
Ach ja, den ganzen Tag nichts tun und sich nur zu den Mahlzeiten bewegen. Was für Menschen wie der perfekte Urlaubstag klingt, ist für viele Wellensittiche leider Alltag. Denn zu wenig Beschäftigung und Bewegung kann nicht nur pupslangweilig sein, sondern birgt auch die von vielen Haltern unterschätzte Gefahr des Federrupfens oder der Verfettung.
Wellensittiche in freier Wildbahn sind den ganzen Tag beschäftigt: die Futter- und Wassersuche nimmt in den Morgen- und Abendstunden die meiste Zeit ein. Wer die beeindruckenden Filmaufnahmen von Wellensittichen im Outback kennt, der sieht, dass die kleinen Meisterflieger fast immer in Bewegung sind. Selbst in Ruhephasen sind die wilden Australier immer auf der Hut vor Fressfeinden. Langeweile kommt da keine auf!
In unseren Haushalten sieht es ganz anders aus: Die dicken Pupsis sitzen den größten Teil des Tages auf ihrer Lieblingsschaukel und pfeiffen sich fröhlich eins. Obwohl ich schon über die Futterzusammensetzung und die Futterzeiten regulierend versuche auf das Gewicht meiner Wellis positiv einzuwirken, schaute mich bis vor einigen Monaten meine Tierärztin mit hochgezogener Augenbraue an: „Frau Schacht, eines ist sicher, bei Ihnen verhungert definitiv keiner!“.
Wenn ich jetzt genauer drüber nachdenke, könnte sie auch mich oder meinen Freund gemeint haben… Egal, ganz oben auf meiner Neujahrsliste stand sowieso mehr Sport. Leider hatte mein Fitnessstudio Insolvenz angemeldet und weil es in Berlin wirklich schwer ist, ein neues Sportangebot zu finden, musste ich meine guten Vorsätze auf meine Wellensittiche übertragen. Klingt nachvollziehbar, nicht? 😉
Ich bin ein Freund unkomplizierter Beschäftigungsmöglichkeiten, da ich ich unter der Woche wenig Zeit habe. Auch weiß ich, dass man immer wieder ambitioniert anfängt, seine Wellensittichhaltung zu verbessern… und es nach ein paar Tagen oder Wochen wieder einschläft. Und ich bin da sicher nicht die einzige, die Opfer der Alltagsroutine ist!
Ich habe mir und meinen Wellensittichen einen Beschäftigungsplan geschrieben, den ich alle paar Wochen mal umstelle. Das ist aber eigentlichen nicht nötig, da Wellensittiche keine 7-Tage-Woche kennen und es im Grunde nur wichtig ist, dass konstant jeden Tag etwas im Käfig und/ oder Vogelzimmer verändert wird.

Oft höre oder lese ich, dass Halter sich darüber enttäuscht zeigen, dass ihre Wellensittiche nicht mutig genug seien, um Veränderungen anzunehmen, und dann jegliche Beschäftigungsmöglichkeiten einstellen. Das ist aber verkehrt!
1. Wer seinen Wellensittichen aus falscher, wenn auch gut gemeinter Rücksichtnahme permanent vor Neuem schont, der „erzieht“ sich Angsthasen heran. Gerade bei ängstlichen Tieren würde ich Veränderungen regelmäßig durchführen. Schnell erkennen unsere klugen Papageien, dass neues Spielzeug keine wellifressenden Monster sind. Das macht sie von Mal zu Mal mutiger und stärkt auch ihr Selbstbewusstsein.
2. Viele Halter unterschätzen den Beschäftigungsgrad des Beobachtens. „Meine Wellis sitzen nur auf der Gardinenstange, wenn ich etwas im Käfig/Vogelzimmer verändere“, lese ich häufig. Das mag zwar sein, aber auch das Beobachten hat eine Beschäftigungswirkung analog des natürlichen Verhaltens der wilden Wellesittiche, die ihre Umgebung nach Gefahren abscannen. Es schadet also nicht, auch im Zimmer mal Kissen neu zu beziehen, ein anderes Bild aufzuhängen oder eine rote Tagesdecke gegen eine grüne auszutauschen.
Ihr seht, die Beschäftigung unserer Stubenadler kan so einfach sein! Damit auch ihr nicht im Alltag vergesst, euren Wellis täglich Abwechslung zu bieten, liegen im neuen Downloadbereich zwei Vorlagen eines Beschäftigungsplans zum Ausdrucken und Beschreiben für euch bereit. Nun viel Spaß mit meinem neuestens Video mit einigen einfachen Ideen für den Alltag. 🙂

Die kleine Schwarmchefin hatte es nie leicht gehabt: Sie stammt aus einer verantwortungslosen Zucht und kam bereits mit mehreren organischen Vorerkrankungen am 23. Januar 2014 im zarten Alter von sechs Wochen zu mir. Obwohl die Prognosen von Anfang an sehr schlecht standen, eine Dauermedikation verordnet worden ist und halbjährliche Röntgenbilder zur Routine gehören, hielt mein kleines Kämpferherz tapfer durch und genoss das Leben in einem immer größer werdenden Schwarm.
In der Praxis angekommen, wurde sie intensiv betreut, bekam Infusionen und Medikamente. Wir wussten schon aus vorherigen Untersuchungen, dass viele Organe Probleme hatten. Nach Tagen des Hoffens und Bangens wurde Chiocciolina zwei Wochen später mit einem Haufen Medikamenten entlassen. Obwohl sie zweimal täglich zur Medikamenteneingabe eingefangen werden musste und insgesamt sechs Medikamente verabreicht bekommen hatte, machte sie im Freiflug das Vogelzimmer unsicher, badete, schredderte Weidenkugeln und spielte in den Wühlkisten. Ganz vier Wochen und zwei Tage durften wir nach der Entlassung aus der Vogelpraxis noch zusammen verbringen, bis sie am 13. April 2017 mittags überraschend tot von meinem Freund aufgefunden worden ist. Kurz zuvor war er noch im Zimmer und es schien alles in Ordnung gewesen zu sein. Mein Freund zeigte mir später am Abend die Stelle, wo Chiocciolina lag, und erzählte mir, dass ihr Köpfchen leicht zur Seite zeigte – gerade so weit, um Filuzzo zu sehen, der auf seiner Lieblingsschaukel saß. Es gab vorher keine Anzeichen und auch im Einstreu sind keine Spuren eines Todeskampfes zu sehen. Wir hoffen sehr, dass die Kleine nicht lange leiden musste.
Die Nachricht meines Freundes traf mich in der Mittagspause auf Arbeit wie ein Schlag: Chiocciolina, mein kleiner Babybaustellenwelli, war immer mein Liebling gewesen. Sie war außerordentlich intelligent, bekam alles, was sie wollte, war frech und wenn sie Blödsinn gemacht hat, wusste sie genau, wie sie zu gucken hat, damit ich nicht schimpfe. Und sie war der hübscheste Wellensittich, den ich jemals hatte: In der Sonne glitzerten ihre Federn violett und ihre Augen waren immer offen und neugierig. Am meisten liebte ich es, wenn sie entspannt da saß und vor sich hin zwitscherte. Ihr glockenhelles Stimmchen war leicht von den anderen zu unterscheiden und beim Piepsen, hüpfte der ganze Köper mit. Der Anblick war einfach zu süß <3
Drei Jahr und drei Monate durften wir nur zusammen verbringen. Die meiste Zeit davon dicht an dicht in meiner Ein-Zimmer-Wohnung, was auch die enge Bindung erklärt. Nach dem Umzug in die größere Wohnung hatte ich so sehr gehofft, dass Chiocciolina noch den Außenbereich auf der Terrasse erleben kann, der für diesen Sommer geplant ist. Der Wunsch ist uns beiden nicht erfüllt worden.





Vermutlich hatte jeder schon mal eine Packung Knabberstangen in der Hand und war gewillt, diese für seine Tiere zu kaufen. Die Hoffnung, seinen Tieren damit eine Freude zu machen und sie mit Futtersuche zu beschäftigen,schwingt mit. Obwohl viele Unternehmen mit Slogans wie „mit extra Honig“ oder „mit viel Obst“ werben, sollte man erstens kritisch die Zutatenliste lesen und zweitens wissen, was unsere Wellensittiche brauchen und vor allem, was ihnen schadet. Denn von den gesundheitlichen Problemen des Übergewichtes abgesehen, sind viele Wellensittiche mit dem Erreger
Doch was heißt das jetzt für uns Wellensittichhalter bezogen auf die Knabberstangen? Ja, richtig, ihr ahnt es schon: selber backen! Denn nur bei Selbstgemachtem wissen wir, was drin ist 😉
Ihr werdet es nicht erraten, wie ich auf die Lösung nach solchen Keksen kam: beim Abwaschen! Der Kartoffelstampf vom Mittagessen klebte nur wenige Stunden nach dem Essen so bombenfest am Teller, dass ich Mühe hatte, ihn abzubekommen. Und voila – damit haben wir auch schon unsere Grundlage für den „Teig“ unserer Wellipralinen: eine kleine, noch lauwarme Pellkartoffel (bitte ohne Salz kochen) und 2-3 EL Körnerfutter! Darauf aufbauend, kann man das Grundrezept um weitere Zutaten, wie verschiedene Hirsesorten, Amaranth, 







