht! „Tee?“, fragte mich meine Kollegin mitleidig, als ich eine dreiviertel Stunde später das Büro betrete; ich muss wirklich jämmerlich ausgesehen haben und so fühlte ich mich den Rest des Tages auch…

„Das ist wohl der Preis, den wir Menschen bezahlen, wenn wir uns Haustiere anschaffen“, sinniere ich später am Tag auf dem Rückweg in der Bahn. „Wenn man es so betrachtet“, denke ich so vor mich hin, „irgendwie auch wieder gerecht, schließlich drücken wir unseren Tieren im Alltag permanent UNSEREN Willen auf.“ Will ich also mal nicht so nachtragen sein, lobe mich innerlich für diese generöse Haltung meinen Wellensittichen gegenüber und wende ich mich selbstherrlich meinem Skript zu. Skript? Ja, ich studiere neben dem Beruf noch BWL und habe dieses Semester passenderweise einen Wahlpflichtkurs in Personalführung. Praktisch, praktisch! Von den eigenen Gedanken an Macht, Herrschaft und Schwarm-, ähh Personalführung eingelullt, schlage ich nichtsahnend das Heft auf.

Auf Seite 1 werde ich von altägyptischen Zeichen begrüßt. Darüber steht: „[…] Führung [ist] ein universelles Phänomen, das alle Kulturen betroffen und (vermutlich zu allen Zeiten) beschäftig hat. Dokumentiert ist dies bereits bei den Ägyptern vor 5000 Jahren, deren Hierogylphen Entsprechungen für den Führungsbegriff besaßen (vgl. Abbildung1).“

Personalführung I, FernUni Hagen

Geschockt starre ich auf die Hieroglyphen. Langsam fällt der Groschen:

fuehrung
fuehrer
gefuehrter
5000 Jahre? FÜNFTAUSEND Jahre Welliherrschaft??? Habe ich als Vogelhalter jemals überhaupt auch nur die kleinste Idee einer Chance auf ein selbstbestimmtes, freies Leben? Hing mein Glück nicht schon immer von den Launen meiner Tiere ab und meine finanzielle Situation von ihrer Gesundheit? Ist es nicht so, dass ich immer hippelig werde, wenn ich nicht mindestens eine Viertelstunde vor der Fütterungszeit zu Hause bin? Ich erinnerte mich plötzlich an einen Spruch, den ich irgendwo mal gelesen hatte: „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Diener… und Vögel haben Sklaven!“ Ich begann langsam zu verstehen!

Noch ganz aufgewühlt von der überraschenden Erkenntnis, laufe ich wie selbstverständlich noch in den Supermarkt vor’m Haus, um Minigurken und Snackmöhrchen für meine Wellensittiche zu kaufen. Eine elendig lange Schlange lässt mich ganz hibbelig werden. Mensch, Leute, macht hinne, ich habe kleine Wellensittche zu Hause!

Es ist schon fünf Minuten über der üblichen Fütterungszeit, als ich meine Haustür erreiche. Bereits unten am Fahrstuhl des Hochhauses vernehme ich die glockenhellen Pfiffe meiner Tiere. Als ich zwei Minuten später meine Wohnung betrete, herrscht plötzlich eine eisige Stille im Raum. Acht Augenpaare fixieren mich und scheinen süffisant zu fragen: „Na, Körnerschubse, wo waren wir denn heute so lange?“

Welttierschutztag

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Heute, am 4. Oktober ist Welttierschutztag… und für mich persönlich ein kleines Jubiläum, da ich vor ziemlich genau 20 Jahren meinen ersten Wellensittich von meinen Eltern bekommen hatte. Zeit also, für ein kleines Resümee!

Meine Begeisterung für Wellensittiche liegt weiter zurück, als ich denken kann… man könnte fast sagen, sie ist mir in die Wiege gelegt worden: Bereits meine Mutter hatte seit ihrer Kindheit Wellensittiche und ihre letzte Henne starb an jenem Tag, als ich das Licht der Welt erblickte. Zu gerne hörte ich damals die Geschichte, wie meine Mutter an einem der kältesten Tage seit der Wetteraufzeichnung (Wetter in einigen Teilen Ostdeutschlands an diesem Tag bis -30 °C) bereits mit einsetzenden Wehen ihre Pepita weinend im See begrub und danach das Auto freibuddelte, um in den Kreissaal zu fahren.

Schon früh stand daher also fest: Wenn es Haustiere gibt, dann muss es ein Wellensittich sein! Wie viele Eltern, versuchten auch meine sich irgendwie aus dem Versprechen herauszuwinden. Als Kind durchschaut man die Gemeinheiten der Erwachsenen leider (oder zum Glück) noch nicht und so glaubte ich meiner Mutter, dass man wohl „sechs Jahre alt“ sein müsse, um alt genug für ein Haustier zu sein. Da ich noch einen drei Jahre jüngeren Bruder hatte, vertrieb ich mir die Wartezeit bis er sechs wurde, erst mit Bilderanschauen, später, mit Lesen von Büchern über Wellensittichhaltung und fieberte meinem neunten Geburtstag im Januar 1996 entgegen…

Es war kurz vor Heiligabend 1995 und ich rechnete fest damit, dass ich schon erstes Zubehör geschenkt bekommen würde, als unsere Eltern mich und meinen Bruder bei einem Abendspaziergang beiseite nahmen. „Und? Was wünscht ihr euch zu Weihnachten?“, fragten meine Eltern mit einem ungewöhnlichen Leuchten in den Augen. Ich sofort: „Einen Wellensittich!“ Natürlich wusste ich schon damals, dass Wellensittiche kein Weihnachtsgeschenk sind und ich sicher erst ein paar Wochen später einen blauen Welli, namens Max, kriegen würde (ich gehörte schon früh zu den Menschen, die genau wussten, was sie wollten! 😉 ). Meine Eltern ließen sich nicht beirren und ignorierten meinen Zwischenruf: „Und? Würdet ihr euch auch über ein Brüderchen freuen?“ „Nö! Ich will einen Wellensittich!“, sagte ich fröhlich und nicht ahnend, dass mir wenige Sekunden später der Traum eines Haustieres auf brutalste Weise genommen werden würde. „Ihr bekommt aber einen Bruder…“, stammelten meine Eltern nun doch sichtlich irritiert. Was dann geschah, vergaß man in ganz Nordberlin nicht so schnell: Es ertönte ein ohrenbetäubendes Geheul und Geschluchtse und die Tränen spritzten nur so aus meinen Augen. Da stand ich nun, kurz vor meinem ersehnten 9. Geburtstag, alleine im dunklen Wald, verheult und vor Kälte zitternd, verraten von den eigenen Eltern! Der einzige unerträgliche Gedanke war: „Nochmal sechs Jahre warten bis der Kleine so groß ist, dass ich ein Haustier haben darf?“ Das Weihnachtsfest 1995 war für mich gelaufen… keine Ahnung, was ich zum Trost geschenkt bekommen hatte, es war mir alles egal!

Glücklichweise hatten meine Eltern erbarmen mit mir und das Versprechen wurde ein paar Monate nach der Geburt meines jüngsten Bruders dann doch eingelöst: In der ersten Oktoberwoche 1996 zog eine kleine blaue Wellensittichhenne bei uns ein. Ich erinnere mich noch heute an jedes Detail: den Zooladen, die Qual der Wahl, die Aufregung – und dass ich durch die Herbstferien niemandem sofort von meinem großen Glück erzählen konnte.

Das Glück hielt leider nicht lange an, denn schon damals waren Wellensittiche in Zoogeschäften „Massenware“ und bei der Zucht wurde nicht viel Sorgfalt an den Tag gelegt. Ein knappes dreiviertel Jahr lang waren wir regelmäßig bei einer vogelkundigen Tierärztin, bis mein Vater eines Tages im Sommer 1997 alleine in die Praxis gebeten wurde. Als er traurig mit einer verschlossenen Pappschachtel zurückkam, brach für mich, damals 10 Jahre alt, eine Welt zusammen. Ich weiß nicht, wie viele Tage ich um meine kleine Pepita geweint hatte.

Jene Tierärztin hatte zu der Zeit selber gezüchtet und bot uns auf Nachfrage ein paar Wochen später ihr letztes Küken aus dem aktuellen Gelege an. Es war Liebe auf den ersten Blick und noch am selben Tag zog endlich der langersehnte Wellensittichhahn ein: Mäxchen!

Leider wusste man vor 20 Jahren noch nicht viel über den australischen Schwarmvogel, sodass selbst in Sachbüchern Einzelhaltung und – aus heutiger Sicht – tierschutzwidriges Spielzeug empfohlen wurde. Für die jüngeren unter meinen Lesern: Nein, Internet gab es für den „Ottonormalo“ auch noch nicht, geschweige denn Wellensittichforen, Infoseiten, Blogs oder Videos.

Mäxchen war ein langes und gesundes Leben vergönnt, aber, wie ich jetzt weiß, nicht das allerglücklichste, denn trotz aller Liebe und Zuwendung seitens der gesamten Familie, fehlte ein entscheidender Faktor: ein Partnervogel!

Heute, nach 20 Jahren Wellensittichhaltung, blicke ich zurück und weiß, dass ich vieles schon damals hätte besser machen können. Das schlechte Gewissen, aber vor allem die Einsicht sind heute mein größter Motivator meine Tierhaltung jeden Tag auf’s Neue kritisch zu hinterfragen und nach neuen, tiergerechten Ideen und Enrichment-Lösungen für meine Wellensittiche zu suchen. Auch wenn die meisten Wellensittiche bei engagierten Haltern ein gutes Leben mit Partnervogel (oder sogar in einem Schwarm) haben, sind wir noch lange nicht am Ziel und dürfen uns zurücklehnen. Es geht immer noch ein kleines Stückchen besser!

Und da ich nicht gerne mit dem Finger auf andere zeige, fange ich bei mir selbst mit den propagandierten Verbesserungen an: Mein Minischwarm aus derzeit acht Tieren zieht Ende des Jahres mit mir um! Meine Plüschies bekommen endlich ein eigenes 20 m² großes Zimmer (evtl. im Sommer sogar mit Außenbereich). 😀 Ich plane derzeit ein Welli-Paradies mit allem, was die kleinen Herzchen höher schlagen lässt. Meine Ergebnisse und Bastelarbeiten werde ich natürlich mit euch teilen – aber ich freue mich genauso über Tipps und Bastelideen von euch! Lasst uns gemeinsam, am heutigen Welttierschutztag, den vielen Wellensittichhaltern außerhalb der Foren und Communities zeigen, wie unglaublich toll und interessant unsere Tiere sind und wie sie in art- und tiergerechter Umgebung aufblühen!

Eure Wencke

mit Briciolino, Chiocciolina, Filuzzo, Icaro, Antonia, Venilia, Numidio und Piumetta.
Unvergessen im Hirseland: Violetti, Pulcina, Antonella, Piumina, Pepita und natürlich Mäxchen!

Für alle, die sich jetzt fragen, was aus meinem kleinen Überraschungsbruder geworden ist: Natürlich liebe ich ihn. Aus dem tollpatschigen Baby ist mein „Welli-Retter“ und zuverlässiger Tierpfleger geworden, wenn ich auf Reisen bin! Vielen Dank, dass ich mich immer auf dich verlassen kann, Philli :* Deine große Schwester

Handicap-Wellensittiche Teil 3: Erfahrungsberichte

Im dritten Teil der Mini-Serie über Handicap-Wellensittiche lasse ich einige Halterinnen zu Wort kommen. Mit kreativen Einrichtungsideen und sehr viel Liebe zum Detail wurde Käfige zu Spielparadiesen umgebaut, damit auch körperlich eingeschränkte Tiere aktiv am Schwarmleben teilnehmen können.

Die wenigsten Tierhalter planen von Anfang an, gehandicapte Wellensittiche aufzunehmen. Meistens „rutscht man da so rein“. Da auch die Umstände, der Krankheitsgrad des Tieres und auch das Wohnumfeld sehr unterschiedlich sind, ist es sehr hilfreich, sich als Halter von Handicap-Vögeln in einer Gruppe wie „Wellensittiche -Senioren & Handicaps“ auszutauschen. In gemeinschaftlicher Arbeit ist folgendes Video entstanden.

Neben den Videos und Bilder haben engagierte Wellensittichhalterinnen auch ihre Erfahrungen zu Papier gebracht und möchten ihre Ideen, Tipps & Wissen mit euch teilen. Den Anfang macht Annett, die Erfahrungen in der Einrichtung von behindertengerechten Käfigen hat: „Unser gehandicapter Max ist an PBFD erkrankt und hat daher einen großen Gefiederverlust und zudem eine Blutgerinnungsstörung. Er wird im August zwei Jahre alt und konnte noch nie fliegen… [weiter lesen].“

Mäxchen ist leider am 30. Januar 2017 verstorben.

Eigentlich sollte es eine kurze Mail an mich werden, um die Bilder für das Video zu beschreiben. Heraus kam ein ehrlicher und authentischer Erfahrungs- und Erlebnisbericht von Melanie. In ihrem Beitrag erfährt man auch von den Schattenseiten der Tierhaltung, den Kosten und das Leid, das Vogel und Tierhalter durchmachen. Melanie: „[…] Als ich eines Tages die Wohnung verlassen wollte, bin ich beinahe über einen Vogelkäfig gestolpert, der vor meiner Tür stand. Und da saßen nun zwei hübsche, offensichtlich noch junge Nymphensittiche! Ich habe es nie wirklich herausgefunden, wer sie mir vor die Tür gestellt hat… [weiter lesen].“

Ob Ballengeschwüre oder Arthrose: Als Halter von „fußkranken“ Vögeln sollte man unbedingt die Sitzstangen polstern. Das ist aber gar nicht so leicht, wie man denken könnte, da das Material fussel- und schlingenfrei sein muss, damit sich die Tiere darin nicht verheddern. Einen tollen Tipp sowie Links und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bekommen wir von Natascha: Anleitung hier lesen.

Manche Wellensittichhalter haben sehr schwerwiegende Fälle zu betreuen. So auch Tatjana: „Ich habe einen Wellensittich (meine Maggi), die es wirklich schlimm getroffen hat. Ein Fundtier aus dem Tierheim Ulm. Am Anfang dachten alle an ein Schleudertrauma, aber weil sie noch fraß und auf der Stange sitzen konnte, hat man sie nicht eingeschläfert. Also holte ich sie zu mir, ohne genau zu wissen, was ihr fehlt. Bei meinem vkTA konnten wir ein Augentrauma feststellen und das sie nichts hören kann. Sie sieht zwar, aber nur undeutlich. Er fragte mich auch direkt, ob man sie nicht erlösen solle, da so ein Leben für ein Welli nicht schön sei. Ich lehnte ab und wollte mich nicht damit abfinden, dass für sie nicht wenigstens eine Verbesserung zu erreichen war. Dazu muss man sagen, das sie es echt schwer hat mit der Orientierung hat und sich ständig im Kreis dreht. Da sie nichts hört und kaum was sieht, erkennt sie auch meine anderen Wellis nicht. Medikamente halfen alle nicht oder nur unwesentlich. Ich baute ihr ein Freigehege in meinem Vogelzimmer. Mit geschütztem Raum und sie kann direkt auch raus und auf dem Boden rumlaufen. Ich bastelte Spielplätze in Bodenhöhe und beobachtete sie. Am Anfang hatte sie es wirklich schwer sich zureckt zu finden. Aber Klettern konnte sie prima. Also sammelte ich sie bis zu 5mal am Tag wieder ein und brachte sie in ihren geschützen Bereich zurück. Mittlerweile fanden meine anderen fliegenden Wellis die kleine auch sehr nett und fingen an Kontakt aufzunehmen und sich um sie zu
kümmen. Da Maggi sie nicht erkannte, schimpfte sie immer sehr deutlich wenn einer der Wellis ihr zu nahe kamen. Aber mittlerweile klappt es sehr gut. Sie hat jetzt immer einen Aufpasser (einer aus 18 Wellensittichen) dabei. Immer mal ein Anderer. Läuft sie in eine Sackgasse, wird sie liebevoll am Schnalbel geführt. Ist sie unsicher ob sie weiter kommt, wird sie leicht angestupst. Und sie findet selber zu ihrem geschützten Bereich zurück um zu fressen und Wasser aufzunehmen.“

Maggi ist leider im September 2016 überraschend verstorben.

 

Handicap-Wellensittiche Teil 2: Krankheitsbedingte Behinderungen

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Es war das erste, was mir auffiel, als ich das Küken unten im Verkaufskäfig in den Exkrementen der anderen sitzen sah: Die eingedrehten Füße wiesen auf eine durch Rachitis ausgelöste Fehlstellung der Knochen hin.

Es gibt viele Krankheiten, die Fehlstellungen, Missbildungen oder Flugunfähigkeit hervorrufen können. Wer sich entscheidet, einem gehandicapten Tier eine Chance auf ein schönes und möglichst artgerechtes Leben oder dessen Tier im Laufe seines Lebens krankheitsbedingt körperliche Einschränkungen erleidet, findet in der Facebook-Gruppe „Wellensittiche Senioren & Handicaps“ Rat und Hilfe.

Janina, eine der drei Admins der Gruppe, hatte im ersten Teil unserer Mini-Serie über unfall- oder geburtsbedinge Behinderungen geschrieben. Im folgenden zweiten Teil schildert sie einige der häufigsten Krankheitsbilder, die dauerhafte Einschränkungen für den betroffenen Wellensittich bedeuten.

2. Teil Wellensittiche mit Erkrankungen als Handicap

Der ein oder andere fragt sich, was Erkrankungen mit Handicaps zu tun haben. Unter Handicap versteht man eigentlich eine körperliche Behinderung. Darauf möchte ich gerne näher eingehen und erinnere mich an meine Anfänge in diversen Wellensittich-Gruppen bei Facebook: Nur selten las ich von Haltern, die sich über die Fortschritte ihres Megabakterienpatienten freuten. Ich sah wenige Fotos von ampho*verschmierten Schnuten oder gar Wellensittiche mit Gefiederkrankheiten, die dadurch ihr Federkleid eingebüßt haben. Es machte fast den Anschein, es gebe kaum Vögel mit solchen Gebrechen.

Wellensittiche_Handicaps_teaserIch weiß es heute besser, denn ich lernte die Hemmungen kennen, die ein Halter verspürt, über seine kranken Vögelchen zu sprechen. Nicht alle sind aufgeschlossen genug oder möchten gar Fotos von einem gerupften Welli sehen. Neben vielen Fragen, unnötigen oder unsinnigen Ratschlägen wird ein Halter mit beispielsweise PBFD-Vögeln auch verurteilt oder gar beschimpft. Das liegt häufig daran, dass andere Halter nicht das Verständnis aufbringen können oder nur unzureichend über die verschiedenen Krankheiten aufgeklärt sind. Es fehlt das Wissen, das auch betroffene Vögel durchaus ein schönes Leben führen können und ihren Haltern jeden Tag Freude bereiten. Eine angepasste Einrichtung, abgestimmt auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten, in Verbindung mit medizinischer Versorgung, ermöglichen es dem Sorgenvögelchen ein glückliches und erfülltes Leben zu genießen.

13823520_1060394634042589_1602826602_nTiere die an chronischen oder ansteckenden Krankheiten leiden, sind Handicaps, weil sie gleichermaßen palliativer Betreuung und Versorgung bedürfen. Grundsätzlich kann man sagen, sie haben genauso spezielle Bedürfnisse an Haltung und Ernährung wie körperlich gehandicapte Artgenossen. Die häufigsten Erkrankungen sind Gefiederstörungen, zum Beispiel durch Polyoma oder Circoviren, Infektionskrankheiten wie Macrorhabdiose (Megabakteriose), Trichomonaden oder Pilzinfektionen und Erkrankungen verschiedener Organe wie vergrößerte Leber, Nierenprobleme oder Tumore.

Die Halter dieser Patienten haben unsere Anerkennung, sehr viel Lob und Zusprache verdient. Es ist nicht selbstverständlich sich aufopfernd, mit Hingabe und viel Liebe um solche Sorgenvögelchen zu kümmern. Es bedeutet in einigen Fällen, dass der Halter auch einen nicht zu unterschätzenden Kostenaufwand für die medizinische Versorgung zu tragen hat und auch eine psychische Last zu tragen hat, denn Freud und Leid liegen unter Umständen sehr häufig nah beieinander. Deshalb ist eine Gruppe, die das Wissen und die Sorgen eines Handicap/Senioren-Wellensittichs teilt, sehr wichtig für den einzelnen Halter, um sich Rat zu holen, aber auch um moralische Unterstützung zu erhalten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bedürfnisse und Ansprüche von Handicap und Senioren Wellensittichen etwas höher und spezieller als bei  gesunden Vögeln, aber nicht unmöglich zu erfüllen sind. Die einfachsten Dinge wie ein Kletterseil oder eine gepolsterte Stange können schon die Lösung des Problems sein. Jedes Handicap stellt individuelle Ansprüche an den Halter dar, die es mit Geschick, Kreativität und viel Fürsorge zu erfüllen gilt.

Ich gebe zu, ich hätte weniger Arbeit mit gesunden Wellensittichen. Ich würde wesentlich weniger sorgenvolle Tage haben, wenn ich mich nicht mit der Pflege und den Krankheiten beschäftigen müsste. Ich hätte nicht ständig Tierarzt- und Medikamentenkosten. Ich hätte mehr Zeit, weil ich nicht mit Putzen, Tierarztbesuchen, Medikamentengabe, speziellen Futterzubereitungen, Recherchen und Bastelarbeiten beschäftigt wäre. Und ich müsste nicht ständig die schwersten Entscheidungen überhaupt treffen, welche sich häufig um Leben und Tod drehen und am Ende dann trotzdem Zweifel zu haben, ob es wirklich im Sinne des Tieres ist/war.

Wir Halter von Senioren & Handicap-Wellensittichen nehmen dies aber in Kauf, denn es wird uns so viel mehr zurückgegeben. Wir dürfen Freude, Liebe und Glück mit unseren Lieblingen teilen und uns daran erfreuen, wie ein gehandicapter Wellensittich aufblüht und sein Leben glücklich lebt. Das ist unser Verdienst, wir wachsen mit jeder Aufgabe und es macht uns unsagbar Stolz!

Janina

Ich danke Janina, von der Facebook-Gruppe Wellensittiche -Senioren& Handicaps-, für den ausführlichen Bericht und hoffe, dass mit dem zweiten Teil unserer dreiteiligen Serie Vorurteile abgebaut und Verständnis aufgebaut werden konnten. Neben der Facebook-Gruppe, in der sich betroffene Halter austauschen können, empfehle ich als Lektüre die Seite www.birds-online.de. Im dritten Teil erwarten euch Erfahrungsberichte und ein Video mit Lösungen von Halterinnen mit körperlich & gesundheitlich eingeschränkten Wellensittichen.


* gemeint ist Ampho Moronal, ein häufig verwendetes Präparat bei der Behandlung von Macrorhabdiose („Going-Light-Syndrom“)